Reise in die Vergangenheit

Bei der täglichen schwulen Presseschau heute morgen fiel mir ein Artikel im „Stern“ auf, der sich mit dem neuesten Trend der Metrosexualität beschäftigt. Nanu, dachte ich, Metrosexualität? Das ist doch schon lange wieder out. Dann merkte ich, dass der Artikel von 2005 ist und aus irgendwelchen Gründen vom LSVD in deren Presseticker verwurstet wurde. Sommerloch?

Trotz der wenig aktuellen Berichterstatung möchte ich den Artikel kurz kommentieren, weil mir eine Passage sauer aufgestoßen ist:

Der Metrosexuelle lebt seine weibliche Seite aus, pflegt sich mit teuren Produkten und sieht gut dabei aus. Seine sexuellen Präferenzen stehen jedoch außer Frage: Er will Frauen. Schwul leben, aber nicht schwul sein, ist die Devise.

Schwul zu sein bedeutet, als Mann auf Männer zu stehen. Wenn ein Mann auf Frauen steht, kann er per Definition demnach nicht „schwul leben“, ganz egal, ob er sich jeden Tag duscht oder die Klobrille anhebt, wenn er pinkelt; wenn er also Dinge tut, die bei Hetero-Männern eher selten vorkommen…

Man merkt halt, dass dieser Artikel zehn Jahre alt ist, denn derart primitive Klischees würde heute kaum noch jemand aufs Papier bringen, nicht mal ein so hochkarätig seriöses Blatt wie der „Stern“. 

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