Wählbar – unter Vorbehalt

Nach dem Rechtsruck der AfD hat Bern Lucke eine neue Partei gegründet – die Allianz für Fortschritt und Aufbruch (ALFA). Und bei der ersten oberflächlichen Begutachtung des Parteiprogramms lautet mein Urteil: durchaus wählbar! Besonders gut gefallen mir folgende Punkte:

Wir stehen für den Rechtsstaat. Regierung, Parlament und Verwaltung müssen sich an die Gesetze halten. Das gilt insbesondere auch in der Euro-Politik, wo die selbstgesetzten Regeln einzuhalten sind. […]

Wir stehen für eine Gesellschaft mündiger Bürger. Erwachsene Menschen brauchen keine ideologische Bevormundung. Politiker müssen sich wieder als Diener, nicht als Erzieher des Volkes verstehen. Wir wollen bürgerliche Freiheit mit persönlicher Verantwortung und Haftung. […]

Wir wollen keine Parallelgesellschaften. Deshalb sind wir für mehr Anstrengungen bei der Bildung und bei der gesellschaftlichen Integration von Zuwanderern. […]

Wir stehen zu den Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft. Wettbewerb und faire Verteilung sind keine Gegensätze, wir brauchen beides. Die Erfahrung zeigt: Bürokratie undPlanwirtschaft machen niemanden reicher, sondern am Ende alle ärmer.

Der absolute Clou ist allerdings folgendes:

Yes! Finally! Jemand, der dezidert prowestlich ist, die NATO gut findet und bereit ist, Russland den Stinkefinger zu zeigen. Das macht Adrian glücklich.

So glücklich, das ich großzügig darüber hinwegsehe, dass die ALFA die Familie als Keimzelle des Staates betrachtet, die unter besonderem Schutz zu stehen hat. Mir egal! Solange sie mir die eingetragene Partnerschaft nicht wegnehmen, werde ich meine politische  Entscheidung nicht mit homopolitischen Details verschwenden. So wichtig sind mir Ehe und schwule Schulbildung dann doch nicht.

Wählen werde ich ALFA trotzdem nicht. So wie ich auch sonst nicht wähle. Dazu bin ich im Herzen zu libertär.

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7 Gedanken zu “Wählbar – unter Vorbehalt

  1. „Libertär“ nennen sich Rechte die nicht sagen wollen dass sie rechts sind.
    Und dann auch noch Atlantiker.
    Und überhaupt sind Schwule, die rechts sind, eh das Erbärmlichste.
    Is‘ ja so als würde der KZ-Jude NSDAP wählen.
    Du must ja ’n Knacks haben, mein Beileid.

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  2. In der Tat sind diese mehr oder weniger Allgemeinplätze „Einhaltung Rechtsstaat“, „Prinzipien Soziale Marktwirtschaft“, Gesellschaft mündiger Bürger“ „Bildung“, „libertär“ etc. auf den Papier wirklich gut klingend und als ich den ersten Zeitungsartikeln zu dieser Partei gelesen habe, dachte ich auch, so an sich klingt es wirklich wählbar.
    Allerdings habe ich gelernt, dass in der Politik leider nicht nur Inhalte zählen, sondern auch die Menschen und die Art und Weise, wie diese Inhalte vertreten und umgesetzt werden. Und naja, es sind Lucke und ehemalige AfD-Leute… Mal sehen, wie sie ihr Parteiprogramm umsetzen und vertreten. Ich denke, das sich schnell herausstellen wird, das es nur auf den Papier gut klingt und sie eindeutig nicht wählbar sein werden.

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