Linguistische Erbsenzählerei

Ich kann Euch auch einfach „schwulenfeindlich“ nennen, wenn Ihr nichts Besseres zu tun habt, als das Wort „Homophobie“ zu dekonstruieren, um Euch zu beweisen, dass Ihr gar nicht homophob sein könnt, wenn Ihr etwas gegen Schwule habt.

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7 Gedanken zu “Linguistische Erbsenzählerei

  1. Der Satz ergibt inhaltlich überhaupt keinen Sinn, der von danisch.

    „Noch so ein links zum Kampfwort umdefinierter Begriff. Ein Leser weist micht gerade darauf hin, was das wirklich bedeutet. Homophilie ist, das zu bevorzugen, was einem selbst gleicht. (Gleich und gleich gesellt sich gerne.) Homophobie natürlich das Gegenteil, die Abstoßung. Damit kann aber einer, der Schwule nicht mag, ja aber gar nicht homophob sein, weil er mit dem ja nicht gleich ist. “

    Derjenige der Schwule nicht mag, mag aber nicht das „gleiche“ nicht, es sei denn, er ist selber schwul, es gibt da ja auch die Theorie, dass alle Homophoben in Wahrheit….
    Wenn er das gleiche nicht mag, dann mag er entweder „Männer“ (weil er Mann, der andere auch Mann = beide Männer = gleich) oder „Hetero Männer“ (weil er ja selber hetero ist, also gleich) nicht.

    Davon mal abgesehen wissen wir doch mittlerweile, dass Homophobie nicht „Ich bin ein Mann und möchte nicht mit Männern schlafen, weil ich mich von ihnen auf erotischer Basis abgestoßen fühle“ ist und in den meisten Fällen auch nichts mit einem selber, sondern mit dem Homo-Pärchen da drüben was zu un hat.

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      • doch, klar. Sie sind dann feindlich gegenüber Personen, die sich für das eigene Geschlecht interessieren.
        Trotzdem ist es sinnfrei, zu behaupten, das würde aussagen, dass man „das Gleiche“ ablehnt, denn das Gleiche wäre in dem Kontext eben entweder eine Person des gleichen geschlechts, oder eine Person mit der gleichen Orientierung wie man selber.

        „Sind Homosexuelle nur schwule Männer?“

        Wenn man die öffentliche Debatte dazu betrachtet, dann kann die Antwort nur „Ja“ lauten. Ich sehe das natürlich nicht so, aber danisch spielt halt auch wieder nur auf schwule Männer an.

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  2. Ich glaube, es geht Danisch mehr darum, dass diese ganzen Kampfbegriffe inzwischen eine ziemliche Unsitte geworden sind und jede sachliche Diskussion zerstören bzw. eigentlich letztlich genau das Gleiche sind, was mittels der Kampfbegriffe kritisiert wird. Beides ist ziemlich die gleiche Form von Intoleranz; halt nur mit unterschiedlichen Feindbildern.

    Man muss meiner Meinung nach auch das Recht haben dürfen, etwas nicht gut finden zu dürfen; ohne dass man gleich als ein verachtenswerter Feind davon bezeichnet werden muss.

    Ich persönlich habe absolut nichts gegen Schwule, Lesben, … soweit mir die Personen freundlich und sympathisch sind. Ich bewerte diese Menschen letztlich nach genau den gleichen Kriterien wie jeden anderen auch, da es mir völlig egal ist, welche sexuelle Vorlieben mein Gegenüber hat, solange ich nicht selber sexuelle Interessen an der Person habe. So macht Adrian auf mich z.B. in vieler Hinsicht einen sehr vernünftigen und sehr sympathischen Eindruck. Und trotzdem halte ich es für zulässig, dass andere auch andere Meinungen vetreten dürfen und sich freundlich aus dem Weg gehen dürfen. Soweit man nicht zu Gewalt aufruft oder fordert, anderen wenige Rechte zuzugestehen, sollte alles vertreten können werden dürfen, ohne gleich mittels radikal abwertender Kampdbegriffe in eine Denkverbot-Ecke gestellt zu werden.

    Und nur darum geht es Danisch meiner Meinung nach.

    So hätte ich persönlich z.B. überhaupt keine Probleme damit, dass jeder denjenigen heiraten darf, den und so viele er möchte, denn es muss ja jeder selber für sich wissen, ob er sich derartige Verpflichtungen andrehen lassen möchte. Mehr noch, ich bin sogar felsenfest davon überzeugt, dass Männerfreundschaften viel ehrlicher sind und eher als Beziehungen zu Frauen die Chance haben, ein Bund fürs Leben zu werden, so dass es gerechtfertigt erscheint, dass sich diese Menschen genauso fest binden und gegenseitig absichern können sollten. Und trotzdem bin ich der Meinung, dass man auch vertreten können darf, dass (anders als jetzt) steuerliche Vergünstigungen oder finanziellen Vorteile einer Ehe ausschließlich nur an Kinder genüpft werden sollten, da ich keine andere Rechtfertigung für staatlich gewährte finanzielle Vorteile einer Ehe erkennen kann, als damit die Kinderproduktion zu Gunsten der Gesellschaft zu unterstützen.

    Und auch, wenn ich selber wohl kein Problem damit hätte, jedem ein Adoptionsrecht zuzugestehen, halte ich es trotzdem für zulässig, wenn andere anderer Meinung sind, dass es möglicherweise für das Heranwachsen eines Kindes wichtig oder besser sein könnte, zugleich einen männlichen UND weiblichen Elternteil zu haben, so dass es vielleicht eine sachlich gerechtfertigte Begründung im Interesse des Kindes sein könnte, dass Adoptionsrecht nur klassischen Mann-Frau-Paarbeziehungen zugestehen zu wollen. Nicht, weil die Mann-Frau-Paarbeziehung etwas „Besseres“ wäre, sondern weil es möglicherweise für die Entwicklung des Kindes besser sein könnte.

    Über solche Dinge muss man sachlich diskutieren können dürfen, um eine vernünftige und vertretbare Lösung zu finden. So deutet ja z.B. so manches darauf hin, dass insbesondere Jungen bei alleinerziehenden Müttern durchschnittlich erheblich eher auf eine für die Gesellschaft schiefe Bahn geraten (Gewalttäter, Drogen, Gefängnis, …) als Kinder von anderen Lebensmodellen, was darauf hindeuten könnte, dass insbesondere Jungen in ihrer Entwicklung einen Vater benötigen. Zwar schneiden die Kinder von alleinerziehenden Vätern deutlich besser als Kinder von alleinerziehenden Müttern ab, aber immer noch schlechter als Kinder, die von Mann UND Frau großgezogen werden. Auf der anderen Seite tut der Staat zur Zeit ja nahezu alles dafür, möglichst viele alleinerziehende Elternteile zu produzieren. Auch weiß man es ja schlicht noch gar nicht, ob adoptierte Kinder von zwei gleichgeschlechtlichen Elternteilen nicht vielleicht am allerbesten abschneiden würden, so dass diese Lebensmodelle vielleicht für das Kind am erstrebenswertesten sein könnten.

    Es erscheint mir zumindest vom Gefühl vorhersagbar, dass adoptierte Kinder von gleichgeschlechtlichen Kindern sich eher wie Kinder von Mann UND Frau entwickeln würden und daher weniger Probleme als Kinder von Alleinerziehenden bereiten. Und da die Gesellschaft alleinerziehende Mütter akzeptiert, die noch am ehesten überfordert zu sein scheinen, wüsste ich auch nicht, was gegen ein Adoptionsrecht von gleichgeschlechtlichen Partnern und möglicherweise auch von Alleinstehenden sprechen könnte.

    Wie gesagt, letztlich muss man über solche Dinge diskutieren können und auch unterschiedliche Meinungen haben dürfen, da letztlich auch keiner wirklich wissen kann, was wirklich richtig und falsch bzw. für das Kind das Beste ist. Wenn man aber sein Gegenüber nur aufgrund einer anderen Meinung (z.B. dass Kinder beide Geschlechter benötigen) schon gleich radikal mittels Kampfbegriffen (z.B. homophob) in eine verachtenswerte radikale Ecke zu stellen versucht und sich auf keine inhaltliche Diskussion einlässt, dann spaltet man nur und wird erst recht nie eine echte Akzeptanz seiner eigenen Ansicht erreichen können.

    Nicht jeder, der die derzeitige Zuwanderungspolitik ablehnt oder für einen Fehler hält, ist ein Rechtsradikaler. Denn genausogut könnte man dann auch vertreten, dass jeder, der in seiner eigenen Wohnung „Grenzen“ setzt und nicht bereit ist, 2 Flüchtlingsfamilien (ohne Auswahlmöglichkeit) bei sich zu Hause aufzunehmen und zu versorgen, ein Rechtsradikaler ist. Ansonsten hätten wir fast nur noch „Rechtsradikale“ bei uns im Staat und es wäre keine sachliche Diskussion mehr möglich, um seriös nach einer vernünftigen Lösung zu suchen, in der die Hilfsbereitschaft nicht überstrapaziert oder missbraucht wird.

    Meiner Meinung nach sollte man sich die abwertenden Kampfbegriffe daher nur für diejenigen aufsparen, die sich extrem auf Kosten asozial Vorrechte erkämpfen wollen und mit denen eine sachliche Diskussion ohnehin nicht funktioniert, weil diese ihrerseits sich selbst fast nur auf die Verwendung von abwertenden Kampfbegriffen beschränken. Und vor allen Dingen sollten abwertende Kampfbegriffe keine eigene Argumentation ersetzen, denn persönliche Abwertungen des Gegenübers überzeugen in der konreten Sachfrage null. Das ist ja auch der Grund, warum viele Feministinnen null überzeugen, weil diese nicht mit Argumenten, sondern nahezu nur mit Kampfsprache Andersdenkende in eine radikale Denkverbot-Ecke stellen wollen!

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