Von der Zumutung homoerotischer Infamie für das Seelenheil nicht-feministischer Kämpfer der Privatsphäre zum Schutze der Intimsphäre unserer Kinder

Man kann machen, was man will. Manche werden niemals müde. Dazu gehört auch der „Nicht-Feminist“, der eine Verlinkung auf einen seiner älteren Beiträge zum Anlass für einen neuen Beitrag nimmt, indem er sich wundert, warum Homos sich nicht endlich mit ihrer Existenz als gesellschaftliche Randgruppen zufrieden geben.

Okay, ich versuch es noch einmal zu erklären:

In einem sehr alten Artikel der Kehrseite habe ich mich explizit mit der wissenschaftlichen Definition des Begriffes “Sexualität” auseinandergesetzt, da dieses Thema in den letzten Jahren eine politische Dimension angenommen hat. Obwohl es eines der intimsten zwischenmenschlichen Angelegenheiten ist, ist es gerade zu infam, wie dieses Thema von der Politik für erzieherische Maßnahmen instrumentalisiert wird. Wenn ich mich recht erinnere, waren es gleichgeschlechtliche Aktivisten, die ihre intimen Angelegenheiten heraus auf die Straße gezerrt haben. In beispiellosen Kampagnen auf medialer und politischer Bühne sind die Anliegen dieser Randgruppe in der Öffentlichkeit beworben worden.

Der Nicht-Feminist tut hier gerade so, als wäre die gesamte Menschheitsgeschichte für Homos immerzu Friede, Freude, Eierkuchen gewesen, als hätte es niemals ein Veranlassung gegeben, unsere intimen Angelegenheiten auf die Straße zu zerren. Selbstredend hat man uns immerfort akzeptiert, hat uns niemals politisch verfolgt, hat unsere Liebe, unsere Erotik (Sexualität schreibe ich hier bewusst nicht, denn laut Ansicht des Nicht-Feministen haben Homos keine Sexualität), unsere Beziehungen niemals infrage gestellt, hat uns stets mit dem gleichen Respekt behandelt, den Heterosexuelle selbstverständlich für sich in Anspruch nehmen, wenn es um deren intimen Angelegenheiten geht.

Damals wie heute vertrete ich die Auffassung, dass es niemanden etwas angeht, was zwei erwachsene Menschen in gegenseitigem Einvernehmen zu tun gedenken, so lange diese Taten keine strafrechtlichen Aspekte berühren.

Eine kryptische Aussage, die mich nicht vollständig zufrieden stellen kann, weil sie nichts darüber aussagt, wie der Nicht-Feminist zum Beispiel über Homos im Iran denkt, da deren Leben dort sehr wohl strafrechtliche Aspekte berührt.

Da homoerotisch veranlagte Menschen in diesem Land keinerlei juristische Konsequenzen für ihr Tun befürchten müssen, sehe ich auch keinen Grund für diese Menschen sich in ihrer gewohnten Manier diskriminiert zu fühlen.

Wenn aber heterosexuelle Menschen in diesem Land mehr tun dürfen, als homoerotisch veranlagte Menschen – heiraten, adoptieren, ihre intimen Angelegenheiten in die Öffentlichkeit zerren, ohne dass der Nicht-Feminist deshalb kritische Beiträge schreibt – , wieso sollten sich letztere dann nicht diskriminiert fühlen?

Wenn diese Privatangelegenheiten einer gesellschaftlichen Randgruppe sogar in die Schulen getragen und allumfassend in die Lehrpläne eingebunden werden soll. Spätestens dann ist dieses Thema eben keine einvernehmliche Angelegenheit zwischen zwei Erwachsenen mehr, sondern ein Politikum.

Bis auf den Aspekt mit der „Randgruppe“ könnte der Nicht-Feminist das Gleiche über Heteros schreiben. Wenn deren Privatangelegenheiten  sogar in die Schulen getragen und allumfassend in die Lehrpläne eingebunden werden soll  – was bereits geschehen ist – spätestens dann ist dieses Thema eben keine einvernehmliche Angelegenheit zwischen zwei Erwachsenen mehr, sondern ein Politikum.

Hat nun eine Randgruppe weniger Rechte als die Mehrheit?

Wenn hier von Eltern Kritik auf die Straße getragen wird, betrifft diese nicht die Privatangelegenheiten der Schwulen und Lesben, sondern die der von solchen Eingriffen in die Intimsphäre betroffenen Kinder.

Kein Mensch hat sich um meine „Intimsphäre“ gekümmert, als mir in der Schule beigebracht wurde, wie man ein Kondom über den Penis zieht, damit man ihn dann sicher in die Mumu eines weiblichen Wesens stecken kann…

Und ja, ich glaube, dass gerade in unserer heutigen Zeit, in der  Sexualität und Eotik allgegenwärtig ist, es wichtig ist, bereits Kinder, ab einem angemessenen Alter, über Sexualität und Erotik aufzuklären. Und sei es alleine deshalb, weil einige dieser Kinder später homoerotisch leben werden.

Nicht die Tatsache, dass es gleichgeschlechtliche Neigungen gibt steht zur Kritik. Auch die intimen Betätigungen der Homoerotiker hat vor der massiven politischen Einflussnahme ihrer Lobbygruppen auf die Schulbildung kaum einen interessiert. Den Demonstranten gegen den Bildungsplan 2015 ist es, genau wie mir persönlich, vollkommen egal was andere Menschen privat tun. Das geht keinen etwas an!

Und dennoch richten sich weder der Nicht-Feminist noch die Gegner des Bildungsplans gegen eine heterosexuelle Indoktrinierung von Schülern.

Wenn man jedoch ein solches Thema wie die Sexualität in den Lehrplan an Schulen einbaut, sollte das auf eine Weise geschehen, dass die maßgeblich davon Betroffenen (Kinder und deren Eltern) im Einvernehmen mit dem Bildungstr[ä]ger sind.

Und da Homosexualität keine Sexualität ist, braucht sie im Sexualkundeunterricht der Schule auch nicht berücksichtigt werden. Denn ob Peter sich mit 14 in einen Jungen verliebt; dass er versucht, dieses Gefühl einzuordnen; sich darüber bewusst wird, dass er eine „Randgruppe“ ist, und schlussendlich mit Jerome ohne Kondom Analverkehr betreibt, das ist alleine seine Privatsache und geht niemanden etwas an. Denn solange Saskia und Ramon sexualkundlich gebildet werden, auf das sie in ihrem Ehebett fleißig für schwäbischen Nachwuchs sorgen, brauchen uns Peter und Jerome mit ihrer randständigen Homoerotik nicht zu interessieren.

Als Hinweis darauf, dass die emotionalen und irrationalen Ansichten der Buchstabenmenschen keinen Eingang in die Lehrpläne von Bildungseinrichtungen finden sollten, sei auf folgendes Zitat aus dem Schwulemiker-Blog verwiesen:

“Und selbst wenn man man Homosexualität als Form der Sexualität betrachtet, bemühen wir Homos uns sehr, Leben weiterzugeben, indem wir kräftig unsere Sexualität praktizieren. Es ist schließlich nicht unsere Schuld, dass ein allmächtiger Gott zwar in der Lage ist, in einem Mann das Verlangen nach einem anderen Mann zu entfachen, sich aber außerstande sieht, einen Mann zu schwängern.” (Hervorhebungen: Die Kehrseite)

Ein polemisch-heiteres Zitat meinerseits muss jetzt also als Beleg dafür herhalten, dass der Bildungsplan falsch ist? Ich persönlich finde dieses Zitat  außerordentlich gut, zumal es sich – selbstredend dem Alter der Schüler angemessen – für den Religions- und den Sexualkundeunterricht gleichermaßen eignet.

Niemand wird in unserer Gesellschaft wegen dieser Neigungen diskriminiert, ganz im Gegenteil.

I beg to differ.

Heute genießen die gleichgeschlechtlich Geneigten eine Vorrangstellung in den gehobenen gesellschaftlichen Kreisen, allein aufgrund dieser Neigung.

Mag sein, ich zum Beispiel bewege mich allerdings nicht in gehobenen gesellschaftlichen Kreisen. Und auch der Bildungsplan ist nicht alleine zur Lektüre für gehobene gesellschaftlichen Kreise gedacht.

Bei einem Coming-Out bekommen sie automatisch den Nimbus der Unangreifbarkeit verpasst

Klaro. Insbesondere wenn man in Köln-Chorweiler oder Berlin-Marzahn Hand in Hand mit seinem Freund spazieren geht. Aber selbst schuld, warum tragen wir unsere privaten Intimitäten auch in die Öffentlichkeit? Tun Heteros ja auch nicht, oder?

und sind auch gegen sachliche Kritik in anderen Bereichen immun. Kaum jemand hat es zum Beispiel gewagt Klaus Wowereit wegen seiner kommunalpolitischen Verfehlungen anzugreifen, um nur ja nicht in den Verdacht der “Homophobie” zu geraten.

Auch das ist natürlich falsch, denn gerade in den letzten Jahren seiner Amtszeit ist die Beliebtheit Wowereits massiv gesunken, wurde er massiv kritisiert, insbesondere im Zusammenhang mit dem Berliner Flughafen-Desaster.

Eines sei über Regenbögen noch gesagt. Man kann sie nur sehen wenn Regen und Sonne zusammenkommen. Und sie sind sehr schnell vergänglich.

Ich betrachte das jetzt mal als ein Hoffnungsseufzer über die kommenden Zeiten, in denen sich Heteros nicht mehr mit frechen Randgruppen herumschlagen müssen, die ihre Erotik schamlos in die Öffentlichkeit tragen, ohne an die Intimsphäre der Kinder zu denken.

Wenn es anders gemeint sein sollte, darf mich der Nicht-Feminist gerne aufklären.

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12 Gedanken zu “Von der Zumutung homoerotischer Infamie für das Seelenheil nicht-feministischer Kämpfer der Privatsphäre zum Schutze der Intimsphäre unserer Kinder

  1. „Und ja, ich glaube, dass gerade in unserer heutigen Zeit, in der Sexualität und Eotik allgegenwärtig ist, es wichtig ist, bereits Kinder, ab einem angemessenen Alter, über Sexualität und Erotik aufzuklären.“

    Das ist richtig, nur darum geht es doch nicht. Das ist Fassade.

    Es geht den LSGBTI … um Genderlehre.

    Gefällt 2 Personen

  2. „die Gegner des Bildungsplans gegen eine heterosexuelle Indoktrinierung von Schülern.“
    Na doch! Mal abgesehen von den ganzen Erzkatholiken die da Sturm laufen.. Der Riesenaufschrei kam nach der Tuider-Dildo Berichterstattung.
    Dann gibt es eben auch die Sorge, dass wo Grüne Regenbogen sagen, in Wirklichkeit Feminismus drin its.
    Ich habe keinerlei Probleme damit, wenn im Rahmen der Sexualerziehung eben auch gleichgeschlechtliche Sexualität bearbeitet wird. Genau da gehört das hin. Ich habe auch überhaupt kein Problem damit, wenn Homosexualität im normalen Untericht behandelt wird, sei es, wenn die Schüler Fragen haben es einen aktuellen Anlass gibt oder es gerade Thema ist.
    Meine Schmerzen beginnen, wenn in normalen in Schulbüchern dann eben nicht mehr Professorinnen und Professoren sondern Professx steht (plant noch keiner). Meine Schmerzen beginnen, wenn krampfhaft lesbische Schriftsteler gesucht werden müssen (und dann ihre Sexualität in Deutsch diskutiert werden muss. Ob Orwell schwul war? Keine Ahnung. Interessierte mich auch bei Douglas Adams, Terry Pratchett oder JK Rowling nicht) . Meine Schmerzen beginnen, wenn in einem Mathebuch schwule Inhalte vermitelt werden sollen. Da hat sich, nach dem ersten Aufschrei doch einiges abgemildert, bislang sehe ich in dem Bildungsplan nichts, was ich nicht unterstützen würde. Aber die LBGTTI Gruppen hatten da ursprünglich doch weit mehr geplant. Die Vorschläge ein Bordell für alle zu planen, das kam, iirc, von der LBTTGI Gruppe der GEW. Alle Sexualitäten (und für alle nicht Clinton Fans ist Oralverkehr ebenso wie Analverkehr Sex), gerade auch was die Gesundheitsaspekte angeht, müssen behandelt werden. Ob ich auch BDSM kram schon in einer 8. Klasse behandeln würde? Wahrscheinlich schon. Wenn man das ganze, ohne Patriachat, ohne Macht und alles sowas macht? Super.
    In Geschichte oder Politik den §175 StGB behandeln? Auch klasse. Ein eigenes Kapitel zum CSD? Gerne!
    Ich kann deinen Wunsch nach Normalität verstehen, und ich unterstütze da auch gerne, wo und wann immer ich das kann.

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  3. Die pseudowissenschaftliche Definition des Begriffs „Sexualität“ zum Leugnen der Homosexualität, wie das Mende und andere betreiben, ist sehr ärgerlich und folgt diesen bekannten Mustern der Kreationisten, ihre glaubensgeleiteten Massstäbe an die Wissenschaft ranzutragen.

    Natürlich ist die Sexualität „erfunden“ worden und „dafür da“ um Nachwuchs sicherzustellen. Dies ist eine banale Erkenntnis der Biologie. Aber der Umkehrschluss ist nicht zulässig, Sexualität aus der Individualpersektive wäre ausschliesslich zur Sicherstellung von Nachwuchs gut und daher so zu re-definieren. Diese Leute wie Mende wollen nicht verstehen, dass das „grosse Bild“ der Sexualität eben nur im Allgemeinen Gültigkeit hat und nicht im Speziellen. Im Allgemeinen sonst haben sie auch keinen Sinn für die Irrungen und Abschweifungen, wie sie die Eviolutionsgeschichte hervorgebracht hat, da ihr „allmächtiger Gott“ halt perfekt zu sein hat und alle „Fehler“ wie Steissbein (wer brauch noch diesen Schwanzfortsatz), fehlende Zahnnachbildung im Alter und vieles mehr ignoriert werden müssen, um den Status der „perfekten Schöpfung“ nicht in Frage zu stellen.

    Das ist alles um so schlimmer, als dass die Wissenschaft gar nicht das eigentliche Spielfeld der Christen und ähnlicher Konservativer ist und sie aus allgemeinen ethischen Erwägungen der Menschlichkeit eine tolerantere Haltung zu der Sexualität haben müssten. Denn diese sollte als Trieb keinsfalls ein Thema irgendeiner höhreren Ethik sein. Die Kirchen machten dies aber zur verengten zweckdienlichen Moral zur Nachwuchsförderung ganz in einem weltlichen Sinne…

    Und daher mein Gegenangriff an dieser Stelle: liebe Kirchenleute — ihr müsstet doch immer die Grundhaltung haben, Euer Reich sei „nicht von dieser Welt“. Warum dann handelt ihr gegen Eure höchsten Glaubenssatz und diskriminiert Homosexuelle, um weltlichen Zielen (Propagierung von Nachwuchs) zu dienen? Dies ist doch eine unsägliche Heuchelei. Noch besser wird es aber, wenn Ihr selektiv auf die Wissenschaft zurückgreifen wollt, um die platten Glaubenssätze einer eigentlich materialistischen Zweckmoral zu rechtfertigen, indem der Begriff „Sexualität“ verengt und umgedeutet wird.

    Das ist ja nicht alles, was vollkommen verkehrt ist. Auch die kirchlich-konservative Kritik an der Gender-Weltanschauung ist genauso daneben. Bei dieser handelt es sich nämlich keinesfalls um die Anerkennung einer faktischen Vielfalt im Geiste von Freiheit, Frieden und Toleranz, sondern ebenfalls um eine verengte Moral. Eine Moral allerdings, die die Verherrlichung der Homosexualität als eine Art Nirwana-Zustand aus der ewigen Unterdrückung des Weiblichen durch das Männliche darstellt. Nebenbei bemerkt ist diese eine zutiefst religiöse Vorstellung, vor der die Kirchen augenscheinlich so viel Respekt haben, dass sie sie nicht im Kern angreifen. Der Angriff zielt vielmehr auf die liberale, aufgeklärte und auch mit der Wissenschaft am besten in Einklang stehenden Haltung ab, die die Kirchenleute der Gender-Weltanschauung andichten.

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