Lose straight

Aus Seattle erreicht uns eine Meldung, die lustig und in ihrer Idiotie tragisch zugleich ist.

Nachdem der Oberste Gerichtshof der USA entschieden hat, dass die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet werden muss, fühlte sich Blogger Anthony Rebello in seinen Rechten als Hetero verletzt. So sehr, dass er ein Zeichen setzen wollte, mit der ersten Straight-Pride-Parade der Stadt:

„in the name of equality [and] equal rights … to celebrate our right to be heterosexual, and to encourage younger heterosexuals that they should be proud of their heterosexuality.“

Der Erfolg ließt allerdings zu wünschen übrig, denn obwohl es über Facebook 169 Zusagen gab, wa Rebello letztendlich der einzige Teilnehmer. Was allerdings auch nicht verwundern sollte, denn inwiefern wird das Recht irgendeines Menschen auf Heterosexualität mit Füßen getreten? Gibt es ein Eheverbot für Heteros? Ein Adoptionsverbot für Heteros? Ein Blutspendeverbot für Heteros? Kann man gefeuert werden, weil man Hetero ist? Werden heterosexuelle Paare, die in der Öffentlichkeit Händchen halten, doof angemacht, bespuckt oder gar zusammengeschlagen? Muss sich irgendjemand dafür rechtfertigen, dass er Hetero ist?

„Gay Pride“ ist das Eintreten für gleiche Rechte. Man beachte aber, was der Auslöser für Rebellos „Straight Pride“ gewesen ist: der Umstand, dass Homos mit der Ehe nun die gleichen Rechte haben wie er. Sein „Pride“ konstituiert sich also aus einer empfundenen Höherwertigkeit seiner selbst. Seinen „Pride“ bezieht er aus der Diskriminierung anderer Menschen.

Was für ein armes Würstchen!

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9 Gedanken zu “Lose straight

  1. „Werden heterosexuelle Paare, die in der Öffentlichkeit Händchen halten, doof angemacht, bespuckt oder gar zusammengeschlagen?“

    Wenn Tugendfurie samt Gang gerade in der Nähe war, gab es zumindest schon mal hämisches Gelächter. Zählt das?

    „Also gibt es wohl demnächst keine Welle hübscher, halbnackter Heteromänner die auf den Straßen feiern.“

    Man muss dir auf jeden Fall ein sehr positives Männerbild attestieren. Ich selbst hätte das kategorische „hübsch“ mit Sicherheit gestrichen, unabhängig davon, welche Art von Pride gerade betrachtet wird.

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  2. >>Der Erfolg ließt allerdings zu wünschen übrig, denn obwohl es über Facebook 169 Zusagen gab, wa Rebello letztendlich der einzige Teilnehmer.<<

    Und was sagt uns das? Solange auch nur ein Einziger da mitmacht, ist die homophobe Gesellschaft eine Realität!!
    Manchmal habe ich das Gefühl, dass wenn es keine Religiösen gäbe, die Homosexualität grundsätzlich ablehnen, die Schwulen in eine tiefe ideelle Existenzkrise schlittern würden.

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