Wiener Schmuh

Wien weiß nicht, wohin mit den Steuergeldern und hat deshalb entschlossen, seine Ampelanlagen umzugestalten:

Anlässlich des bevorstehenden Eurovision Song Contests, des Life Balls und der Regenbogenparade zeigen 49 ausgewählte Ampel-Standorte in Wien sexuelle Vielfalt.

Um dies zu ermöglichen, wurde die sonst einsame Figur, die verrät man, ob man Warten muss oder nicht, durch ein Liebespärchen ersetzt. Ingesamt gibt es drei Motive: ein Hetero-Paar, zwei Frauen sowie zwei Männer – jeweils süß verziert mit einem Herzchen.

Ich persönlich finde das ja eine reichlich alberne und überflüssige Aktion. Zumal man sie ja auch als diskriminierend gegen Singles und Anhänger der Polyamorie deuten könnte.

Noch alberner ist allerdings, dass die FPÖ nun Anzeige gegen diese Ampen erstattet hat:

„Die Ampelpärchen auf den Lichtsignalanlagen in Wien verstoßen gegen die Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung“, begründete die Wiener FPÖ ihre Anzeige. Die zuständigen Behörden seien zu einem „raschen Einschreiten“ aufgerufen.

Dass dies, selbstredend, Blödsinn ist, hat Wiens Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou bereits klar gestellt:

„Die neuen Ampeln stehen in keinerlei Konflikt mit der StVO. Dort sind lediglich die Farben – Rot, Grün, Gelb – geregelt, jedoch nicht die Form.“

Das wahre Motiv der FPÖ ist, selbstredend, ein ganz anderes: Antipathie gegn alles, was nicht heteronormativ ist:

FPÖ-Gemeinderat Toni Mahdalik, kritisierte, mit den Ampeln werde „der rot-grüne Genderwahnsinn auf die Spitze getrieben“. Zu einer „absoluten Umsetzung der politischen Korrektheit“ fehlten jetzt nur noch „allen anderen Facetten des Transgendertums“ als Motive.

Und wer glaubt, die FPÖ hätte auch geklagt, wenn auf den Ampeln nur heterosexuelle Motive abgebildet wären, der glaubt vermutlich auch an die unbefleckte Empfängnis.

Nein, sie wollen uns Homos nicht sehen. Sie wollen, dass wir verschwinden.

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4 Gedanken zu “Wiener Schmuh

  1. Die FPÖ ist homophob? Sie ist eine rechtspopulistische Partei und eine wirklich neue Erkenntnis wäre, würde sie sich nicht homophob positionieren. Dieses Schülerzeitungsniveau hätte ich jetzt nicht von Dir erwartet. Zumal Dein Zitat von Mahdalik einfach nur zutreffend ist. Lohnt es sich wirklich, sich argumentativ mit denen auseinanderzusetzen? Niemand nimmt die wirklich ernst. Macht in Österreich haben offensichtlich die anderen, die die schönen Schwulenpärchen auf den Ampeln wirklich durchdrücken konnten. Wenden wir uns lieber denen zu.

    Die Wertung „albern und überflüssig“ und der Verweis auf die schönen Steuergelder greift hier zu kurz. Wegen ein paar Fußgängerampeln wird kein Schwimmbad geschlossen, da reichen ein paar zusätzliche Falschparkerstrafzettel. Dieser Vorwurf ist ziemlich lächerlich. Der Vorgang ist viel mehr ganz großer Irrsinn und zeigt wie unglaublich strunzdumm und bösartig diese Genderpriester sind. Denn es ging erstmal um nichts anderes als Lichtzeichen für Fußgänger. Daran muß man sich in dieser Sache erinnern.

    Jetzt kommen die beknackten Überlegungen, die erstmal alles männlich erscheinende tilgen wollen, dann merken, daß eine klar erkennbare Frau auf von denen nicht gewünschte Stereotypen fußen muß (denn auch Frauen haben kurze Haare oder tragen Hosen), merken, daß die 4998 anderen Geschlechter nicht mitgemeint sind, sind jetzt irgendwie in einer intellektuellen Sackgasse und lösen das mit Schwul-lesbisch-hetero-Partnerschaften. Neben den A-, Bi und polysexuellen werden jetzt aber auch die RollstuhlfahrerInnen, Einbeinigen und Fatacceptanceleute bittere Plenumsdiskussionen führen. Das alles wegen verfickten Symbolen für Fußgänger.

    Der Skandal hier ist also nicht der frivole Umgang mit Steuergeldern, es ist der staatlich bestens finanzierte und einflußreiche Klüngel in Medien und Politik, der erstmal vorhanden sein muß um solche Vorgänge überhaupt erstmal zu ermöglichen.

    Was im Schatten solcher Leute und solcher Diskussionen dann keinen Platz mehr hat, ist unter anderem ein konstruktiver Umgang mit allen Beteiligten über zB Homophobie. Und das ist erschreckend, denn hier sterben und starben Menschen.

    Bonusfrage: In D ist das Fußgängerzeichen (Nr. 239, http://www.sicherestrassen.de/VKZBilder/alte/239.gif) eine Frau mit Kind. Hat irgendeine von den Gendertröten mal die Idee gehabt, hier Vielfalt einfließen zu lassen, zB mit einem geschlechtsneutralen Bild vom Erwachsenen, oder –oh graus– gar einem Mann? Nein? Braucht es noch einen weiteren Beweis für deren verlogene Einseitigkeit?

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      • ja, weil es gar nicht soviel mit dem von Dir gewählten Thema zu tun hat ist es auch ein eigener Blogpost geworden. Damit, daß Genderismus nicht gerade für Schwulenrechte steht, renne ich bei Dir mutmaßlich halbwegs offene Türen ein.

        Die FPÖ ist halt der falsche Gegner. Nächstens weist Du denen auch noch Fremdenfeindlichkeit nach.

        Es ist genderistischer Unfug, der zum Ampelunsinn geführt hat. Mit völlig abstrusen Gedankengängen, wie wir uns einig sind. Ein mächtiger und mit Steuergeldern finanzierter Apparat, der sich nicht darum kümmert, die bis ins Jahr 2000 rechtlich legitimierte Schwulenverfolgung aufzuarbeiten und genau solche sinnvolle Maßnahmen verunmöglicht, weil man ja schon für schwule Ampelmännchen kämpft. Wer will Euch Homos nicht sehen?

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