Meinungen, die es nicht braucht – Eine (unvollständige) Liste von Menschen, die mir suspekt sind

Die westliche Welt ist die beste aller Welten. Ihre Libertinage ist das, was sie erst lebenswert macht. Dennoch hat diese Libertinage natürlich Schattenseiten. So habe ich etwa den Eindruck, dass die Anzahl seltsamer, absurder, grotesker Meinungen und Lebenseinstellungen mit jedem Jahr steigt.

Um mich ein wenig zu entspannen, habe ich deshalb einmal aufgeschrieben, welche Meinungsbilder und Menschen mir – mehr oder weniger – suspekt sind.

Also dann, Feuer frei!

Beschneidungsbefürworter: “Das Abschneiden der Vorhaut ist Teil meiner religiösen Identität.”  – Tja, wenn das so ist, dann schneid Dir doch die eigene Vorhaut ab!

Eltern: “Unsere Marie-Angelique-Sophie ist ja so kreativ. Ist das nicht schön, wie formvollendet sie die Spaghettisoße an die Tapete gemalt hat?”

Feministen: Menschen, die einem Frauenprivilegierung als Gleichberechtigung verkaufen wollen.

Genderisten: “Es gibt keine Geschlechter.” – Ach ja? Nun, wenn sie es sind, warum stehe ich dann nur das auf das Geschlecht mit Penis?

Homophobe: “Ich bin besser als Du, weil ich meinen Schwanz in eine Möse stecke.”

Israel-Kritiker: Ordinäre Antisemiten, die mit dem Antizionismus eine politisch korrektes Mäntelchen für ihr Ressentiment gefunden haben

Kulturkonservative: “Die Menschen haben keine Werte mehr. Alles dreht sich nur noch um Sex. Die Ehe ist die Keimzelle der Gesellschaft. Religion ist die Richtschnur für moralisches Handeln.”  – Solche Leute halt.

Multikulturalisten: Diejenigen, die sich bei jeder Äußerung des Papstes an die Mauern der nächsten Kirche ketten, aber aus Solidarität gemeinsam mit Moslems gegen Islamophobie beten und das Kopftuch und Burka für emanzipatorisch halten.

Nationalisten: “Deutsche, kauft nur deutsche Bananen!”

Ökologisten: Jene Art von Leuten, die den Menschen für die Pest des Planeten hält. Warum gehen sie dann nicht auf den Dachboden, knüpfen sich ein Seil und befreien den Planetenvon sich selbst?

Sozialisten: Menschen, die es für gerecht halten, dass ich meine Individualität zugunsten ihrer Eigeninteressen aufgebe.

Tierrechtler: Deppen wie jene von PETA, die weder von Tieren noch von der Natur eine Ahnung haben, die Käfern das gleiche Lebensrecht wie Menschen zubilligen, und die einem selbst das Essen von Fleisch und den Besuch von Zoos vermiesen wollen.

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7 Gedanken zu “Meinungen, die es nicht braucht – Eine (unvollständige) Liste von Menschen, die mir suspekt sind

  1. Hm, wenn man stark genug verallgemeinert und das Klischee als Standard nimmt, kann man sich auf diese Art über jede Gruppe lustig machen.

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  2. Das ist aber eine ganz schöne Menge Menschen.

    Zu den Genderisten: Ich habe mir bis vor einem halben Jahr keine Gedanken darüber gemacht und war der Meinung, wenn ich z.B. als Lehrerin in der Schule Bücher zur Auswahl stelle und Schüler sich jeder individuell eins aussuchen kann, dann sollte ich auch eher ein „Jungenbuch“ und ein „Mädchenbuch“ anbieten. Nun habe ich gelernt, dass das so nicht gemeint ist. Gender meint wohl auch nicht im eigentlichen Sinne das Geschlecht, sondern die Typisierung. Als Lehrer sollen wir darauf achten, dass wir Mädels, die eher burschikos sind, und Jungs, die ihre feminine Seite zeigen, unterstützen und sie nicht in die typischen Rollenklischees drängen. Und das würdest du doch auch unterstützen, oder?

    Und als Geschichtslehrerin lehne ich Pauschalisierungen (gegen Israel) ab. Kritisieren darf man meiner Meinung aber – auch Israel, ohne dann als Antisemit abgestempelt zu werden.

    Interessant für mich als Frau ist der Feministinnen-Punkt: Denn du hast da so Recht. Mittlerweile kriegt eine Frau an der Uni immer bevorzugt vor einem Mann eine Stelle – und das ist meiner Meinung nach keine Gleichberechtigung mehr.

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    • stefanini: „Als Lehrer sollen wir darauf achten, dass wir Mädels, die eher burschikos sind, und Jungs, die ihre feminine Seite zeigen, unterstützen und sie nicht in die typischen Rollenklischees drängen. Und das würdest du doch auch unterstützen, oder?“

      Nur so´n Gedanke von mir…
      Ist es wirklich anders oder besser Schüler in eine neue Norm, in ein neues Rollenklischee gar, hineinzulotzen?
      Oder wäre es nicht besser, sich als Lehrer (mit seiner Autorität) strikt neutral, was das Persönliche betrifft, zu verhalten – mit unausgesprochenem Verständnis, bzw Sympathie für irgendwelche Abweichungen von irgendwelchen Normen?

      Ich erinnere mich gut an viele Lehrer des letzteren Schlages: die konnten immer sehr effektiv gegen jede Diskriminierung von „Aussenseitern“ vorgehen, bzw gegen einen sich bildenen Mob, der sich über die Ausgrenzung von Sündenböcken nicht zum geringen Teil definierte.

      Die jetzt sogar verordnete Lehrer-Strategie, die relativistisch jedes Rollenklischee fördern soll, kann da mE keine wirkliche Autorität, „die drüber steht“ mehr verkörpern. Damit engstens verbunden sehe ich die heute besonders große Bedeutung von Zugehörigkeit zu irgendwelchen Gruppen (s. „Markenklamotten“, besondere Betonung von „klassischen Geschlechterrollen“, etc) und eine zunehmende Marginalisierung der Aussenseiter („Mobbing“).

      Daher bin ich der Meinung, daß dieses Fördern von „neuen Klischees“ eine Vertiefung von Ungleichheiten, Förderung von Ungerechtigkeiten aller Art bedeutet und nur einem gnadenlosen Sozialdarwinismus Vorschub leistet.

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      • “Als Lehrer sollen wir darauf achten, dass wir Mädels, die eher burschikos sind, und Jungs, die ihre feminine Seite zeigen, unterstützen und sie nicht in die typischen Rollenklischees drängen.”

        Was meinst Du konkret mit „unterstützen“?

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      • Eigentlich sollen eben gar keine Klischees gefördert werden. Es sollte stattdessen dafür gesorgt werden, dass man jedem die Möglichkeit gibt, sich individuell zu entwickeln, so wie er sich aufgrund seine Persönlichkeit entwickeln sol. Und eigentlich war mit meinem Beispiel nichts anderes gemeint. Oder habe ich dich falsch verstanden? Oder du mich?

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        • @stef „falsch verstanden?“
          Was mich betreffen würde – so hatte ich das *unterstützen* in „unterstützen und sie nicht in die typischen Rollenklischees drängen“ gewagt als eine Wegbereitung in „neue Rollenklischees“ zu interpretieren.

          Denn die Merkmale derer, die zu *unterstützen* wären, waren auch schon reichlich klischeehaft und zwar in dem neuen gender-Sinn „intersexuell“ bzw vielleicht „queer“: „Mädels, die eher burschikos sind, und Jungs, die ihre feminine Seite zeigen“.
          Diese wegen bestimmter Merkmalen zu *unterstützen* hiesse für mich dann, sie in neue Klischees, nach gender-Vorlage, zu „drängen“.

          Nun, so jedenfalls habe ich das gelesen, aber anscheinend magst du keine Klischees, auch die neuen nicht.

          „sich individuell zu entwickeln, so wie er sich aufgrund seine Persönlichkeit entwickeln sol.“

          Es ist immer rätselhaft, warum sich Leute so und so entwickeln und eine gewisse Kern-Persönlichkeit scheint da schon eine Rolle zu spielen (Burschikosität/Femininität fände ich da eher nebensächlich).

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