Lachen über Lachmann

Sollten Homosexuelle heiraten und Kinder adoptieren dürfen? Der Journalist Günther Lachmann ist strikt dagegen. Denn zur Ehe gehöre schon seit Jahrtausenden die Fortpflanzung von Mann und Frau.

Aber diese Jahrtausende sind spätestens mit der Einführung der Antibabypille und weiterer zuverlässiger Verhütungsmethoden passé. Die  Argumentation ist daher obsolet, weil Ehe und Fortpflanzung nichts mehr miteinander zu tun haben. Der gesamte gesellschaftliche Kontext, der dieses Argument stützen könnte, ist weggebrochen. Semantische Spitzfindigkeiten und linguistische Rekurse auf historische Zusammenhänge werden diesen Fakt nicht aushebeln können.

Die Gegner der Eheöffnung machen sich nur noch lächerlich. Honorieren wir ihre Bemühungen zur Hebung der Stimmung!

Und lachen sie aus!

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8 Gedanken zu “Lachen über Lachmann

  1. „gehöre schon seit Jahrtausenden“

    Was für eine Begründung! Wieso fahren wir eigentlich Auto? Schon seit Jahrtausenden gehen Menschen zu Fuß um ihr Ziel zu erreichen. Warum solte das jetzt auf einmal anders gehandhabt werden?

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    • Hallo matze,

      nicht die hilflose Argumentation für die Ehe von Lachmann ist interessant, sondern der Befund Adrians, nämlich:

      „Der gesamte gesellschaftliche Kontext, der dieses Argument stützen könnte, ist weggebrochen.“

      Es stellt sich nicht die Frage, ob die Verweigerung oder Zulassung der Homoehe argumentativ erfolgreich ist, sondern die Frage, wie der gesellschaftliche Kontext, der vermutlich zur Homoehe führen wird, zu werten ist.

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      • „sondern die Frage, wie der gesellschaftliche Kontext, der vermutlich zur Homoehe führen wird, zu werten ist.“

        Du meinst Verhütungsmittel, die Trennung von Sex und Fortpflanzung? Großartig! Eine der besten Entwicklungen überhaupt.

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  2. Der Artikel ist wirklich schwer zu ertragen. Nach der Logik dürften Leute nicht heiraten, die keine Kinder bekommen können. Ehen müssten geschieden werden, wenn sich herausstellt, dass einer der Partner unfruchtbar ist.

    Die Kernidee ist sogar richtig: Kinder sollen, weil sie so schutzlos sind, eine starke Garantie haben, dass sie versorgt werden. Früher war die beste Lösung dafür, dass sie ehelich waren (nur bei ganz Reichen und Mächtigen konnten auch Bastarde ein gutes Auskommen haben).

    Da aber 50% der Ehen zu Bruch gehen, viele Paare keine Kinder bekommen und umgekehrt uneheliche Kinder kein Ding mehr sind, passt die alten Argumente nicht mehr in unsere Zeit. In einem Land mit relativ hohem Wohlstand und Sozialstaat schleift das die Funktion der Ehe weiter ab. Also, ein völlig aus der Zeit gefallener Artikel.

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    • Nicht geschieden, wenn ich ihn richtig verstehe. Nachdem man sich an die ELP gewöhnt hat, denkt er ja wir müssen das Recht auf eine Gesetzgebung haben, die (…) Versorgungsansprüche im Alter und im Todesfall eines Partners im Sinne einer ehelichen Gemeinschaft regelt..

      Aber ja, es wäre nach seiner Argumentation nur konsequent alle kinderlosen Ehen auf ELP herab zu stufen.

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