Die Kriminalisierung des (heterosexuellen) Mannes

Nottinghamshire scheint auf den ersten Blick eine beschauliche englische Grafschaft zu sein. Doch der Schein trügt, denn in Wirklichkeit gibt es dort ein Riesenproblem mit alltäglichem Hass. Hass gegen Frauen. Doch die hiesige Polizei hat sich jetzt endlich dieses gravierenden Problemes angenommen und sich vorgenommen diesem brutalen Hass entgegenzutreten.

Doch wie sieht er aus dieser Hass gegen Frauen?

Misogyny hate crime is classed under the new policy as „incidents against women that are motivated by an attitude of a man towards a woman, and includes behaviour targeted towards a woman by men simply because they are a woman„.

[Frauenfeindlichkeit als Hassverbrechen wird gemäß den neuen Richtlinien definiert als „Vorfälle gegen Frauen, motiviert von einer Haltung eines Mannes gegenüber einer Frau, sowie Verhaltensweisen die gezielt von Männern gegenüber einer Frau ausgeübt werden, nur weil es sich um Frauen handelt“.]

Da kann man die Polizei von Nottinghamshire nur beglückwünschen, sich endlich entschlossen diesen Abscheulichkeiten entgegenzustellen:

  • unwanted or uninvited sexual advances
  • physical or verbal assault
  • unwanted or uninvited physical or verbal contact or engagement
  • use of mobile phones to send unwanted or uninvited messages
  • or take photographs without consent.

[Beispiele derartiger Vorfälle sind:

  • unerwünschte oder ungebetene sexuelle Annäherungsversuche
  • körperliche oder verbale Übergriffe
  • unerwünschte oder ungebetene körperliche oder verbale Kontaktaufnahme
  • Nutzung von Mobiltelefonen um unerwünschte oder ungebetenen Nachrichten zu senden
  • das Fotografieren ohne Zustimmung]

Es sei hier zunächst betont, dass dies alles natürlich nur dann strafbar ist, wenn es Frauen betrifft. Denn eine gesonderte Kategorie „Hassverbrechen gegen Männer“ wird es auch in Nottinghamshire nicht geben, und das obwohl auch (und gerade) Männer attaktiert, angesprochen oder angerufen werden, ohne das sie vorher ihre Zustimmung hierzu erteilt haben.

Der eigentliche Skandal liegt jedoch in der Skandalisierung normaler sozialer Interaktionen. Wir reden hier schließlich nicht mehr nur von einer potentiellen Strafbarkeit unerwünschter sexueller Handlungen. Nein, nach der Maßgabe dieser Richtlinien kann jeder Versuch, mit einer Frau ins Gespräch zu kommen oder mit ihr zu flirten, kriminalisiert werden. Ja, selbst das Senden einer SMS – zum Beispiel an die Freundin, wenn diese gerade auf Shoppingtour ist, und keinen Bock auf  ein Gespräch mit ihrem Freund hat – könnte unter dieser Maßgabe als Hassverbrechen eingestuft werden.

Jeder Mann, erst recht der heterosexuelle, wird künftig mit einem Bein im Gefängnis stehen. Und warum?

Na, weil Feminsimus Gleichberechtigung bedeutet und für alle 75 plus x Geschlechter gut ist. Diese Prämisse  anzuzweifeln könnte – wenn sich der gegenwärtige Trend fortsetzt – in einigen Jahren mit der Todesstrafe geahndet werden. Natürlich nur gegen Männer. Aber die haben es eh nicht besser verdient.

Sexualität ist sexistisch – Merkt Euch das!

Sexy Ad 1Sexualität ist böse. Sexualität ist Unterdrückung der Frau. Sexualität führt zu sexueller Belästigung und Vergewaltigung. Sagen Feministen. Und weil Feministen immer recht haben, dürfen sie auch die SPD beraten, die dann auch prompt über das ihr hingehaltene Stöckchen springt:

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) will mit einer Gesetzesänderung geschlechterdiskriminierende Werbung verbieten. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Der Entwurf von Maas sieht vor, dass künftig Plakate oder Anzeigen unzulässig sein könnten, die Frauen oder Männer auf Sexualobjekte reduzieren. Im Streitfall würde ein Gericht die Entscheidung treffen.

Denn sich zum Sexualobjekt reduzieren zu lassen, ist furchtbar, weil Sex zu mögen und Sex haben zu wollen, voll böse ist, weil Feministen das halt so behaupten.

Das Nachrichtenmagazin berichtet, die Änderung des Gesetzes entspräche der Umsetzung eines Beschlusses der SPD-Parteispitze nach den sexuellen Übergriffen an Silvester in Köln. Die Partei will demnach ein „modernes Geschlechterbild“ in der Gesellschaft formen.

Und weil es die Aufgabe der Regierung ist, dem Volk vorzuschreiben, was für ein Geschlechterbild es gut zu finden hat, ist es zwingend notwendig, Sexy Ad 2halbnackte Weiber auf Werbeplakaten zu verbannen, weil sonst Menschen aus sexualrepressiven Staaten auf die Idee kommen könnten, Sexyness lädt zur sexuellen Belästigung ein, während man vor dem Kölner Hauptbahnhof auf eine Gelegenheit zum Taschendiebstahl wartet.

Damit also die hiesige Bevölkerung und die Neubürger lernen, dass man gefälligst keine Menschen vergewaltigt, muss in Deutschland die Sexualität aus der Öffentlichkeit getilgt werden. Denn wie jeder weiß, wird das Selbstbestimmungsrecht über sich, seine Körper und seine Sexualität vor allem in den Gesellschaften besonders hoch geachtet, in denen es keine sexualisiserte Werbung gibt. In Saudi-Arabien oder dem Iran beispielsweise, Ländern, an denen wir uns dringend ein Beispiel nehmen sollten.

Maas hat sich für den Entwurf von der Organisation Pinkstinks beraten lassen. Die Aktivisten fordern seit langer Zeit ein Verbot von sexistischen Inhalten in der Werbung.

Sexy Ad 3Und man kann davon ausgehen, dass in wenigen Jahren, Pinkstinks und andere Radikal-Feministen die Einführung der Scharia und der Burka fordern werden. Ganz im Sinne der Frau, um sie vor dem schrecklichsten Wesen dieses Planeten zu beschützen: dem Mann.

Ein Abtreibungsrecht für Männer?

„onyx“ vom Blog „Gedankensalat“ hält nicht viel von der Idee eines Rechtes auf Abtreibung für Männer:

Es gibt für Männer derzeit genau 3 legale Möglichkeiten, eine ungewollte Vaterschaft zu vermeiden. Kondom, Vasektomie und Enthaltsamkeit. (Das “aufpassen” lassen wir mal beiseite.) Mag alles nicht besonders cool sein, und die Vasektomie ist ein relativ (nicht komplett!) endgültiger Schritt, aber es ist immer noch weit entfernt von “Fremdbestimmtheit”. Wobei ich auch verstehe, wenn ein junger Mann diesen Schritt nicht gehen will, weil sich die Einstellung zum Kinderwunsch schließlich noch ändern kann.
Aber wer erwachsen genug zum vögeln sein will, sollte es auch bei der damit verbundenen Verantwortung sein. Dazu gehört dann halt auch der verantwortliche Umgang mit ungewollten Folgen. Ein Kind aus Egoismus und Geiz im Stich zu lassen, ist das Gegenteil von Verantwortlichkeit.

Und obwohl diese Argumentation in sich durchaus korrekt ist, scheint „onyx“ nicht aufzufallen, dass man mit der gleichen Begründung ebenso gut das Recht auf  Abtreibung für Frauen verneinen könnte. Denn immerhin: Ein Kind aus Egoismus und Geiz abzutreiben, ist das Gegenteil von Verantwortlichkeit. Dennoch steht Frau diese Möglichkeit offen. Warum also nicht Männern?

Es muß einfach mal in die Köpfe gehen, dass Sexualität zu leben nicht nur bedeutet, geilen Sex zu haben, sondern dass auch Verantwortung damit einhergeht. Wer darauf keine Lust hat, muß es eben bleiben lassen, Herrgott noch mal.

Eben. Wäre schön, wenn Feministen das irgendwann mal einsehen würden, anstatt immer wieder für das exklusiv weibliche Recht auf Abtreibung zu streiten. Herrgott noch mal.

Von der Wahl zwischen Arschloch und Versager

Dass der Mann an und für sich ein Problem darstellt, wissen wir seit Aufkommen des postmodernen Feminismus: Gewaltbereit, unsozial, frauenfeindlich, sexistisch, übergriffig – ein Monster auf drei Beinen, eine Gefahr für Leib, Leben, Frauen und Planeten. Männlichkeit ist ein Problem das überwunden gehört, will man eine menschliche Gesellschaft erreichen.

Eckhard Fuhr fügt dem Problemfaktor Mann ein neue Facette hinzu, wobei er sich zunächst auf das altbewährte konzentriert:

Der Mann ist in seiner konventionellen wie in seiner postkonventionellen Version zum Problem unseres Zeitalters geworden. Welchen Ärger er konventionell, also testosterongesteuert, gewaltbereit, sexistisch machen kann, wissen wir seit der Silvesternacht von Köln alle.

Unter arabischen Migranten tritt dieser Typus häufiger auf als unter den Gemeinschaftskundelehrern eines Freiburger Gymnasiums oder in der Leserschaft des Familienmagazins „Nido“. Doch er ist natürlich nicht auf dieses Milieu beschränkt.

Doch die Gefahren des klassischen Mannes sind nur der Tropfen auf dem heißen Stein. Denn Mann wäre nicht Mann, wenn er irgendetwas richtig machen würde:

Köln steht aber auch für die Gefahr, die vom postkonventionellen Mann ausgeht, also von der Abwesenheit von Mut, Heldentum, Verteidigungsbereitschaft, Beschützerinstinkt, Fürsorglichkeit, Stolz und all diesen Dingen, deren Nichtvorhandensein der Grund dafür ist, dass keinem der Kölner Aggressoren auch nur ein Haar gekrümmt wurde.

Also echt mal, Mann, Du Versager! Es ist zwar richtig, dass Du ein gewaltbereites Arschloch bist, es stimmt zwar dass Deine Männlichkeit problematisch ist, und dass Deine ständiges Bedürfnis Frauen zu umwerben, zu beschützen und für das schwächere Geschlecht zu haltender Keim des patriarchalen Übels ist – aber das bedeutet doch noch lange nich , dass Du davon absehen sollst, Gewalt einzusetzen um arme, schwache Frauen zu beschützen!

Niemand redet gern offen über diese peinliche Erfahrung. Aber hinter vorgehaltener Hand ist sie längst zum Thema geworden, vor allem unter Frauen. Der postkonventionelle Mann hat seine Globalisierungs-Feuerprobe unter verschärften Migrationsbedingungen nicht bestanden. Er war gelähmt, überfordert, orientierungslos und ohne Polizeischutz auch nicht ansatzweise in der Lage, zivilgesellschaftliche Regeln des Zusammenlebens zu verteidigen.

Selbstjustiz ist einer zivilisierten Gesellschaft abträglich! Bürgerwehren sind des Teufels! Gewalt ist böse! Frauen sind auf Männer nicht angewiesen und können alles genau so gut wie Männer! Es dämmert das Jahrhundert der Frauen! – Aber warum sind diese männlichen Schlappschwänze nicht in der Lage, Frauen zu schützen und dafür im Notfall auch Gewalt einzusetzen? Wissen diese Weicheier denn nicht, dass es die Aufgabe des Mannes ist, sein Leben und seine Gesundheit in den Dienst von Frauen zu stellen?

Natürlich müssen diese Regeln von Männern und Frauen gemeinsam verteidigt werden. Aber wenn schon Männer die dafür im Krisenfall nötige Robustheit nicht aufbringen, wird das schwer.

Und der konventionelle Mann wird dann nie lernen, dass Gleichberechtigung keinesfalls bedeutet, dass man mit den Männern sowieso nicht zu rechnen braucht.

Denn Frauen können zwar alles genau so gut wie Männer und mindestes noch besser, aber das heißt ja nicht, dass Mann für sie nicht die Kastanien aus dem Feuer holen soll, wenn es für sie brenzlig wird.

Aber das kapieren die Männer einfach nicht. Verweichlicht, verweiblicht, dumm und nutzlos wie sie nun mal sind.

Beschneidung – Das letzte Wort (?)

Beschneidung in Deutschland ist aus mindestens drei Gründen falsch:

Erstens ist es eine Verletzung der körperlichen Unversehrtheit des Kindes.

Zweitens ist es eine Verletzung des Grundsatzes der Gleichberechtigung der Geschlechter, da es weiterhin verboten ist, Mädchen zu beschneiden.

Drittens ist es eine Diskriminierung auf Grund von Weltanschauungen, da nur bestimmte Weltanschauungsträger ihre Söhne beschneiden dürfen, andere aber nicht.

Zur Ethik und Recht:

Zunächst einmal Religion nichts anderes als eine Weltanschauung unter vielen. Religionsfreiheit ist demnach ein überflüssiges Rechtskonstrukt. Religion bräuchte keinen gesonderten Schutz. Ein gesonderter Rechtsstatus wird bestimmten Religionen nur deshalb eingeräumt, weil bestimmte Religionen sehr alt sind, und seit Jahrhunderten Extrawürste bekommen. Würde ich eine Religion gründen und postulieren, dass diese es notwendig mache, meinem Kind den kleinen Zeh zu amputieren, würde man mich bestenfalls auslachen und schlimmstenfalls ins Gefängnis sperren. Daran erkennt man, dass der Staat selbst nicht an Religionsfreiheit glaubt, sondern diese nichts anderes als die Bevorzugung bestimmter Weltanschauungen darstellt, an die man sich gewöhnt hat.

Zweitens sollte eigentlich jedem ethisch denkenden Menschen klar sein, dass es nicht richtig sein kann, ein Kind dauerhaft und irreversibel, ohne dessen Einwilligung und unter Zufügung schlimmster Schmerzen zu verstümmeln. Nur die Vorschusslorbeeren die eine Gesellschaft traditionellen Religionen zuweist, macht aus einem derartig eindeutig widerlichen Akt ein diskussionswürdiges Thema. Nur Religion schafft es, dass Menschen nichts daran finden, einem kleinen Säugling etwas wegzuschnippeln, während dieser vor Schmerzen brüllt – und das im Namen eines unsichtbaren Zauberers im Himmel. Das alles ist so grotesk und bescheuert, man möchte kotzen – sorry für die Ausdrucksweise.

(zuerst veröffentlicht als Kommentar bei „Erzaehlmirnix„)

Gott als Arbeitgeber

In den USA spielt sich momentan eine Posse ab, die ich mit einer Mischung aus Ärger und Amüsement zur Kenntnis nehme. Im Bundesstaat Kentucky weigert sich eine Angestellte des öffentlichen Dienstes, Kim Davis, seit mehreren Wochen, Ehelizenzen auszustellen, obwohl genau dies Teil ihres Jobs ist. Sie tut dies auf der Basis ihres religiösen Anschauung, welche es nicht erlaube, eine Ehe zwischen Personen gleichen Geschlechts gutzuheißen. Mittlerweile hat das Oberste Gericht der Vereinigten Staaten bestimmt, dass Davis Ehelizenzen ausstellen muss. Sie weigert sich dennoch standhaft und beruft sich weiterhin auf die Autorität von Gott, der sie unterstellt sei.

Nun mag man sich wundern, warum man die Dame nicht einfach entlässt. Immerhin weigert sie sich nicht nur, ihren Beruf nachzugehen, nein sie stellt sich sogar explizit gegen ihren Arbeitgeber und gegen die Gesetze des Landes für das sie tätig ist, sondern auch gegen die Bürger der USA. Sie scheint offenbar nicht zu begreifen, dass sie nicht für Gott arbeitet, sondern für die Regierung Kentuckys und der Vereinigten Staaten von Amerika. Gott zahlt ihr kein Gehalt, es sind die Steuer zahlenden Bürger. Und genau diesen verweigert sie Ehelizenzen. Im Grunde genommen ein ungeheuerlicher Vorgang.

Dummerweise werden Angestellte des öffentlichen Dienstes in Kentucky gewählt, so dass man Davis nicht einfach entlassen kann. Man muss sie entweder abwählen oder sie durch ein Verfahren wegen Amtsmissbrauch aus ihrer Position entfernen. Letzteres ist allerdings ein langwieriger, mühevoller Prozess, zu dem sich der konservative Südstaat Kentucky bislang nicht durchringen konnte. 

Diese Geschichte macht einmal mehr deutlich, wie absurd das Konzept der Religionsfreiheit als Philosophie ist; absurd in dem Sinne, dass der eigene Glaube wichtiger als alles andere sei, solange man nur Gott als Autorität zitieren kann. Man stelle sich vor, ein Jude würde in einer Metzgerei arbeiten und sich auf der Basis seiner Religion weigern, Schweinefleisch zu verarbeiten. Oder man denke sich eine Muslima in einem Bekleidungsgeschäft, die Gotts Autorität anruft um ihr „Recht“ durchzusetzen, keine Dessous zu verkaufen.

Wenn das alles akzeptabel sein soll, erfinde ich demnächst meine eigene Religion. Und diese wird besagen, dass mein Gott es mir während meiner Arbeitszeit vorschreibt, jede Stunde eine Pause von 45 Minuten einzulegen.

Kim Davis ist übrigens bereits zum vierten Mal verheiratet. Dagegen hatte Gott offensichtlich nichts zu sagen.

Dekadenz – Die Freiheit nehm ich mir!

Prof. Dr. Günter Buchholz vom Blog „Frankfurter Erklärung“ ist sprachlos. Das ist schon mal eine gute Nachricht, an der man sich erfreuen sollte, solange dieser Zustand anhält. Doch worauf beruht diese Sprachlosigkeit? Auf zwei Vorkommnisse, die Buchholz als weitere Beispiele von „Dekadenz“ interpretiert (man mag darüber spekulieren, was die vorherigen Beispiele von Dekadenz gewesen seien mögen).

Nun ist das Wort „Dekadenz“ aus dem Munde eines Konservativen nicht viel mehr als eine abwertene Bezeichnung für individuelle Freiheit. Dies wird einmal mehr deutlich, schaut man sich an, welche Dekadenz Bucholz so sprachlos macht.

Der erste Fall von „Dekadenz“ bezieht sich auf eine Diskussion des Deutschen Ethikrates über die Legalisierung von Inzest. Buchholz merkt hierzu an:

Der hier geschilderte tragische Einzelfall ist mit Sicherheit nicht verallgemeinungsfähig. Er rechtfertigt aus moralischer Sicht wohl ein gewisses rechtliches Entgegenkommen, sofern das irgendwie möglich ist. Aber er kann doch nicht das Prinzip in Frage stellen!

Und warum, kann das Prinzip der Strafbarkeit von Inzest nicht in Frage gestellt werden? Wir wissen es nicht, denn Buchholz hält es nicht für nötig, diese Frage zu beantworten.

Der zweite Fall von „Dekadenz“ bezeiht sich auf einen Artikel über Dänemark und die dortigen Debatten hinsichtlich der Zulässigkeit von Zoophilie – also dem Sex mit Tieren. Hierzu fällt Buchholz gar kein Kommentar mehr ein:

Ich hätte so etwas nicht für möglich gehalten. Das muß ich einräumen. Und dazu fällt mir auch nichts ein. Hier bin ich nur noch sprachlos.

Und warum? Weil Buchholz das Thema nicht behagt? Weil er nicht darüber nachdenken will? Legitim sicherlich, aber kein hinreichender Grund für ein moralisches Werturteil.

Es ist bedauerlich, dass die Sprachlosigkeit von Buchholz nicht soweit ging, zu beiden Themen gleich ganz zu schweigen, denn mehr als ein entrüstetes „Wie kann man nur?“ hat er ja offensichtlich nicht zu bieten. Um der lautstarken Stille des Herrn Buchhlz etwas entgegenzusetzen, möchte ich hier erneut meine Ansichten zu den Themen Inzest und Zoophilie kund tun, und berufe mich dabei auf zwei ältere Texte von mir, die ich hier, leicht gekürzt, wiedergebe:

Inzest ist kein Verbrechen

Der Staat kann es einfach nicht lassen, sich in private Lebensverhältnisse einzumischen, selbst wenn es um die privateste alle Privatsphären geht. Dass der Beischlaf unter Geschwistern freiwillig erfolgte, spielt hierbei keine Rolle, denn Freiwilligkeit war für die Staatsgewalt noch niemals ein Kriterium für Erlaubtes […]

Abgesehen davon, dass Deutschland nicht nur am Inzestverbot festhält, legt es dieses Verbot auch noch sexistisch aus. Denn der Einzige, der eine Strafe wegen Beischlaf zwischen Verwandten befürchten muss, ist natürlich der Mann.

[…] Der Staat will seine Bürger mit der Strafnorm vor drei konkreten Gefahren schützen:

1. Schutz vor familiärer Zerrüttung in Folge inzestuöser Liebe, da sich auch Ehepartner an Kindern vergehen.“

Versteht jemand dieses Argument? Ich nicht. Was hat jetzt das Vergehen an Kindern durch den Ehepartner konkret mit Inzest zu tun?

„2. Schutz vor Übergriffen eines überlegenen Partners – der Gesetzgeber geht davon aus, dass bei Inzest die Partner oft nicht gleichberechtigt seien, wie etwa beim Missbrauch der eigenen Kinder.“

Mit diesem Argument könnte man Sex ganz im Allgemeinen verbieten – weil es schließlich auch Vergewaltigungen gibt. Wenn ein Missbrauch stattgefunden hat, ist der auch ohne ein Inzestverbot strafbar. Dafür braucht man nicht jedweden Beischlaf unter Verwandten zu kriminalisieren.

„3. Schutz vor Erbkrankheiten, die bei großer genetischer Übereinstimmung der Eltern leichter ausbrechen.“

Nun ja, dass der deutsche Staat sich immer noch für die Erbgesundheit seiner Untertanen zuständig hält, mag wie ein Treppenwitz der Geschichte anmuten. Wenn man dieses Argument ernst nimmt, müsste man eigentlich vor jeder Absicht zur Fortpflanzung die Erlaubnis staatlicher Stellen einholen. Ganz abgesehen davon, dass auch Beischlaf unter gleichgeschlechtlichen Verwandten strafbar ist. Schutz vor Erbkrankheiten?

Berücksichtigt man das alles, muss man bei den Argumenten für ein Inzestverbot von Ausreden ausgehen, die lediglich den moralisierenden Zweck des Verbotes kaschieren sollen.

***

Die Erotik des Schweinischen

[…] was soll denn bitte schön an […] Zoophilie, also Sex mit Tieren – schlimm sein, sofern es im gegenseitigen Einvernehmen geschieht? Und sage mir jetzt bitte keiner, es sei unmöglich mit einem Tier einvernehmlichen Geschlechtsverkehr zu haben. Den Beweis für das Gegenteil liefert uns die durchaus nicht unerotische Beschreibung eines jungen Mannes, der – übrigens rein heterosexuellen – Geschlechtsverkehr mit einer brünstigen Sau pflegte und seinen guten Freund in die Geheimnisse der Zoophilie einweihte:

“Kaum hatten wir die Stallungen betreten, kamen die beide Säue [sic] uns in ihren Koben entgegen und gaben jenes kehlige, rauhe [sic] Geräusch von sich, dass ich den ‘Brunstschrei’ nennen möchte. Immer wenn ich nun die Absicht habe, mit einer Sau oder einem Jungschwein in sodomitische Beziehungen zu treten, ahme ich nach bestem Vermögen diesen Schrei nach und ‘antworte’ dem Tier. Das tat ich auch diesmal, wodurch die Leidenschaft sich sichtlich steigerte. […]  Ich ging also zu einer der Säue [sic] in den Koben und begann, ihren Körper und ihre Genitalien zu streicheln. Sie nahm augenblicklich eine erwartungsvolle, passive Position ein und verhielt sich absolut regungslos, solange ich mich mit ihr beschäftigte. […] In der Regel ergibt sich keine Notwendigkeit, den Penis mit der Hand zu führen, da die Vulvae der Säue  [sic] – als Ergebnis von Niederkünften und der Brunst – mit ausreichend Sekretion versorgt sind.” [Quelle: “Sex-driven People” von R.E.L. Masters, hier zitiert nach: Midas Dekkers, Geliebtes Tier, Seite 98 ff., Carl Hanser Verlag München Wien, 1994] 

Was auch immer man von solcher “Triebbefriedigung” auch halten mag, schaden sie doch weder anderen Menschen, noch dem Tier. Wozu also die Aufregung?

Soweit also meine aus der Vergangenheit stammenden nichtsprachlosen Anmerkungen dazu.

Selbstverständlich bietet das Thema Stoff für lebhafte Debatten, im Kern jedoch muss ich darauf bestehen, dass wenn klargestellt ist, dass Inzest oder Zoophilie im freiwilligen Einvernehmen erfolgen, ich selbstredend für eine Legalisierung bin, denn Freiwilligkeit und Einvernehmlichkeit, darauf beruht meine Ethik (dabei ist mir ist durchaus bewusst, dass die Frage der freiwilligen Einvernehmlichkeit beim Sex mit Tieren nicht abschließend geklärt ist).

Was aber ist ethische Basis von Buchholz? Das ist schwer zu sagen, da er ja überhaupt keine Argumentation vorbringt. Soweit ich seinen Beitrag verstanden habe, läuft es wohl darauf hinaus, dass ihm weder Inzest noch Zoophilie persönlich behagen. Nun gut, dass ist nachvollziehbar, ist aber als Argument ebenso gehaltvoll wie das gute alte „Mein Gott mag das nicht“. Denn was man selbst mag oder nicht, ist für die Beurteilung ethischer und gesellschaftlicher Normen reichlich irrelevant. 

Ach, hätte er doch geschwiegen!