Beschneidung – Das letzte Wort (?)

Beschneidung in Deutschland ist aus mindestens drei Gründen falsch:

Erstens ist es eine Verletzung der körperlichen Unversehrtheit des Kindes.

Zweitens ist es eine Verletzung des Grundsatzes der Gleichberechtigung der Geschlechter, da es weiterhin verboten ist, Mädchen zu beschneiden.

Drittens ist es eine Diskriminierung auf Grund von Weltanschauungen, da nur bestimmte Weltanschauungsträger ihre Söhne beschneiden dürfen, andere aber nicht.

Zur Ethik und Recht:

Zunächst einmal Religion nichts anderes als eine Weltanschauung unter vielen. Religionsfreiheit ist demnach ein überflüssiges Rechtskonstrukt. Religion bräuchte keinen gesonderten Schutz. Ein gesonderter Rechtsstatus wird bestimmten Religionen nur deshalb eingeräumt, weil bestimmte Religionen sehr alt sind, und seit Jahrhunderten Extrawürste bekommen. Würde ich eine Religion gründen und postulieren, dass diese es notwendig mache, meinem Kind den kleinen Zeh zu amputieren, würde man mich bestenfalls auslachen und schlimmstenfalls ins Gefängnis sperren. Daran erkennt man, dass der Staat selbst nicht an Religionsfreiheit glaubt, sondern diese nichts anderes als die Bevorzugung bestimmter Weltanschauungen darstellt, an die man sich gewöhnt hat.

Zweitens sollte eigentlich jedem ethisch denkenden Menschen klar sein, dass es nicht richtig sein kann, ein Kind dauerhaft und irreversibel, ohne dessen Einwilligung und unter Zufügung schlimmster Schmerzen zu verstümmeln. Nur die Vorschusslorbeeren die eine Gesellschaft traditionellen Religionen zuweist, macht aus einem derartig eindeutig widerlichen Akt ein diskussionswürdiges Thema. Nur Religion schafft es, dass Menschen nichts daran finden, einem kleinen Säugling etwas wegzuschnippeln, während dieser vor Schmerzen brüllt – und das im Namen eines unsichtbaren Zauberers im Himmel. Das alles ist so grotesk und bescheuert, man möchte kotzen – sorry für die Ausdrucksweise.

(zuerst veröffentlicht als Kommentar bei „Erzaehlmirnix„)

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8 Gedanken zu “Beschneidung – Das letzte Wort (?)

  1. Entschuldige – Du hast wohl nen VOLLVOGEL!!!

    Beschneidung bei nem Jungen mit Beschneidung bei einem Mädchen zu vergleichen … das ist widerlich und hat null, null und nochmal NULL mit „Verletzung der Gleichberechtigung“ zu tun!

    Denk mal nach, bevor Du nen derartigen SCHWACHSINN schreibst.

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    • Liebe Barbarelle, vollkommen richtig! Eine who Typ Ia Beschneidung, also das ganze oder Teilweise entfernen der Klitorisvorhaut bei Mödchen, wie sie bspw. In Asien aus religiösen Gründen gefordert wird und die dort unter medizinischen Bedingungen durchgeführt wird; mit der Bescgneidung z. B. In Südafrika, mit dreckigen und rostigen Messer zu vergleichen, bei der jedes Jahr hunderte Jungen sterben oder durch unsachliche Beschneidung impotent werden, ist ein Skandal! Medizinisch gesehen, da gebe ich dem Adrian Recht, ist der Umfang und die Auswirkung dieses Eingriffes vergleichbar.

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    • Robin schreibt da einiges drüber:
      https://robinsurbanlifestories.wordpress.com/2013/05/07/beschneidungsdebatte-ein-jahr-danach-beschissene-argumente-und-meine-antworten/
      „Das Bild von der weiblichen Genitalverstümmelung ist folgendes: Da wird einem kleinen Mädchen mit einer Rasierklinge oder einer Glasscherbe Schamlippen und Klitoris abgeschnitten, besser gesagt: weggekratzt und das zerfleischte Ergebnis dann zusammen genäht. Ich finde keine Worte für diese Barbarei. Davon aber abgesehen gibt es auch harmlosere Methoden der weiblichen Genitalverstümmelung. Wohlgemerkt: “Harmloser”, aber auch gar keinen Fall harmlos oder in irgendeiner Weise gerechtfertigt!!!

      Einige Formen sind mit der männlichen Beschneidung, was die Effekte betrifft, durchaus vergleichbar. Dennoch bleibt die weibliche Genitalverstümmelung ein ekelhaftes Verbrechen. Mit welchen berechtigten Grund lässt sich nun aber selbst die am wenigsten destruktive Form der weiblichen Genitalverstümmelung ablehnen, die männliche Beschneidung aber nicht? „

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  2. „Drittens ist es eine Diskriminierung auf Grund von Weltanschauungen, da nur bestimmte Weltanschauungsträger ihre Söhne beschneiden dürfen, andere aber nicht.“

    Das würde tatsächlich eine Verbesserung darstellen, wenn es denn stimmen würde – aber das tut es nicht. Das Beschneidungsgesetz erlaubt ausdrücklich eine Beschneidung auch aus nicht-religiösen Gründen. Das einzige religiöse „Sonderrecht“ stellt die unsägliche Passage dar, die erlaubt, dass Babies unter 6 Monaten nicht von Ärzten, sondern auch „von einer Religionsgemeinschaft dazu vorgesehene Personen“ beschnitten werden dürfen, Was andererseits lange nicht heißt, dass ein Rabbi nur ein jüdisches Kind beschneiden darf.

    Etwas mehr Akkuratesse würde mich bei diesem Thema freuen.

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  3. OK, Punkt 3 oben trifft also nicht zu gemäß § 1631d, Abs. (1). Wir haben gemäß Abs. (2) lediglich eine Diskriminierung von nicht-religiösen Beschneidern gegenüber „von einer Religionsgemeinschaft dazu vorgesehenen“ Beschneidern.

    Trotzdem guter Hauptbeitrag oben – danke dafür!

    Abs. (1) enthält übrigens eine wichtige Einschränkung: „Dies gilt nicht, wenn durch die Beschneidung auch unter Berücksichtigung ihres Zwecks das Kindeswohl gefährdet wird.“

    Als Nicht-Jurist würde ich daraus folgern, daß „das Recht, in eine medizinisch nicht erforderliche Beschneidung des nicht einsichts- und urteilsfähigen männlichen Kindes einzuwilligen, wenn diese nach den Regeln der ärztlichen Kunst durchgeführt werden soll“ praktisch nie gegeben ist: Eine medizinisch nicht-indizierte Beschneidung gefährdet das Kindeswohl in praktisch allen Fällen.

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