Apokalypse der Heterosexualität – Erkenntnisgewinn

Der“pelzblog“ ist pikiert darüber, dass ich ihm ob seines Beitrages über das Ende von Heterosexualität und klassischer Familie nicht enthusiastisch um den Hals gefallen bin und ihm zum neuen Papst der allumfassenden Weisheit auserkoren habe. Er ist pikiert darüber, dass ich ihn nicht verstehe:

Nach meinem Beitrag über die Zukunft nach der Homoehe, hat ein schwuler Blogger direkt reagiert und sein Nicht-Verstehen meines Artikels deutlich zum Ausdruck gebracht. Ich verlinke nicht dorthin: Es bringt keinerlei Erkenntnisgewinn. [Hervorhebung im Original, A.]

Einen Text zu verlinken, auf den man sich bezieht, ist ja auch überflüssig. Es reicht allein das Wort des „pelzblog“, der par ordre de mufti festlegt, dass mein Beitrag keinerlei Erkenntnisgewinn verspricht. Glaubt ihm ruhig, liebe Leser, der „pelzblog“ weiß es am Besten und möchte nicht, dass ihr womöglich einen Link zu einem Beitrag anklickt, der eine andere Ansicht als seine zum Ausdruck bringt.

Immerhin erkennt er, dass meine Sicht auf die Zukunft aus der Sicht eines Heterosexuellen apokalyptisch ist. Der Rest ist dann aber völliges Unverständnis.

Nein, aus meinem Text spricht nicht völliges Unverständnis, ich habe lediglich dagegen argumentiert.

Er muss aber auch völliges Unverständnis zeigen: Er ist schwul. Daher liegt eine völlige Gleichstellung mit Heterosexuellen in seinem Interesse.

Und umgekehrt liegt die Privilegierung der Ehe nur für Heteros im Interesse aller Heteros?

Die Frage ist nur die: Was fehlt Schwulen denn nach der Möglichkeit der “Verpartnerung” noch? Einige Gesetze können noch angepasst werden, das ist richtig. Das habe ich aber auch schon in meinem Artikel gesagt.

Was „Schwulen“ fehlt, weiß ich nicht, mir persönlich fehlt die absolute Gleichstellung mit der Ehe, das heißt die Öffnung der Ehe mit allen Rechten und Pflichten auch für gleichgeschlechtliche Paare.

Hier kommen nun meine weiteren Schlussfolgerungen über die Adoption zu tragen. Jener Blogger hat offensichtlich nicht verstanden, dass Kinder generell in heterosexuellen Beziehungen gezeugt werden. Das habe ich nicht erfunden. Das hat die Natur sich so gedacht.

Sofern man unter „heterosexuellen Beziehungen“ auch das Abspritzen in eine Petrischale einer Samenbank versteht. Aber ja, ich habe das verstanden. Zum Kinder machen benötigt man Spermium und Eizelle. Aber was hat das mit der Ehe zu tun?

Da die Geburtenrate in Deutschland die niedrigste weltweit ist, haben wir andere Sorgen als die Ehe für Homosexuelle zu öffnen. “Verpartnern” können sie sich doch.

Ja, aber ein Argument für die Öffnung der Ehe ist ja eben, dass die Ehe eben nicht (mehr) an die Geburtenrate oder das Kinder bekommen gekoppelt ist. Angela Merkel ist verheiaretet und darf verheiratet bleiben, obwohl sie, aller biologischen Voraussicht nach, keine Kinder mehr bekommen wird. Sabrina und Martin, beide im besten fortpflanzungsfähigen Alter, dürfen heiraten, ohne sich auf Kinder zu verpflichten. Peter und Johannes dürfen das nicht, selbst dann nicht, wenn Peter und Johannes Kinder hätten, die gemeinsam bei ihnen aufwachsen. Wo liegt  also der unauflösliche Zusammenhang zwischen Ehe, Fortpflanzung und Kindern?

Abschließend sei noch einmal zu betonen, dass die Geburtenrate in Deutschland die niedrigste weltweit ist, obwohl die Ehe hier nur heterosexuellen Paaren zusteht. Die höchste Geburtenrate der Europäischen Union weisen Irland und Island auf. Beide Länder haben die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare nebst Adoptionsrecht legalisiert. In Irland sogar per Referendum. Offenbar sind irische und isländische Frauen und Männer multitaskingfähig und können sowohl Kinder machen, als auch in guter Nachbarschaft mit ihren völlig gleichgestellten homosexuellen Landsleuten leben. Eiderdaus, wer hätte da gedacht?

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8 Gedanken zu “Apokalypse der Heterosexualität – Erkenntnisgewinn

  1. „Wo liegt also der unauflösliche Zusammenhang zwischen Ehe, Fortpflanzung und Kindern?“

    Eine Ehe eröffnet eine angeblich besonders gute Basis für Fortpflanzung und Kinder. Da ist ja schon was dran. Aber etwas ganz anderes ist es zu behaupten, die Ehe wäre nur für Fortpflanzung und Kinder da! Was sich fast wie ein Befehl zur Reproduktion ausnimmt. Und solche obrigkeitsstaatlichen Weisungen sollten Geschichte sein!

    „Die höchste Geburtenrate der Europäischen Union weisen Irland und Island auf.“

    Ob das was mit Vorteilen monetärer Art zu tun hat? Mit Verlaub, aber die Multitaskingfähigkeit ist wohl keine hinreichende Erklärung 😉

    Was ich wirklich argumenativ ganz blöd am Pelz-Stück finde, ist die Ablehnen deiner Ansichten, weil sie interessengesteuert sein *müssen*:
    „Er muss aber auch völliges Unverständnis zeigen: Er ist schwul. Daher liegt eine völlige Gleichstellung mit Heterosexuellen in seinem Interesse.“
    Also jeder muss so denken, wie es seinem persönlichen Vorteil entspricht? Ist der Mann am Ende gar noch verkappter Feminist? 😉

    Kein einmaliger Ausrutscher, nochmehr „Perlen“:

    „Da die Geburtenrate in Deutschland die niedrigste weltweit ist, haben wir andere Sorgen als die Ehe für Homosexuelle zu öffnen.“

    Aber die Zeit über die „Ehe für Homosexuelle“ zu lamentieren, die muss schon sein?

    „Verpartnern“ hört sich auch so tierisch, dehumanisierend an. Gut, dass dieser Begriff mit dem der „Ehe“ wegfallen würde, btw. Allein dafür lohnt sich die Gleichberechtigung!

    „Man wird meine Ausführungen zum Thema künstliche Gebärmutter und künstliches Sperma in die Welt der Verschwörungstheorien einordnen können.“

    Äh, das ist Scienze Fictiän. Aber heute muss wohl alles gleich „Verschwörungstheorie“ sein?

    „Bei jenem schwulen Blogger aber, werde ich in den Kommentaren direkt als “reaktionär” bezeichnet.“

    „Alter Reaktionär“ hört sich aber schon fast so kumpelhaft an wie „Alter Schwede“. Auch dieses penetrante Selbst-Inszenieren als Opfer ist verdächtig feministisch…

    Das zitierte Argument von Müller-Vogg geht auch nach hinten los:
    „Sollen diese 70.000 Menschen, etwa 0,11 Prozent der volljährigen Deutschen, eine Ehe eingehen und Kinder adoptieren dürfen? Darüber wird gestritten, als gehe es um das Überleben der halben Menschheit.“

    Wer macht denn hier auf „Untergang des Abendlands“ wegen der Homo-Ehe?

    „Ich habe in meiner Aufzählung Nazi, homophob, reaktionär etwas vergessen: Den Vorwurf der Intoleranz!“

    Opfer reloaded. Wie wäre es denn mit dem Vorwurf „nützliche Idioten“ des Feminismus?!

    „Nun ja, wer meinen Artikel für völlig unrealistisch hält, wird auch die Forderung in Island, das Parlament für einige Jahre nur aus Frauen bestehen zu lassen, ebenfalls für unrealistisch halten.“

    Ja, beides ist völlig abwegig. Die besagte Forderung sogar noch mehr. „Wirre Gedanken in einer wirren Welt“.

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  2. Was mir besonders gut gefällt:

    pelz
    6. Juni 2015 at 00:43 · Reply
    „Aufgrund welcher Basis sollten denn Homosexuelle Unterhalt bezahlen müssen? Ist Unterhalt nicht zumeist an Nachwuchs gekoppelt? Ich war nie verheiratet. Ich bin ohne an ein Kind gekommen. “

    Find ich ja irgendwo witzig, wenn man noch ein paar Zeilen vorher die Ehe als das NON PLUS ULTRA fürs Kinderkriegen bezeichnet…

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  3. „Da die Geburtenrate in Deutschland die niedrigste weltweit ist, haben wir andere Sorgen als die Ehe für Homosexuelle zu öffnen“

    Da würde ich ja gerne mal den Kausalzusammenhang zwischen beiden Satzteilen erläutert haben. Warum sollte es sich in irgendeiner Weise auf die Geburtsrate auswirken, wenn sich Schwule nicht mehr Verpartnern, sondern heiraten?

    “Aufgrund welcher Basis sollten denn Homosexuelle Unterhalt bezahlen müssen? Ist Unterhalt nicht zumeist an Nachwuchs gekoppelt?“

    Nein, Trennungsunterhalt und Nachehelicher Unterhalt sind beide nicht an Nachwuchs gekoppelt.

    „Was ich wirklich argumenativ ganz blöd am Pelz-Stück finde, ist die Ablehnen deiner Ansichten, weil sie interessengesteuert sein *müssen*:“

    Die Standpunkttheorie im pelzschen Gewand.

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