36 Fragen an Männer – Teil 2

Irgendwelche Frauen haben auf YouTube 36 Fragen an die Männerwelt gerichtet. Als Gentleman der alten Schule ist es mir selbstredend eine Ehre, die Kommunikation zwischen den Geschlechtern nicht abbrechen zu lassen. Man erlaube mir daher, wenn ich die 36 Fragen (etwas holprig aus dem Englischen übersetzt – ich entschuldige mich vorsorglich) so gut es mir möglich ist, beantworte.

Machen wir weiter mit den Fragen 16 bis 26:

Neugier

16) Warum haben Frauen den Ruf des schwächeren Geschlechts. Wir bringen Euch auf die Welt – Wassermelonen, [gequetscht durch eine Zitrone].

Weil Frauen im Schnitt eine geringere Körperkraft haben. Das wird schon deutlich, wenn man den Körperbau von Mann und Frau vergleicht. Der Mann ist sehnig, drahtig und attraktiv, die Frau rund, weich und alltäglich. Die geringere körperliche Leistungsfähigkeit des weiblichen Körpers kommt auch in Sportwettkämpfen, bei der Armee oder der Feuerwehr zum Ausdruck. Oder wenn man Frauen mal wieder helfen muss, eine Gurkenglas zu öffnen. Oder beim Umzug. Oder…

17) Warum empfindest Du es als so albern, Deine Emotionen zu zeigen? – Emotionen zu zeigen heißt, ein Mensch zu sein.

Männer zeigen Gefühle. Aber anders als Frauen. Zunächst einmal machen wir nicht wegen jeder Kleinigkeit einen Aufstand. Wir haben kein Bedürfnis danach, auf jeden Furz der uns quer sitzt mit einem divenhaft emotionalen Ausbruch zu reagieren. Wir lamentieren und jammern nicht, sondern konzentrieren uns darauf, Problem zu lösen. Wir benutzen Gefühle nicht, um andere zu manipulieren. In Gegenwart von Frauen zeigen wir Emotionen selten, weil es nicht honoriert wird: es löst weder unser Problem, noch ernten wir damit Anerkennung. Männer sind nicht dumm. Sie erkennen, dass die Forderung der Frauen an Männer, Gefühle zu zeigen, nicht mehr ist als die Forderung, weibliche Gefühlswallungen wie ein Blitzableiter aufzufangen und abzuleiten. Bei der Forderung, Gefühle zu zeigen, geht es nur um Frauen. Ein wahrhaftes Interesse an der Gefühlswelt von Männern, haben die meisten Frauen nicht.

18) Warum willst Du mir gegenüber ständig Deine Männlichkeit unter Beweis stellen?

Ich will das nicht. Aber Männer werden das vermutlich tun, weil sie flirten wollen, weil der Mensch im Schnitt eine binär heterosexuelle Spezies ist und Männer wissen, dass Frauen „Männlichkeit“ attraktiv finden. Immerhin schminkt Ihr Frauen Euch doch auch ständig und versucht weiblich zu wirken.

19) Warum zur Hölle ist es nicht „ladylike“ zu fluchen? Seit wann gelten Wörter als gegendert?

Du gehst mir auf den Sack! Fluch doch wie Du willst, aber erwarte dann nicht, dass Männer Dich als Frau attraktiv finden.

20) Warum ist es Dein erster Eindruck, den Geschichten von Frauen, denen sexuelle Gewalt angetan, oder die vergewaltigt wurden, zu bezweifeln.

Zunächst einmal bezweifeln die meisten Männer das nicht. Sexuelle Gewalt und Vergewaltigung gelten mit als das schlimmste Verbrechen überhaupt, und ein Frau kann sich ziemlich sicher sein, dass ihr die Symapthien gewiss sind, sollte ihr das widerfahren. Allerdings leben wir in einem Rechtsstaat und auch sexuelle Gewalt und Vergewaltigungen müssen bewiesen werden. Bedenkt man überdies, was im Zuge des Feminsimsu mittlerweile alles als sexuelle Gewalt oder Vergewaltigung gilt (anstarren, widersprechen, flirten, catcallen, betrunken Sex haben), ist es kaum verwunderlich, dass die Glaubwürdigkeit von Frauen in dieser Hinsicht sinkt.

21) Warum glaubst Du, dass eine  Frau zornig ist, wenn sie ihre Periode hat?

Weil es Spaß macht. Und weil es stimmt.

22) Warum denkst Du, dass Frauen, die Make up tragen, Etikettenschwindel betreiben?

Weil Make Up dazu dienen soll, zu verschönern, etwas besser zu machen, als es ohne Make Up wäre. „Etikettenschwindel“ wäre hier die faktische Beschreibung eines Zustandes. Wäre. Glücklicherweise haben wir es hier aber mit einem feministischen Strohmann zu tun, den kaum ein Mann wird Make Up als Etikettenschwindel betrachten. Die meisten finden, dass es die Schönheit der Frau unterstreicht.

22a) Wir könnten dasselbe über Deine Penisgröße sagen.

Ja, könntet Ihr, wenn sich Männer Socken in die Hose stopfen würden, um ihren Schwanz größer erscheinen zu lassen. Da sie das aber nicht tun, ist das Argument Blödsinn.

23) Warum erscheint es Euch nicht merkwürdig, dass legislative Entscheidungen darüber, was ich mit meinem Körper tun darf, von einer Gruppe alter weißer Männer entschieden wird?

Tja, gute Frage. Vor allem wenn man bedenkt, dass Frauen die Bevölkerungsmehrheit stellen und bereits seit einigen Jahrzehnten wählen dürfen. Scheint so, als wären Frauen mitverantwortlich dafür, dass immer wieder alte weiße Männer gewählt werden.

Und überhaupt: Ihr dürft vögeln wen Ihr wollt, Ihr dürft verhüten, Ihr dürft abtreiben, Ihr dürft Alkohol trinken. Das einzige, was Ihr nicht dürft, dürfen auch Männer nicht: Marihuana und andere Drogen nehmen zum Beispiel. Genitalverstümmelung bei Frauen ist strafbar, bei Männern  aus religiösen Gründen erlaubt, in den USA gar verbreitet und akzeptiert. Man verlangt von Frauen auch nicht, das Vaterland zu verteidigen und auf den Schlachtfeldern zu verbluten. Welche körperliche Autonomie vermisst Ihr also?

23a) Habt Ihr etwa ’ne Möse?

Äh, nein, wir sind Männer. Und die Unversehrheit unseres Geschlechtsorganes wird, wie bereits erwähnt, rechtlich nicht so gut geschützt wie die des Eurigen.

24) Warum sind Heteros so verrückt nach Lesben?

Weil sie hetero sind, auf schöne Frauen stehen, und Lesben für sie die Fantasie von Sexualität ist, die sie erotisch finden. Wenn man Erdbeeren mag und Käse nicht, wird man es schließlich auch anregend finden, eine Schale Erdbeeren serviert zu bekommen, ohne dass diese mit Käse bestückt ist.

Alles in allem sind Lesben aber lediglich eine Fantasie. Die Realität hat vielen Männern klar gemacht, dass echte Lesben so scharf meist nicht sind. Was Lesben angeht, ist daher vielfach bereits Ernüchterung eingetreten.

25) Wie fühlt es sich an, eine Tritt in die Eier zu bekommen?

Es ist ein Gefühl, wie als wenn einem ein glühendes Messer in die Eingeweise gerammt wird. Man möchte sterben und sich das Leben aus dem Leib kotzen. Es ist die Hölle auf Erden.

26) Wirst es Dir jemals zu viel, ständig männlich erscheinen zu müssen?

Ich versuche es meistens nicht. Ich bin ich. Ein Mann. Und das gerne. Das was Du als männliches Imponieren interpretierst, ist in den meisten Fällen lediglich Ausdruck einer authentischen Persönlichkeit.

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20 Gedanken zu “36 Fragen an Männer – Teil 2

  1. Frage 23 ist bescheuert. Alte weißen Männer. Wenn es also junge schwarze Männer wären, die diese Entscheidungen treffen, ist das für diese Frauen nicht so schlimm? Rassismus, Ageismus und Sexismus?

    Ich denke mal, das soll bei der Frage irgendwie um Abtreibungen gehen. Es gibt auch Frauen die gegen Abtreibungen sind. Würden es demnach eine Gruppe lesbischer, schwarzen, behinderter Frauen sein, die bestimmen das Abtreibungen illigal sind, würde diese Frauen sich dem Urteil klaglos beugen?

    Zielt für mich darauf ab, das diese Frauen der Meinung sind und diese verbreiten wollen, das kein Mann einer Frau irgendwas vorschreiben darf. Umgekehrt ist das selbstredend etwas ganz anderes. #doppelstandards

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  2. Ich will dem Quatsch keinen Klick geben, darum frage ich mal, statt nachzugucken: Kann es sein, dass 21) falsch übersetzt wurde?
    Wäre eine sinnvolle Frage nicht eher „Warum nimmst du von einer Frau, die zornig ist, immer gleich an, sie habe nur ihre Periode?“?
    Wobei die Verfasser hiervon ja nicht gerade nach Leuten erscheinen, für die „sinnvoll“ ein Kriterium ist.

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      • Hm… böte meines Erachtens für beide Deutungen Platz… womit es sich dann zumindest schon mal schlechte Formulierung vorwerfen lassen muss (aber was soll man von einem Fragenkatalog erwarten, der „Jeder mag Beyoncé!“ als Frage führt?).

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  3. 26) Wirst es Dir jemals zu viel, ständig männlich erscheinen zu müssen?

    Schauen wir mal, wie der Alltag so aussieht:
    In den Öffis auf dem Weg zur Arbeit oder nach Hause interessiert sich keiner dafür, dass ich männlich erscheine. Im Büro sagt auch niemand: Sei doch mal ein richtiger Mann! Es ist sogar eher so, dass irgendwelche Machoallüren im Büroumfeld eher negativ wahrgenommen werden.

    Freizeit: Meine Freunde kämen auch nie auf so eine blöde Idee, das von mir zu verlangen. Aber dann trifft man sich mal mit Frauen. Nicht selten kommt von etlichen Frauen die Klage: Es gibt ECHT! keine RICHTIGEN Männer mehr! ^^

    Verdammtes Patriarchat…

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