Bildungsplan 2016

Nach gefühlt ewig langer Diskussion, Demonstration und Inklusion aller möglichen gesellschaftlichen Verbände, hat das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-Württemberg nun erstmals eine konkrete Anhörungsfassung des neuen Bildungsplans vorgestellt. Und siehe da: es ist alles nicht so schlimm, wie von den Gegnern befürchtet – es ist in gewisser Weise noch schlimmer:

Kernanliegen der Leitperspektive ist es, Respekt sowie die gegenseitige Achtung und Wertschätzung von Verschiedenheit zu fördern. Grundlagen sind die Menschenwürde, das christliche Menschenbild sowie die staatliche Verfassung mit dem besonderen Schutz von Ehe und Familie.

Wunderbar! Jetzt müssen wir nur noch herausfinden, was dieses ominöse „christliche Menschenbild“ überhaupt ist. Ist das damit das Menschenbild des Papstes gemeint? Oder der Westboro Baptist Church? Oder das von Birgit Kelle? Sollen die Kinder in der Schule lernen, dass sie  Sünder sind und an Jesus Christus glauben müssen, damit sie von ihren Sünden erlöst werden?

Vielleicht kann mir jemand erklären, was dieses „christliche Menschenbild“ beinhaltet und wieso das die Basis für einen vorgeblich säkularen Staat sein soll, in dem kaum einer mehr religiös ist und der sich überdies gerade anschickt, zu einer multikulturellen Gesellschaft zu werden.

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47 Gedanken zu “Bildungsplan 2016

  1. Das ist wohl die Liste der vorangigen „Werte“, die an der Schule vermittelt werden sollen…
    „Christliches Menschenbild“, tja, das könnte auch Kreationismus sein, Teufelsglaube und nicht zuletzt der Glaube an die „Ehe/Familie“, was sogar doppelt vernäht mit der Verfassung einherkommt (warum überhaupt die Betonung an dieser Stelle??)…

    „Schule als Ort von Toleranz und Weltoffenheit soll es jungen Menschen ermöglichen, die eigene Identität zu finden …“

    Hätte ich jetzt ganz toll gefunden, wenn da stünde: „die eigene Identität sebst zu finden“ oder „die eigene Identität selbst finden zu können“, kommt doch ein wenig bevormundend rüber?

    Liest sich ein wenig so, als läuft das „diversity“-Ding auf eine religiöse Restauration hinaus, oder („in gewisser Weise noch schlimmer“)? Banal gesagt muss man ja Mehrheiten einsammeln und die rechten Religiösen hofieren. Die dürften doch eher noch Nachschlag wollen…

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    • Finden ist eigentlich immer etwas das man selbst macht. Es ist hilfreich wenn einem dabei ein paar Modelle zum Suchen gezeigt werden, anstatt nur Eines, unter Abwertung aller Anderen von denen man so zufällig hört.

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  2. Adam+Eva -> Mann und Frau -> Familie -> Kinder
    verschiedene Geschlechter -> Ergänzung
    Am Anfang war das Wort -> Geistprinzip
    Geist -> Gemeinde->Gemeinschaft
    Geist -> Denken -> Frage nach Sinn, Bejahung von Bedeutung
    Annerkennung Subjektivität, innere -> innere Erkenntnis, Moralität, Gut und Böse
    Gesellschaft, äußere -> Positivtät des Geistes
    Gott als Mensch-> Mensch als Gott -> Aufgabe und Hingabe des Menschen an Gott und an Mitmenschen -> Liebe -> Gemeinschaft

    Kann man alles nicht anfassen, ansehen und hat keinen Geschmack oder Geruch. Ist nichts für dich und verstehst du nicht.

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        • Muss man demnach Christ sein, um

          – Heterosexualität zu akzeptieren?
          – Familie zu akzeptieren?
          – kritisches Denken und Erkenntnis zu bejahen?
          – Moral und Ethik hochzuhalten?
          – Humanität zu leben?

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        • Zur Info: ich war nie gläubig, never. Verstehe aber das Prinzip und die Bedeutung für die Gesellschaft. Moral und Ethik ausserhalb des christilichen Rahmens musst du mir zeigen: political correctniess? Außerhalb der Relgion über Moral und Ethik zu sprechen, halte ich für äußerst schwierig. Die analytische Philosophie versucht zum Beispiel, Moralität als Ergebnis spieltheoretischer Überlegungen zu verkaufen. Bringt alles nichts. Zerläuft zwischen den Händen. Am Ende hast du nur noch das Gleichheitsprinzip und den Intersektionalismus hyterischer Feministen

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          • „Verstehe aber das Prinzip und die Bedeutung für die Gesellschaft.“

            Ich nicht. ich muss nicht an Gott oder die inhärente Sündhaftigkeit der Menschen glauben um moralisch zu sein.

            „Moral und Ethik ausserhalb des christilichen Rahmens musst du mir zeigen“

            Dein Leben, Dein Körper; niemand hast nicht das Recht in das Leben und die körperliche Unversehrtheit eines anderen einzugreifen.

            „Außerhalb der Relgion über Moral und Ethik zu sprechen, halte ich für äußerst schwierig.“

            Ich finde über Moral und Ethik kann man nur außerhalb von Religion reden. Denn Religion ist ja nichts weiter als eine Handlungsanweisung aufbauend auf göttliche Autorität.

            „Am Ende hast du nur noch das Gleichheitsprinzip“

            Das ist ja auch viel wert.

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          • Vielleicht kannst du einfach nicht mitreden, weil du im dialektischen Materialismus groß geworden bist? Religion ist im Wessiland immer ein respektierter theoretischer Gegenstand gewesen. „Religion als eine Handlungsanweisung aufbauend auf göttliche Autorität“ ist kein Gegenstand des Interesses gewesen und wird von vielen nicht als das wesentliche der Religion betrachtet. Ich würde mich nicht so sehr am „christlichen Menschenbild“ stören. Religion hat bei uns keine Befehlsgewalt mehr, bildet aber zum Beispiel ein Gegengewicht zum islamischen Glauben. Ohne Kenntnis von Religion kannst du den islamischen Glauben oder das Judentum nicht beurteilen. Beide wären dann ja nur Hokospukus. Einem Rabbiner naive Schwachsinnigkeit vorzuwerfen, machen nur die wenigsten klugen Leute.

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          • Ich würde mich nicht so sehr am “christlichen Menschenbild” stören.

            Tu ich im Grunde genommen auch nicht. Weil jeder darunter eh etwas anderes versteht. Es ist eine belanglose Aussage.

            „und wird von vielen nicht als das wesentliche der Religion betrachtet.“

            Ja, glücklicherweise. Weil wir ein weitgehend säkulares Land sind, in der Religion nur noch über Tradition vererbt wird.

            „Religion hat bei uns keine Befehlsgewalt mehr bildet aber zum Beispiel ein Gegengewicht zum islamischen Glauben.“

            Man kann gegen einen Glauben nicht mit einem Glauben argumentieren. Da es letzlich ja nur darauf hinaus läuft welcher Gott der richtige ist.

            „Ohne Kenntnis von Religion kannst du den islamischen Glauben oder das Judentum nicht beurteilen“

            Mir reicht die Kenntnis, dass Juden ihre Söhne beschneiden, weil das angeblich wichtig sei, damit Gott keinen Aufstand macht.
            Oder dass Moslems in den heilige Krieg ziehen, weil Gott das so will.

            „Beide wären dann ja nur Hokospukus.“

            Korrekt.

            „Einem Rabbiner naive Schwachsinnigkeit vorzuwerfen, machen nur die wenigsten klugen Leute.“

            Kommt drauf an, was er erzählt. Wenn er anfängt von Gott zu erzählen, beeindruckt mich das nicht.
            Ich glaube erst an Gott, wenn er sich mir persönlich offenbart. Ansonsten sehe ich keinen Grund an ihn zu glauben. Und wenn er sich offenbart und er sich als derjenige der monoheistischen Religionen erweist, werde ich mit ihm (sofern er mich lässt und mich nicht vernichtet, weil ich nicht an ihn geglaubt habe) über Moral und Ethik diskutieren. Und ich werde gewinnen. Mit Leichtigkeit.

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          • Möglicherweise kann ich deinen Standpunkt nachvollziehen, aber nur theoretisch. Mir fehlt als Atheist die moralische Kraft, um mich in eine Diskussion mit Gott hineinzudenken. Ich befürchte fast, dass deine religiösen Gene ausgeprägter sind als bei mir und dass die zynischen Gene, die ich bei dir heimisch wähnte, in der Mehrzahl bei mir zu finden sind. Wie dem auch sei, ich muss jetzt wech. Ciao.

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          • „Mir fehlt als Atheist die moralische Kraft, um mich in eine Diskussion mit Gott hineinzudenken.“

            Was ist denn daran so schwer? Man muss dafür doch lediglich wissen, welche Ansichten Gott hat.

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          • „Außerhalb der Relgion über Moral und Ethik zu sprechen, halte ich für äußerst schwierig.“

            Umgekehrt, erst außerhalb von Religion wird es sinnvoll über Moral und Ethik zu sprechen. Innerhalb von Religion sind es verstaubte Geschichten und amoralische Moral, die den Erkenntnisgewinn behindern.

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          • @Gerhard
            Traust du dir wirklich so ein Urteil zu? Was sagst du denn zum Phänomen des Glaubens,d.h., den Verzicht auf sich selbst, Hingabe, Liebe. Ich meine es so, dass es Menschen gibt, die dieses Phänomen in sich wahrnehmen und vertiefen. Du hast dann eine ganz andere Perspekive auf die Welt und deine Mitmenschen. Du wirst versuchen, zu helfen. Du wirst dein größtes Glück in einer Gemeinde, im Gemeinschaftsgefühl haben. Wahrscheinlich fühlst du dich erfüllt. Vermutlich bist du überdurchschnittlich glücklich und zufrieden. Oder du versuchst eine Art innere Reinheit zu erreichen, indem du das Allgemeine (das Gute) zum beherrschenden Prinzip deines Lebens machst. Oder du führst ein achtsames, bescheidenes Leben und willst ein nützliches Glied in der Gesellschaft sein. Fsmilie erhält in diesem Umfeld eine herausragende Bedeutung.
            Daneben setze einen Atheisten. Der hätte einen kantischen Imperativ, das Gleichheitsgebot, die Mehrung der individuellen Zufriedenheit, des Geldes, das Prinzip der Meritokratie und das Prinzip der Rationalität zu seiner Verfügung. Er würde sich nicht für ein Gemeinschaftsgefühl interessieren. Begriffe wie Liebe, das Gute wären subjektive Vorlieben. Er würde auf Utilitarismus und ähnliche Konzepte zurückgreifen, um Normen zu installieren. Foucault wäre hier ein Beispiel, der Normen als Abfallprodukt von Macht betrachtet. Es lassen sich rein rational keine Normen begründen. Die Entscheidung: „das Gute soll sein“, impliziert, dass es Einheit gibt. Der Nihilismus Nietsches sagt: es gibt nur Differenzen -> kein Gott -> keine Einheit -> kein Gutes. Alles ist das Ergebnis von Macht. Der Standpunkt Nietsches ist rational nicht wiederlegbar, d.h., du musst, wenn du kein Nihilist bist, etwas dagegen setzen und behaupten: Einheit. Die Motivation dieser Entscheidung lässt sich sehr gut mit Religion begründen.

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          • quellwerk
            „Es lassen sich rein rational keine Normen begründen.“

            Sicher, es ist ganz einfach.
            Ich habe meine Interessen. Du bist auch noch da. Die Logik verlangt die eigenen Interessen mit den deinen gleichzusetzen. Dies ist die einfachste Idee der Gerechtigkeit, aus der sich unmittelbar ergibt: alle Menschen sind gleich.

            @adrian hats gleich gesagt.

            Alles weitere davon abzuleiten.

            Religion erzählt die Geschichte eigentlich ja auch, in einer story, schön bunt. Ist sozusagen der garnierte Vorläufer eines denkbar einfachen Gedanken.

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          • Aber von einem atheistischen Standpunkt aus ist das ja der Grund, warum Religion mit Moral nichts zu tun hat. Weil Moral und Ethik das Zusammenleben zwischen Menshen regelt. Und bei Religion nicht der Mensch, sondern Gott (vorgeblich) das letzte Wort hat.

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          • @adrian, da hast du mich glaub ich missverstanden. Wenn Gott von Menschen erfunden ist, dann war er ihr Vorwand Ethik und Moral durchzusetzen. Vermutlich, weil man sich auf eine höhere Autorität berufen wollte und ausserdem damit eine Art Behörde in die Welt gesetzt werden könnte. Wäre vielleicht zu abstrakt gewesen, sich auf eine Idee zu berufen, da musste was Greifbares her. Den man auch um was bitten konnte, etc.

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          • „Wenn Gott von Menschen erfunden ist, dann war er ihr Vorwand Ethik und Moral durchzusetzen.“

            Jein. Gott ist nicht nur ein Vorwand. Du denkst, glaube ich, bereits zu säkular um die Ursprünge des Glaubens und Glauben an sich zu verstehen.

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          • Quellwerk, „Traust du dir wirklich so ein Urteil zu? Was sagst du denn zum Phänomen des Glaubens,d.h., den Verzicht auf sich selbst, Hingabe, Liebe“

            Was sagst Du zu dem Phänomen des Glaubens, in Seinem Namen seit Jahrtausenden andere zu massakrieren? Und auch heute noch Homosexualität zu verteufeln, wo wir gerade bei Adrian zu Gast sind. Ich lese aus Deinen Zeilen heraus, daß Atheisten (auch andersgläubige?) nicht fähig sind, gute Menschen zu sein, und dies empfinde ich als ehrverletzend und auch als Problem der Gläubigen, in dieser Verirrung Andersgläubigen schlimmes antun zu dürfen. Superbia, eine Todsünde.

            Schlußendlich sind all diese Schriften, auf denen sich Religiöse berufen, nichts als Menschenwerk. Aus finstersten Zeiten. Aus denen man alles und sein Gegenteil herauslesen kann. Gute Menschen können gutes herauslesen und das passiert heutzutage bei uns auch zumindest überwiegend. Trotz allem bleibt Religion ein Denkverbot bei der Suche nach umfassender Ethik und Moral, einfach weil sie behauptet eine (welche der vielen?) Antwort zu haben und man nicht weiter denken muß. Beim Zölibat und beim Verbot weiblicher Priester kann man das auch heute noch sehr gut beobachten.

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  3. Die Verquickung von Religion und Genderwahn ist eigentlich ganz pfiffig. So wird den konservativen Kritikern der Wind aus den Segeln genommen. Überhaupt hat die Genderei das gesamte linke Spektrum paralysiert. Von den Grünen (Blockwarte) über die SPD (Hartz IV) bis zu den Piraten (offensichtlich).

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    • Genderismus wirkt, weil es das Gleichheitsprinzip zum Dogma erhebt. Dagegen läßt sich kaum was sagen. Die Differenzen, die unterhalb dieser angestrebten Gleichheit sind ( 64000 Geschlechter), stehen gleichberechtigt nebeneinander und sollen durch das Gleichheitsprinzip nur beruhigt, ausgeglichen werden. Alle ist irgendwie gleich in seiner Unterschiedlichkeit. Die Konservativen haben einfach nicht mehr genug Religiösität, um darauf zu drängen, die Differenzen zusammenzufassen und aus ihnen eine Einheit zu bilden.

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      • Genderismus wirkt, weil es das „Gleichheitsprinzip zum Dogma erhebt. Dagegen läßt sich kaum was sagen.“

        Natürlich. Weil Gleichheit die Gleichheit vor dem Gesetz bedeutet. Alles andere deckt der Individualismus ab.

        „Die Konservativen haben einfach nicht mehr genug Religiösität, um darauf zu drängen, die Differenzen zusammenzufassen und aus ihnen eine Einheit zu bilden.“

        Welche religiöse Formel sollten sie denn dafür anwenden?

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        • Halleluja!
          Lobet den Herrn vom Himmel her,
          lobt ihn in den Höhen:
          Lobt ihn, all seine Engel,
          lobt ihn, all seine Scharen;
          lobt ihn, Sonne und Mond,
          lobt ihn, all ihr leuchtenden Sterne;
          lobt ihn, alle Himmel
          und ihr Wasser über dem Himmel!
          Loben sollen sie
          den Namen des Herrn;
          denn er gebot,
          und sie waren erschaffen.
          Er stellte sie hin für immer und ewig,
          er gab ihnen ein Gesetz,
          das sie nicht übertreten.
          Lobet den Herrn, ihr auf der Erde,
          ihr Seeungeheuer und all ihr Tiefen,
          Feuer und Hagel, Schnee und Nebel,
          du Sturmwind, der sein Wort vollzieht,
          ihr Berge und all ihr Hügel,
          ihr Fruchtbäume und alle Zedern,
          ihr wilden Tiere und alles Vieh,
          Kriechtiere und gefiederte Vögel,
          ihr Könige der Erde und alle Völker,
          ihr Fürsten und alle Richter auf Erden,
          ihr jungen Männer
          und auch ihr Mädchen,
          ihr Alten mit den Jungen!
          Loben sollen sie den Namen des Herrn;
          denn sein Name allein ist erhaben,
          seine Hoheit strahlt
          über Erde und Himmel.
          Seinem Volk verleiht er Macht,
          das ist ein Ruhm für all seine Frommen,
          für Israels Kinder, das Volk,
          das ihm nahen darf.
          Halleluja!

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      • @Quellwerk
        „Genderismus wirkt, weil es das Gleichheitsprinzip zum Dogma erhebt.“

        Das trifft gar nicht zu. Gender negiert das Gleichheitsprinzip vollkommen. Es dreht sich alles um partikuläre Indentitäten, die alle zueinander austariert müssten. Denn gender nimmt gender an, dass es ein Ungleichgewicht gibt, welches historisch entstanden ist, welches nun korrigiert gehört. Verschiedene Gerechtigkeit für die verschiedenen Gruppen ist die Folge (Jedem das Seine).

        Genau die gleiche Weltanschauung ist in den verschiedensten Religionen auch anzutreffen, besonders im Hinduismus. Aber auch im Christentum. Zum Bespiel äussert sich das bei denen in der weit verbreiteten Weigerung die gleichgeschlechtliche Ehe anzuerkennen.

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        • Die Konzepte Einheit und Differenz sind grundlegend. Man kann nur noch weiter zurückgehen, wenn man das Nichts als Grundlage nehmen will.
          Das heißt, wenn man den Weg der Differenz beschreitet (Gender), müssen die Differenzen stehen gelassen werden. Sie sind gleichgültig. Sie haben alle denselben Status. Es gibt keine Hierarchie. Sie affizieren sich nicht. Sie fügen sich nicht zu Einheiten zusammen und bilden nicht etwas größeres, worin sie die Unterschiede wären. Es gibt kein geordnetes Ganzes, keinen in sich durchstrukturierten Organismus. Keine Einheit. Jedes differente gender bleibt neben allen anderen bestehen. Sie ziehen sich nicht an. Sie stoßen sich nicht ab. Darin sind alle gleich: Gleichheitsdogma. Jeder Gesichtspunkt gibt eine neue Perspektive. Was unten ist, kann auch oben sein. Was wichtig ist, wird von einem anderen Blickpunkt unwichtig. Alles ist gleichgültig -> Gleichheitsdogma

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    • @Gerhard
      „So wird den konservativen Kritikern der Wind aus den Segeln genommen.“

      Ganz im Gegenteil, sie sind besonders herausgefordert, weil es ein Konkurrenzsystem ist. Und deshalb ist die Kritik aus dieser Ecke auch am lautesten.

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      • Links haben sie bereits das Konkurrenzsystem „Arbeiterkampf“ durch Frauenbevorzugung abgelöst. Wie Axel auch schon erwähnt, sind sie bereits in einigen eher konservativen Kreisen sehr gut vertreten. Welcher Wirtschaftsliberaler zB sieht es nicht gern, wenn durch ein Mehrangebot von Arbeitskräften der Arbeitslohn sinkt?

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    • ät Gerhard: „Die Verquickung von Religion und Genderwahn ist eigentlich ganz pfiffig. “
      – Gut beobachtet. Gilt generell für die Genderlehre: Die sind eigentlich alle stramm links, aber sie sind offen für Unternehmen, für die Kirche, für fast alle Parteien….
      Das Ergebnis läßt sich sehen: Die Firmenvertreter quasseln was von mehr Frauen in Technikkonzernen, die evangelische Kirche ist im Genderwahn (Käßfrau), und die Genderbekloppten finden sich in allen Parteien links von der AfD.

      Technisch gesehen geniale Propaganda, oder?

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  4. ät Adrian:

    Jesus hatte zwei Väter – wußtest Du das nicht? Josef und Gottvater im Himmel. Da ist die Gendertheorie doch schon angelegt. Das ist ein Hinweis!
    Und im Alten Testament existiert kein christliches Familienbild, sondern überall wird rumgehurt, sodomiert, …und ein paar Schwule gibt es bestimmt auch, wenn man offen für alternative Interpretationen ist….

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      • Joseph durfte den Sohn Gottes aufziehen! Und das wußte er sogar. Eine Riesenehre!

        Leider wird dieses Gendervorbild in der Kirche kaum genug gewürdigt. Ich bin mir aber sicher, daß Käßfrau, Göring-Eckardt und andere Grünevangelisten da noch einiges in die Wege leiten werden.

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        • Ach richtig. Es war ja das imaginäre ranghöchste Alphamännchen überhaupt, dass den Braten in die Röhre geschoben hat. Da gelten Sonderregeln und der Kerl soll sich gefälligst geehrt fühlen, dass er noch ein Maul zu füttern hatte. 🙂

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  5. Das christliche Menschenbild ist einfach. Es ist im Kern eines der Unterordnung. Was die christlichen Kirchen, zur Zeit eher die katholische Kirche und die Evangelikalen, besonders aufregt, ist ja der Anspruch des Menschen sein zu wollen wie Gott, also selbst untereinander auszuhandeln was gut und böse ist. Deshalb ärgert es sie ja so, wenn Leute meinen sie könnten selbst über ihren Körper bestimmen, oder mit der Schöpfung herumspielen. Der ganze Rest, wie die Sexualmoral, die Gebote sind teils Konsequenzen, teils Hilfsmittel zur Durchsetzung des einen zentralen Gebotes: Triff keine eigenen Entscheidungen, sondern folge den Geboten Gottes, wie sie von seinen Priestern verkündet werden. Deine mythologischen Vorfahren haben das nicht gemacht und sind deshalb aus dem Paradies geflogen, und nur wenn du Jesus als deinen Boss annimmst und tust was seine Sprecher vorschreiben darfst du wieder zurück.

    In der Praxis handeln wir natürlich trotzdem unsere ethischen Werte aus. In jeder Generation und in jedem Kulturkreis. Das ethische Selbstverständnis, die Einschätzung dessen was gut und böse ist, ist ständigen Wandlungen unterworfen. Ein typischer 1950er Konservativer, würde angesichts unserer Alltagsethik schon leicht verwirrt sein. Immerhin war damals z.B. gegen eine Tracht Prügel wenn das Kind widerspricht nichts einzuwenden. Gehen wir nochmal etwas zurück, dann ist die Idee unterschiedlich wertiger Rassen akzeptiert und wenn wir uns Richtung Mittelalter bewegen, dann rechtfertigt die christliche Jenseitsverheißung jede Abscheulichkeit wenn es um die Rettung der unsterblichen Seele geht und die Feudalherrschaft wird akzeptiert, weil die Adeligen die Hirtenhunde sind, die im Auftrag der kirchlichen Hirten die dumme Herde hüten.

    Einen Gott braucht es für diese Verhandlungen nicht. Nicht einmal unter Religiösen. Die Buddhisten machen das zum Beispiel gottlos, und wir sind gerade dabei das Christentum zugunsten des Humanismus auszumustern. Gesellschaftlich werden wir seit Jahrzehnten inhomogener und individualistischer. Da passt das christliche Menschenbild einfach nicht mehr.

    Der Bildungsplan: Die christlichen Referenzen mussten wohl rein um unseren Pietkong zu beruhigen. Dass sie andere Aspekte der Ausgrenzung stärker betonen, finde ich in Ordnung. Immerhin ist sexuelle Vielfalt aber ausdrücklich drin und es steht drin dass verschiedene sexuelle Orientierungen wertfrei vermittelt werden sollen. Bei den wilden Versuchen unserer christlich-konservativen eine Hierarchie anhand der Fortpflanzungsfähigkeit zu konstruieren, ist das beruhigend. Manche Leute haben eine ekelhafte Neigung von einer Hierarchie zu einem Mangel und dann zu einer Pathologisierung gehen zu wollen.

    Ein bisschen enttäuschend finde ich dass sie so feige waren das Thema erst ab der siebten oder achten Klasse anzusprechen. Das es Leute gibt die nicht in das klassische Mann/Frau-Schema fallen, hätte man wohl auch Vorpubertären gefahrlos nahe bringen können.

    Letztendlich liegt das alles stark im Ermessen der Lehrer, und da bin ich bei der Mehrheit an den konfessionsfreien Schulen optimistisch.

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    • „Deshalb ärgert es sie ja so, wenn Leute meinen sie könnten selbst über ihren Körper bestimmen, oder mit der Schöpfung herumspielen. “
      – Der ist wirklich gut. Die Kirche verlangt Demut von den Menschen, was zB die linksextreme Schwulen- und Genderpartei DIE GRÜNIXES seit Anfang an auch tut.
      Aber bei der Kirche ist das natüüüürlich ganz was anderes! Doppelstandards, Solanum?

      A propos „frei aushandeln“: Was ist den mit der Gender-Reinbimsung durch den grünrot-linksversifften Bildungsplan? Erkennst Du da nicht auch gewisse Unfreiheiten?

      Glaube, was ich glaube, Schüler Solanum! Berühre den Bildschirm! Berühre das Heilige Buch der Reinen Genderlehre! Erkenne die sozial konstruierte Geschlechtlichkeit Deines Selbst! Wähle Deine Identität (en), wie Du sie haben willst! Biologie gibt es nicht! Befreie Dich von den Zwängen des patriarchalischen Heteronormativismus!

      Hallelujaaaaaaaah!

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      • „Die Kirche verlangt Demut von den Menschen“

        a) Was soll das bedeuten?
        b) Von mir hat die Kirche gar nichts zu verlangen. Ich bin kein Mitglied, also sollen sie mich in Ruhe lassen.

        „Wähle Deine Identität (en), wie Du sie haben willst!“

        Damit habe ich kein Problem.

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      • Demut? Wie ging nochmal euer Standardgebet? ‚Dein Wille geschehe‘, oder? Nicht etwa: Achtet die Schöpfung, oder respektiert eure Mitmenschen, oder nehmt euch nur soviel wie ihr braucht damit es für alle reicht, oder was man sonst als Aufrufe zur Demut und Selbstbescheidung ansehen könnte. Nein, da kommt gleich der Verzicht auf die eigene Entscheidungsfreiheit, und praktischerweise der Verzicht auf die eigene Verantwortlichkeit gleich mit. Immerhin ist Gott schuld wenn Christen in seinem Namen Unsinn machen. 🙂

        Einige Fans der Privilegientheorie mögen versuchen mir einzureden ich hätte qua Klasse Schuld die mir vergeben werden müsste. Das haben sie wahrscheinlich bei den Christen abgeschaut. Die kommen ja auch schon sündhaft zur Welt und betteln täglich um Vergebung. Aber ‚Nicht mein, sondern dein Wille geschehe‘, das haben sie noch nicht probiert. So unverschämt sind sie nun doch nicht.

        Was nun die gleichberechtigte Präsentation alternativer Lebensstile angeht. Es ist leichter den eigenen (wahrscheinlich biologisch beeinflussten) Präferenzen zu folgen und sie zu vertreten, wenn die Alternativen nicht als minderwertig, sündhaft und mängelbehaftet dargestellt werden.

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  6. Ich würde das nicht überbewerten, ist doch bloß eine Floskel aus politischen Kalkül gewählt.
    Irgendwie muss man die evangelikalen Spinner ja ruhig stellen.
    Es ist allerdings wichtig die spirituelle Komponente menschlicher Identität nicht wegzulassen.

    Man sieht es ja an den Genderisten, Ultra-Atheisten aber auch an den Ultra-Christen, was passiert, wenn die Menschen den Bezug zu ihrem Unterbewusstsein verlieren. Sie werden unausgeglichen, selbstgerecht und extrem.
    Sie begreifen nicht mehr, dass sie ihre Realität selbst erschaffen, sehen sich als Spielball äußerer Kräfte. Ob nun als Zahnrad in einem deterministischen Gefüge oder als chaotisch trudelndes Teilchen im kosmischen Wirbel. So eine Sichtweise ist zu tiefst unbefriedigend, denn die Möglichkeit sein Leben aktiv zu gestalten wird negiert. Der Mensch verliert seine schöpferische Kraft, ist nicht mehr göttlich, sondern bloß die Quintessenz von Lehm oder ein biochemischer Reaktor.
    Damit ist jeder Sinn dem man dem Leben gegen könnte profan und bedeutungslos.

    Wir sind das Universum, dass sich selbst betrachtet.

    Oder sind wir bloß irgendwelchen göttlichen oder sozio-ökonomischen Mächten ausgelieferte Teilchen?

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