Homophile Scheinfamilien

Prof. Dr. Günter Buchholz, von der „Frankfurter Erklärung“, klärt auf:

“Regenbogenfamilein” [sic] sind objektiv: Scheinfamilien. Es wird so getan, als ob, und der Rest wird verleugnet.

Es sind aber nur dann Scheinfamilien, wenn man Familie lediglich als Organisationseinheit bestehend aus biologischem Vater, biologischer Mutter und biologischem Kind versteht. Der deutsche Staat jedenfalls sieht das nicht ganz so eng und kennt durchaus die soziale Eternschaft. Und ich vermute mal, zu seinen Gunsten, ein solches Statement über objektiver Scheinfamilien würde Buchholz nicht gegenüber Eltern mit adoptierten Kindern oder Patchworkfamilien abgeben.

Im Hinblick auf biologische Fortpflanzung ist und bleibt Homosexualität steril und dysfunktional.

Das kommt darauf an, wie man Homosexualität versteht. Versteht man darunter nur den sexuellen Aspekt, dann ja. Andererseits hindert mich meine Homosexualität nicht daran, eine Frau auf biologischem Weg zu schwängern. Der Akt wäre zwar objektiv heterosexuell, ich aber wäre es nicht. Und meine Homosexuelität hindert mich erst recht nicht daran, in Kondome zu ejakulieren und mit meinem Sperma Tausende von Lesben zu befruchten.

Im Übrigen verstehe ich Buchholz‘ Verweis auf „biologische“ Fortpflanzung nicht. Gibt es auch nichtbiologische Fortpflanzung?

Homosexualität kann zwar als soziokultureller Lebensstil normalisiert werden, nicht aber biologisch: das bleibt ausgeschlossen.

Nicht ganz. Wenn die Ursache der Homosexualität biologisch ist, dann kann sie durchaus biologisch normalisiert werden.

Die gesamte Homophilie-Kampagne ist ein einziger Verweis auf eine subjektiv-selbstbezügliche Mangelerfahrung, die aus biologischer Sicht tatsächlich berechtigt ist.

Die gesamte „Homophilie-Kampagne“ basiert auf dem Umstand, dass Homosexuelle existieren, dass Regenbogenfamilien existieren, dass diese also eine Realität darstellen. Und Realitäten lassen sich nicht langfristig ausblenden. Auch nicht von Professoren der Fachhochschule Hannover.

Advertisements

10 Gedanken zu “Homophile Scheinfamilien

  1. Dann ist also Buchholz Einstellung zu Homosexuellen so wie deine zu Russland – irrational.

    Grundsätzlich basiert das Konzept der Familie nicht auf Blutsbanden, sondern auf Zusammengehörigkeit. Im Prinzip ist es es imaginäres Konstrukt, dem erst durch seine Mitglieder Substanz verliehen wird. Die sexuelle Orientierung der Familienmitglieder ist dabei völlig irrelevant.

    „Die gesamte “Homophilie-Kampagne” basiert auf dem Umstand, dass Homosexuelle existieren“

    Du weißt selbst, daß das nicht stimmt. Wäre dem so, so hätte es die „Kampagne“ bereits seit Anbeginn der Menschheit geben müssen, ist ja nun nicht so, als hätte man Homosexualität erst vor ein paar Jahren erfunden.

    Gefällt mir

      • Gar nichts. Du betrachtest Russland völlig objektiv und projizierst deinen (m.E. absolut nachvollziehbaren) Abscheu bezüglich der dortigen Ressentiments und Angriffe auf homosexuelle Männer keineswegs auf das Land, dessen Bevölkerung oder die russische Politik.

        (Es ist nicht auszuschließen, das ein Mikron Sarkasmus in der obigen Aussage versteckt wurde.)

        Gefällt mir

  2. Verstehe ich das richtig, dass er davon ausgeht, dass ich nur deshalb nicht diskriminiert werden mag, weil ich es als einen Mangel empfinde, dass mein Kerl mir kein Baby machen kann? Dass ich also wegen Gebärmutterneids so gnatschig auf Ungleichbehandlung reagiere?

    Das wäre fast schon freudwürdig. 🙂

    Gefällt mir

    • Nein, weil Du tief in Deinem Inneren weißt, dass Du als Homo dysfunktionales ein Mangelwesen bist, drängst Du Dich ständig überall in den Vordergrund um Deine Unsicherheit und Selbstzweifel zu kaschieren.

      Gefällt mir

      • Aber irgendwo muss er meinen Mangel ja verorten. Mir kann es ja nicht diffus mangeln. Und da hebt er auf Fortpflanzung ab, was nur Sinn macht, wenn er den Mangel bei der Möglichkeit zur Fortpflanzung mit einem anderen Mann sieht, weil ich mich mit einer Frau ja durchaus fortpflanzen könnte

        Gefällt mir

  3. „Familie“ ist natürlich vor allem ein biologischer Begriff. Aber ganz klar ist er immer auch dazu benutzt worden, irgendwie Zueinandergehörendes zusammenzufassen. Aus diesem Grund wohl wurde der Begriff „Lebensgemeinschaft“ neben den der „Ehe“ und der „Familie“ gestellt – offenbar ein Kampf um Begrifflichkeiten, wie jetzt dieser unsägliche Begriff der „Scheinfamilie“. Die heilige Ehe darf nicht angerührt werden!

    „Scheinfamilie“ scheint mir auch zu implizieren, über „Scheinehe“, dass hier ungerechtfertigterweise finanzielle Privilegien, die der Ehe zugedacht sind, diese „Scheinfamilien“ unberechtigterweise erschleichen.

    Hier schwingt auch wirklich Diskriminierung mit: denn auch der Vater mit seinem Sohn einem verheirateten „Lebenspartner“ wäre so eine „Scheinfamilie“. Konsequenterweise müsste Buchholz dann auch wiederverheiratete Menschen mit Kindern als „Scheinfamilie“ bezeichnen…

    Gefällt mir

    • Dann müssten Regenbogenfamilien sozusagen sagen „Ich fahre mit meiner Lebensgemeinschaft in den Urlaub nach Österreich“

      Strenngenommen ist aber auch eine heterosexuelle Adoptivfamilie doch eine Scheinfamilie, weil die Blutsverwandtschaft, die biologische Basis für Familie, fehlt. Ich verstehe nur nicht, warum in dem Bereich solche unbedingten Abgrenzungen unbedingt notwendig ist.

      Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s