Wie Schwulemiker auszog der onyx das Gruseln zu lehren

Bekanntermaßen ist der moderne Feminismus des 21. Jahrhunderts innerhalb der westlichen Welt ein Kampf ohne Notwendigkeit. Frauen haben hier die gleichen, und im Grunde genommen sogar mehr Rechte, als Männer. So ist es auch kaum verwunderlich, dass die Anliegen des Feminismus lediglich  in einer endlosen Wiederholung immer gleicher gefühlter Benachteiligungen bestehen, hervorgetragen von gut situierten, meist jungen Frauen der Mittelschicht, die nichts im  Leben entbehren, außer einem Sinn für dieses.

Antifeminismus ist, angesichts der Dreistigkeit, mit der Feministen gefühlte Diskriminierungen zu  realen Privilegien vergolden möchten, eine zwangsläufige und nachvollziehbare Reaktion, zumal wenn man in Betracht zieht, dass die Forderung nach Privilegien mit einer oftmals beispiellosen Empathielosigkeit gegenüber Männern und ihrem Leben einhergeht. Feminismus ist das Nörgeln der  Prinzessin, die den ihr dienstbaren Frosch wie Dreck behandelt, und die sich dann noch darüber beschwert, dass sie – anders als im Märchen – keinen Prinzen erhält, nachdem sie den Frosch an die Wand geklatscht hat.

Um den Antifeminismus zu bekämpfen und zu diskreditieren, bedient sich die gewöhnliche Feministin verschiedener Methoden. Sie kann ihre Weiblichkeit benutzen, und darauf vertrauen, dass der maskuline Sexualtrieb die Erektion toxischer Männlichkeit in bedingungslose Zuneigung und Galanterie gegenüber jedwedem weiblichen Wesen verwandelt. Sie kann jeden Antifeministen als Extremisten und Nazi brandmarken. Oder sie kann versuchen, durch einen Debattenbeitrag den Antifeminismus argumentativ zu vernichten.

onyx versucht auf  ihrem Blog „Gedankensalat“ letztere Strategie und hofft, mit den von ihr entdeckten Widersprüchen, den Antifeminismus ad absurdum zu führen. Ihr Anliegen könnte dabei schon von vornherein von Erfolg gekrönt sein, denn natürlich wird sie Widersprüche bei Antifeministen finden. Und der Grund hierfür ist ganz einfach: Antifeminismus ist eine Ansicht, die keine Aussagen für etwas bringt, sondern alleine gegen den Feminismus in seiner derzeitigen Form gerichtet ist. Auf welcher Grundlage, mit welcher Argumentation, mit welcher Ethik dies getan wird, ist dabei völlig offen. Es macht schließlich einen Unterschied, ob man ein Antifeminist ist, weil die Frau gefälligst hinter den Herd gehört, oder weil einem die real existierende  Politik von Feministen des 21. Jahrhunderts ein Dorn im Auge ist.

Ich zum Beispiel bin Antifeminist, weil ich für die Gleichberechtigung von Mann und Frau bin, für die Gleichheit von Mann und Frau vor dem Gesetz, bei gleichzeitigem Respekt vor dem Individuum und seinem persönlichen Lebensentwurf. Ich bin Antifeminist, weil ich der Ansicht bin, dass der real existierende Feminismus diesen Werten diametral zuwiderläuft.

Doch möglicherweise werden mich die von onyx entdeckten Widersprüche des  Antifeminismus eines Besseren belehren. Da ich unmöglich für die vielfältige Gruppe der Antifeministen sprechen kann, möge man es mir nachsehen, wenn ich onyx Beispiele durch meine individuelle  Brille als selbsternannter Antifeminist kommentiere.

Schauen wir es uns doch einmal an:

-Männlichkeitsbild

Antifeministen beklagen seit Jahren (nicht zu Unrecht), dass der Gewaltopferschutz für Männer in Deutschland bisher eher ein stiefkindliches Dasein fristet und nicht wirklich beachtet wird. Was sie dabei natürlich nicht erkennen, ist die Tatsache, dass sie die Ursachen dafür meist gleich selbst mitliefern. Denn wie oft vernimmt man die Häme im Antifeminismus über den „neuen Mann“, der weichgepült, unmännlich, pudelig, devot und betamäßig den Hausmann spielt und nicht den Mumm hat, sich gegen seine schrecklich feministisch verseuchte Umwelt zur Wehr zu setzen. Womöglich ist er sogar noch ernsthaft in eine Frau verliebt, für die er alles tut. Auweia, dann gehts aber los. Dann wird ganz schnell der harte Steinzeitmann glorifiziert. Der keine Gefühle, keine Schwäche, keine Sorgen zeigen darf. Der über allem stehen muß und alles mannhaft zu ertragen hat. Der andere Menschen (bes. Frauen) scheiße behandeln darf (sogar muß). Es ist wahrlich kein Zufall, dass die menschenverachtende Pick up-Sekte, wo genau dieser Schwachsinn als Heilslehre verkauft wird, regen Zulauf aus antifeministischen Kreisen hat.
Und dann werden bittere Tränen geweint, wenn Männer als Opfer nicht ernstgenommen werden.

Ich bin mir nicht ganz sicher, was genau uns onyx hier sagen will. Will sie uns sagen, dass als Opfer nur ernst genommen werden kann, wer ihren Maßstäben eines Opfers genügt? Will sie uns sagen, dass ein Mann nur dann einen Anspruch auf Schutz vor Gewalt hat, wenn er als „neuer Mann“ durch die Welt geht? Will sie uns sagen, dass der „Steinzeitmann“ nicht Opfer von Gewalt sein kann? Oder will sie uns sagen, dass Männer, die nicht ihren Ansprüchen von adäquaten männlichen Verhalten genügen, selber schuld sind, wenn sie als Opfer nicht ernst genommen werden?

Laut offiziellen Kriminalstatistiken stellen Männer den Hauptteil der Opfer sämtlicher Gewaltverbrechen, mit Ausnahme der Sexualdelikte. onyx Einwand, dass Männer, die sich traditionell männlich verhalten, sich nicht wundern müssten, als Opfer nicht ernst genommen werden, erinnert fatal an den Topos der vergewaltigten Frau, der zur Last gelegt wird, dass sie zu aufreißend gekleidet durch die Straßen spaziert ist. Hey, der Typ hat immerhin mittels Pick up versucht, eine Frau kennen zu lernen oder sie – oh grausige Welt – ins Bett zu bekommen! Dann muss sich dieses Schwein auch nicht wundern, wenn es eines auf die Fresse bekommt!

-Familienbild

Während IN einer Ehe so getan wird, als würde man eine Hausfrau und Mutter besonders schätzen und nur Feministinnen diese heile Welt zerstören, kann man nicht bis 3 zählen, bis NACH einer Ehe genau die gleiche Tätigkeit als faules Schmarotzertum diffamiert wird. (siehe auch nächster Punkt)

In einer Ehe ist die Tätigkeit als Hausarbeit und Mutter eine private Entscheidung, für die die Frau im Gegenzug Kost, Logis und Taschengeld vom erwerbstätig arbeitenden Mann erhält. Es liegt also eine Arbeitsteilung vor, die, wenngleich finanziell und vom Arbeitsaufwand auch ungleichmäßig verteilt, dennoch auf freien Stücken zweier Individuen beruht. Wenn es onyx lieber ist, könnte  ich aber auch gerne gleich aufs Ganze gehen, und die Tätigkeit einer Hausfrau in einer Ehe als bequemes Leben auf Kosten eines anderen brandmarken.

-Wertschätzung von Arbeit

Hier gibt es mehrere in sich widersprüchliche Mythen, die im antifeministischen Weltbild unverrückbare Dogmen darstellen.

So sind es ja zB prinzipiell immer Männer, die schwere, anstrengende, unangenehme oder gefährliche Berufe und jede Menge Überstunden ausüben müssen, während Frauen den Luxus der Wahl genießen können, darüber zu entscheiden, ob sie als Hausfrau und Mutter gemütlich zu Hause bleiben, oder einer Erwerbsarbeit nachgehen wollen. Das wird selbstverständlich als Männerdiskriminierung interpretiert.

Mag sein, dass einige Antifeministen das genau so interpretieren. Ich sehe hier weder Männer- noch Frauendiskriminierung.

Reden wir dagegen zB über das 50/50-Modell, sind sie ganz schnell dabei, dass die Aufgabenverteilung jedes Paar für sich selbst vereinbaren muß und da hat sich doch bitteschön niemand einzumischen.

Richtig.

Männer werden hier also ganz klar aufgefordert, ihre Wahl selbstbestimmt, individuell und gemeinsam mit der Partnerin zu treffen. Wo ist dann also plötzlich das Problem, wenn sich Paare für ebendiese Aufgabenverteilung entscheiden?

Es gibt kein Problem. Was ich Feministen vorwerfe ist nicht, dass Frauen die Wahl genießen können, darüber zu entscheiden, ob sie als Hausfrau und Mutter zu Hause bleiben, oder einer Erwerbsarbeit nachgehen wollen. Sondern dass genau dieser Luxus der Wahl uminterpretiert wird als Diskriminierung der Frau durch Männer, so als würden Männer Frauen zwingen nur als Hausfrau zu arbeiten, nur Mutter zu sein und nur halbtags zu arbeiten. Frauen haben  die Wahl. Sie sollen es aber bitte schön unterlassen, die Verantwortung für ihre persönliche Entscheidung an Männer zu delegieren, wenn diese Wahl Konsequenzen hat, die ihnen nicht schmeckt.

Ein uralter hartnäckiger antifeministischer Mythos behauptet, dass es Feministinnen wären, die bestimmte Tätigkeiten geringschätzen. Klassischerweise Erziehungs- und Familienarbeit oder soziale Arbeit. Das ist eine der größten Lügen schlechthin. Es sind nicht Feministinnen, die Hausfrauen als Schmarotzerinnen oder Unterhaltsprostituierte bezeichnen. Es sind nicht Feministinnen, die behaupten, dass Kindererziehung keine richtige Arbeit wäre. Es sind nicht Feministinnen, die soziale Berufe als „nicht anspruchsvoll“ herabsetzen.

Es sind eine ganze Reihe von Feministen, die Frauen auf Teufel komm raus in die Erwerbsarbeit bringen wollen, sei es durch Frauenquoten, Vereinbarung von Familie und Beruf oder der Verunglimpfung der finanziellen Unterstützung von Müttern als „Herdprämie“.

Und es wird als große Unverschämtheit verstanden, wie Frauen in solchen Berufen zum Streik um bessere Bezahlung aufrufen. „Was machen die denn schon? Die verdienen doch besser als so manche Männer!!“

Ich habe keine Ahnung, wer es als Unverschämtheit empfindet, wenn Frauen für bessere Bezahlung streiken. Was man Feministen  vorwerfen kann ist allerdings, dass sie so tun, als wären Frauen die einzigen Menschen, die eine bessere Bezahlung verdienen. Gestützt wird dieser Topos zum Beispiel durch die Lüge des Gender Pay Gap, die besagt, dass Frauen bei gleicher Arbeit und gleicher Qualifikation schlechter verdienen würden als Männer.

Gleichzeitig aber wird es aber als große Diskriminierung verstanden, wenn am Boys Day Jungen dazu eingeladen werden, einen Einblick in ebensolche Berufsfelder zu bekommen. Dann kommt nämlich der spontane Reflex, wie diskriminierend es doch sei, Jungen gezielt in schlecht bezahlte und schlecht angesehene Frauenberufe „drängeln“ zu wollen. Dann wird plötzlich gesehen, dass Frauen sehr wohl harte und schlecht bezahlte Arbeit leisten. Und das will man den Jungs ja nicht zumuten.

Ich behaupte nicht, dass Frauen keine harte und schlecht bezahlte Arbeit leisten würden. Was ich Feministen vorwerfe ist, dass sie so tun, als wären Frauen durch ein von Männern entwickeltes System – welches sie „Patriarchat“ nennen – dazu gezwungen, harte und schlecht bezahlte Arbeit zu verrichten. Wobei gleichzeitig komplett ausgeblendet wird, dass der Großteil harter und schlecht bezahlter Arbeit von Männern verrichtet wird.

Was dem Boys Day – und dem Girls Day – vorzuwerfen ist, ist das Bestreben, Jungen und Mädchen durch geschlechtliche Segregation gezielt die Beruf schmackhaft machen zu wollen, von denen ein politisch elitärer Konsens der Ansicht ist, dass diese Berufe mit mehr Anhängern des jeweils anderen Geschlechts aufgefüllt werden müssten. Wobei im Hintergrund immer die Idee mitschwingt, dass Schule eine Diskriminierung ausgleichen müsste, die Männer (das „Patriarchat“) entwickelt haben, um Jungen und Mädchen gegen ihren Willen in bestimmte Berufe zu zwingen – und das nur um Frauen besser unterdrücken zu können.

-Quoten

Während Frauenquoten grundsätzlich als Diskriminierung verstanden werden, werden Männerquoten in Bildungseinrichtungen gefordert („liberale Männer der FDP“), oder wahlweise auch Frauenquoten in dreckigen Männerjobs.

Ich lehne Quoten, ob für Männer und Frauen grundsätzlich ab und empfinde auch die Idee der FDP als unsinnig. Was ich dagegen nicht als unsinnig empfinde ist, Feministen mit ihrer eigenen Waffen zu schlagen, indem man nämlich darauf hinweist, dass wenn Quoten doch ein Beitrag für Gleichberechtigung sein sollten, warum diese dann nicht in jedem Berufszweig gefordert werden, sondern wundersamer Weise nur für Frauen, und wundersamer Weise immer nur dort, wo es um vergleichsweise bequeme, gut bezahlte Bürojobs in Leitungsfunktion geht.

Die Idee der Frauenquoten ist gleich doppelt hanebüchen und eine maximale Pervertierung jedweden menschlichen Anstandes: Erstens wird von Feministen postuliert, dass es eine Diskriminierung von Frauen durch Männer (dem „Patriarchat“) sei, wenn Frauen in Leitungsfunktionen eines Dienstleistungsbetriebes unterrepräsentiert sind. Und zweitens wird über „Diskriminierung“ kein Wort verloren, wenn es Berufe betrifft, in denen Männer unterrepräsentiert sind, oder  – der Gipfel der Dreistigkeit – wenn es Berufe betrifft in denen Frauen zwar unterrepräsentiert sind, die für Feministen aber als zu „dreckig“ angesehen werden, um Frauen damit beglücken zu wollen.

Wenn Quoten ein Mittel gegen Diskriminierung sein sollen, dann bitte für alle Menschen und Berufe gleichzeitig! Ansonsten entlarven sich Feministen nämlich als das, was sie sind: Verwöhnte Prinzessinnen, die mit möglichst wenig Backaufwand möglichst viel vom Kuchen abbekommen wollen.

-sexuelle Selbstbestimmung

Die sexuelle Selbstbestimmung ist im Antifeminismus nur ein Wert, wenn sie entweder Männer selbst betrifft, oder wenn sie dem Vergnügen von Männern dient. Denn während das Rechtsgut der sexuellen Selbstbestimmung (also der Schutz vor Übergriffen und Gewaltdelikten) gern insofern polemisch diffamiert wird, indem gern behauptet wird, dass Feministinnen am liebsten alle Männer in den Knast bringen wollten, die Frauen auch nur angucken, ist die sexuelle Selbstbestimmung plötzlich dann ein ganz wichtiger Faktor, wenn es um das Recht geht, Männern Spaß zu bereiten oder sich ihnen unterzuordnen. Siehe Prostitution, BDSM.

Der polemische Vorwurf, dass Feministinnen am liebsten alle Männer in den Knast bringen wollten, die Frauen auch nur angucken, hat einen wahren Kern. Dieser wahre Kern schlägt sich nieder in monatelangen Vorwürfen des Sexismus, wenn ein Brüderle etwas zu ungeschickt das Himmelreich eines Dirndls lobt; wenn die Abschaffung der Unschuldsvermutung für Männer im Falle eines Vergewaltigungsvorwurfes gefordert wird („Listen and believe“); wenn nonverbales sexuelles Einverständnis unter das Stigma der sexuellen Gewalt gestellt wird („enthusiastic consent“); oder wenn einer Frau als Opfer gehuldigt wird, auch nachdem sie gerichtlich der Lüge einer Vergewaltigung überführt wurde (Gina-Lisa Lohfink). Sexuelle Selbstbestimmung heißt eben nicht, mit einem Mann Sex zu haben, sich danach zu überlegen, dass man doch nicht mit ihm Sex haben wollte, und dann die eigene Verantwortung auf den Mann abzuwälzen, indem man ihn der Vergewaltigung bezichtigt. Sexuelle Selbstbestimmung heißt, die Verantwortung für das eigene Sexualleben zu tragen.

Und solange Frauen und Männer nicht dazu gezwungen werden, sind Prostitution und BDSM Teil der individuellen, sexuellen Selbstbestimmung und demnach ein Menschenrecht. 

-Sexualerziehung

Die sexuelle Aufklärung an Schulen wird von vielen Antifeministen torpediert, seit der Bildungsplan 2015 in konservativen Kreisen für große Aufregung gesorgt hat. Mit Schlachtrufen wie „Frühsexualisierung! Umerziehung! Gender-Gehirnwäsche! Verschwulung! schützt unsere Kinder!“ versucht die homofeindliche und antifeministische „Demo für Alle“, Aufklärung um sexuelle Vielfalt sogar als „Kindesmißbrauch“ zu kriminialisieren.

Da ich Antifeminist, ein Fan der Verschwulung, nicht Mitglied bei der „Demo für alle“ bin und kein grundsätzliches Problem mit Sexualerziehung habe, trifft dieser Vorwurf, was mich angeht, ins Leere. Selbstredend bekenne ich mich zu dem Grundsatz, dass Sexualerziehung Fingerspitzengefühl und ein sensibles pädagogisches Verständnis erfordert. Inwiefern der Bildungsplan 2015 diese Kriterien erfüllt, kann – und sollte man – man skeptisch sein.

Gleichzeitig sieht man im Antifeminismus aber kein größeres Problem dabei, wenn Kinder ohne pädagogisch fachliche Unterstützung in eine völlig oversexte Gesellschaft hineinwachsen, ungefiltert mit Sexualisierungen jeglicher Coleur berieselt werden und problemlos Zugang zu Pornographie haben und bezeichnet Feministinnen, die Pornographie und Prostitution kritisch sehen, als „sexfeindlich“.

Problemlosen Zugang zu Pornografie haben Kinder nur dann, wenn die Eltern ihre Erziehungspflichten vernachlässigen. Die Medienkompetenz von Kindern, auch im Hinblick auf Pornografie, zu stärken, befürworte ich.

Und nein, Feministen sehen Pornographie und Prostitution nicht kritisch. Sie lehnen diese ab, weil sie es als Werkzeuge der Männer („Patriarchat“) zwecks  Unterdrückung von Frauen betrachten. Ich stelle mich dagegen auf den Standpunkt, dass beides ein Menschenrecht ist, durch die Freiheit des Individuums und der Berufswahl gedeckt. Feministen die das anders sehen, entmündigen uns alle auf den Status eines Kindes.

-Sexismus/Rassismus

Hier wurden Widersprüche ganz besonders nach den Silvestervorfällen in Köln deutlich. Während bis dato Antifeministen in schöner Regelmäßigkeit ihre hämischen Shitstorms über Feministinnen ausgossen, die über ihre Erfahrungen mit Sexismus und sexueller/sexualisierter Gewalt berichteten, war ihnen plötzlich der Schutz von Frauen und deren Rechten ein großes Anliegen. „Dann mach doch die Bluse zu!“- Kelle – ja genau, die, die meinte, dass sich Frauen doch einfach züchtiger kleiden sollten, wenn sie nicht belästigt werden wollen – fand plötzlich wenige Jahre nach Erscheinen ihres gleichnamigen Buches, dass Frauen gefälligst anziehen können was sie wollen, ohne dafür in Gefahr zu geraten.

Der „hämische Shitstorm“, der sich über Frauen ergoss, war der Tatsache geschuldet, dass Frauen über Dinge berichtet haben, die man nur unter schwersten ideologischen Einflüssen leidend, als „sexualisierte Gewalt“ bezeichnen kann. Die meisten dieser „Vorfälle“ lagen auf dem Niveau “Habe meine enge Bluse mit tiefem Ausschnitt getragen aber nicht der sexy Paul, sondern Pickelgesicht Thorsten haben drauf geschaut“ – Ihr wisst schon, das Niveau Brüderle im Himmelreich. Genau darauf bezog sich auch Birgit  Kelle, als sie völlig richtig konstatierte, dass, wenn Frauen nicht wollen, dass Männer ihnen auf die Brüste starren, sie doch gefälligst ihre Bluse zumachen sollen.

Ich bin schwul. Ich weiß wie (schwule)  Männer ticken. Ich weiß, dass wenn ich keinerlei Wert darauf lege, dass mir auf meinen Arsch gestarrt wird, ich enge Jeans und Chaps lieber zu Hause lasse. Dass heterosexuelle Frauen nicht in der Lage sind, die simple Gleichung „Titten = Blicke“ zu begreifen, ist mir rätselhaft. Mädels, ein Ausschnitt mit Brüsten wirkt auf heterosexuelle Männer wie das Schaufenster eines Schuhgeschäftes auf Euch: man muss einfach gucken. Noch absurder wird es selbstredend, wenn Frauen sich darüber beschweren, dass ihnen die falschen Männer auf die Titten starren.

Björn Höcke (AfD) verlangte konkret den „Schutz blonder deutscher Frauen“ vor übergriffigen Gewalttätern. Und diese beiden reihen sich nahtlos in de antifeministischen Chor derer, die allesamt plötzlich sexuelle Übergriffe ganz schlimm fanden und jegliche Versuche der Relativierung aufs schärfste verurteilten.
Weil ihnen ein feministisches Licht aufgegangen war? Nein, weil die Täter Migranten waren.
Wo war die Empörung VOR den Kölner Vorkommnissen? Den #Aufschrei haben sie lächerlich gemacht, getrollt, und als „männerfeindlich“ abgestempelt. Aber bei „fremden“ Tätern springt man gern auf den schon jahrzehntelang rollenden feministischen Zug.

Ich weiß nicht ob man besonders dreist oder besonders dumm oder besonders feministisch sein muss, um fehlgeleitete sexuelle Anmachen und Blicke auf halb freigelegte Brüste auf dieselbe Stufe zu stellen, wie in Deutschland noch nie zuvor dagewesene sexuelle Gewalt* gegen mehrere hundert Frauen mitten in der Öffentlichkeit.  Es ist geradezu atemberaubend pervers, dies miteinander in Äquivalenz bringen zu wollen und zeigt nur, wer hier sexuelle Gewalt relativiert.

Vielleicht  kann sich onyx noch an die Debatte in feministischeren Kreisen nach Köln erinnern? Es waren Feministen die postuliert haben, dass man zwar nicht alle Migranten für Köln verantwortlich machen dürfe, dafür aber alle Männer. Es waren Feministen, die ihr Feindbild des weißen heterosexuellen Mannes hervorgeholt haben, angesichts massenhaft verübter sexueller Gewalt* in für Deutschland bislang unbekanntem Ausmaß, an der kein einziger weißer heterosexueller Mann beteiligt war (und zu der sich ein Jahr später kein einziger weißer heterosexueller Mann aufgemacht hat, um es noch einmal zu probieren). Und es waren Feministen, die die Lüge verbreitet haben, dass Köln alljährlich auf dem Oktoberfest passiert.

allgemeines Diskussionsverhalten

Während im Antifeminismus selbst unterirdischste frauen- und männerfeindliche Anfeindungen als Meinungsfreiheit oder schlimmstenfalls als „unglückliche Formulierungen“ schöngeredet werden, ist bereits jede weit harmlosere feministische Äußerung, der kleinste Widerspruch, die kleinste Abweichung ihres Weltbildes ein „Beweis“ für üblen Männerhass. Eigene Verhaltensweisen werden auf das Gegenüber projeziert, und die eigene feindselige Filterbubble wird alle Ernstes als „sachlicher Austausch“ wahrgenommen.

Der Vorwurf in einer Filterbubble zu leben passt zu einer Frau, die mich sowohl in ihrem Blog als auch auf Twitter geblockt hat. Aber sei es drum, ich hoffe dass ich als Antifeminist mit dieser Gegenrede einen Beitrag zum sachlichen Austausch außerhalb der antifeministischen Filterbubble beigetragen habe.

Wenn Du, onyx, einen sachlichen Austausch haben möchtest stelle Dich mir, stelle Dich der Diskussion hier oder auf „Alles Evolution“, wo Du mich und meine antifeministischen Mitstreiter jeden Tag antreffen kannst. Du kannst in einer Debatte alles von mir erwarten. Heterosexuelle Galanterie wird jedoch nicht darunter sein.


* Ich hatte zunächst „Massenvergewaltigung“ geschrieben was nicht zutreffend ist. Es handelte sich in Köln um massenhafte sexuelle Belästigungen und sexuelle Nötigungen bzw. um massenhafte sexuelle Übergriffe, nicht um Massenvergewaltigungen.

Von Vorder- und Hinterladern

Ursula von der Leyen hat es sich zum Ziel gesetzt, die Bundeswehr attraktiver für Schwule und Lesben zu machen. Warum, erschließt sich mir nicht, da mir in meiner Armeezeit bereits die Aussicht attraktiv genug gewesen ist, mit Männern gemeinsam zu duschen und sich in vertrauter Intimität Zimmer und Panzer zu teilen.

Ja, liebe Leser, falls Ihr es noch nicht wusstet. Ich, schwul, war bei der Bundeswehr. Ganze neun Monate. Panzergrenadier, Panzerfaustschütze, Kürassier-Kaserne, Panzergrenadierbataillon 411, Viereck, Mecklenburg-Vorpommern („Waldmeer, Sandmeer, gar nichts mehr“). Nun mag es für manche nicht überraschend sein, dass dort, wo sich Männer tummeln, statistisch gesehen, auch ein paar Schwule tummeln werden, da Schwule zu etwa 99,999 Prozent dem männlichen Geschlecht angehören.

Für den Blogger Danisch ist das aber offenbar eine Neuigkeit, und seine Äußerungen dazu sind gleich auf mehreren Ebenene genial putzig und verdienen es daher, ordentlich seziert zu werden.

Zunächst sei konstatiert, dass Danisch offenbar annimmt, dass erst durch die Pläne des Bundesverteidigungsminsteriums Schwule in die Armee einziehen werden:

Wenn ich mir das jetzt aber vorstelle, dass da homosexuelle Leute mit dabei sind, es da auf den Zimmern gar rundgeht, oder das sogar zum Rekrutierungsgrund wird, dann glaube ich nicht, dass da noch irgendwas ordentlich funktionieren kann. Das artet dann in Beziehungsstress und Anmache aus.

Ich wiederhole es gerne noch mal: Schwule waren schon immer mit dabei, vom antiken Griechenland bis hin zur modernen israelischen Armee. Sicherlich, sie waren nicht immer gerne gesehen, und ganz im Geiste der heterosexuellen Furcht vor Anmachen, oftmals aus den Armeen des Landes ausgeschlossen – zumindest offiziell, denn existent waren sie natürlich.

Diese Praxis hat sich mittlerweile geändert und die meisten westlichen Staaten haben ihr Streitkräfte für Schwule geöffnet. Einen guten Überblick über die aktuelle Situation von LGBT im Militär gibt dabei die englischsprachige Wikipedia

Sexual orientation and military service

nebst einer Karte welche die rechtliche Situation für LGBT und Frauen im Militär widerspiegelt:

lgbt-und-militaerlgbt-und-militaer-2

Noch witziger als Danischs Implikation, dass Schwule aus der Bundeswehr nun einen Sexclub machen, ist allerdings sein interessante Interpretation männlicher Heterosexualität:

Als ich Grundwehrdienst hatte (genau 30 Jahre her, Juli 1985 bis September 1986) und das noch ein reiner Männerverein voller Männer im hormonell wüstesten Saft war, beruhte das ganze noch auf gewissen Abwehrmechanismen. Man hatte grundsätzlich ein paar Pinups im Spind und in den Zimmern und auf der Wache lagen statt ordentlicher Zeitungen immer nur die übelsten Sexpostillen aus dem Mannschaftsheim.

Warum? Viele (vor allem Frauen) regen sich ja immer darüber auf, wenn in Werkstätten usw. solche PinUps rumhängen, aber eigentlich ist das nur ein wichtiges Sozialmittel. Zeigt nämlich allen, lass die Finger von mir, ich bin nicht schwul. Damit ist die Situation geklärt, die ganze Problematik aus der Welt geschafft und der Raum frei für die ganz normale sex-neutrale Kameradschaft, ohne die es da im Feld und Kampf einfach nicht geht.

Was lernen wir daraus? Heterosexuelle Männer hängen sich Poster nackter Frauen nicht etwa deshalb auf, weil sie auf Frauen und Titten stehen, sondern weil sie anderen Männern davon abhalten wollen, mit ihnen zu kopulieren. Das ist insbesondere dann einleuchtend, wenn man als Hetero ständig mit der Angst durchs Leben geht, dass dort draußen Massen von Schwulen lauern, die es gar nicht abwarten können, einen anzumachen, weil man selbst so unglaublich sexy ist, dass kein Homo widerstehen kann.

Danisch sei an dieser Stelle beruhigt: Wie der Artikel in der Wikipedia und die obige Karte zeigen, sind Schwule bereits seit einiger Zeit ganz offiziell in allen Ländern der zivilisierten Welt zum Militärdienst zugelassen. Der Schagkraft und Dominanz westlicher Armeen hat das bislang keinen Abbruch getan. Und auch von Sexorgien mit oder sexuellem Missbrauch an heterosexuellen Kameraden hört man recht selten (wobei man ersteres durchaus bedauern mag).

Und vermutlich wird es Heterosexuelle dann auch relativ schnell abstoßen. Ich glaube, das geht schief.

Danischs Ansichten mögen verständlich sein, legt man sein Alter zugrunde. Mittlerweile hat sich aber bereits einiges getan und es ist kaum anzunehmen, dass sich eine Mehrheit junger Männer davon abhalten lässt, zum Militär zu gehen, weil dort auch Schwule ganz offiziell Ihr Dasein fristen dürfen. Das war bereits zu meiner Zeit (Jahre 2001/2002) nicht  mehr so. Wir haben uns auf unsere Stube sogar ein Poster mit nem nackten Typen an die Zimmertür gehängt. Einfach so.

Vom Grünen der auszog, den Heten ihre Sünden zu predigen

Für Schwule, Lesben und Bisexuelle wird die Welt immer besser. Was aber für die meisten von uns Homos ein Grund zur Freude ist, stellt für eine Minderheit ein Gräuel dar. Denn mit steigender Akzeptanz der Homosexualität in der westlichen Welt, ergeben sich inbesondere für linkspolitische Berufshomos zwei spezifische Problemlagen.

Erstens verliert das den Homos zugewiesene revolutionäre Potential zum Umsturz der westlichen, liberal-kapitalistischen Ordnung an Zugkraft. Denn welchen Grund sollte es für Homos geben, die westliche Systeme zu stürzen, wenn es sich hier am Besten lebt?

Das zweite Problem ist pragmatischer aber nicht weniger relevant: Wie soll Homopolitik gerechtfertigt werden, wenn Homos immer weniger diskriminiert werden? Die Entpolitisierung von Schwulen und Lesben, die im Wesentlichen positiv ist, weil sie ein Ausdruck von Akzeptanz und Assimilation in die hiesige Gesellschaft darstellt, kann Berufshomos nicht zufriedenstellen, ja muss sie beunruhigen, weil dadurch die Rechtfertigung für Homopolitik verloren geht.

Die Gegenstrategie für diese Dilemma sieht denkbar simpel aus: Die Definition von Diskriminierung und Repression wird ins Absurde gesteigert und an die Gesellschaft werden unerfüllbare Anforderungen gestellt. Es soll ein Zustand herbeigeredete werden, der nicht zu verändern ist, mit dem Ziel, die permanente Repression und Unterdrückung auszurufen, an die man sich bis in alle Ewigkeit mästen kann.

Ein Beispiel für diese Strategie liefert Fabian Goldmann für die den Grünen nahestehende Heinrich-Böll-Stiftung:

Heterosexuelle sind homophob. Heterosexualität wird nicht von irgendeinem Gen an- und ausgeschaltet. Es ist ein kulturelles Konzept, das erst durch die Abwertung gleichgeschlechtlicher Liebe, Sex und Zuneigung entstanden ist. Ein feministischer Zwischenruf.

Dass Goldmann hier als Feminist angekündigt wird, ist kein Zufall. Denn die gesellschaftliche Analyse großer Teil  des Feminismus weist mit der  links-queeren Weltsicht einige Schnittmengen auf: Als Feindbild gilt für beide das liberal-kapitalistische westliche System, von weißen Männern erfunden und aufrechterhalten, um Frauen und Minderheiten zu unterdrücken.

In letzter Zeit hätte man die Welt für Homosexuellen-freundlich halten können. Politiker_innen setzen sich öffentlich für die Homo-Ehe ein. Regenbogen-Fahnen prangen von Facebook-Profilbildern und der Eiffel-Turm erstrahlt in ihnen. Auf den Straßen demonstrieren Tausende für mehr LGBTQI-Rechte. Und ständig versichert irgendein Kumpel, „selbstverständlich kein Problem mit Schwulen“ zu haben. Nur der Nachsatz, der dann meist folgt, zerstört dann doch ebenso selbstverständlich die Illusion einer schwulenfreundlichen Wert: „Ich bin aber Hetero.“

Wenn aber der Ausweis einer Heterosexualität das Gegenteil einer schwulenfreundlichen Welt ist, dann hätten wir genau den Zustand wie oben beschrieben: Die permanente, nie endende Schwulenfeindlichkeit, und damit eine kontinuierliche Rechtfertigung für die nie endende Revolution.

Heterosexuelle sind homophob. Nein, nicht nur jene 25 Prozent, die laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage Homosexualität für „unmoralisch“ halten. Auch nicht nur die 40 Prozent, die es „ekelhaft“ finden, wenn sich Schwule und Lesben in der Öffentlichkeit küssen. Nein, alle Heteros sind homophob. Alle! Und das nicht nur, weil sie in einer homophoben Gesellschaft aufwachsen. Heteros sind homophob, weil sie Heteros sind. Oder besser: Weil sie zu Heteros gemacht wurden.

Heterosexualität ist demnach keine sexuelle Orientierung, sondern eine gesellschaftliche Konstruktion; erfunden, um Homosexuelle zu unterdrücken.

„Ich steh nun mal nur auf Frauen“, würde mein Kumpel jetzt erwidern. Daran ist nichts verkehrt. Die Frage ist nur: Warum tut er das? Ginge es nicht auch anders? Natürlich ginge es anders. Heterosexualität wird nicht von irgendeinem Gen an- und ausgeschaltet. Es ist ein kulturelles Konzept, das erst durch die Abwertung gleichgeschlechtlicher Liebe, Sex und Zuneigung entstanden ist.

Empathie ist die Fähigkeit und Bereitschaft, Gedanken, Emotionen, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen und zu verstehen. Goldmann besitzt die Fähigkeit nicht. Denn wenn er sie besitzen würde, wäre ihm beim Niederschreibn seiner Zeilen folgender Dialog in die Sinn gekommen:

Schwuler: „Ich steh nun mal nur auf Männer“

Hetero: „Aber warum tust Du das? Ginge es nicht auch anders? Natürlich ginge es anders. Homosexualität wird nicht von irgendeinem Gen an- und ausgeschaltet. Es ist ein kulturelles Konzept, das erst durch die Abwertung gegengeschlechtlicher Liebe, Sex und Zuneigung entstanden ist.“

Rein logisch, kann es für Goldmanns These nur zwei Ausgangszustände geben. Entweder ist die Homosexualität das normale Sexualempfinden aller Menschen, oder jeder Mensch ist bei Geburt bisexuell. In beiden Fällen wären es alleine kulturelle und gesellschaftliche Faktoren, welche den Großteil der Menschen eine überwiegend bis ausschließlich heterosexuellen Lebensweise aufzwingen.

Doch welche Belege hat Goldmann für diese steile These?

Um das zu verstehen, hilft ein Blick in die Geschichte: Wann die Idee von einer „heterosexuellen“ Normalität in die Welt kam, ist schwer zu sagen.

Dabei ist die Antwort auf diese Frage so schwer nicht: Heterosexualität als Normalzustand entstand vor etwa 600 Millionen Jahren im Proterozoikum im Zuge der evolutionären Entwicklung der Sexualität. Da der Mensch ein sich sexuell fortpflanzendes Lebewesen dieses Planeten darstellt, liegt die Vermutung nahe, dass sein Normalzustand die Heterosexualität ist, da es andernfalls unnötig kompliziert wäre, sich fortzupflanzen. Das Schöne an dieser Hypothese ist überdies, dass sie sich wissenschaftlich und durch die Realität belegen lässt.

In Europa begann die katholische Kirche im 13. Jahrhundert massiv ihre Vorstellung von einer gottgewollten Sexualmoral zu propagieren. Diese orientierte sich damals zwar noch eher an den Praktiken (anal=schlecht, vaginal=gut), aber die Idee von einer „natürlichen“ und „widernatürlichen“ Sexualität war geboren. Sich neben der Ehefrau noch einen Liebhaber gönnen? Das endete im mittelalterlichen Europa oft mit dem Scheiterhaufen.

Hier übersieht Goldmann dreierlei: Erstens die Tatsache, dass nicht nur Homosexualität, sondern auch Heterosexualität außerhalb der monogamen Ehe von der Katholischen Kirche als sündhaft angesehen wurde (und wird); dass es also weniger um die Abwertung der Homosexualität an und für sich ging, sondern eher um die Aufrechterhaltung des katholische Dogmas von  der Sexualität zum alleinigen Zwecke der Fortpflanzung innerhalb einer stabile Ehe.

Daraus ergibt sich zweitens, dass innerhalb dieser katholischen Sichtweise Homosexualität zwangsläufig als widernatürlich angesehen werden muss, weil sie eben nicht der Fortpflanzung dienen kann.

Drittens ist auffällig, dass Goldmann nicht auf die Idee kommt, dass Homosexuelle deshalb verfogt wurden, weil sie die Abweichler von der Norm darstellten und eben nicht die Norm.

600 Jahre später waren es Psychiater, die im 19. Jahrhunderts aus der religiös legitimierten Zweiteilung der Sexualität eine medizinische machten. „Heterosexualität“ wurde zum Symptom einer gesunden Lebensweise, jede Abweichung zur Krankheit erklärt. Die psychiatrische Zwangseinweisung ersetzte die Verfolgung von Sodomiten, die medizinische Behandlung die Teufelsaustreibung. Aus der Ablehnung sexueller Praktiken wurde die Ablehnung einer „kranken“ sexuellen Identität. „Normal“ war nur der, der sich zur „gesunden“ Form von Liebe und Sex bekannte: der Heterosexuelle.

Aber auch hier lässt sich fragen, was wäre die einleuchtendere, sparsamere Erklärung? Dass alle Menschen homo- oder bisexuell sind und ihre Sexualität im Auftrag eines gesellschaftlichen Konstrukts unterdrücken und diejenigen verfolgen, die sich offensichtlich nicht an diese Spielregeln halten? Oder dass Homosexuelle die Abweichung sind, und es der Mehrheit der Heterosexuellen daher leicht fällt, die Minderheit der Homosexuellen zu pathologisieren?

Es war und ist das Verdienst der Lesben- und Schwulen-Bewegung diese Zuschreibungen verändert zu haben. Aus „pervers“ machten sie „anders“, aus „unnatürlich“ „gleichberechtigt“. Doch die Zweiteilung aufheben, konnten auch sie nicht.

Natürlich konnten sie die Zweiteilung nicht aufheben, weil das Bekenntnis zur Homosexualität diese Zweiteilung ja ebenfalls reproduziert: Hier wir Homos, dort Ihr Heteros.

Dass diese Zweiteilung eine kulturelle und soziale und keine biologische ist, zeigt auch der Blick auf Zeiten und Orte, in der sie keinen Bestand hatte: Über 1.000 Jahre lang überlieferten Dichter von Andalusien bis Persien eine homoerotische und homosexuelle Selbstverständlichkeit, die Europa völlig fremd ist und war. Von China bis Äthiopien konnten Männer bis ins 19. Jahrhundert andere Männer lieben, ohne von einer gesellschaftlichen Norm abzuweichen. Dass es weit mehr von ihnen als im heutigen Europa auch taten, lag nicht daran, dass in China mehr Schwule geboren werden. Es liegt daran, dass es die Stigmatisierung von Sexualpraktiken, die Idee einer heterosexuellen Normalität, die Vorstellung man könne nur das eine oder das andere sein, lange Zeit nicht gab.

Doch das beweist nicht mehr, als das andere Kulturen Wege gefunden haben, mit Abweichungen anders umzugehen. Aber Linkshänder als Menschen zu behandeln, belegt nicht, dass Linkshänder die Norm sind. 

„Männer lassen sich nicht in zwei voneinander getrennte Populationen teilen: heterosexuell und homosexuell. Nur der menschliche Verstand erfindet Kategorien…. Die echte Welt ist ein Kontinuum“, schrieb Alfred Charles Kinsey 1948. Seine Thesen lösten nicht nur in den 60er Jahren die sexuelle Revolution mit aus, sie wurden später auch von Neurobiologen bestätigt: Es gibt keinen hetero/homo-Schalter im Kopf.

Die Realität belegt aber weiterhin das Gegenteil: Dass sich nämlich die überwältigende Mehrheit der Männer sexell zu Frauen hingezogen fühlt. 

Dies dürften auch die meisten „Heter“o-Männer schon einmal gemerkt haben. Dann zum Beispiel, wenn sie im Suff ihren pubertierenden Kumpels gestanden, doch manchmal homoerotische Fantasien zu pflegen. Trotz Homo-Ehe und Regenbogenfahnen-Inflation: Der Anteil jener Männer, die diesen Fantasien auch nachgehen, ist historisch gering ist: Noch in den 70ern machte in Deutschland jeder fünfte männliche Pubertierende gleichgeschlechtliche Erfahrungen. Heute ist es nur noch jeder zwanzigste.

Und würde diese Erkenntis nicht belegen, dass Heterosexuelität der Normalzustand für die meisten Männer ist? Dass sie nämlich umso heterosexueller agieren, je leichter der Zugang zu Frauen ist?

Dies liegt nicht daran, dass heute mehr Heteros geboren werden, sondern daran, dass Heterosexualität heute den Charakter einer Bekenntnisreligion mit Ausschließlichkeitsanspruch angenommen hat. Das Bekenntnis „Hetereo“ spiegelt nicht die eigene sexuelle Identität wider. Stattdessen generiert sich die eigene sexuelle Identität zum großen Teil aus einem gesellschaftlichen Zwang zum Bekenntnis. Heterosexualität bedeutet, sich selbst zu vergewissern, nicht „pervers“, „krank“, „anders“, oder einfach nur „so“ zu sein. Sie ist die Eintrittskarte in den Club der Normalen. Und diese kann einem mit nur einem falschen Kuss, einer zu innigen Umarmung, einer Nacht jederzeit abgenommen werden.

Doch warum sollte das zwanghafte Bekenntnis zur Heterosexualität in einer Welt zunehmen, die Homosexualität immer mehr akzeptiert und in der Homosexuelle eben nicht mehr als „pervers“, „krank“, oder im schlechten Sinne „anders“ ansieht?

Die sparsamste Erklärung ist wiederum denkbar simpel und besteht aus zwei Teilen: Die Mehrheit der Männer ist heterosexuell, und sie bekennen sich zur Heterosexualität, weil es Homosexuelle gibt, und ein heterosexueller Mann keinen Vorteil davon hat, sich zur Homosexualität zu bekennen, wenn er es nicht ist. Genau so wenig, wie ein Homosexueller einen Vorteil davon hätte, sich zur Heterosexualität zu bekennen, wenn er es nicht ist.

Oder anders gesagt: Eben weil in unserer Zeit  heterosexuelle Männer immer häufiger mit Homosexuellen soziale Kontakte pflegen, ergibt sich das implizite oder explizite „Bekenntis“ zur Heterosexualität gleichsam von selbst. Denn was würde im Zuge der sozialen Dynamik geschehen, wenn sich Heteros und Homos nicht ihrer eigenen Sexualität versichern? Es würde sinnlose Avancen und sexuelle Enttäuschungen geben. Und da Männer  sparsam und effezient sind, lässt sich dem durch ein Bekenntis zur eigenen Sexualität leicht vorbeugen. Jeder weiß dann, woran er mit dem anderen ist.

Wie der Umgang mit dem gleichen Geschlecht zumindest etwas besser gelingen kann, kann der „heterosexuelle“ Mann übrigens von jenen Menschen lernen, zu denen er sich vermeintlich ausschließlich hingezogen fühlt: Frauen. Mit Absicht handelt dieser Text weder von Lesben noch von heterosexuellen Frauen. Denn auch wenn der gesellschaftliche Zwang zum Bekenntnis auch auf Frauen lastet: Frauen, die sich als Hetero bekennen, gehen oft unverkrampfter mit dem eigenen Geschlecht um, können sich umarmen, küssen, in einem Bett schlafen und zumindest während der Pubertät mit der besten Freundin knutschen, ohne sozial geächtet zu werden. Der Grund: Wie so vieles in patriarchalischen Gesellschaften wurde auch das Konzept der Hetereoesexualität um Männer herum konstruiert.

Oder es liegt einfach daran, dass sich  männliche und weibliche Sexualität und Intimität voneinander unterscheiden und Männer kein intrinsisches Interesse daran haben, miteinander zu knutschen, zu kuscheln, zu kichern, zu tratschen und sich gegenseitig die Haare schön zu machen. Ich kann verstehen, dass heterosexuelle Männer das nicht mit anderen Männern tun, weil ich als Schwuler auch kein Interesse daran habe, dies mit Frauen zu tun. Ich möchte keine „weiblichen“ Intimitäten mit Frauen pflegen. Warum sollten Hetero-Männer das mit anderen Männern tun? Warum sollten Frauen der Maßstab für das sein, was sich für Männer ziemt?

Noch bessere Rolemodel findet der Hetero-Mann allerdings dort, wo die meisten schon an der Türschwelle in Identitätskonflikte gestürzt werden: im nächsten Gay-Club. Denn Homosexualität ist in der Praxis nicht nur das Gegenstück zu Heterosexualität, Es ist dessen Aufhebung. Kaum ein Homosexueller dürfte ein schlechtes Gewissen wegen eines hetero-erotischen Traums haben. Kaum ein Schwuler dürfte auf die Idee kommen, sich vor seinen Eltern als „straight“ zu outen, weil er auf der letzten Party mit einer Frau rumgeschnutscht hat. Und kaum jemand, der „einfach mehr Lust auf Männer hat“ muss dies seinen „heterosexuellen“ Kumpels und sich selbst ständig versichern. Das soll nicht heißen, dass Mann schwul sein muss, um seiner Homophobie zu entkommen. Es reicht, sich von der Idee zu verabschieden, ein Hetero zu sein.

Goldmann hat Unrecht. Auch ich hatte bereits erotische Träume mit Frauen und ich hatte sehr wohl ein schlechtes Gewissen danach. Nicht weil ich Heterosexualität als schlecht oder minderwertig betrachte, sondern weil Homosexualität eben Teil meiner Identität ist und ein potentielles Abweichen von dieser Identität ein Eindringen in unbekannte, fremde Territorien bedeutet.

Ich habe am Anfnag dieses Beitrages die These fomuliert, der Zweck Goldmann sei es, die permanente Revolution führen zu wollen. Und auch wenn diese implizite  Zielführung viele Linken eigen ist, möchte ich abschließend eine alternative bzw. zusätzliche These in den Raum werfen. Nämlich die, das Goldmann einfach nur ein empathieloser, egozentrischer Narzisst ist.

Empathielos deshalb, weil er von Hetero die Aufgabe ihrer sexuellen Identität verlangt, etwas das, würde es Richung Homos gehen, zurecht als Homophobie bezeichnet werden würde.

Egozentrisch deshalb, weil er dies von Heteros verlangt, nur damit er sich nicht mehr als Minderheit fühlen muss.

Narzisstisch deshalb, weil er eine Gesellschaft anstrebt, in der Schwule nicht einfach mit Heteros in einer Gesellschaft zusammenleben, sondern in der sich Heteros seinen Maßstäben unterwerfen müssen, um nicht als schlechte Menschen zu gelten.

Die Kriminalisierung des (heterosexuellen) Mannes

Nottinghamshire scheint auf den ersten Blick eine beschauliche englische Grafschaft zu sein. Doch der Schein trügt, denn in Wirklichkeit gibt es dort ein Riesenproblem mit alltäglichem Hass. Hass gegen Frauen. Doch die hiesige Polizei hat sich jetzt endlich dieses gravierenden Problemes angenommen und sich vorgenommen diesem brutalen Hass entgegenzutreten.

Doch wie sieht er aus dieser Hass gegen Frauen?

Misogyny hate crime is classed under the new policy as „incidents against women that are motivated by an attitude of a man towards a woman, and includes behaviour targeted towards a woman by men simply because they are a woman„.

[Frauenfeindlichkeit als Hassverbrechen wird gemäß den neuen Richtlinien definiert als „Vorfälle gegen Frauen, motiviert von einer Haltung eines Mannes gegenüber einer Frau, sowie Verhaltensweisen die gezielt von Männern gegenüber einer Frau ausgeübt werden, nur weil es sich um Frauen handelt“.]

Da kann man die Polizei von Nottinghamshire nur beglückwünschen, sich endlich entschlossen diesen Abscheulichkeiten entgegenzustellen:

  • unwanted or uninvited sexual advances
  • physical or verbal assault
  • unwanted or uninvited physical or verbal contact or engagement
  • use of mobile phones to send unwanted or uninvited messages
  • or take photographs without consent.

[Beispiele derartiger Vorfälle sind:

  • unerwünschte oder ungebetene sexuelle Annäherungsversuche
  • körperliche oder verbale Übergriffe
  • unerwünschte oder ungebetene körperliche oder verbale Kontaktaufnahme
  • Nutzung von Mobiltelefonen um unerwünschte oder ungebetenen Nachrichten zu senden
  • das Fotografieren ohne Zustimmung]

Es sei hier zunächst betont, dass dies alles natürlich nur dann strafbar ist, wenn es Frauen betrifft. Denn eine gesonderte Kategorie „Hassverbrechen gegen Männer“ wird es auch in Nottinghamshire nicht geben, und das obwohl auch (und gerade) Männer attaktiert, angesprochen oder angerufen werden, ohne das sie vorher ihre Zustimmung hierzu erteilt haben.

Der eigentliche Skandal liegt jedoch in der Skandalisierung normaler sozialer Interaktionen. Wir reden hier schließlich nicht mehr nur von einer potentiellen Strafbarkeit unerwünschter sexueller Handlungen. Nein, nach der Maßgabe dieser Richtlinien kann jeder Versuch, mit einer Frau ins Gespräch zu kommen oder mit ihr zu flirten, kriminalisiert werden. Ja, selbst das Senden einer SMS – zum Beispiel an die Freundin, wenn diese gerade auf Shoppingtour ist, und keinen Bock auf  ein Gespräch mit ihrem Freund hat – könnte unter dieser Maßgabe als Hassverbrechen eingestuft werden.

Jeder Mann, erst recht der heterosexuelle, wird künftig mit einem Bein im Gefängnis stehen. Und warum?

Na, weil Feminsimus Gleichberechtigung bedeutet und für alle 75 plus x Geschlechter gut ist. Diese Prämisse  anzuzweifeln könnte – wenn sich der gegenwärtige Trend fortsetzt – in einigen Jahren mit der Todesstrafe geahndet werden. Natürlich nur gegen Männer. Aber die haben es eh nicht besser verdient.

Equal Pay Day

Am Equal Pay Day wollen uns Feministen einreden, dass Unternehmer freiwillig mehr Lohnkosten an Männer zahlen, obwohl Frauen die gleiche Arbeit für weniger Geld verrichten.

Am Equal Pay Day wollen uns Feministen einreden, dass Menschen, denen es Spaß macht, sich zu schminken und tonnenweise nach Schuhen und Handtaschen zu shoppen, die gleichen Lebens- und Berufsentscheidungen treffen, wie Menschen, die im Stehen pinkeln und denen es Spaß macht, zuzuschauen wie sich 20 Feldspieler um einen Ball streiten. 

Am Equal Pay Day wollen uns Feministen einreden, dass sie für Gleichberechtigung und Gleichheit vor dem Gesetz eintreten, wenn sie doch nichts anderes wollen, als mehr Geld für weniger und gleiches Geld für ungleiche Arbeit.

Ein Abtreibungsrecht für Männer?

„onyx“ vom Blog „Gedankensalat“ hält nicht viel von der Idee eines Rechtes auf Abtreibung für Männer:

Es gibt für Männer derzeit genau 3 legale Möglichkeiten, eine ungewollte Vaterschaft zu vermeiden. Kondom, Vasektomie und Enthaltsamkeit. (Das “aufpassen” lassen wir mal beiseite.) Mag alles nicht besonders cool sein, und die Vasektomie ist ein relativ (nicht komplett!) endgültiger Schritt, aber es ist immer noch weit entfernt von “Fremdbestimmtheit”. Wobei ich auch verstehe, wenn ein junger Mann diesen Schritt nicht gehen will, weil sich die Einstellung zum Kinderwunsch schließlich noch ändern kann.
Aber wer erwachsen genug zum vögeln sein will, sollte es auch bei der damit verbundenen Verantwortung sein. Dazu gehört dann halt auch der verantwortliche Umgang mit ungewollten Folgen. Ein Kind aus Egoismus und Geiz im Stich zu lassen, ist das Gegenteil von Verantwortlichkeit.

Und obwohl diese Argumentation in sich durchaus korrekt ist, scheint „onyx“ nicht aufzufallen, dass man mit der gleichen Begründung ebenso gut das Recht auf  Abtreibung für Frauen verneinen könnte. Denn immerhin: Ein Kind aus Egoismus und Geiz abzutreiben, ist das Gegenteil von Verantwortlichkeit. Dennoch steht Frau diese Möglichkeit offen. Warum also nicht Männern?

Es muß einfach mal in die Köpfe gehen, dass Sexualität zu leben nicht nur bedeutet, geilen Sex zu haben, sondern dass auch Verantwortung damit einhergeht. Wer darauf keine Lust hat, muß es eben bleiben lassen, Herrgott noch mal.

Eben. Wäre schön, wenn Feministen das irgendwann mal einsehen würden, anstatt immer wieder für das exklusiv weibliche Recht auf Abtreibung zu streiten. Herrgott noch mal.