Zwei schnelle Nummern zwischendurch

Bevor der Montag zu Ende geht, hier noch zwei Lesetipps:

Der erste Tipp ist ein Beitrag auf „Nicht-Feminist“, eine als „Satire“ getarnte schlechte Polemik, die meine Wenigkeit prominent erwähnt und versucht meine Ansichten zur Ehe zu widerlegen. Ein vorhersehbares Scheitern, aber immerhin amüsant. Wer sich lustig machen will, der lese!

Der zweite Tipp ist ein kurzer Text auf dem „Blog des linken Maskulismus“, der uns Homos zur Öffnung der Ehe in den USA gratuliert und einen „Heiratsantrag“ macht. Herzerfrischend und gut!

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13 Gedanken zu “Zwei schnelle Nummern zwischendurch

  1. Ich fand das da witzig. 🙂

    Speziell den Kommentar GB:

    … es geht, jedenfalls so wie ich die Literatur hierzu verstanden habe, darüber noch hinaus um die Durchsetzung der Homosexualität als Neue Normalsexualität, die die “Zwangsheterosexualität” ersetzen soll.
    …..
    Begrifflich enthält “Zwangsheterosexualität” nämlich bereits die moralische Aufforderung, den angeblichen “Zwang” zur Heterosexualität aufzuheben,….

    Wie er jetzt von der Aufhebung eines ‚Zwangs zur Heterosexualität‘ zu einem ‚Zwang zur Homosexualität‘, wenn ich seine Befürchtungen richtig verstanden habe, kommt, ist mir zwar nicht ganz klar, aber witzig ist es, dass jemand so deutlich sagt, er nähme eine Verschwörung zur Verschwulung der Kinder an.

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    • Vielleicht solltest du im Kontext und auf dem Teppich bleiben. Er schreibt nämlich auch: „[man] brauchte lediglich im Rahmen der bisher üblichen Sexualaufklärung das Thema Homosexualität in angemessenem Umfang mit abzuhandeln, und zwar mit dem unstrittigen Ziel der wechselseitigen Toleranz. Das wäre berechtigt, und es würde völlig genügen.“ Widerspruch dazu?

      Es scheint hier also eher am tatsächlich tendenziösen Begriff „Zwangsheterosexualität“ zu hängen, ich habe aber nicht gesehen, wo er den nun explizit her hatte. Sowas sollte man im Artikel natürlich besser angeben.

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      • Damit weiss ich immer noch nicht wie er auf die Idee kommt man wolle die ‚Zwangsheterosexualität‘ durch Homosexualität als ’neue Normalsexualität‘ ersetzen. Ich gebe ja zu dass ich schon die eine oder andere Radfem in die Richtung habe lästern hören,,aber das ist meiner Meinung nach als politische Absicht in etwa so glaubhaft wie Femdom-Phantasien aus der Kink-Ecke. Die haben es auch oft mit Emaskulation und Zwangshomosexualität. Prima Comedy-Material, und sicher aufregend wenn man in die Richtung geht, aber weder praktikabel noch von einer signifikanten Menge von Leuten tatsächlich gewünscht.

        Zwangsheterosexualität ist, denke ich, mehr ein politisches Schlagwort. Es herrscht zwar immer noch ein starker sozialer Druck homosexuelle Neigungen nicht auszuleben, aber zum Glück ist es nicht mehr strafbar und es wird langsam gesellschaftsfähiger. Trotzdem ’schwul‘ ist immer noch ein beliebtes Schimpfwort.

        Ok. Widerspruch? Eigentlich ja. Aus zwei Gründen: Erstens weil ‚gegenseitige Toleranz‘ im Sinne von Duldung, mir zu kurz greift. Der Bestand der Duldung wäre ja schon, als Beispiel, mit der Einstellung des Herrn Gabalier erfüllt, der uns Schwule ja gar nicht vom schwulem Zusammenleben abhalten will, solange er uns bloß nicht sehen muss.

        Mir ist natürlich klar, dass ich nicht von jemandem verlangen kann dass er seine wie auch immer geartete Abneigung gegen Schwule ablegt und uns jetzt toll findet. Genauso wenig wie ich von jemandem verlangen kann der Türken oder Chinesen für irgendwie eklig hält, seine leicht rassistisch Einstellung abzulegen. Es ist aber, denke ich, hierzulande weitgehend Konsens, dass mein chinesischer Kollege auch von diesem Menschen trotzdem mit Respekt und der angemessenen Höflichkeit behandelt werden sollte, unabhängig davon was der jetzt generell von Chinesen hält.

        Das heißt, ich wäre mit dem weiten Halbsatz glücklicher wenn er ‚….und zwar mit den unstrittigen Zielen wechselseitiger Toleranz und gegenseitigem Respekts‘ lauten würde.

        Zum Zweiten denke ich dass eine Beschränkung auf den Sexualkundeunterricht den kulturellen Aspekt unterschlägt, der doch einen wesentlichen Teil der viel beklagten Heteronormativität ausmacht.

        Ich würde mir eine Normalisierung der Homosexualität wünschen. Normalisierung hier bitte nicht als Setzung einer Norm missverstehen. Die Idee ist einfach der Sache den Ruch des Außergewöhnlichen, Verdächtigen und Abweichlerischen zu nehmen. Ich würde es begrüßen, wenn der Umstand, dass jemand sich eher in gleichgeschlechtliche Partner verliebt (oder sich entgegen seines oder ihres Geschlechtsrollenbildes verhält und präsentiert) und das auch selbstverständlich zeigt, nicht mehr Aufregung und sozialen Druck erzeugen würde, wie der Umstand dass jemand natürlich rote Haare hat.

        Wenn wir eine solche Normalisierung als Teil des gleichberechtigten Erziehungsauftrags der Schule anstreben, dann wäre es hilfreich, wenn Homosexuelle nicht nur in dem Medien sondern auch in den Lehrmaterialien als selbstverständlich dargestellt werden. Das hieße z.B. eben auch dass Klein-Erna bedarfsweise auch mal mit Papa und Papa zum Jahrmarkt geht, in den Leseübungen, oder das Miss and MIss Smith eventuell auch mal die Hochzeit ihres Sohnes Kevin mit seinem Mann vorbereiten. Nicht ausschließlich oder auch nur mehrheitlich, sondern eben auch. Und das ginge über die vorgeschlagene ‚Abhandlung im angemessenen Umfang‘ wohl hinaus.

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  2. „Das heißt, ich wäre mit dem weiten Halbsatz glücklicher wenn er ‘….und zwar mit den unstrittigen Zielen wechselseitiger Toleranz und gegenseitigem Respekts’ lauten würde.“

    Kann man so unterschreiben. Allerdings kann die Auslassung verschiedene Gründe haben, beispielweise könnte es sein, dass GB gegenseitigen Respekt ohnehin als Grundlage jeder sozialer Interaktion begreift.

    Warum Heteronormativität zur Gretchenfrage hochstilisiert wird, verstehe ich nicht wirklich. Im Endeffekt ist das doch eine Frage der Toleranz. Und zwar genereller Toleranz. Klar kann man versuchen, der Gesellschaft Toleranz für dies und das und jenes zu vermitteln, aber irgendeine Gruppe wird dabei immer unter den Tisch fallen. Da erscheint es doch besser, Toleranz und gegenseitigen Respekt als generelle Werte zu etablieren. Soll jeder nach seiner Fasson glücklich werden. Oder es zumindest versuchen dürfen, solange er keinem anderen dabei schadet.

    Ob es nun möglich ist, die Konzepte von genereller Toleranz und gegenseitigen Respekt erfolgreich pädagogisch zu vermitteln, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

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