Payne – in the Ass

Liam Payne, der Sänger der britisch-irischen Boyband „One Direction“ ist auf einer blühende Blumenwiese auf einen Marienkäfer getreten, was ihm einige kritische Stimmen der allzeit wachen Twitter-Gemeinde eingetragen hat. „Homophob“ lautet die Anklage. Die Beweisführung gestaltet sich dabei als recht dürftig:

Während einem Konzert von One Direction kündigte er den Song „Girl Almighty“ an und irgendwie wurden seine Worte falsch interpretiert.

„Das ist mein Lieblingssong vom letzten Album und es geht darum, die Frau deines Lebens zu finden. Doch keiner von euch kann das nachvollziehen, da die meisten von euch Mädels sind. Abgesehen von den Jungs hier, die wissen, von was ich rede“.

Zur Verteidigung Paynes möchte ich anführen, dass diese Aussage selbstverständlich nicht homophob ist, weil sie überhaupt keine negative Aussage über Lesben oder Schwule beinhaltet, ja sie überhaupt in gar keiner Weise erwähnt.

Nichtsdestotrotz ist dieser Aussage als öffentliches Statement ziemlich unglücklich. Und das aus drei Gründen:

Erstens ist es albern zu postulieren, Mädchen könnten es nicht nachvollziehen, wie es für einen Jungen sei, auf der Suche nach der Frau des Lebens zu sein. Denn bei der Suche eines Jungen nach der Frau des Lebens sind Mädels selbstredend involviert. Hinzu kommt, dass es gelegentlich Fälle gibt, in der auch Mädels sich auf die Suche nach dem Mann ihres Lebens begeben. Der Unterschied ist marginal und es ist eine Absurdität zu implizieren, die Geschlechter wären emotional so sehr getrennt, dass sie die Empfindunegn des anderen Geschlechts bei der Partnersuche nicht nachvollziehen könnten.

Zweitens hat sich Payne nicht als homophob aber doch als heteronormativ geoutet. In seinem Bewusstsein gibt es offenbar nur heterosexuelle Frauen und Männer. Dass lesbische Mädels sich mit seiner Suche nach der Frau des Lebens identifzieren können, kommt ihm offenbar nicht in den Sinn. Das ist im Jahre 2015 für einen jungen Sänger einer Boyband, der also im künstlerischen Bereich tätig ist, durchaus ungewöhnlich. Er muss wissen, dass es homosexuelle Menschen gibt, und diese so explizit auszuschließen, ist mehr als merkwürdig.

Der dritte Grund schließt an den zweiten an: Payne sollte dringend den Marketingbeauftragten seiner Band aufsuchen. Der könnte ihm erklären, dass „One Direction“ viel schwule Fans hat und dass die Handvoll Jungs, die sich auf deren Konzerten rumtreiben, entweder arme Opfer ihr Freundinnen sind, die zu dem Konzert genötigt worden, weil sie ansonsten für den Rest des Monats keinen Sex bekommen; oder mit hoher Wahrscheinlichkeit sich nicht die Bohne dafür interessieren, wie man die Frau seines Lebens findet. Das Interesse der meisten Jungs auf dem Konzert dürfte eher darin bestehen, Payne zu zeigen, dass man mit seinem Mund auch noch mehr tun kann, als nur zu singen.

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2 Gedanken zu “Payne – in the Ass

  1. Zitat: „In seinem Bewusstsein gibt es offenbar nur heterosexuelle Frauen und Männer. Dass lesbische Mädels sich mit seiner Suche nach der Frau des Lebens identifzieren können, kommt ihm offenbar nicht in den Sinn.“

    Muss ihm an dieser Stelle auch gar nicht, da er die Besucher seines Konzertes angesprochen hat („… keiner von Euch …“). Und da die Mädels, die auf sein Konzert kommen, ja gekommen sind um ihn anzuhimmeln, kann er naturgemäss davon ausgehen dass die alle hetero sind.
    Da müsstest Du jetzt schon Spezial-Konstruktionen bemühen, wie z.B. die grosse lesbische Schwester die die kleine hetero-Schwester auf’s Konzert begleitet, um da doch noch irgendwie Lesben auf’s Konzert zu bekommen.

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