Nackt den Samba tanzen

Der „NICHT-Feminist“ ist empört. Aber so richtig empört. Aufhänger ist ein Themenabend bei ARTE über Homos, von dem zwar  keiner gezwungen wird, ihn sich anzuschauen, der aber dennoch empörend ist, weil Nicht-Feministen und Berufsheteros naturgemäß alles empört kommentieren müssen, was mit Homosexualität zu tun hat. So eine Art Fetisch, man muss das verstehen (alle folgenden Hervorhebungen in den Zitaten im Original, A):

Es vergeht kein Tag, an dem man nicht darauf aufmerksam gemacht wird, dass man doch homophob sei, nur weil man nicht nackt auf der Straße Samba tanzt, wenn man etwas Homosexuellem begegnet.

Wir alle kennen die fiesen Methoden der Homos, die jeden dazu nötigen, sich auszuziehen und nackt Samba zu tanzen, wenn man auf etwas Homosexuelles trifft. Ich mache das auch regelmäßig, mit dem Ergebnis, dass ich täglich von tanzenden, nackten Männern umgeben bin.

Dancing 1

Was zunächst nach einem durchaus kreativen Plot für einen Schwulenporno klingt, ist von Nicht-Feminist aber durchaus ernst gemeint. Fühlt er sich doch beständig genötigt, Homosexualität gut zu finden:

Es gibt nun einmal Menschen, die nehmen es einfach hin, dass sich andere für dasselbe Geschlecht interessieren, ohne in Begeisterungsstürme auszubrechen.

Würde ich mich auf meinem Blog darüber echauffieren, dass heute im Fernsehen die xte Hetero-Liebesschnulze läuft, und mich angesichts dessen empören, dass ich ständig dazu genötigt werde, ob der Tatsache, dass sich andere für das andere Geschlecht interessieren, in Begeisterungsstürme auszubrechen – man würde mich über kurz oder lang für deppert und manisch von der Heterosexualität besessen halten. Zu Recht.

Es geht auch niemanden etwas an, wer was in seiner Freizeit treibt.

Eben! Also schweig doch einfach still und kommentiere das nicht! Es interessiert mich doch auch nicht, was Du in Deiner Freizeit mit Deiner Frau, oder Freudin, oder was auch immer, treibst.

Ich persönlich finde die Vorstellung eklig, mit einem anderen Mann Sex zu haben. Deswegen stelle ich mir das auch nicht vor.

Aber darüber schwadronieren, dass man es sich nicht vorstellt, das geht dann doch.

Deswegen muss ich aber auch nicht in Begeisterungsstürme ausbrechen, wenn mir Homosexualität begegnet.

Nein, musst Du nicht! Hat auch noch niemand von Dir verlangt.

Wahrscheinlich ist auch dieser Text homophob.

Bislang ist der Text einfach nur peinlich.

Homophob ist mittlerweile jede kritische Stellungnahme.

Was wurde denn bislang kritisiert? Bislang habe ich nur Deine bizarren Phantasien vernommen: Ach Gottchen, jedes Mal wenn ich einem Schwulen begegne, muss ich mich nackt ausziehen und Samba tanzen, während ich mir nicht vorstelle, wie zwei Männer Sex haben. Herrjeeeeeeh!

Dancing 2

Wir müssen von den Bildungsplänen gar nicht anfangen. Schon die Kritik an Bildungsplänen: HOMOPHOB!

Das meiste, was an Kritik an den Bildunsgplänen kommt, ist homophob. Kann ich auch nichts dafür. Wer Angst hat, dass Kinder schwul werden könnten, wenn sie etwas über Homosexualität lernen, kann nicht für sich in Anspruch nehmen, nichts gegen Homosexualität zu haben.

Die Homophobiekeule liegt direkt neben der Nazikeule.

Ja, das tut sie. Gleich da! Seht Ihr sie? Da liegt sie!

Je nach Thema liegt sie immer griffbereit bei Feministen und Buchstabenmenschen parat. Normalerweise müssten die allesamt schon Muskelkater haben, so oft werden diese Keulen bemüht.

Keinen Muskelkater, aber einen wohlgeformten Bizeps. Frauen sagen nicht umsonst beständig, wie hübsch und attraktiv wir Schwulen sind. Vor allem im Vergleich zu ihren Männern.

Wann merken die Buchstabenmenschen, dass ihre Aktionen genau das Gegenteil von dem bewirken, was sie erreichen wollen?

Wenn es soweit ist.

Sie zwingen uns ständige Diskussionen über das Thema auf und zeigen ähnlich wie Feministen immer öfter die absurdesten Diskriminierungen auf.

Genau! Immerfort zwingen wir Homos den armen Heten dieses Thema auf. Man muss sich das mal vorstellen! Da läuft doch glatt ein Themenabend über Homos bei ARTE! Da muss man doch einfach hinschauen! Nackt! Während man Samba tanzt!

Es gibt Forderungen, dass sich heterosexuelle Paare nicht in der Öffentlichkeit küssen sollen, weil dies Homosexuelle diskriminieren könnte.

Nein, das war kein Forderung, sondern ein Vorschlag, mit dem Ziel sich in die Situation von Homosexuellen hineinzuversetzen, von denen sich über die Hälfte in der Öffentlichkeit eben nicht trauen, sich zu küssen.

Ähnlich wie Feministen sexualisieren die Buchstabenmenschen (Man entschuldige den Ausdruck, ich kann mir die absurde Abkürzung einfach nicht merken!) das ganze Leben.

Und das ausgerechnet von jemandem, der bei Homosexuellem an nacktes Sambatanzen denkt, und sich explizit nicht vorstellt, wie zwei Männer Sex haben.

Dancing 3

Sie müssen aber damit leben, dass 98 % der Menschen eben nicht homosexuell ist.

Kann ich mit leben. Womit ich nicht leben kann ist, wenn sich 98 Prozent Heteros über 2 Prozent Homos aufregen, ganz so, als würden sie bald eine verfolgte Minderheit darstellen.

Daher ist z. B. Werbung mit einer Familie im herkömmlichen Sinn nicht ausgrenzend, sondern sie gibt die Realität wieder.

Korrekt, genau wie Themenabende bei ARTE über Homosexualität. Das ist auch Realität. Homosexualität ist Realität.

Homosexualität ist doch schon lange anerkannt und toleriert. Was wollen die noch?

Simpel! Genau das Gleiche wie Heteros.

Dass sich die ganze Gesellschaft nach den Befindlichkeiten wie nach den Befindlichkeiten der Prinzessin auf der Erbse richtet?

Und Birgit Kelle zum Beispiel schreibt ganze Kolumnen und Bücher darüber, dass ihr Hobby Mutterschaft gesellschaftlich doch bitte schön etwas mehr berücksichtigt wird. Warum bezeichnet man sich nicht als Erbsenprinzessin?

Rücksichtnahme ist okay, aber eine Gesellschaft muss sich nicht nach jeder Minderheit ausrichten.

Tut sie auch nicht. Ihr könnt weiter Hetero bleiben. Heult rum, wenn Ihr einen Grund dazu habt.

Pussies!

Dancing 4

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10 Gedanken zu “Nackt den Samba tanzen

  1. Immer dasselbe Argumentationsmuster mit sich immer gleichenden Bausteinen.

    – Nicht reale, aber empfundene Nötigung, sich mit lgbt bezogenen Medienbeiträgen auseinander zu setzen.
    – Nicht reale, aber empfundene Nötigung, lgbt Themen toll zu finden und Homosexualität zu bejubeln.
    – Besorgnis über baldige Transfusion zur diskriminierten Minderheit als Hetero
    – Intensive Beschäftigung mit dem Thema mit der Begründung, man werde dazu gezwungen, Homosexuelle würden das Thema überpräsent halten und einen an jeder Ecke damit fluten.
    – Unverständnis, warum die homos nicht endlich wieder in den Schrank gehen und unsichtbar werden, jetzt wo geklärt ist, dass man sie leben lässt
    – Unterschwellige Drohungen

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      • J
        Ja

        Was ich auch interessant finde, dass im Mutterland der Demo für alle gehen mehr Heteros eine Homopartnerschaft (Eingetragene) ein als sie eine Heteropartnerschaft (Ehe) eingehen.

        Sieht man auch nur einen Homo auf der Straße dagegen, dass Heteros versuchen, traditionelle gleichgeschlechtliche beziehungsformen zu okkupieren und damit auf lange Sicht zerstören?
        Ne, weil man den für total bescheuert halten würde und weil es völlig ok ist, wenn heteros das auch dürfen. weil niemand etwas gegen Heteros hat. Andersherum soll das aber ok sein und völlig legitimer Widerstand, weil man ungleiches nicht gleich behandeln darf. Wieso dürfen Heteros dann in diesem Bereich mit Homosexuellen gleichgestellt werden, obwohl sie doch ungleich sind?

        Das wäre auch mal eine Frage an die Gegner. Wieso nehmen sie ganz selbstverständlich eine weitere Beziehungsform für sich in Anspruch, die eigentlich nicht für sie gedacht ist und obwohl sie schon seit Jahrtausenden eine andere Option haben?
        Und zerstören solche Heteros die Ehe nicht viel mehr? Also solche, die die perfekten Bedingungen für eine Hetero-Lebensgemeinschaft hätten nämlich zweigeschlechtlichkeit, die sich aber trotzdem für eine homosexuelle Lebensform (eingetragene Lebenspartnerschaft) entscheiden?

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  2. Hier
    >>Wahrscheinlich ist auch dieser Text homophob.

    >Bislang ist der Text einfach nur peinlich.

    kann ich nur sagen: Treffer, versenkt.

    Und außerdem: Endlich mal ein sachlich gerechtfertigter Bildeinsatz 😉

    @Atacama
    Vorsicht, diese Argumentation („Und zerstören solche Heteros die Ehe nicht viel mehr?“) ist gar nicht so absurd. Erzkonservative holen sie regelmäßig aus der Schublade, schließlich soll ja auch die Hetero-Welt genormt werden, wenn es nach einigen geht.

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    • “ Erzkonservative holen sie regelmäßig aus der Schublade, schließlich soll ja auch die Hetero-Welt genormt werden, wenn es nach einigen geht.“

      Ich habe aber noch keine aggressiven Demonstrationen gegen die „Lebenspartnerschaft für alle“ gesehen. Weder von Homoseite, die sich um ihre „Spezialrechte“ betrogen sehen, noch von Eherettern, wobei diese Lebensform eine viel stärkere bzw. die einzige Verwässerung des Ehebegriffs darstellt.
      Da es eine Zwischenstufe zwischen „inoffozieller“ Unzucht-Beziehung und Ehe ist, man ist aneinander gebunden, aber nicht sehr fest.

      Während die Eheöffnung für Homosexuelle „eigentlich“ von konservativen positiv aufgenommen werden müsste, da es doch zeigt, dass einige homosexuelle auch gerne so ein „anständiges“, anerkanntes, festes, verbindliches, sich offiziell zueinander bekennendes Lebensmodell anstreben, sich also mehr oder weniger eine bürgerliche Existenz wünschen.

      Statt dass an sich darüber freut, dass, wenn sie schon pervers sein müssen, sich doch manche wenigstens ein bürgerliches Leben wünschen und sich da integrieren wollen, behaupten sie, es sei ein Angriff.

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      • „bürgerliches Leben“ ist kein Selbstzweck. Unter Heterosexuellen propagiert man so ein widernatürliches, den Wünschen beider Seiten widersprechendes Konstrukt wie die Ehe nur, damit die Kinder ein stabiles Umfeld haben – und die Frauen später versorgt sind. Die Eltern sollen sich gefälligst um ihre Kinder kümmern und Ressourcen herbeischaffen – und ihre Energie nicht in die Suche und Unterhaltung neuer Sexpartner investieren.

        Bei Homosexuellen sind beide Punkte nicht so wichtig. Kinder bekommen die meistens nicht (wie auch). Und im Falle einer Trennung ergeben sich auch andere Probleme. Arbeitsteilung läuft in Homopartnerschaften anders als in Heteropartnerschaften, schon alleine aus dem Grund, dass meist keine Kinder da sind. Wenn eine Hetero-Ehe nach 12-Jahren zerbricht, stehen die beiden jeweils vor einer ganz anderen Situation. Die Frau ist jetzt alt und häßlich, kann (und will) keine Kinder mehr bekommen. Wer investiert in so etwas noch freiwillig viele Ressourcen? Wenn der Mann dagegen gut im Beruf steht und ordentlich verdient, kann er sich eine neue, jüngere Ehefrau anlachen und vielleicht nochmals Kinder bekommen. Schwule dagegen stehen nach dem Ende der Partnerschaft beide vor ähnlichen Problemen. Sie sind beide älter und häßlicher geworden, können beide immer noch keine Kinder bekommen, und für beide ist es jetzt schwieriger, attraktive Sexualpartner ins Bett zu bekommen.

        Von daher interessiere ich mich als Konservativer nicht sonderlich dafür, ob die Schwulen promiskuitiv sind oder ob sie einem Sexpartner treu bleiben. Der eine mag lieber Döner, der andere lieber Pizza. Ich wüsste nicht, warum man die eine oder andere Wahl subventionieren sollte (gut, ein paar Punkt gäbe es durchaus: sexuell übertragbare Krankheiten, usw.)

        Und IHMO haben die Christen Recht, wenn sie Homo-Ehe als Angriff auf die Institution der Ehe verstehen. Die Ehe war als Privileg gedacht. Und je mehr es haben, desto mehr verliert es seinen Wert. Man kann es mit einem Schulabschluss vergleichen: Wenn 60% das Abitur schaffen, hat dieses Zertifikat weniger wert, als wenn die Prüfungen so ausgelegt sind, dass sie nur 10% schaffen. Genauso ist es mit der Ehe: Je mehr Lebensmodelle mit dem Prädikat „Ehe“ geadelt werden, desto mehr geht die Privilegienwirkung verloren. (In einem Punkt habt ihr Recht: Dass die Christen sich so auf die Homoehe einschießen, halte ich auch für irrational. Feministen, Sozialisten und andere haben die Institution Ehe in den letzten Jahrzehnten weitaus stärker unterhöhlt, als es die Schwulen jemals tun könnten. Aber da sind sie überraschend ruhig geblieben,…)

        PS: Mann sollte man untersuchen, ob Schwulenhasser nicht eigentlich für die Homo-Ehe sein sollte. Momentan ist die Ehe gerade für Männer meist mit mehr Nachteilen als Vorteilen verbunden, die Liste reicht von Unterhaltszahlungen im Scheidungsfall bis zur verdeckten Haftung für Schwiegereltern und -kinder. Warum sollte sich bei Schwulen und Lesben ein anderes Bild ergeben?
        Und natürlich sollten sich auch gerade Schwulen und Lesben besser überlegen, für was sie da eigentlich kämpfen. Für die steht die symbolische Wirkung im Mittelpunkt. Dass sie damit letztlich unzählige Mitschwestern und -brüder ins Unglück stürzen, nehmen sie billigend in Kauf.

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        • Ich dachte, der Wert der Ehe bestünde darin, Kinder groß zu ziehen und sich nicht so schnell zu trennen bzw garnicht..
          Danach schreibst du, der Wert der Ehe bestünde darin, exklusiv und elitär zu sein.

          Das Frau Herd/Mann arbeit, 2-3 Kinder (statt 1) und dann irgendwann Silberhochzeit Ding wird man übrigens nicht über ein Eheverbot für Homosexuelle lösen, da die damit überhaupt nichts zu tun haben.
          Von daher wundert mich in der Tat, wieviel Energie manche in diesen Kampf stecken. Ganz davon abgesehen ist die Ehe in D ja gar nicht offen und trotzdem läuft es ehemäßig nicht so gut. Aber vielleicht sind die Homos da trotzdem dran schuld, weil sie durch diesen ermüdenden, langwierigen Kampf gegen die Familie (um die Eheöffnung) von den Heteros so viel Energie abzweigen, den sie für den Gegenkampf zur Rettung der Familie verwenden müssen, dass für das eigene Ehe und Familienleben keine Zeit mehr bleibt.

          Eine Ehe hat übrigens noch ganz andere rechtliche Rechte und Pflichten, die mit Kindern nichts zu tun haben und bei denen es wehtun kann, wenn man sie nicht hat. Dabei muss es nicht mal um Geld gehen.

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  3. Skandal! Jetzt gibt es schon einen Themenabend Homosexualität auf Arte! Das kann doch wohl nicht sein! Anstatt das die sich um die wichtigen Dinge kümmern, wie einen Themenabend Kai V, oder einen über Männer die in Paris leben, einen Sohn haben und geschieden sind etc. Kümmern die sich um so Randprobleme wie homosexualität! Skandal! Ach ja, was noch nen Thema wäre, warum der nicht Feminist sich zwanghaft auszieht und Samba tanzt wenn er Homos sieht…. Das sind nun mal Themen die alle interessieren, weshalb der Spartensender Arte sich darum mit Nachdruck kümmern sollte, auch wenn ich das Bild eines nackt Samba tanzenden nicht Feministen jetzt mit Alkohol bekämpfen muss… Aber echt, einen von 365 Abende für Homosexualität zu verschwenden…

    Das ist übrigens homophobe, denn wenn ich andere Lebensweisen aus dem öffentlichen Bewusstsein dränge, nur weil kir die Vorstellung über ihre Lebensweise zuwieder ist, ihnen nicht mal einen Themenabend zustehe, weil es ja angebl. nur 2% von dieser Gruppe gibt und ich mich jedes mal ausziehe und nackt Samba tanze wenn ich diese Gruppe sehe, so ist das nicht nur dämlich, sondern homophobe… Prost!

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