Sozial ist Ich

Die Welt ist schrecklich. Die Welt ist ungerecht. Die Welt ist unsozial. Besonders für Leute im Pflegeberuf. Findet onyx:

Pflege ist ein sozialer Beruf, heißt es immer. Das stimmt auch, zumindest in der Bezugnahme auf andere Menschen. Nicht jedoch in der Bezugnahme auf sich selbst. Bezogen auf das eigene Leben ist der Pflegeberuf hochgradig unsozial.

Denn wenn man von sozialer Interaktion, von „sozial“, von „sozialer Gerechtigkeit“ spricht, ist das eigene Leben das eigentlich Entscheidende: Wie geht es mir dabei? Was habe ich davon? Wovon profitiere ich? Das ist die Frage um die sich alles Soziale dreht. Nicht wahr?

Abends, nachts, an Wochenenden und Feiertagen arbeiten zu müssen, schränkt das eigene Privatleben massiv ein und damit auch die eigene Pflege des persönlichen sozialen Umfeldes. Partnerschaften und Freundschaften pflegen, das ist sehr schwer, wenn man arbeiten muß, wenn andere frei haben und umgekehrt.

Ja, das ist nun einmal so wenn man sich für einen Beruf entscheidet, dessen Kernaufgabe in der Verantwortung für andere Menschen besteht, die sich nicht oder nur schlecht um sich selbst kümmern können.

Es ist wichtig, Menschen um sich zu haben, die Verständnis dafür haben, dass man nicht immer Zeit für sie hat. Und solche Menschen sind selten und darum Gold wert.

Wertvoller als Gold!

Die meisten Menschen haben weder Lust, sich Alltagsgeschichten aus der Pflege anzuhören, weil es anstrengend, traurig oder einfach eklig ist, noch haben sie Lust, jedesmal Rücksicht zu nehmen, wenn man gerade müde und fertig ist und keine Lust auf Party hat.

Ja schlimm, diese meisten Menschen. Nehmen keine Rücksicht auf meine Bedürfnisse, die sich aus einem Beruf ergeben, der mühsam und anstrengend und notwendig ist, und den ich mir selbst ausgesucht habe.

Es ist unsozial, von heute auf morgen Dienständerungen hinnehmen zu müssen.

Ist ja auch blöd. Warum könne die Alten und Kranken ihre Plegebedürftigkeit nicht besser terminieren? Wissen die denn nicht, dasss ich keinen Bedarf für spontane Terminänderungen habe?

Es ist unsozial, sein Privatleben nicht planen zu können.

Im Gegensatz zu allen anderen Berufen, in denen das Privatleben voll durchorganisiert und vom Staat umfassend geplant ist.

Es ist unsozial, aus dem Frei zum Dienst zitiert zu werden, weil wieder irgendjemand ausgefallen ist.

Blöde Kollegen, aber auch. Wie können die es wagen einfach ausfallen? Was habe ich mit den Wehwehchen meiner Mitmenschen zu tun? Können die nicht jemand anderen finden, der einspringt? Voll unsozial sowas!

Es ist unsozial, wenn man in seiner Freizeit so ausgebrannt ist, dass man die Zeit zum schlafen nutzen muß und keine Energie für Familie und Freunde hat.

Wo bitte bleibt die Solidarität der Gesellschaft, die mir diese Zeit zuteilt? Nur weil ich einen arbeitsintensiven Beruf ergriffen habe, folgt daraus doch nicht zwangsläufig, dass mein Beruf arbeitsintensiv sein muss!

Es ist unsozial, wenn man es sich finanziell nicht leisten kann, seine Arbeitszeit so zu gestalten, dass man sich mehr Zeit für seine Familie und Freunde nehmen kann.

Eben! Mehr Geld ist von Nöten. Viel mehr Geld. Damit ich sozial sein kann. Denn nur das ist sozial!

Es ist unsozial, sich trotz massiver gesundheitlicher Einschränkungen jahrelang durch eine Vollzeitstelle schleppen zu müssen, weil man Angst vor der Altersarmut hat.

Aber echt. Warum kann ich nicht einfach aufhören zu arbeiten (so mit 30 zum Beispiel) und trotzdem auf eine dicke Rente hoffen? Die Gesellschaft hat doch genug Geld. Und insbesondere mein Nachbar, der übrigens ein Mann ist! Warum gibt mir der Staat nicht dessen Geld?

Es ist unsozial, wichtige Termine wie Arztbesuche oder Behördengänge auf lange Zeit hinausschieben zu müssen, weil sie mit dem eigenen Schichtplan unkompatibel sind.

Und besonders unsozial ist es, weil es einfach unfair ist von mir zu erwarten, Einschränkungen für einen arbeitsintensiven Beruf hinzunehmen, von dem ich nicht wissen konnte, dass er so arbeitsintensiv ist, und zu dem man mich gerdezu getrieben hat, weil, nun, weil… – Unsozial!

Es wäre schön, wenn Pflege mal ein wirklich sozialer Beruf werden würde.

Ja, es wäre schön, wenn sich die gesamte Gesellschaft nach meinen Bedürfnissen richten würde, ich keinerlei Einschränkungen unterworfen wäre, und ich so wenig wie möglich Verantwortung für meine Entscheidungen tragen müsste. Denn nur das wäre wirklich sozial!

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Wie Schwulemiker auszog der onyx das Gruseln zu lehren

Bekanntermaßen ist der moderne Feminismus des 21. Jahrhunderts innerhalb der westlichen Welt ein Kampf ohne Notwendigkeit. Frauen haben hier die gleichen, und im Grunde genommen sogar mehr Rechte, als Männer. So ist es auch kaum verwunderlich, dass die Anliegen des Feminismus lediglich  in einer endlosen Wiederholung immer gleicher gefühlter Benachteiligungen bestehen, hervorgetragen von gut situierten, meist jungen Frauen der Mittelschicht, die nichts im  Leben entbehren, außer einem Sinn für dieses.

Antifeminismus ist, angesichts der Dreistigkeit, mit der Feministen gefühlte Diskriminierungen zu  realen Privilegien vergolden möchten, eine zwangsläufige und nachvollziehbare Reaktion, zumal wenn man in Betracht zieht, dass die Forderung nach Privilegien mit einer oftmals beispiellosen Empathielosigkeit gegenüber Männern und ihrem Leben einhergeht. Feminismus ist das Nörgeln der  Prinzessin, die den ihr dienstbaren Frosch wie Dreck behandelt, und die sich dann noch darüber beschwert, dass sie – anders als im Märchen – keinen Prinzen erhält, nachdem sie den Frosch an die Wand geklatscht hat.

Um den Antifeminismus zu bekämpfen und zu diskreditieren, bedient sich die gewöhnliche Feministin verschiedener Methoden. Sie kann ihre Weiblichkeit benutzen, und darauf vertrauen, dass der maskuline Sexualtrieb die Erektion toxischer Männlichkeit in bedingungslose Zuneigung und Galanterie gegenüber jedwedem weiblichen Wesen verwandelt. Sie kann jeden Antifeministen als Extremisten und Nazi brandmarken. Oder sie kann versuchen, durch einen Debattenbeitrag den Antifeminismus argumentativ zu vernichten.

onyx versucht auf  ihrem Blog „Gedankensalat“ letztere Strategie und hofft, mit den von ihr entdeckten Widersprüchen, den Antifeminismus ad absurdum zu führen. Ihr Anliegen könnte dabei schon von vornherein von Erfolg gekrönt sein, denn natürlich wird sie Widersprüche bei Antifeministen finden. Und der Grund hierfür ist ganz einfach: Antifeminismus ist eine Ansicht, die keine Aussagen für etwas bringt, sondern alleine gegen den Feminismus in seiner derzeitigen Form gerichtet ist. Auf welcher Grundlage, mit welcher Argumentation, mit welcher Ethik dies getan wird, ist dabei völlig offen. Es macht schließlich einen Unterschied, ob man ein Antifeminist ist, weil die Frau gefälligst hinter den Herd gehört, oder weil einem die real existierende  Politik von Feministen des 21. Jahrhunderts ein Dorn im Auge ist.

Ich zum Beispiel bin Antifeminist, weil ich für die Gleichberechtigung von Mann und Frau bin, für die Gleichheit von Mann und Frau vor dem Gesetz, bei gleichzeitigem Respekt vor dem Individuum und seinem persönlichen Lebensentwurf. Ich bin Antifeminist, weil ich der Ansicht bin, dass der real existierende Feminismus diesen Werten diametral zuwiderläuft.

Doch möglicherweise werden mich die von onyx entdeckten Widersprüche des  Antifeminismus eines Besseren belehren. Da ich unmöglich für die vielfältige Gruppe der Antifeministen sprechen kann, möge man es mir nachsehen, wenn ich onyx Beispiele durch meine individuelle  Brille als selbsternannter Antifeminist kommentiere.

Schauen wir es uns doch einmal an:

-Männlichkeitsbild

Antifeministen beklagen seit Jahren (nicht zu Unrecht), dass der Gewaltopferschutz für Männer in Deutschland bisher eher ein stiefkindliches Dasein fristet und nicht wirklich beachtet wird. Was sie dabei natürlich nicht erkennen, ist die Tatsache, dass sie die Ursachen dafür meist gleich selbst mitliefern. Denn wie oft vernimmt man die Häme im Antifeminismus über den „neuen Mann“, der weichgepült, unmännlich, pudelig, devot und betamäßig den Hausmann spielt und nicht den Mumm hat, sich gegen seine schrecklich feministisch verseuchte Umwelt zur Wehr zu setzen. Womöglich ist er sogar noch ernsthaft in eine Frau verliebt, für die er alles tut. Auweia, dann gehts aber los. Dann wird ganz schnell der harte Steinzeitmann glorifiziert. Der keine Gefühle, keine Schwäche, keine Sorgen zeigen darf. Der über allem stehen muß und alles mannhaft zu ertragen hat. Der andere Menschen (bes. Frauen) scheiße behandeln darf (sogar muß). Es ist wahrlich kein Zufall, dass die menschenverachtende Pick up-Sekte, wo genau dieser Schwachsinn als Heilslehre verkauft wird, regen Zulauf aus antifeministischen Kreisen hat.
Und dann werden bittere Tränen geweint, wenn Männer als Opfer nicht ernstgenommen werden.

Ich bin mir nicht ganz sicher, was genau uns onyx hier sagen will. Will sie uns sagen, dass als Opfer nur ernst genommen werden kann, wer ihren Maßstäben eines Opfers genügt? Will sie uns sagen, dass ein Mann nur dann einen Anspruch auf Schutz vor Gewalt hat, wenn er als „neuer Mann“ durch die Welt geht? Will sie uns sagen, dass der „Steinzeitmann“ nicht Opfer von Gewalt sein kann? Oder will sie uns sagen, dass Männer, die nicht ihren Ansprüchen von adäquaten männlichen Verhalten genügen, selber schuld sind, wenn sie als Opfer nicht ernst genommen werden?

Laut offiziellen Kriminalstatistiken stellen Männer den Hauptteil der Opfer sämtlicher Gewaltverbrechen, mit Ausnahme der Sexualdelikte. onyx Einwand, dass Männer, die sich traditionell männlich verhalten, sich nicht wundern müssten, als Opfer nicht ernst genommen werden, erinnert fatal an den Topos der vergewaltigten Frau, der zur Last gelegt wird, dass sie zu aufreißend gekleidet durch die Straßen spaziert ist. Hey, der Typ hat immerhin mittels Pick up versucht, eine Frau kennen zu lernen oder sie – oh grausige Welt – ins Bett zu bekommen! Dann muss sich dieses Schwein auch nicht wundern, wenn es eines auf die Fresse bekommt!

-Familienbild

Während IN einer Ehe so getan wird, als würde man eine Hausfrau und Mutter besonders schätzen und nur Feministinnen diese heile Welt zerstören, kann man nicht bis 3 zählen, bis NACH einer Ehe genau die gleiche Tätigkeit als faules Schmarotzertum diffamiert wird. (siehe auch nächster Punkt)

In einer Ehe ist die Tätigkeit als Hausarbeit und Mutter eine private Entscheidung, für die die Frau im Gegenzug Kost, Logis und Taschengeld vom erwerbstätig arbeitenden Mann erhält. Es liegt also eine Arbeitsteilung vor, die, wenngleich finanziell und vom Arbeitsaufwand auch ungleichmäßig verteilt, dennoch auf freien Stücken zweier Individuen beruht. Wenn es onyx lieber ist, könnte  ich aber auch gerne gleich aufs Ganze gehen, und die Tätigkeit einer Hausfrau in einer Ehe als bequemes Leben auf Kosten eines anderen brandmarken.

-Wertschätzung von Arbeit

Hier gibt es mehrere in sich widersprüchliche Mythen, die im antifeministischen Weltbild unverrückbare Dogmen darstellen.

So sind es ja zB prinzipiell immer Männer, die schwere, anstrengende, unangenehme oder gefährliche Berufe und jede Menge Überstunden ausüben müssen, während Frauen den Luxus der Wahl genießen können, darüber zu entscheiden, ob sie als Hausfrau und Mutter gemütlich zu Hause bleiben, oder einer Erwerbsarbeit nachgehen wollen. Das wird selbstverständlich als Männerdiskriminierung interpretiert.

Mag sein, dass einige Antifeministen das genau so interpretieren. Ich sehe hier weder Männer- noch Frauendiskriminierung.

Reden wir dagegen zB über das 50/50-Modell, sind sie ganz schnell dabei, dass die Aufgabenverteilung jedes Paar für sich selbst vereinbaren muß und da hat sich doch bitteschön niemand einzumischen.

Richtig.

Männer werden hier also ganz klar aufgefordert, ihre Wahl selbstbestimmt, individuell und gemeinsam mit der Partnerin zu treffen. Wo ist dann also plötzlich das Problem, wenn sich Paare für ebendiese Aufgabenverteilung entscheiden?

Es gibt kein Problem. Was ich Feministen vorwerfe ist nicht, dass Frauen die Wahl genießen können, darüber zu entscheiden, ob sie als Hausfrau und Mutter zu Hause bleiben, oder einer Erwerbsarbeit nachgehen wollen. Sondern dass genau dieser Luxus der Wahl uminterpretiert wird als Diskriminierung der Frau durch Männer, so als würden Männer Frauen zwingen nur als Hausfrau zu arbeiten, nur Mutter zu sein und nur halbtags zu arbeiten. Frauen haben  die Wahl. Sie sollen es aber bitte schön unterlassen, die Verantwortung für ihre persönliche Entscheidung an Männer zu delegieren, wenn diese Wahl Konsequenzen hat, die ihnen nicht schmeckt.

Ein uralter hartnäckiger antifeministischer Mythos behauptet, dass es Feministinnen wären, die bestimmte Tätigkeiten geringschätzen. Klassischerweise Erziehungs- und Familienarbeit oder soziale Arbeit. Das ist eine der größten Lügen schlechthin. Es sind nicht Feministinnen, die Hausfrauen als Schmarotzerinnen oder Unterhaltsprostituierte bezeichnen. Es sind nicht Feministinnen, die behaupten, dass Kindererziehung keine richtige Arbeit wäre. Es sind nicht Feministinnen, die soziale Berufe als „nicht anspruchsvoll“ herabsetzen.

Es sind eine ganze Reihe von Feministen, die Frauen auf Teufel komm raus in die Erwerbsarbeit bringen wollen, sei es durch Frauenquoten, Vereinbarung von Familie und Beruf oder der Verunglimpfung der finanziellen Unterstützung von Müttern als „Herdprämie“.

Und es wird als große Unverschämtheit verstanden, wie Frauen in solchen Berufen zum Streik um bessere Bezahlung aufrufen. „Was machen die denn schon? Die verdienen doch besser als so manche Männer!!“

Ich habe keine Ahnung, wer es als Unverschämtheit empfindet, wenn Frauen für bessere Bezahlung streiken. Was man Feministen  vorwerfen kann ist allerdings, dass sie so tun, als wären Frauen die einzigen Menschen, die eine bessere Bezahlung verdienen. Gestützt wird dieser Topos zum Beispiel durch die Lüge des Gender Pay Gap, die besagt, dass Frauen bei gleicher Arbeit und gleicher Qualifikation schlechter verdienen würden als Männer.

Gleichzeitig aber wird es aber als große Diskriminierung verstanden, wenn am Boys Day Jungen dazu eingeladen werden, einen Einblick in ebensolche Berufsfelder zu bekommen. Dann kommt nämlich der spontane Reflex, wie diskriminierend es doch sei, Jungen gezielt in schlecht bezahlte und schlecht angesehene Frauenberufe „drängeln“ zu wollen. Dann wird plötzlich gesehen, dass Frauen sehr wohl harte und schlecht bezahlte Arbeit leisten. Und das will man den Jungs ja nicht zumuten.

Ich behaupte nicht, dass Frauen keine harte und schlecht bezahlte Arbeit leisten würden. Was ich Feministen vorwerfe ist, dass sie so tun, als wären Frauen durch ein von Männern entwickeltes System – welches sie „Patriarchat“ nennen – dazu gezwungen, harte und schlecht bezahlte Arbeit zu verrichten. Wobei gleichzeitig komplett ausgeblendet wird, dass der Großteil harter und schlecht bezahlter Arbeit von Männern verrichtet wird.

Was dem Boys Day – und dem Girls Day – vorzuwerfen ist, ist das Bestreben, Jungen und Mädchen durch geschlechtliche Segregation gezielt die Beruf schmackhaft machen zu wollen, von denen ein politisch elitärer Konsens der Ansicht ist, dass diese Berufe mit mehr Anhängern des jeweils anderen Geschlechts aufgefüllt werden müssten. Wobei im Hintergrund immer die Idee mitschwingt, dass Schule eine Diskriminierung ausgleichen müsste, die Männer (das „Patriarchat“) entwickelt haben, um Jungen und Mädchen gegen ihren Willen in bestimmte Berufe zu zwingen – und das nur um Frauen besser unterdrücken zu können.

-Quoten

Während Frauenquoten grundsätzlich als Diskriminierung verstanden werden, werden Männerquoten in Bildungseinrichtungen gefordert („liberale Männer der FDP“), oder wahlweise auch Frauenquoten in dreckigen Männerjobs.

Ich lehne Quoten, ob für Männer und Frauen grundsätzlich ab und empfinde auch die Idee der FDP als unsinnig. Was ich dagegen nicht als unsinnig empfinde ist, Feministen mit ihrer eigenen Waffen zu schlagen, indem man nämlich darauf hinweist, dass wenn Quoten doch ein Beitrag für Gleichberechtigung sein sollten, warum diese dann nicht in jedem Berufszweig gefordert werden, sondern wundersamer Weise nur für Frauen, und wundersamer Weise immer nur dort, wo es um vergleichsweise bequeme, gut bezahlte Bürojobs in Leitungsfunktion geht.

Die Idee der Frauenquoten ist gleich doppelt hanebüchen und eine maximale Pervertierung jedweden menschlichen Anstandes: Erstens wird von Feministen postuliert, dass es eine Diskriminierung von Frauen durch Männer (dem „Patriarchat“) sei, wenn Frauen in Leitungsfunktionen eines Dienstleistungsbetriebes unterrepräsentiert sind. Und zweitens wird über „Diskriminierung“ kein Wort verloren, wenn es Berufe betrifft, in denen Männer unterrepräsentiert sind, oder  – der Gipfel der Dreistigkeit – wenn es Berufe betrifft in denen Frauen zwar unterrepräsentiert sind, die für Feministen aber als zu „dreckig“ angesehen werden, um Frauen damit beglücken zu wollen.

Wenn Quoten ein Mittel gegen Diskriminierung sein sollen, dann bitte für alle Menschen und Berufe gleichzeitig! Ansonsten entlarven sich Feministen nämlich als das, was sie sind: Verwöhnte Prinzessinnen, die mit möglichst wenig Backaufwand möglichst viel vom Kuchen abbekommen wollen.

-sexuelle Selbstbestimmung

Die sexuelle Selbstbestimmung ist im Antifeminismus nur ein Wert, wenn sie entweder Männer selbst betrifft, oder wenn sie dem Vergnügen von Männern dient. Denn während das Rechtsgut der sexuellen Selbstbestimmung (also der Schutz vor Übergriffen und Gewaltdelikten) gern insofern polemisch diffamiert wird, indem gern behauptet wird, dass Feministinnen am liebsten alle Männer in den Knast bringen wollten, die Frauen auch nur angucken, ist die sexuelle Selbstbestimmung plötzlich dann ein ganz wichtiger Faktor, wenn es um das Recht geht, Männern Spaß zu bereiten oder sich ihnen unterzuordnen. Siehe Prostitution, BDSM.

Der polemische Vorwurf, dass Feministinnen am liebsten alle Männer in den Knast bringen wollten, die Frauen auch nur angucken, hat einen wahren Kern. Dieser wahre Kern schlägt sich nieder in monatelangen Vorwürfen des Sexismus, wenn ein Brüderle etwas zu ungeschickt das Himmelreich eines Dirndls lobt; wenn die Abschaffung der Unschuldsvermutung für Männer im Falle eines Vergewaltigungsvorwurfes gefordert wird („Listen and believe“); wenn nonverbales sexuelles Einverständnis unter das Stigma der sexuellen Gewalt gestellt wird („enthusiastic consent“); oder wenn einer Frau als Opfer gehuldigt wird, auch nachdem sie gerichtlich der Lüge einer Vergewaltigung überführt wurde (Gina-Lisa Lohfink). Sexuelle Selbstbestimmung heißt eben nicht, mit einem Mann Sex zu haben, sich danach zu überlegen, dass man doch nicht mit ihm Sex haben wollte, und dann die eigene Verantwortung auf den Mann abzuwälzen, indem man ihn der Vergewaltigung bezichtigt. Sexuelle Selbstbestimmung heißt, die Verantwortung für das eigene Sexualleben zu tragen.

Und solange Frauen und Männer nicht dazu gezwungen werden, sind Prostitution und BDSM Teil der individuellen, sexuellen Selbstbestimmung und demnach ein Menschenrecht. 

-Sexualerziehung

Die sexuelle Aufklärung an Schulen wird von vielen Antifeministen torpediert, seit der Bildungsplan 2015 in konservativen Kreisen für große Aufregung gesorgt hat. Mit Schlachtrufen wie „Frühsexualisierung! Umerziehung! Gender-Gehirnwäsche! Verschwulung! schützt unsere Kinder!“ versucht die homofeindliche und antifeministische „Demo für Alle“, Aufklärung um sexuelle Vielfalt sogar als „Kindesmißbrauch“ zu kriminialisieren.

Da ich Antifeminist, ein Fan der Verschwulung, nicht Mitglied bei der „Demo für alle“ bin und kein grundsätzliches Problem mit Sexualerziehung habe, trifft dieser Vorwurf, was mich angeht, ins Leere. Selbstredend bekenne ich mich zu dem Grundsatz, dass Sexualerziehung Fingerspitzengefühl und ein sensibles pädagogisches Verständnis erfordert. Inwiefern der Bildungsplan 2015 diese Kriterien erfüllt, kann – und sollte man – man skeptisch sein.

Gleichzeitig sieht man im Antifeminismus aber kein größeres Problem dabei, wenn Kinder ohne pädagogisch fachliche Unterstützung in eine völlig oversexte Gesellschaft hineinwachsen, ungefiltert mit Sexualisierungen jeglicher Coleur berieselt werden und problemlos Zugang zu Pornographie haben und bezeichnet Feministinnen, die Pornographie und Prostitution kritisch sehen, als „sexfeindlich“.

Problemlosen Zugang zu Pornografie haben Kinder nur dann, wenn die Eltern ihre Erziehungspflichten vernachlässigen. Die Medienkompetenz von Kindern, auch im Hinblick auf Pornografie, zu stärken, befürworte ich.

Und nein, Feministen sehen Pornographie und Prostitution nicht kritisch. Sie lehnen diese ab, weil sie es als Werkzeuge der Männer („Patriarchat“) zwecks  Unterdrückung von Frauen betrachten. Ich stelle mich dagegen auf den Standpunkt, dass beides ein Menschenrecht ist, durch die Freiheit des Individuums und der Berufswahl gedeckt. Feministen die das anders sehen, entmündigen uns alle auf den Status eines Kindes.

-Sexismus/Rassismus

Hier wurden Widersprüche ganz besonders nach den Silvestervorfällen in Köln deutlich. Während bis dato Antifeministen in schöner Regelmäßigkeit ihre hämischen Shitstorms über Feministinnen ausgossen, die über ihre Erfahrungen mit Sexismus und sexueller/sexualisierter Gewalt berichteten, war ihnen plötzlich der Schutz von Frauen und deren Rechten ein großes Anliegen. „Dann mach doch die Bluse zu!“- Kelle – ja genau, die, die meinte, dass sich Frauen doch einfach züchtiger kleiden sollten, wenn sie nicht belästigt werden wollen – fand plötzlich wenige Jahre nach Erscheinen ihres gleichnamigen Buches, dass Frauen gefälligst anziehen können was sie wollen, ohne dafür in Gefahr zu geraten.

Der „hämische Shitstorm“, der sich über Frauen ergoss, war der Tatsache geschuldet, dass Frauen über Dinge berichtet haben, die man nur unter schwersten ideologischen Einflüssen leidend, als „sexualisierte Gewalt“ bezeichnen kann. Die meisten dieser „Vorfälle“ lagen auf dem Niveau “Habe meine enge Bluse mit tiefem Ausschnitt getragen aber nicht der sexy Paul, sondern Pickelgesicht Thorsten haben drauf geschaut“ – Ihr wisst schon, das Niveau Brüderle im Himmelreich. Genau darauf bezog sich auch Birgit  Kelle, als sie völlig richtig konstatierte, dass, wenn Frauen nicht wollen, dass Männer ihnen auf die Brüste starren, sie doch gefälligst ihre Bluse zumachen sollen.

Ich bin schwul. Ich weiß wie (schwule)  Männer ticken. Ich weiß, dass wenn ich keinerlei Wert darauf lege, dass mir auf meinen Arsch gestarrt wird, ich enge Jeans und Chaps lieber zu Hause lasse. Dass heterosexuelle Frauen nicht in der Lage sind, die simple Gleichung „Titten = Blicke“ zu begreifen, ist mir rätselhaft. Mädels, ein Ausschnitt mit Brüsten wirkt auf heterosexuelle Männer wie das Schaufenster eines Schuhgeschäftes auf Euch: man muss einfach gucken. Noch absurder wird es selbstredend, wenn Frauen sich darüber beschweren, dass ihnen die falschen Männer auf die Titten starren.

Björn Höcke (AfD) verlangte konkret den „Schutz blonder deutscher Frauen“ vor übergriffigen Gewalttätern. Und diese beiden reihen sich nahtlos in de antifeministischen Chor derer, die allesamt plötzlich sexuelle Übergriffe ganz schlimm fanden und jegliche Versuche der Relativierung aufs schärfste verurteilten.
Weil ihnen ein feministisches Licht aufgegangen war? Nein, weil die Täter Migranten waren.
Wo war die Empörung VOR den Kölner Vorkommnissen? Den #Aufschrei haben sie lächerlich gemacht, getrollt, und als „männerfeindlich“ abgestempelt. Aber bei „fremden“ Tätern springt man gern auf den schon jahrzehntelang rollenden feministischen Zug.

Ich weiß nicht ob man besonders dreist oder besonders dumm oder besonders feministisch sein muss, um fehlgeleitete sexuelle Anmachen und Blicke auf halb freigelegte Brüste auf dieselbe Stufe zu stellen, wie in Deutschland noch nie zuvor dagewesene sexuelle Gewalt* gegen mehrere hundert Frauen mitten in der Öffentlichkeit.  Es ist geradezu atemberaubend pervers, dies miteinander in Äquivalenz bringen zu wollen und zeigt nur, wer hier sexuelle Gewalt relativiert.

Vielleicht  kann sich onyx noch an die Debatte in feministischeren Kreisen nach Köln erinnern? Es waren Feministen die postuliert haben, dass man zwar nicht alle Migranten für Köln verantwortlich machen dürfe, dafür aber alle Männer. Es waren Feministen, die ihr Feindbild des weißen heterosexuellen Mannes hervorgeholt haben, angesichts massenhaft verübter sexueller Gewalt* in für Deutschland bislang unbekanntem Ausmaß, an der kein einziger weißer heterosexueller Mann beteiligt war (und zu der sich ein Jahr später kein einziger weißer heterosexueller Mann aufgemacht hat, um es noch einmal zu probieren). Und es waren Feministen, die die Lüge verbreitet haben, dass Köln alljährlich auf dem Oktoberfest passiert.

allgemeines Diskussionsverhalten

Während im Antifeminismus selbst unterirdischste frauen- und männerfeindliche Anfeindungen als Meinungsfreiheit oder schlimmstenfalls als „unglückliche Formulierungen“ schöngeredet werden, ist bereits jede weit harmlosere feministische Äußerung, der kleinste Widerspruch, die kleinste Abweichung ihres Weltbildes ein „Beweis“ für üblen Männerhass. Eigene Verhaltensweisen werden auf das Gegenüber projeziert, und die eigene feindselige Filterbubble wird alle Ernstes als „sachlicher Austausch“ wahrgenommen.

Der Vorwurf in einer Filterbubble zu leben passt zu einer Frau, die mich sowohl in ihrem Blog als auch auf Twitter geblockt hat. Aber sei es drum, ich hoffe dass ich als Antifeminist mit dieser Gegenrede einen Beitrag zum sachlichen Austausch außerhalb der antifeministischen Filterbubble beigetragen habe.

Wenn Du, onyx, einen sachlichen Austausch haben möchtest stelle Dich mir, stelle Dich der Diskussion hier oder auf „Alles Evolution“, wo Du mich und meine antifeministischen Mitstreiter jeden Tag antreffen kannst. Du kannst in einer Debatte alles von mir erwarten. Heterosexuelle Galanterie wird jedoch nicht darunter sein.


* Ich hatte zunächst „Massenvergewaltigung“ geschrieben was nicht zutreffend ist. Es handelte sich in Köln um massenhafte sexuelle Belästigungen und sexuelle Nötigungen bzw. um massenhafte sexuelle Übergriffe, nicht um Massenvergewaltigungen.

Liebe Muslime, ich muss Euch mal was sagen

Liebe Muslime,

mich juckt es bereits seit längerer Zeit in den Fingern, Euch etwas mitzuteilen, was mir im Grunde genommen seit dem 11.  September 2001 auf der Seele brennt, als sich Eure Religion zum ersten mal mit voller Wucht in das Bewusstsein der westlichen Welt gebrannt hat.

Vor dem 11. September habe ich Euch nicht allzu ernst genommen, Ihr wart zu diesem Zeitpunkt nichts weiter als einer von vielen Religionsanhängern auf dieser Welt, verteilt hauptsächlich in Ländern und Gesellschaften, die es mit Menschenrechten, Demokratie und Wohlstand nicht allzu ernst nehmen. Weit weg, unbedeutend, Dritte Welt halt.

Selbstverständlich habe ich Euch diese Defizite nicht übel genommen, denn was soll schon aus Gesellschaften werden, deren Bewohner fünf Mal am Tag zu einem unsichtbaren Zauberer beten, auf dass der ihnen ihre menschlichen Taten vergibt und es möglichst gut mit ihnen meint? Wer derlei Bräuche pflegt, sollte sich nicht wundern, wenn Bildung und Wissenschaft vernachlässigt werden und die Gesellschaft alsdann im Sumpf von Degeneration und Stumpfsinn vor sich hin wabert.

Doch, wie gesagt, ich nehme Euch das nicht übel, denn Euren Glauben an den großen unsichtbaren Zauberer im Himmel, habt Ihr von Euren Eltern so wie die es von deren Eltern haben, die es widerum von deren Eltern haben, bis wir irgendwann bei Mohammed angelangt sind, der eines Tages in der Wüste Besuch von einem Engel bekommen hat, weil Allah, aus irgendwelchen Gründen der Meinung gewesen ist, dass zwei von ihm offenbarte Glaubenslehren noch nicht ausreichend sind und die Menschheit unbedingt noch ein drittes Mal hören müsse, wie spitze Allah doch ist und was er von uns Menschen so alles erwartet.

Es ist also eine Sache in Ländern aufzuwachsen, wo man die Lehren des Islam gleichsam mit der Muttermilch aufsaugt, zumal man dort, wo viele Muslime auf einem Haufen wohnen, ja nicht mal eben so dieser Religion abschwören darf, weil Allah das nicht gerne sieht und dessen Anhänger sich dann verpflichtet fühlen, dem Islam Abtrünnigen mittels Schwert oder Strick klar zu machen, dass man den Islam nur über die eigene Leiche verlassen darf. Wer kann Euch also übel nehmen, wenn Ihr in den Ländern des Nahen Ostens und Südostasiens zum Islam bekennt?

Nun aber seid Ihr hier in der westlichen Welt, in Europa, einem Kontinent geprägt und geplagt von Jahrhunderten religiöser Konflikte und weltanschaulicher Kriege. Wir Europäer haben uns nach den Erfahrungen von Tod Leid und Bergen von Leichen Gesellschaften aufgebaut, die zu den Besten gehören, was der Planet Erde zu bieten hat. Wir haben dies erreicht, indem wir Weltanschauungen hinterfragt, uns Wissen angeeignet und religiöse Dogmen konsequent gezähmt haben. Es gab auf diesem Weg viele Irrwege und Umwege, Tod und Verderben. Aber nun stehen wir heute auf dem Gipfel menschlichen Fortschritts und des Humanismus, ein Leuchtfeuer des Wohlstands und der Menschlichkeit.

Ja, Ihr möget bei diesen Sätzen die Augen verdrehen, doch tief in Eurem Inneren wisst Ihr, dass ich recht habe. Denn obwohl Ihr Euch stolz als Muslime bezeichnet, wandert Ihr nicht etwa in die Vereinigte Arabische Emirate oder Saudi-Arabien, ja nicht mal nach Indonesien oder die Türkei aus. Euch zieht es nicht etwa in Länder, wo man Euren geliebten Glauben rein und unverfälscht lebt, nein, Ihr kommt in die Länder der Ungläubigen und der Kreuzritter, in die Länder des seelenlosen Materialismus, des Alkohol, des Schweinefleisch der Pornographie und der hemmungslos gelebten Sexualität. Und selbstverständlich verstehe ich, dass Ihr hier herkommt. Hier gibt es Wohlstand, Freiheit, Bier, Schinken und Sex, ohne dass man sich vor Allah rechtfertigen muss oder die Polizei vor der Tür steht, weil man versehentlich sein Kopftuch nicht richtig aufgesetzt hat. Wer würde nicht lieber hier leben wollen?

Was ich nun überhaupt nicht verstehe ist, wenn Ihr Euch im Goldenen Westen immer noch stolz als Muslime bezeichnet, warum Ihr nicht mal hier, wenn Ihr die Möglichkeit dazu hättet, darauf verzichtet, diese einengende Identität abzuschütteln oder wenigstes zu versuchen, diese zu relativieren.

Aber auch damit könnte ich leben, wenn Ihr nicht beständig von mir verlangen würdet Eure Weltanschauung zu respektieren. Entschuldigt bitte, wir leben hier im Westen und ich muss gar nichts respektieren. Ich muss Dinge, die mir nicht gefallen, tolerieren, aber das war es dann auch schon.  Als schwuler Atheist wäre ich in keiner islamischen Gesellschaft meiner Freiheit oder meines Lebens sicher. Islamische Gesellschaften kommen nirgends auch nur annähernd dem Ideal einer freien Gesellschaft nahe. Islamische Gesellschaften sind intolerant gegenüber Ungläubigen, anderen Religionen, Schweinefleisch, Alkohol, Pornografie, Musik, Wissenschaft, Bildung, Kunst und Kultur, letzendlich gegen alles, was das Leben lebenswert macht. Und begründet wird das mit einem mittelalterlichen Buch, inspiriert von den Einfällen eines unsichtbaren Zampanos, der angeblich die Welt erschaffen hat und der jetzt meint, er müsst seiner Schöpfung Vorschriften machen, wie diese zu leben haben.

So einen Humbug, so einen Aberwitz respektiere ich nicht. Ich respektiere Euren Glauben nicht, und es ist mir egal, wenn Ihr mich deshalb als islamophob oder – hier kulminiert der Blödsinn – als Rassist bezeichnet. Ihr seid diejenigen, die an ein Märchenbuch glauben. Ihr seid diejenigen, die an einen unsichtbaren Zauberer im Himmel glauben. Im Namen Eurer Religion werden Ehebrecherinnen gesteinigt, Schwule aufgehängt und Ungläubige ins Gefängnis gesteckt, im Namen Eurer Religion wird die Welt mit Terror überzogen. Es ist mir egal, wenn Ihr behauptet, dies habe nichts mit Eurer Religion zu tun, denn erstens stimmt es nicht (lest doch einfach mal Euren Koran und die Hadithe von vorne bis hinten) und zweitens, selbst wenn Ihr von Euch behauptet, den Islam friedlich zu leben, heißt das immer noch, dass Ihr ein Weltbild lebt, das auf einem Märchenbuch und einer nicht beweisbaren Entität beruht, für deren Existenz es nicht den kleinsten Beleg gibt.

Lebt doch Euren Glauben. Niemanden wird es interessieren, solange Ihr keinem schadet oder anderen Menschen irgendwas aufzwingen wollt. Aber wundert Euch doch bitte nicht, dass Eure Weltanschauung kritisch unter die Lupe genommen, dass darüber debattiert und sich darüber lustig gemacht wird. Was für Euch heilig ist, ist für mich Blödsinn. Wenn Ihr Euch als Muslime identifiziert, müsst Ihr damit rechnen, dass ich Euch an der Praxis Euer Religion messe. Und wenn Ihr das nicht aushaltet, stehen Euch genügend Länder zur Verfügung, in denen Ihr die Zumutungen atheistischer Frechheiten nicht ertragen müsst.

Vielen Dank für Eure geschätzte Aufmerksamkeit.

Drei Lektionen für Schwule (die keiner hören möchte)

Also nun, wie lebt es sich für Schwule im Jahre 2017 in der westlichen Welt, in Deutschland? Fühlen wir uns gut aufgehoben, behütet, akzeptiert, toleriert? Oder verzweifeln wir, weil die Welt da draußen immer noch so furchtbar heteronormativ ist und alle, die einem begegnen, erst mal glauben man sei hetero?

Im Laufe meines (noch relativ) jungen schwulen Lebens, habe ich mich mit einer ganzen Reihen von Strategien beschäftigt, wie man es als Homo schafft, in einer Welt voller Heteros nicht den Verstand zu verlieren. Mittlerweile bin ich zu dem Schluss gekommen, dass die Anerkennung einiger harter Realitäten der beste Weg ist, sich nicht in träumerischen Fantasien zu verlieren. Denn wer eine Utopie als Ziel formuliert, wird in den meisten Fällen enttäuscht werden und alsdann verbittert durchs Leben gehen.

Hier also eine paar Lektionen, die meines Erachtens jeder Schwule verinnerlichen und in sein Leben einplanen sollte:

1. Als Schwuler bist Du eine kleine Minderheit

Die überwältigende Mehrheit Deiner Mitmenschen sind heterosexuell und sie haben weder Interesse noch Neugier irgendwann einmal schwul zu werden. Und weil das so ist, musst Du Dich auch nicht wundern, dass nahezu alles in Deinem Umfeld sich an  Heteros richtet: Gespräche, Medien, Bücher, Filme, Theater. Außerhalb Deines schwulen Freundeskreises bist Du der Außenseiter. Das ist keine böse Verschwörung, die man mit Hilfe der Werke Judith Butlers besiegen könnte, sondern Teil biologischer Realität. Die Heteros können nichts dafür, dass sie so sind. Sie sind es gewohnt, dass fast alle hetero sind. Also behandeln sie Dich zunächst auch so. Und sie wollen Dir damit zumeist auch nichts böses. Aber sie haben halt kein gesteigertes Interesse Deine explizit schwule Perspektive zu hören. Weil sie nicht schwul sind.

2. Die meisten würden es bevorzugen, wenn Du hetero wärst

Das mag hart klingen, aber es stimmt. Trotz allem Gerede von Pluralismus und Diversität mögen die meisten Menschen klare, übersichtliche Verhältnisse. Und sie mögen es besonders gerne, wenn ihr Umfeld möglichst homogen ist. Und da die meisten Menschen hetero sind, wären sie zufrieden damit, wenn Du es auch wärst. Das würde ihren Umgang mit Dir ungemein erleichtern.

Das gilt im Übrigen auch für Deine Eltern. Klar, sie mögen Dich „akzeptieren“ und Dich und Deinen Freund zu Familienfeiern einladen und Deinen Partner gegenüber Bekannten ganz selbstverständlich als Deinen Partner vorstellen. Aber überleg mal: Wenn Du eines Tages mit einer Frau als Partnerin vorbeikommst, glaubst Du Deine Eltern wären enttäuscht und würden Dir vorhalten, dass der Rafael viel besser zu Dir gepasst habe? Glaubst Du sie würden Dich davon überzeugen wollen, dass Du in Wirklichkeit schwul wärest und dass das mit der Frau nur eine Phase sei, die vorübergeht? Nein, denn Deine Eltern sind Hetero. Und sie wünschen sich für ihre Kinder ein ganz normales heterosexuelles Leben. Mit Freundin, Heirat und Enkelkindern.

3. Du bist abhängig von der Gnade der Mehrheitsgesellschaft

Du kannst Dir Toleranz erkämpfen wollen soviel Du willst, Du kannst Auf Deine Rechte pochen wann immer Dir danach ist, Du kommst um einen Fakt nicht herum: Deine Rechte sind immer abhängig von der Gnade und dem Konsens der Mehrheitsgesellschaft. Wenn die Gesellschaft wollte, könnte sie Dich bereits morgen zerquetschen, sie könnte Dich bereits morgen wegen Deiner Homosexualität ins Gefängnis stecken. Und nichts und niemand wird Dir helfen, weder das Grundgesetz, noch die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Denn das sind alles menschliche Konstruktionen, die immer nur im Lichte gesellschaftlicher Meinungen interpretiert werden. Kaum jemanden würde es kümmern, wenn eine Handvoll Homos im Gefängnis sitzt oder gesellschaftlich verachtet und marginalisiert ist. Denn für die überwältigende Mehrheit der Gesellschaft würde sich dadurch nichts, aber auch gar nichts, in ihrem Leben ändern.

Übertreib es also nicht. Versuche nicht mit brachialer Gewalt oder intolerantem Moralismus Deine schwulen Vorstellungen durchzusetzen. Und gib der heterosexuellen Gesellschat vor allem niemals das Gefühl, Du wolltest ihr persönliches Leben umstürzen. Das würden sie Dir nicht verzeihen.

 

Trump – eine kurze Analyse

Meines Erachtens macht der Sieg Trumps dreierlei deutlich:

Erstens die Identitätskrise der Linken und Linksliberalen, die sich auf Grund ihres postkommunistischen Traumas zunehmend von ihrem Kernklientel fortbewegt haben und die „Anliegen“ von Kleinstminderheiten, der ökologisch korrekten wohlhabenden Mittelschicht und das Eintreten für gendersensible Sprache für wichtiger erachten, als die Sorgen, Nöte und Interessen der „Arbeiterschaft“ und der sprichwörtlichen „kleinen Leute“, also der Mehrheit der Bevölkerung.

Zweitens einen Bruch zwischen klassisch liberal geprägten Menschen mit den Linken/Linksliberalen, die sich mit den Auswüchsen linker Political Correctness, Sprachvorschriften, Denktabus und der zunehmenden linken Irrationalität im Bereich Gender, Feminismus, Rassismus, Kulturrelativismus und Islam immer weniger anfreunden können (hierzu zähle ich mich).

Drittens das Unvermögen linker/linksliberaler und liberaler Kreise, in gesellschaftlichen Kategorien jenseits materialistischer Parameter zu denken: Wohlstand, Wissenschaft und rationales Denken sind nicht alles. Nicht wenige Menschen sehen in Zeiten von Globalisierung und Masseneinwanderung offenbar ihre Identität bedroht, ihre Werte, ihre Kultur, ihre „Heimat“ i. w. S.

Aus all diesen Dingen resultieren Trump, Brexit, Marine Le Pen und AfD.

Insofern ist es nicht überraschend, dass an sich liberal gesinnte, hedonistische, schwule Hippies wie ich, ein zynisches Grinsen angesichts des Wahlsiegs von Trumps nur schwer unterdrücken können, schon gar nicht, wenn privilegierte Mittelschichter aus grünen Öko-Milieus, Universitäten und Redaktionsstuben – deren ganzes Leben darin besteht, jeden der nicht so denkt wie sie, zu bevormunden, zu verspotten, auf sie herabzublicken, und die ihren Moralismus wie ein Schild vor sich hertragen – mal nicht das bekommen haben, von dem sie offenbar glauben, dass es ihnen zusteht.