Scheidung? Ja, bitte!

Nick Jensen aus Australien hat einen herzzerreißenden Beitrag geschrieben, indem er darlegt, warum er sich demnächst von seiner Frau wird scheiden lassen:

The truth is, “marriage” is simply too important. It is a sacred institution, ordained by God. It has always been understood to be that exclusive relationship where one man and one woman become “one flesh”. Any attempt to change the definition of marriage by law is not something in which we are able to partake. Here we stand, we can do no other, and I know we are not alone.

Kurz gesagt: Sollte die australische Regierung sich dazu entschließen, die Ehe auch für gleichgeschlechtliche Paare zu öffnen, wird die rechtliche Definition Ehe nicht mehr Jensens Definiton einer Ehe als exklusiver Verbindung von Frau und Mann entsprechen, was zur Folge hat, dass er es nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren kann, verheiratet zu bleiben. Abgesehen von der offensichtlichen geistigen Beschränktheit einer solchen Ankündigung finde ich diese deshalb bemerkenswert, weil Jensen offenbar davon ausgeht, dass seine Ehe noch irgendjemand anderen als ihn interessiert. In einem gleichsam narzisstischen Wahn ist seine Verlautbarung wohl als ein Ultimatum, als eine Warnung an die Gesellschaft gedacht, dass er und andere Heteros sich in Massen scheiden lassen werden, wenn es Homos erlaubt wird, ebenfalls zu heiraten. Doch wen sollte das schrecken? Wenn irgendwelche Nappsülzen sich scheiden lassen möchten – bitte schön! Alles, was ich dazu sagen kann, ist: Fein! Lass Dich doch scheiden! Ist Dein Leben. Interessiert mich nicht. Betrifft mich nicht. Mach doch, was Du willst.

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6 Gedanken zu “Scheidung? Ja, bitte!

  1. Vielleicht nimmt er das Thema auch nur als willkommenen Vorwand für seine Scheidung?
    Verzweifelte Menschen erzählen ja schon mal den größten Blödsinn, wenn sie aus einer Sache rauskommen wollen.
    Und ob er mit dieser Begründung zu weniger Unterhalt verknackt wird, ist ja auch eine interessante Frage …

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  2. @Adrian

    Dieses „Besudelungsargument“ ist wirklich reichlich bescheuert. Als ob Heteros die Ehe nicht genug beschmutzt und entwertet hätten, von Scheinehen bis zu ehen um des Steuervorteils wegen, von Betrügereien über Leute, die 5 oder 6 mal heiraten.

    Lustigerweise fand Gott ja auch der Bibel nach gar nichts dabei, wenn ein Mann mit mehreren Frauen „ein Fleisch“ wird.

    Ich wette, dass er es noch nicht einmal durchzieht, wenn es soweit kommt. Bin gespannt, ob er das „Costly Signal“ dann nicht zu hoch angesetzt hat. Zumindest drei jahre später, wenn der Schwefelregen vorbei ist, der natürlich in allen Ländern herniederprasselt, in denen die Homo-Ehe eingeführt wird, wird er sich dann doch wahrscheinlich etwas dämlich vorkommen.

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  3. @adrian,
    du hättest erwähnen sollen, dass diese Scheidung wahrscheinlich einvernehmlich (wenn man dem Artikel glaubt) und als reiner Protest gegen eine Profanisierung der Ehe vorgenommen werden soll.

    Auch wenn diese Stellungnahme extrem ist, zeigt sie doch das Problem sehr schön auf, dass die Ehe tatsächlich eine reine Glaubensfrage ist, die mit den Interessen einer säkularen Gesellschaft kollidiert. Und die Ansprüche, die die Religiösen meinen gegenüber dem Staat haben, der sich ihre religiöse Institution auf die Fahne geschrieben hat. In meist viel subtilerer Form werden ähnliche Ansprüche auch immer wieder in tausendfacher Form von den Kirchen an die Staaten Europas laut.

    Genau aus diesem Grund schon ist es geboten, endlich mit der Trennung von Kirche und Staat ernst zu machen und die Ehe dahin zurückzuschicken, wo sie herkam – vor den Traualtar!

    Diese Halbherzigkeit mit der der europäische Laizismus verfahren ist, setzt unsere demokratisch-säkulare Gesellschaft einem Einfluss aus, der nicht positiv ist.

    Auf der anderen Seite garantiert unser Staat ja Religionsfreiheit und respektiert diese Leute und ihre Ansichten prinzipiell und das ist vollkommen richtig so. Nur sollten die ihr eigenes Ding machen und keinen Exklusivzugang zum Staat und seinen Institutionen haben. Sondern wie andere Gruppen auch, ihren Einfluss auf ganz demokratische Weise geltend machen.

    Insofern kann man dieses australische Paar verstehen und ihre Auffassung begrüssen. Man muss sie ja nicht teilen und kann das für fundamentalistisch-verdreht halten. Aber dadurch dass sie sich aus der staatlichen Ehe zurückziehen wollen, zeigen sie, dass sie konseqent so leben wollen wie sie denken. Zwiespältig ist natürlich die Veröffentlichung eines Artikels dazu, wer weiss ob sie das Paar wirklich scheiden lässt oder die Drohung nur benutzt, um Stimmung zu machen.

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  4. Bruce, die Sportsocke, könnte ja auch andersrum argumentieren: Wenn die Ehe für alle kommt, kann er das Elend mit anderen teilen. Denn dann gibt es ja auch schwule und lesbische Scheidungen, oder? Mit dem ganzen Programm: Rosenkrieg – Unterhaltszahlungen – wer kriegt den Hund? Ich freu mich jetzt schon. Ein Foster’s auf die Gleichstellung!

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