Drei Dinge, bei denen die USA einfach nur irre sind

Als liberale Prowestler bin ich, offensichlich, ein großer Freund und Bewunderer der USA. Die Dinge, die mir an der Gesellschaft der Vereinigten Staaten am besten gefallen sind

a) die ausgeprägte Meinungsfreiheit, die es sogar dem Ku Klux Klan erlaubt, Demonstrationen abzuhalten

b) die Trennung von Staat und Religion

c) der ausgeprägte Föderalismus, der bewusst nicht kooperativ ist, sondern eine weitgehende Trennung von Bund, Einzelstaaten und Kommunen vorsieht.

Dennoch bin ich immer wieder verwundert, dass eine dezidiert proamerikanische Haltung bei manchen Befürwortern der USA Züge einer Heiligenverehrung annimmt. Denn, seien wir ehrlich, die USA haben gewichtige Aspekte die sie gleichzeitg zu einem der absurdesten Gesellschaften der westlichen Welt machen.

Für mich wären dies:

a) die ausgeprägte Religiosität, die, vergleicht man sie mit allen anderen westlichen Ländern, nicht anders als lächerlich bezeichnet werden kann. Um die 40 Prozent aller Amerikaner halten die biblische Schöpfungsgeschichte für wahr und lehnen damit die Evolutionstheorie ab. Das ist eine grotesk hohe Zahl, die jeden verstören muss, der an Bildung, Zivilisation und Fortschritt glaubt.

b) die USA haben die größte Gefängnispopulation pro Kopf auf der Welt. Mit einer Weltbevölkerung von 4,4 Prozent stellen sie fast ein Viertel (22 Prozent) aller Gefängnisinsassen. Man muss kein Zyniker zu sein, um das Motto „Land of the Free“ angesichts dieser Zahlen mit Spott zu betrachten.

c) die Waffengesetze, die den USA eine für entwickelte westliche Länder exorbitante Mordrate bescheren. Auf 100.00 Einwohner kommen in den USA etwa 10 Tote durch Handfeuerwaffen. Das Nachbarland Kanada kommt im Vergleich auf etwa 2, und Deutschland auf etwa einen Toten.

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4 Gedanken zu “Drei Dinge, bei denen die USA einfach nur irre sind

  1. In Kanada gelten ähnlich liberale Waffengesetze wie in den USA, dasselbe gilt zb für die Schweiz (und da hat zusätzlich noch jeder gediente Mann im wehrfähigen Alter ein vollautomatisches Sturmgewehr daheim).
    Also wird wohl am Land liegen und nicht am Waffengesetz.
    Die USA mit ihren Kriegen, ihren Drohnenmorden irgendwo in der Welt, ihrem Weltpolizistenanspruch, ihren gigantischen Militärausgaben (600Milliarden, die BRD hat zum Vergleich 25 pro Jahr) sind mir suspekt.
    Zumal ich als Ossi nie dieser USA Hurra Propaganda ausgesetzt war.

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  2. Kann mich Frank zum Waffenrecht nur anschließen. Kanada und die USA haben ein ähnlich liberales Waffenrecht aber die Tötungsrate ist in Kanada wesentlich geringer. Auch in Europa läßt sich beobachten, dass in Ländern mit sehr strengen Waffengesetzen wie Großbritannien die Tötungsrate nicht geringer ist als in Ländern mit liberalem Waffenrecht wie der Schweiz. Oder eben ein naheliegender Vergleich zwischen Deutschland und Österreich, bei dem letzteres das liberalere Waffenrecht hat aber in beiden Ländern die Tötungsraten ähnlich sind. Und wo noch nicht mal eine Korrelation besteht da ist eine Kausalität schwer zu begründen.

    Zu den Ursachen der – im Vergleich zum derzeitigen Westeuropa vergleichsweise – hohen Tötungsrate in den USA mag ich nicht spekulieren; vielleicht ist jeder monokausale Ansatz hier verfehlt. Wenn man aber schon vergleichen will, dann finde ich es interessant, dass Russland eine ähnlich hohe Tötungsrate hat bei m.E. einer sehr unterschiedlicher gesellschaftlicher Situation im Vergleich zun den USA.

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  3. >>a) die ausgeprägte Religiosität, die, vergleicht man sie mit allen anderen westlichen Ländern, nicht anders als lächerlich bezeichnet werden kann. Um die 40 Prozent aller Amerikaner halten die biblische Schöpfungsgeschichte für wahr und lehnen damit die Evolutionstheorie ab. Das ist eine grotesk hohe Zahl, die jeden verstören muss, der an Bildung, Zivilisation und Fortschritt glaubt.<<

    Das ist in der Tat ein erstaunlich hoher Anteil. Es gibt ja das Klischee des ungebildeten Amerikaners. Daran glaube ich aber nicht. Ich vermute, dass der durchschnittliche Bildungsgrad des US-Amerikaners etwa dem des durchschnittlichen Westeuropäers entspricht. Wenn trotzdem so viele die Evolutionstheorie für falsch halten, dann nicht wegen mangelnder Bildung. Ich vermute sozialen Anpassungsdruck, der in einer von Religion geprägten Gesellschaft besteht.
    Ich kannte mal so einen religiösen US-Amerikaner, der die Evolutionstheorie als falsch bezeichnete. Der war keineswegs ungebildet.

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