Zwei Drittel

Das sind gute, wenn auch nicht gerade überraschende Nachrichten:

Zwei Drittel der Deutschen sind einer Umfrage zufolge für die Homo-Ehe. In einer am Mittwoch veröffentlichten Insa-Umfrage im Auftrag der „Bild“-Zeitung sprachen sich 65 Prozent für die Homo-Ehe aus. 26 Prozent lehnten dies ab. Zugleich sind jedoch 71 Prozent der Befragten der Meinung, dass es für die Entwicklung eines Kindes am besten sei, wenn es mit Mutter und Vater aufwachse. 19 Prozent sehen dies hingegen nicht so.

Man beachte hierbei, dass diese 71 Prozent nicht unbedingt der Meinung sein müssen, dass man Homos das Aufziehen von Kindern verbieten sollte. Zumal dies ohnehin schwer umsetzbar wäre. Wie will man mich auch daran hindern, Kinder zu bekommen? In einer Woche könnte ich mehr lesbische Pärchen zu Eltern machen, als ein Hetero mit seiner „natürlichen“ Sexualität.

Aber Kinder sind eh eine andere Geschichte. Mir geht es um die überfällige Gleichberechtigung, um das Recht zu heiraten, wie jeder Hetero auch. Und der Grund, warum so viele Menschen in Deutschland dafür sind, ist relativ einfach: Homosexuelle Menschen sind mittlerweile nicht mehr nur eine Reportage in der Zeitung oder im Fernsehen, sondern sie sind real. Sie sind Eltern, Kinder, Freunde Nachbarn und Arbeitskollegen. Niemand, der einen Homo näher kennt, wird ihm auf Dauer ins Gesicht sagen können, dass er nicht von der Ehe profitieren dürfe, die kinderlose Angela Merkel aber schon. Die meisten Menschen haben halt doch zuviel Anstand um eine solch persönliche Bigotterie dauerhaft durchzuhalten.

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16 Gedanken zu “Zwei Drittel

  1. Lieber Adrian,

    ähnliche Zahlen zirkulierten in Frankreich bei Öffnung der Ehe. Und ich finde es ist ein gutes Zeichen, denn der Grossteil der Gesellschaft „normalisiert“ Homosexualität. Darauf gilt es jetzt aufzubauen. Selbst ein Onkel von mir ist vom homophoben Idioten zum Menschen mutiert, als sein Kind sein Outing hatte… Man sieht aber auch wie gut unsere Demokratie funktioniert und die Vols(ver)treter den Volkeswillen direkt und unverzüglich in die Gesetze einfließen lässt. Hui, das ist eine wahre Freude!!! Da wird nicht groß lamentiert, da wird gehandelt! Man sieht hier sofort, wir brauchen keinen Volksentscheid, die Politik regelt das schon ganz gut für uns…

    Viele Grüsse
    Kai

    PS:
    Wer Ironie findet darf sie behalten…

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        • Tja, und mir geht es um das „faktisch“. Ich halte einen Zustand mit zwei Rechtsinstituten für zwei vom Staat unterschiedlich definierte Rechtssubjekte einfach nicht für richtig.

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        • Hallo Chris,

          wenn Du im Wikiartikel zu Lebenspartnerschaft mal nach „gericht“ suchst, so erhälst Du 72 Treffer. Da geht es vom Arbeits- über das Finanz- hin zum Verfassungsgericht und endet beim Europäischen Gerichtshof…

          Das dieses Konstrukt, das im Gegensatz zur richtigen Ehe, überhaupt soweit angeglichen wurde, ist hier Einzelpersonen und Verbänden zu danken, die das so durchgeklagt haben… Lebenspartnerschaften berechtigen immer noch nicht zur Adoption, gemeinsames Sorgerecht etc. etc. etc. Ach ja, die Lebenspartnerschaft fällt nicht unter den Schutz von GG Art. 6…

          Sollte Adrian jetzt seine Drohung (aus einem vorhergehenden Posting) wahr machen und alle weiblichen Lebenspartnerschaften mit seinem Sperma zu beglücken, dann wäre er zwar Vater, sein Partner müsste das Kind aber erst adoptieren (wäre mit Ehe auch so). Umgekehrt (und deshalb hilft dieses eher nur Frauen), kann die Partnerin halt keine Samenspende (z. B. von Adrian) erhalten und die Partnerin muss das Kind immer noch adoptieren. Weshalb gerade in diesem Bereich die Schwulen mal wieder für die Damen kämpfen…

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  2. Da sind sie wieder, die berühmten 2/3 -die Merkel,den Euro, die ungebremste Zuwanderung, die EU,die Energiewende usw gut finden -fürn Arsch!
    Die drei Schwulen die ich kenne wollen weder heiraten, noch adoptieren oder finden den ganzen Homotrubel gut.
    Ja Adrian lass uns ganz doll dafür Kämpfen das Ich endlich meinen Hund heiraten kann und wir zusammen fünf Kinder adoptieren dürfen!

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  3. „Es geht doch nur um die Personen die “fürs Heiraten geeignet” sind nur in anderer Zusammensetzung.“

    Lieber Atacama,
    das ist leider ne Steilvorlage, denn gerade einige (Mattussek, Kelle etc.) denken ja, dass Schwule eben Personen sind, die nicht für die Ehe geeignet sind… 😛

    @Frank
    Das Problem ist doch die Ehe an sich. Meines Wissens nach (lass mich gerne eines besseren belehren) wurde die Zivilehe in Frankreich eingeführt um die Macht der Kirche zu brechen. Damals machte diese Zivilehe sicherlich noch Sinn, heute eigentlich nicht mehr. Die Ehe (auch die kirchliche) ist für viele nur noch romantischer Tinnef, da muss es unbedingt in die Kirche gehen, weil so schön romantisch, aber sonst ist Kirche eigentlich blöd und max. an Weihnachten (und auch nur wegen dem Druck der Verwandten) zu ertragen etc. pp.

    Rechtlich gesehen ist die Ehe nichts weiter als eine Versorgungsgemeinschaft und ja, warum sollte ich nicht meinen Sohn „heiraten“? Anders ausgedrückt, warum sollte es nicht möglich sein die Rechte aus der Ehe, z. B. meine Rentenansprüche, an meinen Sohn zu übergeben (z. B. für 10 Jahre um sein Studium zu finanzieren falls ich sterbe)? Nichts anderes ist doch die Zivilehe heute, einfach ein Rechtskonstrukt, auf dessen Namen (Ehe) die Kirche glaubt ein Copyright zu haben… Es gibt in der Welt hunderte Formen des Zusammenlebens und gut ist.

    Man kann das Ding (wenn es denn kein Menschenrecht wäre) auch gleich abschaffen und so, wie z. B. in Frankreich, Vätern auch ohne Ehe automatisch das gemeinsame Sorgerecht geben. Wer einen eheähnlichen Vertrag abschließen möchte geht zum Notar, dann gibt man einem Redner (wie sie auch manchmal bei Beerdigungen engagiert werden) ein wenig Knete, der spricht dann so herzergreifend das alle Anwesenden Pipi in den Augen haben, oder man geht in die Kirche etc. pp. Familie hat mit Ehe nichts zu tun, das merkt jeder sobald diese Ehe im Streit in die Brüche geht und man vor einem Scheidungsrichter steht…

    Also spricht nichts, rein gar nichts dagegen diese Ehe auch auf andere auszuweiten. Und wenn Du lieber Frank glaubst ein Salatblatt oder einen Hund heiraten zu müssen, damit dieser nach Deinem Tod versorgt ist, dann musst Du das machen, vorausgesetzt beim Hund ist es keine Tierquälerei. Warum darf z. B. eine Ehefrau vor Gericht die Aussage verweigern, nur weil sie mit dem Angeklagten vögelt, aber alle Mitglieder vom FC Gangbang, die gleiches tun, sind zur Aussage verpflichtet?

    Ein Wegfall oder eine Erweiterung der Ehe ist weder ein Weltuntergang, noch das Ende des Abendlandes, sondern einfach eine andere Definition dieses von Menschen geschaffenen Rechtskonstruktes. Was die kat. oder prot. Kirche, die Zeugen Jehovas, Juden, Muslime, Buddhisten oder der FC Tooorlos dann für ihre Mitglieder anbieten, dass sollte dann bitte auch diesen Organisationen überlassen bleiben. Wenn die kat. Kirche meint weiterhin Pädopristern, Homosexuellen, Hundeliebhabern oder einfach nur Volker Beck die Ehe zu verweigern, dann sind das innerkatholische Angelegenheiten und auch kein Untergang des Abendlandes.

    Und wer mehr Familien mit Kindern möchte, der muss diese entsprechend deren Bedürfnissen fördern, dann klappt das auch. Siehe Frankreich, wo auch nach Einführung der Homoehe die Zahl der Kinder nicht gesunken ist. Aber dazu braucht es Kinderbetreuung, ein Scheidungsrecht bei dem der Partner auch nach der Scheidung noch so was wie ein Leben haben kann etc. pp.

    Und nun gehe ich Salat essen, ich hoffe der ist noch nicht verheiratet…

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