Warum man Heteros schwul machen sollte – wenn man denn muss

Sollte man irgendwann herausfinden, was die Ursachen der sexuellen Orientierung sind, wird das die Menschheit beeinflussen und ganz sicher wird es Folgen für diejenigen Menschen haben, die selbst schwul bzw. lesbisch sind.

Machen wir uns nichts vor: Schon jetzt, in einer Zeit wo kein Mensch auch nur den blassesten Schimmer davon hat, warum manche Menschen eher auf Frauen und manche eher auf Männer stehen, gibt es genügend Personen, deren einziges Ziel es ist, die Homosexualität vom Antlitz der Erde zu tilgen. Im Allgemeinen begründen sie dieses Anliegen religiös, geben sich über alle Maßen menschenfreundlich, differenzieren zwischen dem guten Menschen und dessen böser sexueller Veranlagung und weisen einen dann in Therapien ein, in denen man unter Aufgabe seiner Menschenwürde so lange Gehirn gewaschen wird, bis man anschließend wie ein Zombie der Heterosexualität über die Erde wandelt.

Solche Aktionen zur Eliminierung des Homosexuellen haben allerdings den Vorteil, dass sie den Menschen in seiner physischen Existenz unangetastet lassen. Nicht alle sind so generös. Ob Islamisten, Nazis, Rastafaris, Rapper, Machos, es gibt genug Personen, die dem schwulen Menschen an sich kein Lebensrecht auf Erden zugestehen wollen und dieses mittels Scharia, Lynchjustiz, Klappmesser oder Springerstiefel durchzusetzen bereit sind.

Schwule vor sich selbst zu schützen ist sowieso ein Anliegen, dass von homophober Seite immer wieder gerne kolportiert wird. Homosexuelle erscheinen in dieser Sichweise nicht selten als erste Opfer ihrer sexuellen Orientierung: Aids, Depressionen, höhere Selbstmordraten – ach würden die Schwulen doch nur einsehen, dass ihnen ihr Schwulsein nur Kummer und Leid einbringt. Vom Kummer und Leid welches sie ihren Eltern zufügen gar nicht erst zu reden. Dass man Kinder unter diesen Umständen vor der Homosexualität schützen müsse, versteht sich dann von selbst.

Homosexuelle werden immer eine Minderheit bleiben und das alleine ist schon ein Garant dafür, dass es immer Vorurteile und Hass gegen sie geben wird, ganz gleich wie liberal unsere Gesellschaft sich entwickeln mag, ganz gleich wie viel Aufklärungsarbeit man leistet, ganz gleich ob irgendwann alle Eltern damit rechnen werden, dass ihr Kind sich als Homo herausstellen könnte. Homophobie kann man eindämmen, eliminieren wird man sie nie.

Und aprops Eltern: Jede Mutter, jeder Vater will ein heterosexuelles Kind. Niemand will ein lesbische Tochter oder eine schwulen Sohn. Und selbst diejenigen Eltern, welche die Homosexualität ihres Kinders nebst seiner Partnerschaft vollkommen akzeptieren, würden erleichtert aufatmen, sollte der Sohn dann irgendwann doch eine Frau mit nach Hause bringen. Es wäre absurd zu träumen, etwas anders anzunehmen.

Und weil das alles so ist, ist garantiert, dass die Erkenntnis der Ursachen der sexuellen Orientierung zwangsläufig zu Versuchen führen wird, Homosexualität zu verhindern. Ob das gelingt ist fraglich angesichts der Komplexität, welche den Mechanismen der Sexualität offenbar zugrunde liegt. Sollte es aber dennoch irgendwann gelingen, wird es Homosexualität als gesellschaftlich sichtbare Lebensweise nicht mehr lange geben. Sie wird erneut als Krankheit, als zu behandelndes Übel angesehen werden.

Doch bevor die Homosexualität endgültig eliminiert wird, werdeich Euch Heteros mein persönliches Versprechen geben:

Wenn Ihr, in ferner Zukunft, tatsächlich ein Business ins Leben ruft, dass aus uns Homos richtig authentische Heteros macht, bedenkt: Umgekehrt geht’s auch. Und ich für meinen Teil hätte ebenso wenig Bedenken, die Welt zu verschwulen, wie Ihr, sie zu heterosexualisieren.

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8 Gedanken zu “Warum man Heteros schwul machen sollte – wenn man denn muss

  1. … bis man anschließend wie ein Zombie der Homosexualität über die Erde wandelt. 😉

    Schwer vorstellbar, dass die sex. Orientierung wirklich manipulierbar ist. Vor allem, wenn der Grund anscheinend unbekannt geblieben ist – und das, obwohl es doch jeden interessiert.

    Das grössere Problem natürlich sind die, die vorgeben die sex. Orient. zu verstehen, und Formen des Zwangs ausüben hier „etwas zu tun“.

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  2. >ich für meinen Teil hätte ebenso wenig Bedenken, die Welt zu verschwulen, wie Ihr, sie zu heterosexualisieren.

    Ist ja nicht nur das. Also nicht nur „wer dreht von außen an der Schraube“.
    Stell dir mal vor, die Leute können das selbst entscheiden und umsetzen.
    Ich sehe gerade eine Völkerwanderung vor mir: Tausende von frustrierten Heteros werfen was ein, weil sie denken, das Leben wird dann stressfreier. Tausende von Schwulen, die immer noch damit hadern, wandern mal auf die andere Seite. Dann gibt es noch die diversen „wollte das nur mal ausprobieren“-Fraktionen.
    Die entsprechenden Tabletten wirken aber immer nur 2 Wochen und der Nachschub bleibt durch einen LKW-Streik auf der Strecke – batsch, alles switch unfreiwillig zurück (interessant für viele Paare).
    Dann klappt der Nachschub wieder, aber einige haben nach dem ersten Experiment keine Lust auf eine Wiederholung.

    Also, ich sehe hier großes Kino kommen, da werden die Popcorn-Vorräte knapp.

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  3. Wäre eine Lösung für Gesellschaften mit quantitativem Männerüberschuss.
    Wenn alle schwul sind, ist selbst ein Überschuss von 8 Männern auf 1 Frau nicht destabilisierend.

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  4. „ich für meinen Teil hätte ebenso wenig Bedenken, die Welt zu verschwulen, wie Ihr, sie zu heterosexualisieren.“

    Gerne. Wenn Du bei mir Halt machst. Damit käme ich gut klar. ^^

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  5. Ich seh da nur Vorteile wenn man Homosexualität ausschalten könnte, die Eltern sind glücklich, Aids wäre kein Problem in der zivilisierten Welt, keine mehrfach höhere Selbstmordrate….
    Aber schön das Du ganz pc die Springerstiefel erwähnst, wann hast Du denn den letzten bösen Skin gesehen -außer im ARD Tatort?
    Ist irgendein Deinen Freunde von Nazis zusammengeschlagen worden oder warns eher doch jedesmal Raben?

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  6. „Und ich für meinen Teil hätte ebenso wenig Bedenken, die Welt zu verschwulen, wie Ihr, sie zu heterosexualisieren.“

    Was meinst Du, wie viele begeisterte Freiwillige Du haben würdest? Nach Liebeskummer oder dauerhaftem Misserfolg bei Frauen würden das viele gerne machen – alleine um die Lust auf Sex mit Frauen loszuwerden. Und ein halbwegs gutaussehender, gepflegter Mann, der bei Frauen komplett durchfällt, wäre wahrscheinlich als Partner interessant genug für viele Männer.

    Interessant wären die Folgen für den Partnermarkt: Plötzlich könnte Männermangel entstehen und damit ein ganz anderer Druck auf die Frauen. Ob die auch scharenweise lesbisch werden wollen würden?

    Das wäre mal ein SF-Romanthema!

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