William und William

Jede erfolgreiche soziale Bewegung gelangt irgendwann an den Punkt, an dem sie nichts mehr gewinnen kann, weil bereits alles erreicht worden ist, was man realistischerweise erreichen kann. Ist dieser Punkt erreicht, beginnt die Bewegung sich in Grabenkämpfen zu verlieren und immer absurdere Anliegen zu artikulieren, die ihrerseits eine Gegenbewegung entstehen lassen. Beim Feminismus etwa ist dieser Punkt bereits seit einiger Zeit erreicht, mit der Folge, dass die Kritik am Feminismus immer lauter wird.

Ich vermute bereits seit einiger Zeit, dass es der Homo-Bewegung über kurz oder lang genau so ergehen wird. Oftmals sind die Anzeichen klein und unscheinbar, und in Großbritannien könnte jetzt auf Grund eines solchen unscheinbaren Ereignisses ein Schisma erfolgen. Was ist geschehen?

Wie vermutlich alle wissen werden, sind Prinz William und seine Frau „Kate“, die Herzögin von Cambridge, am Samstag zum zweiten Mal Eltern geworden. Die Freude im traditionsverliebten Vereinigten Königreich über die kleine Prinzessin ist naturgemäß groß. So auch beim Betreiber, des „London Eye„, dem hiesigen Riesenrad der britischen Hauptstadt, der es sich auf Grund des freudigen Ereignis nicht nehmen ließ, jedes Paar, welches ebenfalls Kate und William heißt, zu einer freien Mitfahrt im Riesenrad einzuladen.

Es kam wie es kommen musste…

„Pink News“, die größte Internetmagazin für LGBT im Vereinigten Königreich, griff den Gedanken eines Lesers auf, der das Konzept des Riesenradbetreibers unausgegoren fand und wandte sich dann ganz an den Betreiber des Riesenrades, der prompt die Geschäftsbedingungen änderte, so dass nun auch weibliche (Kate und Kate), sowie männliche Paare (William und William) in den Genuss einer kostenlosen fahrt im Riesenrad kommen können.

Dummerweise scheint sich die Angelegenheit aber nun gegen „Pink News“ zu wenden, da ein guter Teil der Leserschaft, diese Episode für, gelinde gesagt, albern hält. So berichtet das Magazin „Männer“:

Als die Redaktion auf Facebook den Erfolg verkündete, traten die User einen kleinen Shitstorm los: Sie fanden die ganze Aufregung ziemlich übertrieben. […]

Andere User kritisierten ebenfalls, dass Pink News unnötigerweise Druck auf die Betreiber von London Eye ausgeübt hätten, und wollen sich nun nach einem neuen Nachrichten-Anbieter umsehen.

Schaut man sich die Facebook-Seite von Pink News und deren Homepage selbst an, sind in der Tat fast alle Kommentare negativ. Das ist insofern ein ermutigendes Zeichen, da hier, im Gegensatz etwa zum Feminismus die Kritik noch aus den Reihen der „Community“ selbst kommt.

Was war übrigens mein erster Gedanke, als ich von dem Angebot des Riesenradbetreibers hörte? Nun, dachte ich mir, natürlich sind nur Kate und William eingeladen, denn seit wann können Kate und Kate oder William und William ein Mädchen zur Welt bringen?

Die Zeiten werden sich ändern…

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