Überraschungsei des Tages: Nicht alle Kulturen sind gleich

Die Berliner Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft (HMKW) hat eine Studie zur politischen und gesellschaftlichen Werten von Flüchtlingen (aka Migranten, aka Moslems) veröffentlicht, die für die hiesigen Forscher überraschenderweise überraschende Ergebnisse zutage treten ließ:

Die in Deutschland gelandeten Flüchtlinge bekennen sich mehrheitlich zur Demokratie, offenbaren aber „erhebliche politische Verständnisdefizite“

Einerseits haben die Forscher eine hohe Integrationsbereitschaft der Befragten ermittelt: „Die meisten Flüchtlinge möchten Deutschland als neue Heimat annehmen. Sie sind bereit, dafür ernsthaft in Sprache und Bildung zu investieren.“ Andererseits seien auch viele Einstellungen festgestellt worden, die „stark von dem in Deutschland vorherrschenden Meinungsbild abweichen“, wie es in einer am Freitag verbreiteten Zusammenfassung heißt: „In anti-liberalen Einstellungen zu (Homo-)Sexualität, Ehe und Partnerschaft, ja selbst zu Wohn- oder Lebensformen wie einer WG zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Flüchtlingen und der deutschen Mehrheitsgesellschaft.“ Manche Ansichten der Flüchtlinge erinnerten „stark an die muffigen 50er Jahre in Deutschland“. Die komplette Studie will die 2008 gegründete private Hochschule am Montag vorstellen.

Zu den von der Universität als „völlig überraschend“ bezeichneten Erkenntnissen der Studie gehört auch, dass Flüchtlinge sich die politischen Verhältnisse in Deutschland und das soziale Zusammenleben „zum Teil ganz anders vorstellen, als es von den meisten Deutschen vermutet wird“.

Zunächst einmal sei gesagt, dass selbst diese pessimistische Ergebnisse zeigende Studie, in meinen Augen noch zuviel Optimismus ausstrahlt, indem sie nämlich behauptet, Migranten aus islamischen Gesellschaften würden sich mehrheitlich zur Demokratie bekennen, und seien bereit, „dafür ernsthaft in Sprache und Bildung zu investieren.“ Hier möchte ich kurz anmerken, dass die in Deutschland größte Gruppe von Migranten – Menschen aus der Türkei – auch in der dritten Generation noch erhebliche Defizite sowohl in Sprache als auch Bildungsanstrengungen aufweisen, und auch deren Bild von Demokratie – nimmt man die Begeisterung für den Halbdiktator Erdogan als Maßstab – nicht besonders stark ausgeprägt ist. Es kommt halt immer darauf an, was man unter „Demokratie“ und „Bildung“ versteht.

Dass nun Migranten aus islamischen Ländern nicht die Werte vertreten, die im Allgemeinen in westlichen Ländern vertreten werden, kann eigentlich niemanden überraschen, der auch nur einen Hauch Ahnung hat von Soziologie, Geschichte, Religion, Politologie oder Gesellschaftsstrukturen überhaupt. Der Glaube, aus islamischen Ländern würde überwiegend linksliberale Intellektuell anreisen, die für eine offene, säkulare Gesellschaft mit individueller Freiheit eintreten, ist dermaßen naiv – ja, ich möchte bereits sagen „dumm“ – dass es mir schwer fällt, angesichts einer derartigen Torheit nicht mit dem Kopf auf meine Schreibtischplatte zu schlagen.

Ein Leserkommentar im „Tagesspiegel“ bringt dies sehr gut auf den Punkt:

Wen kann so etwas überraschen? Glauben die Leute ernsthaft, islamische Gesellschaften sind deshalb so repressiv, weil alle, die von dort herkommen, grüne Hippies sind?

Glauben die Leute ernsthaft, Gesellschaften, in denen Schwule mit Gefängnis oder Tod bestraft werden, seien in Wirklichkeit schwulenfreundlich?

Glauben die Leute ernsthaft, Gesellschaften, in denen Frauen weniger Rechte haben, seien in Wirklichkeit Paradiese der Gleichberechtigung?

Glauben die Leute ernsthaft, islamische Gesellschaften seien so gut wie unsere?

Ich denke, es ist nicht allzuweit hergeholt zu sagen, dass wir mit den nach Deutschland kommenden Migranten aus dem Nahen Osten und dem Maghreb erhebliche Schwierigkeiten haben werden, was Integration in unsere Gesellschaft angeht. Es kann mit ihnen, meiner Meinung nach, überhaupt nicht leichter sein, als mit Menschen aus der Türkei, da die Türkei bereits die modernste aller islamischen Gesellschaften ist (und allein das sollte einen beunruhigen).

Nach dem jetzigen Stand sind das Anwachsen von Parallelgesellschaften und Zustände wir in Frankreichs Banlieus kein übertreibenees Zukunftsszenario für Deutschland.

Ich sehe jedenfalls kein Argument, warum es anders sein sollte.

Vom Grünen der auszog, den Heten ihre Sünden zu predigen

Für Schwule, Lesben und Bisexuelle wird die Welt immer besser. Was aber für die meisten von uns Homos ein Grund zur Freude ist, stellt für eine Minderheit ein Gräuel dar. Denn mit steigender Akzeptanz der Homosexualität in der westlichen Welt, ergeben sich inbesondere für linkspolitische Berufshomos zwei spezifische Problemlagen.

Erstens verliert das den Homos zugewiesene revolutionäre Potential zum Umsturz der westlichen, liberal-kapitalistischen Ordnung an Zugkraft. Denn welchen Grund sollte es für Homos geben, die westliche Systeme zu stürzen, wenn es sich hier am Besten lebt?

Das zweite Problem ist pragmatischer aber nicht weniger relevant: Wie soll Homopolitik gerechtfertigt werden, wenn Homos immer weniger diskriminiert werden? Die Entpolitisierung von Schwulen und Lesben, die im Wesentlichen positiv ist, weil sie ein Ausdruck von Akzeptanz und Assimilation in die hiesige Gesellschaft darstellt, kann Berufshomos nicht zufriedenstellen, ja muss sie beunruhigen, weil dadurch die Rechtfertigung für Homopolitik verloren geht.

Die Gegenstrategie für diese Dilemma sieht denkbar simpel aus: Die Definition von Diskriminierung und Repression wird ins Absurde gesteigert und an die Gesellschaft werden unerfüllbare Anforderungen gestellt. Es soll ein Zustand herbeigeredete werden, der nicht zu verändern ist, mit dem Ziel, die permanente Repression und Unterdrückung auszurufen, an die man sich bis in alle Ewigkeit mästen kann.

Ein Beispiel für diese Strategie liefert Fabian Goldmann für die den Grünen nahestehende Heinrich-Böll-Stiftung:

Heterosexuelle sind homophob. Heterosexualität wird nicht von irgendeinem Gen an- und ausgeschaltet. Es ist ein kulturelles Konzept, das erst durch die Abwertung gleichgeschlechtlicher Liebe, Sex und Zuneigung entstanden ist. Ein feministischer Zwischenruf.

Dass Goldmann hier als Feminist angekündigt wird, ist kein Zufall. Denn die gesellschaftliche Analyse großer Teil  des Feminismus weist mit der  links-queeren Weltsicht einige Schnittmengen auf: Als Feindbild gilt für beide das liberal-kapitalistische westliche System, von weißen Männern erfunden und aufrechterhalten, um Frauen und Minderheiten zu unterdrücken.

In letzter Zeit hätte man die Welt für Homosexuellen-freundlich halten können. Politiker_innen setzen sich öffentlich für die Homo-Ehe ein. Regenbogen-Fahnen prangen von Facebook-Profilbildern und der Eiffel-Turm erstrahlt in ihnen. Auf den Straßen demonstrieren Tausende für mehr LGBTQI-Rechte. Und ständig versichert irgendein Kumpel, „selbstverständlich kein Problem mit Schwulen“ zu haben. Nur der Nachsatz, der dann meist folgt, zerstört dann doch ebenso selbstverständlich die Illusion einer schwulenfreundlichen Wert: „Ich bin aber Hetero.“

Wenn aber der Ausweis einer Heterosexualität das Gegenteil einer schwulenfreundlichen Welt ist, dann hätten wir genau den Zustand wie oben beschrieben: Die permanente, nie endende Schwulenfeindlichkeit, und damit eine kontinuierliche Rechtfertigung für die nie endende Revolution.

Heterosexuelle sind homophob. Nein, nicht nur jene 25 Prozent, die laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage Homosexualität für „unmoralisch“ halten. Auch nicht nur die 40 Prozent, die es „ekelhaft“ finden, wenn sich Schwule und Lesben in der Öffentlichkeit küssen. Nein, alle Heteros sind homophob. Alle! Und das nicht nur, weil sie in einer homophoben Gesellschaft aufwachsen. Heteros sind homophob, weil sie Heteros sind. Oder besser: Weil sie zu Heteros gemacht wurden.

Heterosexualität ist demnach keine sexuelle Orientierung, sondern eine gesellschaftliche Konstruktion; erfunden, um Homosexuelle zu unterdrücken.

„Ich steh nun mal nur auf Frauen“, würde mein Kumpel jetzt erwidern. Daran ist nichts verkehrt. Die Frage ist nur: Warum tut er das? Ginge es nicht auch anders? Natürlich ginge es anders. Heterosexualität wird nicht von irgendeinem Gen an- und ausgeschaltet. Es ist ein kulturelles Konzept, das erst durch die Abwertung gleichgeschlechtlicher Liebe, Sex und Zuneigung entstanden ist.

Empathie ist die Fähigkeit und Bereitschaft, Gedanken, Emotionen, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen und zu verstehen. Goldmann besitzt die Fähigkeit nicht. Denn wenn er sie besitzen würde, wäre ihm beim Niederschreibn seiner Zeilen folgender Dialog in die Sinn gekommen:

Schwuler: „Ich steh nun mal nur auf Männer“

Hetero: „Aber warum tust Du das? Ginge es nicht auch anders? Natürlich ginge es anders. Homosexualität wird nicht von irgendeinem Gen an- und ausgeschaltet. Es ist ein kulturelles Konzept, das erst durch die Abwertung gegengeschlechtlicher Liebe, Sex und Zuneigung entstanden ist.“

Rein logisch, kann es für Goldmanns These nur zwei Ausgangszustände geben. Entweder ist die Homosexualität das normale Sexualempfinden aller Menschen, oder jeder Mensch ist bei Geburt bisexuell. In beiden Fällen wären es alleine kulturelle und gesellschaftliche Faktoren, welche den Großteil der Menschen eine überwiegend bis ausschließlich heterosexuellen Lebensweise aufzwingen.

Doch welche Belege hat Goldmann für diese steile These?

Um das zu verstehen, hilft ein Blick in die Geschichte: Wann die Idee von einer „heterosexuellen“ Normalität in die Welt kam, ist schwer zu sagen.

Dabei ist die Antwort auf diese Frage so schwer nicht: Heterosexualität als Normalzustand entstand vor etwa 600 Millionen Jahren im Proterozoikum im Zuge der evolutionären Entwicklung der Sexualität. Da der Mensch ein sich sexuell fortpflanzendes Lebewesen dieses Planeten darstellt, liegt die Vermutung nahe, dass sein Normalzustand die Heterosexualität ist, da es andernfalls unnötig kompliziert wäre, sich fortzupflanzen. Das Schöne an dieser Hypothese ist überdies, dass sie sich wissenschaftlich und durch die Realität belegen lässt.

In Europa begann die katholische Kirche im 13. Jahrhundert massiv ihre Vorstellung von einer gottgewollten Sexualmoral zu propagieren. Diese orientierte sich damals zwar noch eher an den Praktiken (anal=schlecht, vaginal=gut), aber die Idee von einer „natürlichen“ und „widernatürlichen“ Sexualität war geboren. Sich neben der Ehefrau noch einen Liebhaber gönnen? Das endete im mittelalterlichen Europa oft mit dem Scheiterhaufen.

Hier übersieht Goldmann dreierlei: Erstens die Tatsache, dass nicht nur Homosexualität, sondern auch Heterosexualität außerhalb der monogamen Ehe von der Katholischen Kirche als sündhaft angesehen wurde (und wird); dass es also weniger um die Abwertung der Homosexualität an und für sich ging, sondern eher um die Aufrechterhaltung des katholische Dogmas von  der Sexualität zum alleinigen Zwecke der Fortpflanzung innerhalb einer stabile Ehe.

Daraus ergibt sich zweitens, dass innerhalb dieser katholischen Sichtweise Homosexualität zwangsläufig als widernatürlich angesehen werden muss, weil sie eben nicht der Fortpflanzung dienen kann.

Drittens ist auffällig, dass Goldmann nicht auf die Idee kommt, dass Homosexuelle deshalb verfogt wurden, weil sie die Abweichler von der Norm darstellten und eben nicht die Norm.

600 Jahre später waren es Psychiater, die im 19. Jahrhunderts aus der religiös legitimierten Zweiteilung der Sexualität eine medizinische machten. „Heterosexualität“ wurde zum Symptom einer gesunden Lebensweise, jede Abweichung zur Krankheit erklärt. Die psychiatrische Zwangseinweisung ersetzte die Verfolgung von Sodomiten, die medizinische Behandlung die Teufelsaustreibung. Aus der Ablehnung sexueller Praktiken wurde die Ablehnung einer „kranken“ sexuellen Identität. „Normal“ war nur der, der sich zur „gesunden“ Form von Liebe und Sex bekannte: der Heterosexuelle.

Aber auch hier lässt sich fragen, was wäre die einleuchtendere, sparsamere Erklärung? Dass alle Menschen homo- oder bisexuell sind und ihre Sexualität im Auftrag eines gesellschaftlichen Konstrukts unterdrücken und diejenigen verfolgen, die sich offensichtlich nicht an diese Spielregeln halten? Oder dass Homosexuelle die Abweichung sind, und es der Mehrheit der Heterosexuellen daher leicht fällt, die Minderheit der Homosexuellen zu pathologisieren?

Es war und ist das Verdienst der Lesben- und Schwulen-Bewegung diese Zuschreibungen verändert zu haben. Aus „pervers“ machten sie „anders“, aus „unnatürlich“ „gleichberechtigt“. Doch die Zweiteilung aufheben, konnten auch sie nicht.

Natürlich konnten sie die Zweiteilung nicht aufheben, weil das Bekenntnis zur Homosexualität diese Zweiteilung ja ebenfalls reproduziert: Hier wir Homos, dort Ihr Heteros.

Dass diese Zweiteilung eine kulturelle und soziale und keine biologische ist, zeigt auch der Blick auf Zeiten und Orte, in der sie keinen Bestand hatte: Über 1.000 Jahre lang überlieferten Dichter von Andalusien bis Persien eine homoerotische und homosexuelle Selbstverständlichkeit, die Europa völlig fremd ist und war. Von China bis Äthiopien konnten Männer bis ins 19. Jahrhundert andere Männer lieben, ohne von einer gesellschaftlichen Norm abzuweichen. Dass es weit mehr von ihnen als im heutigen Europa auch taten, lag nicht daran, dass in China mehr Schwule geboren werden. Es liegt daran, dass es die Stigmatisierung von Sexualpraktiken, die Idee einer heterosexuellen Normalität, die Vorstellung man könne nur das eine oder das andere sein, lange Zeit nicht gab.

Doch das beweist nicht mehr, als das andere Kulturen Wege gefunden haben, mit Abweichungen anders umzugehen. Aber Linkshänder als Menschen zu behandeln, belegt nicht, dass Linkshänder die Norm sind. 

„Männer lassen sich nicht in zwei voneinander getrennte Populationen teilen: heterosexuell und homosexuell. Nur der menschliche Verstand erfindet Kategorien…. Die echte Welt ist ein Kontinuum“, schrieb Alfred Charles Kinsey 1948. Seine Thesen lösten nicht nur in den 60er Jahren die sexuelle Revolution mit aus, sie wurden später auch von Neurobiologen bestätigt: Es gibt keinen hetero/homo-Schalter im Kopf.

Die Realität belegt aber weiterhin das Gegenteil: Dass sich nämlich die überwältigende Mehrheit der Männer sexell zu Frauen hingezogen fühlt. 

Dies dürften auch die meisten „Heter“o-Männer schon einmal gemerkt haben. Dann zum Beispiel, wenn sie im Suff ihren pubertierenden Kumpels gestanden, doch manchmal homoerotische Fantasien zu pflegen. Trotz Homo-Ehe und Regenbogenfahnen-Inflation: Der Anteil jener Männer, die diesen Fantasien auch nachgehen, ist historisch gering ist: Noch in den 70ern machte in Deutschland jeder fünfte männliche Pubertierende gleichgeschlechtliche Erfahrungen. Heute ist es nur noch jeder zwanzigste.

Und würde diese Erkenntis nicht belegen, dass Heterosexuelität der Normalzustand für die meisten Männer ist? Dass sie nämlich umso heterosexueller agieren, je leichter der Zugang zu Frauen ist?

Dies liegt nicht daran, dass heute mehr Heteros geboren werden, sondern daran, dass Heterosexualität heute den Charakter einer Bekenntnisreligion mit Ausschließlichkeitsanspruch angenommen hat. Das Bekenntnis „Hetereo“ spiegelt nicht die eigene sexuelle Identität wider. Stattdessen generiert sich die eigene sexuelle Identität zum großen Teil aus einem gesellschaftlichen Zwang zum Bekenntnis. Heterosexualität bedeutet, sich selbst zu vergewissern, nicht „pervers“, „krank“, „anders“, oder einfach nur „so“ zu sein. Sie ist die Eintrittskarte in den Club der Normalen. Und diese kann einem mit nur einem falschen Kuss, einer zu innigen Umarmung, einer Nacht jederzeit abgenommen werden.

Doch warum sollte das zwanghafte Bekenntnis zur Heterosexualität in einer Welt zunehmen, die Homosexualität immer mehr akzeptiert und in der Homosexuelle eben nicht mehr als „pervers“, „krank“, oder im schlechten Sinne „anders“ ansieht?

Die sparsamste Erklärung ist wiederum denkbar simpel und besteht aus zwei Teilen: Die Mehrheit der Männer ist heterosexuell, und sie bekennen sich zur Heterosexualität, weil es Homosexuelle gibt, und ein heterosexueller Mann keinen Vorteil davon hat, sich zur Homosexualität zu bekennen, wenn er es nicht ist. Genau so wenig, wie ein Homosexueller einen Vorteil davon hätte, sich zur Heterosexualität zu bekennen, wenn er es nicht ist.

Oder anders gesagt: Eben weil in unserer Zeit  heterosexuelle Männer immer häufiger mit Homosexuellen soziale Kontakte pflegen, ergibt sich das implizite oder explizite „Bekenntis“ zur Heterosexualität gleichsam von selbst. Denn was würde im Zuge der sozialen Dynamik geschehen, wenn sich Heteros und Homos nicht ihrer eigenen Sexualität versichern? Es würde sinnlose Avancen und sexuelle Enttäuschungen geben. Und da Männer  sparsam und effezient sind, lässt sich dem durch ein Bekenntis zur eigenen Sexualität leicht vorbeugen. Jeder weiß dann, woran er mit dem anderen ist.

Wie der Umgang mit dem gleichen Geschlecht zumindest etwas besser gelingen kann, kann der „heterosexuelle“ Mann übrigens von jenen Menschen lernen, zu denen er sich vermeintlich ausschließlich hingezogen fühlt: Frauen. Mit Absicht handelt dieser Text weder von Lesben noch von heterosexuellen Frauen. Denn auch wenn der gesellschaftliche Zwang zum Bekenntnis auch auf Frauen lastet: Frauen, die sich als Hetero bekennen, gehen oft unverkrampfter mit dem eigenen Geschlecht um, können sich umarmen, küssen, in einem Bett schlafen und zumindest während der Pubertät mit der besten Freundin knutschen, ohne sozial geächtet zu werden. Der Grund: Wie so vieles in patriarchalischen Gesellschaften wurde auch das Konzept der Hetereoesexualität um Männer herum konstruiert.

Oder es liegt einfach daran, dass sich  männliche und weibliche Sexualität und Intimität voneinander unterscheiden und Männer kein intrinsisches Interesse daran haben, miteinander zu knutschen, zu kuscheln, zu kichern, zu tratschen und sich gegenseitig die Haare schön zu machen. Ich kann verstehen, dass heterosexuelle Männer das nicht mit anderen Männern tun, weil ich als Schwuler auch kein Interesse daran habe, dies mit Frauen zu tun. Ich möchte keine „weiblichen“ Intimitäten mit Frauen pflegen. Warum sollten Hetero-Männer das mit anderen Männern tun? Warum sollten Frauen der Maßstab für das sein, was sich für Männer ziemt?

Noch bessere Rolemodel findet der Hetero-Mann allerdings dort, wo die meisten schon an der Türschwelle in Identitätskonflikte gestürzt werden: im nächsten Gay-Club. Denn Homosexualität ist in der Praxis nicht nur das Gegenstück zu Heterosexualität, Es ist dessen Aufhebung. Kaum ein Homosexueller dürfte ein schlechtes Gewissen wegen eines hetero-erotischen Traums haben. Kaum ein Schwuler dürfte auf die Idee kommen, sich vor seinen Eltern als „straight“ zu outen, weil er auf der letzten Party mit einer Frau rumgeschnutscht hat. Und kaum jemand, der „einfach mehr Lust auf Männer hat“ muss dies seinen „heterosexuellen“ Kumpels und sich selbst ständig versichern. Das soll nicht heißen, dass Mann schwul sein muss, um seiner Homophobie zu entkommen. Es reicht, sich von der Idee zu verabschieden, ein Hetero zu sein.

Goldmann hat Unrecht. Auch ich hatte bereits erotische Träume mit Frauen und ich hatte sehr wohl ein schlechtes Gewissen danach. Nicht weil ich Heterosexualität als schlecht oder minderwertig betrachte, sondern weil Homosexualität eben Teil meiner Identität ist und ein potentielles Abweichen von dieser Identität ein Eindringen in unbekannte, fremde Territorien bedeutet.

Ich habe am Anfnag dieses Beitrages die These fomuliert, der Zweck Goldmann sei es, die permanente Revolution führen zu wollen. Und auch wenn diese implizite  Zielführung viele Linken eigen ist, möchte ich abschließend eine alternative bzw. zusätzliche These in den Raum werfen. Nämlich die, das Goldmann einfach nur ein empathieloser, egozentrischer Narzisst ist.

Empathielos deshalb, weil er von Hetero die Aufgabe ihrer sexuellen Identität verlangt, etwas das, würde es Richung Homos gehen, zurecht als Homophobie bezeichnet werden würde.

Egozentrisch deshalb, weil er dies von Heteros verlangt, nur damit er sich nicht mehr als Minderheit fühlen muss.

Narzisstisch deshalb, weil er eine Gesellschaft anstrebt, in der Schwule nicht einfach mit Heteros in einer Gesellschaft zusammenleben, sondern in der sich Heteros seinen Maßstäben unterwerfen müssen, um nicht als schlechte Menschen zu gelten.

Die Kriminalisierung des (heterosexuellen) Mannes

Nottinghamshire scheint auf den ersten Blick eine beschauliche englische Grafschaft zu sein. Doch der Schein trügt, denn in Wirklichkeit gibt es dort ein Riesenproblem mit alltäglichem Hass. Hass gegen Frauen. Doch die hiesige Polizei hat sich jetzt endlich dieses gravierenden Problemes angenommen und sich vorgenommen diesem brutalen Hass entgegenzutreten.

Doch wie sieht er aus dieser Hass gegen Frauen?

Misogyny hate crime is classed under the new policy as „incidents against women that are motivated by an attitude of a man towards a woman, and includes behaviour targeted towards a woman by men simply because they are a woman„.

[Frauenfeindlichkeit als Hassverbrechen wird gemäß den neuen Richtlinien definiert als „Vorfälle gegen Frauen, motiviert von einer Haltung eines Mannes gegenüber einer Frau, sowie Verhaltensweisen die gezielt von Männern gegenüber einer Frau ausgeübt werden, nur weil es sich um Frauen handelt“.]

Da kann man die Polizei von Nottinghamshire nur beglückwünschen, sich endlich entschlossen diesen Abscheulichkeiten entgegenzustellen:

  • unwanted or uninvited sexual advances
  • physical or verbal assault
  • unwanted or uninvited physical or verbal contact or engagement
  • use of mobile phones to send unwanted or uninvited messages
  • or take photographs without consent.

[Beispiele derartiger Vorfälle sind:

  • unerwünschte oder ungebetene sexuelle Annäherungsversuche
  • körperliche oder verbale Übergriffe
  • unerwünschte oder ungebetene körperliche oder verbale Kontaktaufnahme
  • Nutzung von Mobiltelefonen um unerwünschte oder ungebetenen Nachrichten zu senden
  • das Fotografieren ohne Zustimmung]

Es sei hier zunächst betont, dass dies alles natürlich nur dann strafbar ist, wenn es Frauen betrifft. Denn eine gesonderte Kategorie „Hassverbrechen gegen Männer“ wird es auch in Nottinghamshire nicht geben, und das obwohl auch (und gerade) Männer attaktiert, angesprochen oder angerufen werden, ohne das sie vorher ihre Zustimmung hierzu erteilt haben.

Der eigentliche Skandal liegt jedoch in der Skandalisierung normaler sozialer Interaktionen. Wir reden hier schließlich nicht mehr nur von einer potentiellen Strafbarkeit unerwünschter sexueller Handlungen. Nein, nach der Maßgabe dieser Richtlinien kann jeder Versuch, mit einer Frau ins Gespräch zu kommen oder mit ihr zu flirten, kriminalisiert werden. Ja, selbst das Senden einer SMS – zum Beispiel an die Freundin, wenn diese gerade auf Shoppingtour ist, und keinen Bock auf  ein Gespräch mit ihrem Freund hat – könnte unter dieser Maßgabe als Hassverbrechen eingestuft werden.

Jeder Mann, erst recht der heterosexuelle, wird künftig mit einem Bein im Gefängnis stehen. Und warum?

Na, weil Feminsimus Gleichberechtigung bedeutet und für alle 75 plus x Geschlechter gut ist. Diese Prämisse  anzuzweifeln könnte – wenn sich der gegenwärtige Trend fortsetzt – in einigen Jahren mit der Todesstrafe geahndet werden. Natürlich nur gegen Männer. Aber die haben es eh nicht besser verdient.

Sexualität ist sexistisch – Merkt Euch das!

Sexy Ad 1Sexualität ist böse. Sexualität ist Unterdrückung der Frau. Sexualität führt zu sexueller Belästigung und Vergewaltigung. Sagen Feministen. Und weil Feministen immer recht haben, dürfen sie auch die SPD beraten, die dann auch prompt über das ihr hingehaltene Stöckchen springt:

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) will mit einer Gesetzesänderung geschlechterdiskriminierende Werbung verbieten. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Der Entwurf von Maas sieht vor, dass künftig Plakate oder Anzeigen unzulässig sein könnten, die Frauen oder Männer auf Sexualobjekte reduzieren. Im Streitfall würde ein Gericht die Entscheidung treffen.

Denn sich zum Sexualobjekt reduzieren zu lassen, ist furchtbar, weil Sex zu mögen und Sex haben zu wollen, voll böse ist, weil Feministen das halt so behaupten.

Das Nachrichtenmagazin berichtet, die Änderung des Gesetzes entspräche der Umsetzung eines Beschlusses der SPD-Parteispitze nach den sexuellen Übergriffen an Silvester in Köln. Die Partei will demnach ein „modernes Geschlechterbild“ in der Gesellschaft formen.

Und weil es die Aufgabe der Regierung ist, dem Volk vorzuschreiben, was für ein Geschlechterbild es gut zu finden hat, ist es zwingend notwendig, Sexy Ad 2halbnackte Weiber auf Werbeplakaten zu verbannen, weil sonst Menschen aus sexualrepressiven Staaten auf die Idee kommen könnten, Sexyness lädt zur sexuellen Belästigung ein, während man vor dem Kölner Hauptbahnhof auf eine Gelegenheit zum Taschendiebstahl wartet.

Damit also die hiesige Bevölkerung und die Neubürger lernen, dass man gefälligst keine Menschen vergewaltigt, muss in Deutschland die Sexualität aus der Öffentlichkeit getilgt werden. Denn wie jeder weiß, wird das Selbstbestimmungsrecht über sich, seine Körper und seine Sexualität vor allem in den Gesellschaften besonders hoch geachtet, in denen es keine sexualisiserte Werbung gibt. In Saudi-Arabien oder dem Iran beispielsweise, Ländern, an denen wir uns dringend ein Beispiel nehmen sollten.

Maas hat sich für den Entwurf von der Organisation Pinkstinks beraten lassen. Die Aktivisten fordern seit langer Zeit ein Verbot von sexistischen Inhalten in der Werbung.

Sexy Ad 3Und man kann davon ausgehen, dass in wenigen Jahren, Pinkstinks und andere Radikal-Feministen die Einführung der Scharia und der Burka fordern werden. Ganz im Sinne der Frau, um sie vor dem schrecklichsten Wesen dieses Planeten zu beschützen: dem Mann.

Equal Pay Day

Am Equal Pay Day wollen uns Feministen einreden, dass Unternehmer freiwillig mehr Lohnkosten an Männer zahlen, obwohl Frauen die gleiche Arbeit für weniger Geld verrichten.

Am Equal Pay Day wollen uns Feministen einreden, dass Menschen, denen es Spaß macht, sich zu schminken und tonnenweise nach Schuhen und Handtaschen zu shoppen, die gleichen Lebens- und Berufsentscheidungen treffen, wie Menschen, die im Stehen pinkeln und denen es Spaß macht, zuzuschauen wie sich 20 Feldspieler um einen Ball streiten. 

Am Equal Pay Day wollen uns Feministen einreden, dass sie für Gleichberechtigung und Gleichheit vor dem Gesetz eintreten, wenn sie doch nichts anderes wollen, als mehr Geld für weniger und gleiches Geld für ungleiche Arbeit.

Ein Abtreibungsrecht für Männer?

„onyx“ vom Blog „Gedankensalat“ hält nicht viel von der Idee eines Rechtes auf Abtreibung für Männer:

Es gibt für Männer derzeit genau 3 legale Möglichkeiten, eine ungewollte Vaterschaft zu vermeiden. Kondom, Vasektomie und Enthaltsamkeit. (Das “aufpassen” lassen wir mal beiseite.) Mag alles nicht besonders cool sein, und die Vasektomie ist ein relativ (nicht komplett!) endgültiger Schritt, aber es ist immer noch weit entfernt von “Fremdbestimmtheit”. Wobei ich auch verstehe, wenn ein junger Mann diesen Schritt nicht gehen will, weil sich die Einstellung zum Kinderwunsch schließlich noch ändern kann.
Aber wer erwachsen genug zum vögeln sein will, sollte es auch bei der damit verbundenen Verantwortung sein. Dazu gehört dann halt auch der verantwortliche Umgang mit ungewollten Folgen. Ein Kind aus Egoismus und Geiz im Stich zu lassen, ist das Gegenteil von Verantwortlichkeit.

Und obwohl diese Argumentation in sich durchaus korrekt ist, scheint „onyx“ nicht aufzufallen, dass man mit der gleichen Begründung ebenso gut das Recht auf  Abtreibung für Frauen verneinen könnte. Denn immerhin: Ein Kind aus Egoismus und Geiz abzutreiben, ist das Gegenteil von Verantwortlichkeit. Dennoch steht Frau diese Möglichkeit offen. Warum also nicht Männern?

Es muß einfach mal in die Köpfe gehen, dass Sexualität zu leben nicht nur bedeutet, geilen Sex zu haben, sondern dass auch Verantwortung damit einhergeht. Wer darauf keine Lust hat, muß es eben bleiben lassen, Herrgott noch mal.

Eben. Wäre schön, wenn Feministen das irgendwann mal einsehen würden, anstatt immer wieder für das exklusiv weibliche Recht auf Abtreibung zu streiten. Herrgott noch mal.

Von der Wölfin im Schafspelz

Nanu, so denkt man sich, was ist denn jetzt los? Liest man da tatsächlich einen Artikel der sich kritisch mit dem Feminismus auseinandersetzt und das auch noch in der „Zeit“? Steht eine Zeitenwende bevor, in der Feminismus nicht mehr wie eine geheiligte Religion behandelt wird, die man nicht kritisieren darf?

Gemach, gemach. Ganz so revolutionär ist der Artikel von Meike Lobo nicht. Denn die klassisch-feministische Prämisse von der armen unterdrückten Frau und der bösen Männerwelt bleiben selbstverständlich unangetastet. Sonst wäre es kein Feminismus.

Spätestens die Ereignisse von Köln haben mit schonungsloser Deutlichkeit gezeigt, dass die Gesellschaft einen Feminismus braucht.

Man kann die Ereignisse von Köln aus verschiedenen Blickwinkeln lesen:

Erstens aus dem Blickwinkel, dass Männer aus dem islamisch-nordafrikanischen Kulturraum eine andere Einstellung zu Frauen haben, als der westlich-europäische Mann.

Zweitens, dass wir in Deutschland ein Integrationsproblem mit Männern aus dem islamisch-nordafrikanischen Kulturraum haben, bzw. bekommen werden.

Drittens, dass Frauen in Köln Gewalt erlebt haben, die für Männer seit Jahrtausenden normal ist (die meisten Gewaltopfer weltweit sind Männer).

Viertens, dass Männer eine Gefahr für Frauen sind.

Es sollte nicht überraschen, dass Lobo, als Feministin, sich für die vierte Perspektive entscheidet:

Der selbsternannte Postfeminismus, die Müdigkeit, sich mit feministischen Themen zu befassen, weil wir dieses ganze Geschlechterdings angeblich längst hinter uns haben, wurde durch die sexuellen Massenübergriffe gegen Frauen in der Silvesternacht als bequeme Selbsttäuschung entlarvt. Frauen werden immer noch durch Männer in ihrer Freiheit eingeschränkt, in einigen Situationen sicher stärker als in anderen, aber von einem allgemeinen Respekt vor der Unantastbarkeit der sexuellen Selbstbestimmung der Frau kann keine Rede sein.

Eben. Denn auch im liberalen Deutschland ist das Leben für Frauen eine einzige Zumutung, weil Männer ihnen weder Freiheit noch sexuelle Selbstbestimmung gönnen.

Man darf bezweifeln, dass der moderne Feminismus in seiner derzeitigen Form diesem Anspruch gerecht wird oder überhaupt gerecht werden kann. Sucht man nach einem Beispiel für die sprichwörtliche verbrannte Erde, dann ist die Frauenbewegung ein ziemlich geeignetes Terrain. Feministische Themen lassen die Kommentarspalten von Medien und Blogs zuverlässig mit Beschimpfungen überquellen. Diese offenbaren eine ungeheure Wut gegen die Bewegung, gegen ihre Positionen und die Menschen, die in ihrem Namen sprechen. Die Anfeindungen reichen dabei von harmlosen Beleidigungen bis hin zu Vergewaltigungs- und Todesdrohungen. Einhundert Jahre nach den ersten Protesten englischer Suffragetten, die für das Wahlrecht der Frauen eintraten, ist das eine erschütternde Bilanz.

Eigentlich nicht, denn immerhin besitzen Frauen einhundert Jahre nach den ersten Protesten englischer Suffragetten das Wahlrecht. Was nun die Anfeindungen angeht, die von harmlosen Beleidigungen bis hin zu Vergewaltigungs- und Todesdrohungen reichen, darf man Frau Lobo daran erinnern, dass dies zwar bedauerlich sein mag, aber keineswegs auf feministische Themen beschränkt ist. Für jedes kontroverses Thema werden sich asoziale Hohlköpfe finden, deren Argumentationsstil nicht über das Beschimpfen und Bedrohen hinausgeht. Auch Männer, die über kontroverse Themen schreiben, müssen das im Zeitalter des Internets erdulden. Mit Frauen und Feminismus hat das primär erst einmal nichts zu tun.

Die leichte Entflammbarkeit feministischer Diskussionen ist jedoch nicht allein das Resultat männlicher Angst vor dem Machtverlust.

Lobo outet sich hier erneut als lupenreine, klasssiche Feminstin, die die Welt in zwei Sphären einteilt: Hier die Männer mit der Macht und dort die armen, machtlosen Frauen. Und einen anderen Grund gegen Feminismus zu sein, als die „Angst vor dem Machtverlust“, kann es für Männer ja nicht geben, nicht wahr?

In Blogs und Medien findet sich neben den obligatorisch beleidigten Männerrechtlern immer öfter auch berechtigte, sachliche Feminismuskritik von Autoren und Autorinnen, die sich durchaus mit den Zielen der Frauenbewegung identifizieren können.

Was auch immer diese Ziele, in einem Zeitalter, in dem Frauen alle Rechte haben, sein sollen.

Der Grund für diesen scheinbaren Widerspruch liegt unter anderem darin, dass der Feminismus selbst allzu oft Ressentiments schürt, auch unter potenziellen Unterstützern. […]

Die Mitglieder der Frauenbewegung sägen mit dieser abschottenden Haltung an dem Ast, auf dem sie sitzen. Denn der Erfolg einer Gesellschaftsbewegung hängt nicht nur von ihrem Selbstverständnis, sondern in besonderem Maße auch von ihrer Außenwirkung ab. Feministinnen müssen deshalb lernen, Kritik ernst zu nehmen.

Und es ist eigenlich erstaunlich, dass man Feministen auf diese Umstand hinweisen muss.

Die grellen Stimmen des Feminismus finden nichts dabei, den wütenden Mob zu geben. In ihrer Empörung ist jemand, der vor Kameras ein Shirt mit Pin-up-Motiven trägt, praktisch das Gleiche wie jemand, der eine Frau vergewaltigt.

Und für die gemäßigte Feminstin Lobo sind die Ereignisse von Köln praktisch das Gleiche wie eine Verschwörung der Männerwelt  gegen die Freiheit und sexuelle Selbstbestimmung der Frau.

Die moderne Frauenbewegung gefährdet aktiv die Unterstützung für die Opfer männlicher Gewalt, indem sie immer nichtigere Anlässe zu gewaltsamen Akten erklärt, etwa verbal violence nach verunglückten Dates. Der gefährliche Missbrauch des Themas Gewalt führt nicht etwa zu mehr Solidarität mit Opfern, sondern ganz im Gegenteil zu mehr Skepsis gegenüber Berichten über Gewalterfahrungen. Der Feminismus arbeitet damit der rape culture zu, die Opfern zu wenig Glauben schenkt und die Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung allzu oft als Lappalie abtut.

Und auch eine gemäßigte Feminstin wie Lobo impliziert nicht nur, dass Frauen exorbitant unter der Gewalt von Männern zu leiden haben (dabei sind die meisten Gewaltopfer von Männern andere Männer, und im Bereich häusliche Gewalt sind beide Geschlchter gleichermaßen Opfer), nein sie legitimiert gar die radikalfeministische These der Existenz einer „Rape Culture“, also einer Kultur, in der Frauen systematisch vergewaltigt werden und in der Vergewaltigung nicht oder nur sehr milde bestraft wird, weil die Opfer halt nur Frauen seien und damit als minderwertig gelten würden.

Gut möglich, dass sich hier, nach Jahrtausenden der Unterdrückung, eine Wuteruption Bahn bricht.

Jahrtausendelange Unterdrückung aller Frauen durch alle Männer in allen Gesellschaften. Wobei zu berücksichtigen ist, dass die Unterdrückung aller Frauen durch alle Männer so grausam und allumfassend gewesen ist, dass Frauen, obwohl sie die Hälfte der Bevölkerung in allen Gesellschaften stellen, erst in den letzten Jahrzehnten Anlass gesehen haben, etwas dagegen zu unternehmen…

Doch das lautstarke Zetern über die Zumutungen der Männerwelt scheint eher Programm als Ausrutscher zu sein. Was fehlt, sind Analysen, Ursachenforschung und die für alle verständliche Vermittlung der Mechanismen der Ungerechtigkeit.       

Wobei sich diese Analysen, Ursachenforschungen und die für alle verständliche Vermittlung der Mechanismen der Ungerechtigkeit, natürlich nur auf die Ungerechtigkeiten gegen Frauen zu beziehen haben, denn erstens haben Männer die Macht und zweitens sind sie eine Zumutung für Frauen.

Beobachtbar war das gerade auch nach den Übergriffen von Köln, als sich innerhalb kurzer Zeit das feministische Bündnis #ausnahmslos bildete, das nicht nur pauschal die Abschaffung von sexueller Gewalt, sondern auch – da die Täter überwiegend dem muslimisch geprägten Kulturraum entstammten – von Rassismus forderte. Eine Analyse sowohl der Auslöser als auch der strukturellen und kulturellen Ursachen der Übergriffe unterblieb auch hier, während paradoxerweise gleichzeitig die Wichtigkeit einer differenzierten Debatte betont wurde.

Und auch Lobo springt auf diesen Zug auf, indem sie Übergriffe von überwiegend dem muslimisch geprägten Kulturraum entstammenden Tätern zum Ausgangspunkt macht für die Wichtigkeit des Feminismus gegen die Zumutungen der Männerwelt.

Der Feminismus ist heute kaum mehr als die ständige Neuformulierung der immer gleichen Haltung: „Männer, Ihr macht die Welt schlecht für Frauen, hört auf damit.“ Mit seiner anklagenden, passiven Erwartungshaltung redet der Feminismus den Frauen ständig ein, dass sie kaum Einfluss auf den Verlauf ihres Lebens und die Erfahrungen, die sie in dieser Welt machen, nehmen können. Das ist das Gegenteil von empowerment. Vermutlich ohne es zu wollen, beschwört er immer wieder das Narrativ vom schwachen Geschlecht, das nur durch das gute Verhalten ehrbarer Männer frei sein kann, ein Prinzessinnen-Mythos in Reinkultur. 

Man mag mir verzeihen, aber hat Lobo nicht erst vor ein paar Zeilen diesem Mythos gefrönt? Und tut sie das nicht auch weiterhin?

Die Frauenbewegung lehnt jede Verantwortung der Frau für eine Verbesserung der Verhältnisse ab und verstärkt dadurch die weibliche Passivität. Er ist zu einer niemals endenden Arbeitsbeschaffungsmaßnahme geworden, die ihm selbst und den unterdrückten Frauen die Illusion vermittelt, es täte sich etwas, obwohl die Ursachen der Unterdrückung und Gefährdung von Frauen seit Jahrtausenden unangetastet bestehen bleiben.

Erste feministische Prämisse: Frauen werden auch heute, in Deutschland, unterdrückt.

Zweite feministische Prämisse: Die Ursachen der Unterdrückung und Gefährdung von Frauen liegen in dem, was radikale Feministen „Patriarchat“ nennen. Lobo verwendet dieses Wort hier nicht, teilt aber dessen grundlegenden Inhalt: Männer haben die Macht, die Männerwelt ist eine Zumutung, seit Jahrtausenden unterdrücken Männer Frauen.

Vielleicht ist das auch dem feministischen Selbsterhaltungstrieb geschuldet, denn eine unabhängige, selbstbestimmte Frau hat die Bewegung nicht mehr nötig. Doch so oder so: Eine Frau in einer ausbeuterischen Anstellung braucht nicht die Bestätigung ihrer Ohnmacht, sondern eine Ermutigung darin, diese Ohnmacht zu überwinden und selbst etwas zu tun, um die Welt mitzugestalten.

Und niemand hindert Frauen daran, ihre Ohnmacht zu überwinden und selbst etwas zu tun, um die Welt mitzugestalten. So ist es zum Beispiel kaum anzunehmen, dass irgendein Mann Frau Lobo daran gehindert hat, einen Artikel für die „Zeit“ zu schreiben (und damit Einfluss auf die gesellschaftliche Meinungsbildung zu nehmen) nur weil sie eine Frau sei, und sich gefälligt der Macht des Mannes unterzuordnen habe.

Doch nicht nur klagt der moderne Feminismus zu symptombezogen über die Benachteiligung der Frauen, er tut dies zu allem Überfluss auch noch auf sehr hohem Niveau. Natürlich gibt es Folgen der Geschlechterungerechtigkeit, die für die betreffenden Frauen so dramatische Auswirkungen haben, dass man ihre Behebung nicht aufschieben kann, bis das Problem an der Ursache beseitigt ist.

Und welche Folgen wären das?

Aber anstatt etwa häuslicher Gewalt oder der überwiegend schlechten Situation alleinerziehender Mütter den Kampf anzusagen, verbringt der moderne Feminismus viel Zeit damit, über social freezing, geschlechtergerechte Sprache und Vorstandsposten zu diskutieren. Es ist der gelangweilte, übersättigte Selbstverwirklichungsfeminismus privilegierter Frauen, die kaum noch echten Grund zum Klagen haben.

Das ist soweit korrekt, mit zwei Ausnahmen: häusliche Gewalt ist nicht geschlechterspezifisch und natürlich haben es alleinerziehende Mütter schlechter als nicht alleinerziehende Mütter. Allerdings sei daran erinnert, dass niemand Mutter werden muss, wenn die Situation erkennen lässt, dass derjenige, mit dem man ins Bett geht, (momentan) nicht an einem Leben als Vater mit Frau und Kind in einem Reihenhaus mit Labrador interessiert ist. Und ich betone das nur deshalb, um eine Lanze für die Selbstbestimmung und Selbstverantwortung der Frau zu brechen.

Magazine wie Edition F unterfüttern die „Ich will alles!“-Haltung mit einer mitunter befremdlichen Mischung aus Karriere- und Shopping-Tipps. Feminismus zwischen Business und Business-Mode. Die Prioritäten weiter Teile der Frauenbewegung sind derart befremdlich, dass sich schließlich eine ihrer bekanntesten Vertreterinnen, die englische Feministin Laurie Penny, von diesem Lager distanzierte. Zu wenig würde sich um die echten Probleme normaler Durchschnittsfrauen – Frauen also, die nicht übermäßig hübsch, schlank und gebildet sind – gekümmert und stattdessen zu sehr versucht, die kapitalistischen Ziele privilegierter Alphamänner zu kopieren.

Bezeichnend, dass Lobo hier keine Beispiele echter Probleme normaler Durchschnittsfrauen benennt; was andererseits aber auch gut für sie ist, denn ich bin relativ sicher, dass ich ihr bei Benennung dieser Probleme gleichermaßen würde darlegen können, dass Männer die gleichen oder ähnliche Probleme haben.

Die Imitation männlicher Lebensmodelle ist möglicherweise auch ein Grund dafür, dass sich auch immer mehr Frauen von der Bewegung abwenden. Der Feminismus hat jahrzehntelang versucht, ihnen einzureden, sie seien wie Männer und lediglich soziale Prägung hindere sie daran, auch so zu leben. Obwohl es zahlreiche Hinweise darauf gibt, dass die Geschlechter nicht gleich sind, lässt die Frauenbewegung angeborene Faktoren, die über reine Körperanatomie hinausgehen, bis heute kaum gelten. Der große Einfluss etwa der Geschlechtshormone, der unter anderem dazu führt, dass Wortfindungstests und Experimente zu räumlichem Denken bei Männern und Frauen unterschiedlich verlaufen, ist dem Feminismus nicht mehr als eine ärgerliche Marginalie, auf die er mit einem infantilen „Aber trotzdem!“ reagiert.

Wenn Lobo diese Analyse jetzt weiterführen würde, könnte sie möglicherweise auf die Idee kommen, dass eben diese angeborenen Faktoren ein Grund sein könnten, warum die Rollenverteilung der Geschlechter in den Jahrtausenden zuvor eben so gewesen ist, wie sie gewesen ist.

Aber Lobo wäre nicht Feminstin, wenn man stattdessen nicht lieber eine weitere Verschwörungstheorie über das Patriarchat erfindet:

Grund für diese Verleugnung ist die hartnäckige Abwertung des Weiblichen durch das Patriarchat. In unserer kapitalistischen Leistungsgesellschaft war lange kein Platz für ein Geschlecht, das zumindest ursprünglich sehr viel stärker in die Fortpflanzung eingespannt war als das andere. Frauen wurden über Jahrhunderte von Männern weggetätschelt, wenn es um gesellschaftliche Gestaltung, intellektuelle Zeitfragen und logische Probleme ging, weil man ihnen nicht zutraute, Teil der Lösung zu sein. Mehr als eine Milchbar auf zwei Beinen und die Verheißung sexueller Erleichterung hat man lange nicht in ihnen gesehen. 

Und ebenso polemisch könnte man behaupten, dass Frauen in Männern über die Jahrtausende nicht mehr als Arbeitssklaven gesehen haben, die sich für Frau und Kind zu opfern hätten.

Die Realität ist natürlich viel subtiler: Denn weder Frauen noch Männer können etwas dafür, dass es nun mal Frauen sind, die Kinder gebären können, sie stillen können, ein weitaus höheres Interesse am Aufwachsen und der Erziehung von Kindern zeigen, und dass sie körperlich schwächer sind als Männer. Dass dies möglicherweise der Grund ist, warum Männer und Frauen in Zeiten, in denen der Zugang zu Ressourcen gering, der Wohlstand niedrig, die Sterblichkeit hoch war und in der jeder Fick ein Baby bedeuten konnte, unterschiedliche gesellschaftliche Rollen auszufüllen hatten, weil dies für Gesellschaften so einfach effezienter gewesen ist, darauf sind Feministen bis heute noch nicht gekommen. Böse Männer die Frauen unterdrücken, klingt als Erklärung da irgendwie sexier.

Statt aber an einer Welt zu arbeiten, in der diese konstante Abwertung des Weiblichen aufhört, erklärt es der Feminismus kurzerhand für nichtexistent. Unter dem Deckmäntelchen der Chancengleichheit wird weiblicher Identität und Individualität ein männliches Lebensmodell übergestülpt.

Sol heißen? Männer können sich  in der kapitalistischen Ttetmühle des Patriarchats verwirklichen und Frauen tun derweil – was?

Es ist die ultimative Assimilation des Weiblichen: Willst du frei sein, lebe wie ein Mann. Doch trotz dieses feministischen Mantras nutzt ein Großteil der Frauen die Möglichkeiten, die sich durch die Öffnung der Arbeitswelt ergeben, nicht im selben Maße wie die männlichen Kollegen.

Denn Frau will lieber was anderes:

Der Erzfeind der Frauenbewegung ist heute nicht das Patriarchat, sondern die Frau, die ihr Leben der Kindererziehung widmet und sich mit einer Halbtagsstelle zufrieden gibt. Es ist die Frau, die durch ihr ganzes Sein zeigt, dass sie andere Interessenschwerpunkte, andere Lebensprioritäten, eine andere Weltsicht als die meisten Männer hat, kurz: dass die Geschlechter aufgrund ihrer unterschiedlichen biologischen Anlagen unterschiedlich funktionieren, also nicht gleich sind. Sie stellt den feministischen Makel dar, sie ist die Verräterin, die die Forderungen der Bewegung, die auf den behaupteten Nicht-Unterschieden der Geschlechter basieren, ins Wanken bringt. Diese Frau kann, ungeachtet ihrer gesellschaftlichen Leistungen, nicht auf feministische Unterstützung hoffen.

Kurz gesagt: Erzfeind der Frauenbewegung ist bis heute die Frau, die genau das tut, was Frauen jahrtausendelang getan haben, als sie noch von Männern unterdrückt wurden. Ist das nicht putzig?

Der Feminismus möchte normative Signale vermeiden, die Frauen dazu bringen könnten, auf Beruf und Karriere zu verzichten, und verweigert der beruflich unehrgeizigen Mutter, die Kind und Haushalt mindestens ebenso viel Zeit widmet wie dem Beruf, daher jede Form von Anerkennung. Von der Ermutigung, eigene Wege zu gehen, bleibt letztlich nur die Abwertung des traditionell weiblichen Weges, weil die Frauenbewegung ausschließt, dass auch der traditionelle Weg ein selbstbestimmter sein kann.

Der traditionelle Weg, durch den Frauen seit Jahrtausenden von Männern unterdrückt worden, wohlgemerkt. Milchbar auf zwei Beinen und die Verheißung sexueller Erleichterung – war da nicht eben was?

Dass typische Frauentätigkeiten mitunter gar nicht als Arbeit, sondern als Selbstverständlichkeit gelten, etwa die Pflege alter und kranker Angehöriger in der Familie, oder aber schlecht bezahlt werden und kaum eine Lobby haben, ist daher auch die Schuld der Frauenbewegung.

Entschudigung, Frau Lobo, ich weiß, es macht Spaß sich in der weibliche Opferrolle zu suhlen, aber ist es nicht so, dass auch typische Männertätigkeiten nicht als Arbeit, sondern als Selbstverständlichkeit gelten? Die Straßenreinigung- und Müllbeseitigung? Die Klempnerei? Elektroinstallation? Der Güterverkehr? Die Energiewirtschaft? Und überhaupt die gesamte Aufrechterhaltung von Infrastruktur, Sicherheit und Ökonomie? Nahezu alles also, was die Gesellschaft zusammenhält und von der auch Frau profitiert, wenn sie sich Cappuchino schlürfend und Kinderwagen wiegend im Cafè Einstein darüber klagt, wie schwer es Frauen doch in unserer Gesellschaft hätten?

Während der wirtschaftlich relevante Lokführerstreik im Frühjahr 2015 über die gesamte Dauer flächendeckend medial begleitet wurde, fand der Streik der Kindergärtnerinnen (es sind bisher mehr als 95 Prozent Frauen, die diesen Beruf ausüben) im Vergleich fast im Verborgenen statt.

Das mag unter anderem daran liegen, dass der Ausfall von Zügen eben wirtschaftlich relevanter ist als der Ausfall von Kindergärtnerinnen. Letzterer lässt sich von Teilzeit arbeitenden Mamas und Großeltern nämlich einfacher kompensieren als der Komplettausfall von Zugverbindungen zwischen Wirtschaftszentren. Ist halt so.

Ähnlich erging es einem Streik der überwiegend weiblichen Pflegebranche, von dem nur erfuhr, wer gezielt danach suchte. Der Feminismus hat kaum etwas dafür getan, dass diese erzieherischen und pflegerischen Tätigkeiten mehr Wertschätzung erfahren, denn Wertschätzung hätte Frauen dazu ermutigen können, diese niederen Arbeiten auch weiter zu verrichten. Die Folge ist nicht etwa eine Welt, in der Frauen mehr Respekt für die überwiegend von ihnen geleistete Arbeit bekommen, sondern eine, in der diese Arbeit, ungeachtet ihrer gesellschaftlichen Relevanz, im allgemeinen Ansehen ganz unten steht.

Und selbst wenn das so sein sollte, bleibt die Tatsache bestehen, dass niemand Frauen dazu zwingt, in die schlecht bezahlte und nicht gewertschätzte Pflegebranche zu gehen.

Solange die destruktiven Teile des Feminismus auch die lautesten sind, erzeugt ihr Schreien nach außen den Eindruck einer überwiegend undifferenzierten, aggressiven und bevormundenden Bewegung. Sie machen den Feminismus damit zu einem leichten Ziel für Feinde und zu einer unzitierbaren Quelle für Freunde. Diese Pseudofeministinnen bezeichnen zwar jede Kritik als antifeministisch, tatsächlich aber ist das Gegenteil der Fall. Viele Menschen, die die Ziele der Frauenbewegung grundsätzlich bejahen, möchten lieber nicht „offiziell“ als Unterstützer auftreten, um nicht mit der kreischenden Masse in einem Topf zu landen.

Wobei wir noch definieren müssten, was die Ziele der Frauenbewegung sein sollen. Aus Lobos Artikel geht bislang hervor, dass Frauen gerne gewertschätzt werden möchten, wenn sie als Mamas in der Pflegebranche arbeiten, und auf dem Weg von der Teilzeitarbeit nach Hause nichts von der „Rape Culture“ mitbekommen.

Echt mal Männer, das müsste doch zu schaffen sein, oder?

Millionen von Frauen weltweit leben in katastrophalen Verhältnissen, in denen sie ohne Aussicht auf Bildung in Abhängigkeiten leben und täglich Übergriffen wie denen von Köln ausgesetzt sind.

Für Männer ist dagegen alles paletti.

Diese Frauen brauchen den Feminismus und jeder feministisch interessierte Mensch sollte sich fragen, welchen sie bekommen sollen: einen lösungsorientierten, die Geschlechter versöhnenden oder einen unreifen, paranoiden, der die Frauen letztlich zusätzlicher männlicher Wut aussetzt.

Ich hätte dagegen eine dritte Alternative anzubieten: Das Einsetzen für das Recht auf Freiheit und Selbstbestimmung aller Menschen, gemeinhin auch „Liberalismus“ oder „Humanismus“ genannt.

Eiderdaus, wäre das nicht toll?