Wie Schwulemiker auszog der onyx das Gruseln zu lehren

Bekanntermaßen ist der moderne Feminismus des 21. Jahrhunderts innerhalb der westlichen Welt ein Kampf ohne Notwendigkeit. Frauen haben hier die gleichen, und im Grunde genommen sogar mehr Rechte, als Männer. So ist es auch kaum verwunderlich, dass die Anliegen des Feminismus lediglich  in einer endlosen Wiederholung immer gleicher gefühlter Benachteiligungen bestehen, hervorgetragen von gut situierten, meist jungen Frauen der Mittelschicht, die nichts im  Leben entbehren, außer einem Sinn für dieses.

Antifeminismus ist, angesichts der Dreistigkeit, mit der Feministen gefühlte Diskriminierungen zu  realen Privilegien vergolden möchten, eine zwangsläufige und nachvollziehbare Reaktion, zumal wenn man in Betracht zieht, dass die Forderung nach Privilegien mit einer oftmals beispiellosen Empathielosigkeit gegenüber Männern und ihrem Leben einhergeht. Feminismus ist das Nörgeln der  Prinzessin, die den ihr dienstbaren Frosch wie Dreck behandelt, und die sich dann noch darüber beschwert, dass sie – anders als im Märchen – keinen Prinzen erhält, nachdem sie den Frosch an die Wand geklatscht hat.

Um den Antifeminismus zu bekämpfen und zu diskreditieren, bedient sich die gewöhnliche Feministin verschiedener Methoden. Sie kann ihre Weiblichkeit benutzen, und darauf vertrauen, dass der maskuline Sexualtrieb die Erektion toxischer Männlichkeit in bedingungslose Zuneigung und Galanterie gegenüber jedwedem weiblichen Wesen verwandelt. Sie kann jeden Antifeministen als Extremisten und Nazi brandmarken. Oder sie kann versuchen, durch einen Debattenbeitrag den Antifeminismus argumentativ zu vernichten.

onyx versucht auf  ihrem Blog „Gedankensalat“ letztere Strategie und hofft, mit den von ihr entdeckten Widersprüchen, den Antifeminismus ad absurdum zu führen. Ihr Anliegen könnte dabei schon von vornherein von Erfolg gekrönt sein, denn natürlich wird sie Widersprüche bei Antifeministen finden. Und der Grund hierfür ist ganz einfach: Antifeminismus ist eine Ansicht, die keine Aussagen für etwas bringt, sondern alleine gegen den Feminismus in seiner derzeitigen Form gerichtet ist. Auf welcher Grundlage, mit welcher Argumentation, mit welcher Ethik dies getan wird, ist dabei völlig offen. Es macht schließlich einen Unterschied, ob man ein Antifeminist ist, weil die Frau gefälligst hinter den Herd gehört, oder weil einem die real existierende  Politik von Feministen des 21. Jahrhunderts ein Dorn im Auge ist.

Ich zum Beispiel bin Antifeminist, weil ich für die Gleichberechtigung von Mann und Frau bin, für die Gleichheit von Mann und Frau vor dem Gesetz, bei gleichzeitigem Respekt vor dem Individuum und seinem persönlichen Lebensentwurf. Ich bin Antifeminist, weil ich der Ansicht bin, dass der real existierende Feminismus diesen Werten diametral zuwiderläuft.

Doch möglicherweise werden mich die von onyx entdeckten Widersprüche des  Antifeminismus eines Besseren belehren. Da ich unmöglich für die vielfältige Gruppe der Antifeministen sprechen kann, möge man es mir nachsehen, wenn ich onyx Beispiele durch meine individuelle  Brille als selbsternannter Antifeminist kommentiere.

Schauen wir es uns doch einmal an:

-Männlichkeitsbild

Antifeministen beklagen seit Jahren (nicht zu Unrecht), dass der Gewaltopferschutz für Männer in Deutschland bisher eher ein stiefkindliches Dasein fristet und nicht wirklich beachtet wird. Was sie dabei natürlich nicht erkennen, ist die Tatsache, dass sie die Ursachen dafür meist gleich selbst mitliefern. Denn wie oft vernimmt man die Häme im Antifeminismus über den „neuen Mann“, der weichgepült, unmännlich, pudelig, devot und betamäßig den Hausmann spielt und nicht den Mumm hat, sich gegen seine schrecklich feministisch verseuchte Umwelt zur Wehr zu setzen. Womöglich ist er sogar noch ernsthaft in eine Frau verliebt, für die er alles tut. Auweia, dann gehts aber los. Dann wird ganz schnell der harte Steinzeitmann glorifiziert. Der keine Gefühle, keine Schwäche, keine Sorgen zeigen darf. Der über allem stehen muß und alles mannhaft zu ertragen hat. Der andere Menschen (bes. Frauen) scheiße behandeln darf (sogar muß). Es ist wahrlich kein Zufall, dass die menschenverachtende Pick up-Sekte, wo genau dieser Schwachsinn als Heilslehre verkauft wird, regen Zulauf aus antifeministischen Kreisen hat.
Und dann werden bittere Tränen geweint, wenn Männer als Opfer nicht ernstgenommen werden.

Ich bin mir nicht ganz sicher, was genau uns onyx hier sagen will. Will sie uns sagen, dass als Opfer nur ernst genommen werden kann, wer ihren Maßstäben eines Opfers genügt? Will sie uns sagen, dass ein Mann nur dann einen Anspruch auf Schutz vor Gewalt hat, wenn er als „neuer Mann“ durch die Welt geht? Will sie uns sagen, dass der „Steinzeitmann“ nicht Opfer von Gewalt sein kann? Oder will sie uns sagen, dass Männer, die nicht ihren Ansprüchen von adäquaten männlichen Verhalten genügen, selber schuld sind, wenn sie als Opfer nicht ernst genommen werden?

Laut offiziellen Kriminalstatistiken stellen Männer den Hauptteil der Opfer sämtlicher Gewaltverbrechen, mit Ausnahme der Sexualdelikte. onyx Einwand, dass Männer, die sich traditionell männlich verhalten, sich nicht wundern müssten, als Opfer nicht ernst genommen werden, erinnert fatal an den Topos der vergewaltigten Frau, der zur Last gelegt wird, dass sie zu aufreißend gekleidet durch die Straßen spaziert ist. Hey, der Typ hat immerhin mittels Pick up versucht, eine Frau kennen zu lernen oder sie – oh grausige Welt – ins Bett zu bekommen! Dann muss sich dieses Schwein auch nicht wundern, wenn es eines auf die Fresse bekommt!

-Familienbild

Während IN einer Ehe so getan wird, als würde man eine Hausfrau und Mutter besonders schätzen und nur Feministinnen diese heile Welt zerstören, kann man nicht bis 3 zählen, bis NACH einer Ehe genau die gleiche Tätigkeit als faules Schmarotzertum diffamiert wird. (siehe auch nächster Punkt)

In einer Ehe ist die Tätigkeit als Hausarbeit und Mutter eine private Entscheidung, für die die Frau im Gegenzug Kost, Logis und Taschengeld vom erwerbstätig arbeitenden Mann erhält. Es liegt also eine Arbeitsteilung vor, die, wenngleich finanziell und vom Arbeitsaufwand auch ungleichmäßig verteilt, dennoch auf freien Stücken zweier Individuen beruht. Wenn es onyx lieber ist, könnte  ich aber auch gerne gleich aufs Ganze gehen, und die Tätigkeit einer Hausfrau in einer Ehe als bequemes Leben auf Kosten eines anderen brandmarken.

-Wertschätzung von Arbeit

Hier gibt es mehrere in sich widersprüchliche Mythen, die im antifeministischen Weltbild unverrückbare Dogmen darstellen.

So sind es ja zB prinzipiell immer Männer, die schwere, anstrengende, unangenehme oder gefährliche Berufe und jede Menge Überstunden ausüben müssen, während Frauen den Luxus der Wahl genießen können, darüber zu entscheiden, ob sie als Hausfrau und Mutter gemütlich zu Hause bleiben, oder einer Erwerbsarbeit nachgehen wollen. Das wird selbstverständlich als Männerdiskriminierung interpretiert.

Mag sein, dass einige Antifeministen das genau so interpretieren. Ich sehe hier weder Männer- noch Frauendiskriminierung.

Reden wir dagegen zB über das 50/50-Modell, sind sie ganz schnell dabei, dass die Aufgabenverteilung jedes Paar für sich selbst vereinbaren muß und da hat sich doch bitteschön niemand einzumischen.

Richtig.

Männer werden hier also ganz klar aufgefordert, ihre Wahl selbstbestimmt, individuell und gemeinsam mit der Partnerin zu treffen. Wo ist dann also plötzlich das Problem, wenn sich Paare für ebendiese Aufgabenverteilung entscheiden?

Es gibt kein Problem. Was ich Feministen vorwerfe ist nicht, dass Frauen die Wahl genießen können, darüber zu entscheiden, ob sie als Hausfrau und Mutter zu Hause bleiben, oder einer Erwerbsarbeit nachgehen wollen. Sondern dass genau dieser Luxus der Wahl uminterpretiert wird als Diskriminierung der Frau durch Männer, so als würden Männer Frauen zwingen nur als Hausfrau zu arbeiten, nur Mutter zu sein und nur halbtags zu arbeiten. Frauen haben  die Wahl. Sie sollen es aber bitte schön unterlassen, die Verantwortung für ihre persönliche Entscheidung an Männer zu delegieren, wenn diese Wahl Konsequenzen hat, die ihnen nicht schmeckt.

Ein uralter hartnäckiger antifeministischer Mythos behauptet, dass es Feministinnen wären, die bestimmte Tätigkeiten geringschätzen. Klassischerweise Erziehungs- und Familienarbeit oder soziale Arbeit. Das ist eine der größten Lügen schlechthin. Es sind nicht Feministinnen, die Hausfrauen als Schmarotzerinnen oder Unterhaltsprostituierte bezeichnen. Es sind nicht Feministinnen, die behaupten, dass Kindererziehung keine richtige Arbeit wäre. Es sind nicht Feministinnen, die soziale Berufe als „nicht anspruchsvoll“ herabsetzen.

Es sind eine ganze Reihe von Feministen, die Frauen auf Teufel komm raus in die Erwerbsarbeit bringen wollen, sei es durch Frauenquoten, Vereinbarung von Familie und Beruf oder der Verunglimpfung der finanziellen Unterstützung von Müttern als „Herdprämie“.

Und es wird als große Unverschämtheit verstanden, wie Frauen in solchen Berufen zum Streik um bessere Bezahlung aufrufen. „Was machen die denn schon? Die verdienen doch besser als so manche Männer!!“

Ich habe keine Ahnung, wer es als Unverschämtheit empfindet, wenn Frauen für bessere Bezahlung streiken. Was man Feministen  vorwerfen kann ist allerdings, dass sie so tun, als wären Frauen die einzigen Menschen, die eine bessere Bezahlung verdienen. Gestützt wird dieser Topos zum Beispiel durch die Lüge des Gender Pay Gap, die besagt, dass Frauen bei gleicher Arbeit und gleicher Qualifikation schlechter verdienen würden als Männer.

Gleichzeitig aber wird es aber als große Diskriminierung verstanden, wenn am Boys Day Jungen dazu eingeladen werden, einen Einblick in ebensolche Berufsfelder zu bekommen. Dann kommt nämlich der spontane Reflex, wie diskriminierend es doch sei, Jungen gezielt in schlecht bezahlte und schlecht angesehene Frauenberufe „drängeln“ zu wollen. Dann wird plötzlich gesehen, dass Frauen sehr wohl harte und schlecht bezahlte Arbeit leisten. Und das will man den Jungs ja nicht zumuten.

Ich behaupte nicht, dass Frauen keine harte und schlecht bezahlte Arbeit leisten würden. Was ich Feministen vorwerfe ist, dass sie so tun, als wären Frauen durch ein von Männern entwickeltes System – welches sie „Patriarchat“ nennen – dazu gezwungen, harte und schlecht bezahlte Arbeit zu verrichten. Wobei gleichzeitig komplett ausgeblendet wird, dass der Großteil harter und schlecht bezahlter Arbeit von Männern verrichtet wird.

Was dem Boys Day – und dem Girls Day – vorzuwerfen ist, ist das Bestreben, Jungen und Mädchen durch geschlechtliche Segregation gezielt die Beruf schmackhaft machen zu wollen, von denen ein politisch elitärer Konsens der Ansicht ist, dass diese Berufe mit mehr Anhängern des jeweils anderen Geschlechts aufgefüllt werden müssten. Wobei im Hintergrund immer die Idee mitschwingt, dass Schule eine Diskriminierung ausgleichen müsste, die Männer (das „Patriarchat“) entwickelt haben, um Jungen und Mädchen gegen ihren Willen in bestimmte Berufe zu zwingen – und das nur um Frauen besser unterdrücken zu können.

-Quoten

Während Frauenquoten grundsätzlich als Diskriminierung verstanden werden, werden Männerquoten in Bildungseinrichtungen gefordert („liberale Männer der FDP“), oder wahlweise auch Frauenquoten in dreckigen Männerjobs.

Ich lehne Quoten, ob für Männer und Frauen grundsätzlich ab und empfinde auch die Idee der FDP als unsinnig. Was ich dagegen nicht als unsinnig empfinde ist, Feministen mit ihrer eigenen Waffen zu schlagen, indem man nämlich darauf hinweist, dass wenn Quoten doch ein Beitrag für Gleichberechtigung sein sollten, warum diese dann nicht in jedem Berufszweig gefordert werden, sondern wundersamer Weise nur für Frauen, und wundersamer Weise immer nur dort, wo es um vergleichsweise bequeme, gut bezahlte Bürojobs in Leitungsfunktion geht.

Die Idee der Frauenquoten ist gleich doppelt hanebüchen und eine maximale Pervertierung jedweden menschlichen Anstandes: Erstens wird von Feministen postuliert, dass es eine Diskriminierung von Frauen durch Männer (dem „Patriarchat“) sei, wenn Frauen in Leitungsfunktionen eines Dienstleistungsbetriebes unterrepräsentiert sind. Und zweitens wird über „Diskriminierung“ kein Wort verloren, wenn es Berufe betrifft, in denen Männer unterrepräsentiert sind, oder  – der Gipfel der Dreistigkeit – wenn es Berufe betrifft in denen Frauen zwar unterrepräsentiert sind, die für Feministen aber als zu „dreckig“ angesehen werden, um Frauen damit beglücken zu wollen.

Wenn Quoten ein Mittel gegen Diskriminierung sein sollen, dann bitte für alle Menschen und Berufe gleichzeitig! Ansonsten entlarven sich Feministen nämlich als das, was sie sind: Verwöhnte Prinzessinnen, die mit möglichst wenig Backaufwand möglichst viel vom Kuchen abbekommen wollen.

-sexuelle Selbstbestimmung

Die sexuelle Selbstbestimmung ist im Antifeminismus nur ein Wert, wenn sie entweder Männer selbst betrifft, oder wenn sie dem Vergnügen von Männern dient. Denn während das Rechtsgut der sexuellen Selbstbestimmung (also der Schutz vor Übergriffen und Gewaltdelikten) gern insofern polemisch diffamiert wird, indem gern behauptet wird, dass Feministinnen am liebsten alle Männer in den Knast bringen wollten, die Frauen auch nur angucken, ist die sexuelle Selbstbestimmung plötzlich dann ein ganz wichtiger Faktor, wenn es um das Recht geht, Männern Spaß zu bereiten oder sich ihnen unterzuordnen. Siehe Prostitution, BDSM.

Der polemische Vorwurf, dass Feministinnen am liebsten alle Männer in den Knast bringen wollten, die Frauen auch nur angucken, hat einen wahren Kern. Dieser wahre Kern schlägt sich nieder in monatelangen Vorwürfen des Sexismus, wenn ein Brüderle etwas zu ungeschickt das Himmelreich eines Dirndls lobt; wenn die Abschaffung der Unschuldsvermutung für Männer im Falle eines Vergewaltigungsvorwurfes gefordert wird („Listen and believe“); wenn nonverbales sexuelles Einverständnis unter das Stigma der sexuellen Gewalt gestellt wird („enthusiastic consent“); oder wenn einer Frau als Opfer gehuldigt wird, auch nachdem sie gerichtlich der Lüge einer Vergewaltigung überführt wurde (Gina-Lisa Lohfink). Sexuelle Selbstbestimmung heißt eben nicht, mit einem Mann Sex zu haben, sich danach zu überlegen, dass man doch nicht mit ihm Sex haben wollte, und dann die eigene Verantwortung auf den Mann abzuwälzen, indem man ihn der Vergewaltigung bezichtigt. Sexuelle Selbstbestimmung heißt, die Verantwortung für das eigene Sexualleben zu tragen.

Und solange Frauen und Männer nicht dazu gezwungen werden, sind Prostitution und BDSM Teil der individuellen, sexuellen Selbstbestimmung und demnach ein Menschenrecht. 

-Sexualerziehung

Die sexuelle Aufklärung an Schulen wird von vielen Antifeministen torpediert, seit der Bildungsplan 2015 in konservativen Kreisen für große Aufregung gesorgt hat. Mit Schlachtrufen wie „Frühsexualisierung! Umerziehung! Gender-Gehirnwäsche! Verschwulung! schützt unsere Kinder!“ versucht die homofeindliche und antifeministische „Demo für Alle“, Aufklärung um sexuelle Vielfalt sogar als „Kindesmißbrauch“ zu kriminialisieren.

Da ich Antifeminist, ein Fan der Verschwulung, nicht Mitglied bei der „Demo für alle“ bin und kein grundsätzliches Problem mit Sexualerziehung habe, trifft dieser Vorwurf, was mich angeht, ins Leere. Selbstredend bekenne ich mich zu dem Grundsatz, dass Sexualerziehung Fingerspitzengefühl und ein sensibles pädagogisches Verständnis erfordert. Inwiefern der Bildungsplan 2015 diese Kriterien erfüllt, kann – und sollte man – man skeptisch sein.

Gleichzeitig sieht man im Antifeminismus aber kein größeres Problem dabei, wenn Kinder ohne pädagogisch fachliche Unterstützung in eine völlig oversexte Gesellschaft hineinwachsen, ungefiltert mit Sexualisierungen jeglicher Coleur berieselt werden und problemlos Zugang zu Pornographie haben und bezeichnet Feministinnen, die Pornographie und Prostitution kritisch sehen, als „sexfeindlich“.

Problemlosen Zugang zu Pornografie haben Kinder nur dann, wenn die Eltern ihre Erziehungspflichten vernachlässigen. Die Medienkompetenz von Kindern, auch im Hinblick auf Pornografie, zu stärken, befürworte ich.

Und nein, Feministen sehen Pornographie und Prostitution nicht kritisch. Sie lehnen diese ab, weil sie es als Werkzeuge der Männer („Patriarchat“) zwecks  Unterdrückung von Frauen betrachten. Ich stelle mich dagegen auf den Standpunkt, dass beides ein Menschenrecht ist, durch die Freiheit des Individuums und der Berufswahl gedeckt. Feministen die das anders sehen, entmündigen uns alle auf den Status eines Kindes.

-Sexismus/Rassismus

Hier wurden Widersprüche ganz besonders nach den Silvestervorfällen in Köln deutlich. Während bis dato Antifeministen in schöner Regelmäßigkeit ihre hämischen Shitstorms über Feministinnen ausgossen, die über ihre Erfahrungen mit Sexismus und sexueller/sexualisierter Gewalt berichteten, war ihnen plötzlich der Schutz von Frauen und deren Rechten ein großes Anliegen. „Dann mach doch die Bluse zu!“- Kelle – ja genau, die, die meinte, dass sich Frauen doch einfach züchtiger kleiden sollten, wenn sie nicht belästigt werden wollen – fand plötzlich wenige Jahre nach Erscheinen ihres gleichnamigen Buches, dass Frauen gefälligst anziehen können was sie wollen, ohne dafür in Gefahr zu geraten.

Der „hämische Shitstorm“, der sich über Frauen ergoss, war der Tatsache geschuldet, dass Frauen über Dinge berichtet haben, die man nur unter schwersten ideologischen Einflüssen leidend, als „sexualisierte Gewalt“ bezeichnen kann. Die meisten dieser „Vorfälle“ lagen auf dem Niveau “Habe meine enge Bluse mit tiefem Ausschnitt getragen aber nicht der sexy Paul, sondern Pickelgesicht Thorsten haben drauf geschaut“ – Ihr wisst schon, das Niveau Brüderle im Himmelreich. Genau darauf bezog sich auch Birgit  Kelle, als sie völlig richtig konstatierte, dass, wenn Frauen nicht wollen, dass Männer ihnen auf die Brüste starren, sie doch gefälligst ihre Bluse zumachen sollen.

Ich bin schwul. Ich weiß wie (schwule)  Männer ticken. Ich weiß, dass wenn ich keinerlei Wert darauf lege, dass mir auf meinen Arsch gestarrt wird, ich enge Jeans und Chaps lieber zu Hause lasse. Dass heterosexuelle Frauen nicht in der Lage sind, die simple Gleichung „Titten = Blicke“ zu begreifen, ist mir rätselhaft. Mädels, ein Ausschnitt mit Brüsten wirkt auf heterosexuelle Männer wie das Schaufenster eines Schuhgeschäftes auf Euch: man muss einfach gucken. Noch absurder wird es selbstredend, wenn Frauen sich darüber beschweren, dass ihnen die falschen Männer auf die Titten starren.

Björn Höcke (AfD) verlangte konkret den „Schutz blonder deutscher Frauen“ vor übergriffigen Gewalttätern. Und diese beiden reihen sich nahtlos in de antifeministischen Chor derer, die allesamt plötzlich sexuelle Übergriffe ganz schlimm fanden und jegliche Versuche der Relativierung aufs schärfste verurteilten.
Weil ihnen ein feministisches Licht aufgegangen war? Nein, weil die Täter Migranten waren.
Wo war die Empörung VOR den Kölner Vorkommnissen? Den #Aufschrei haben sie lächerlich gemacht, getrollt, und als „männerfeindlich“ abgestempelt. Aber bei „fremden“ Tätern springt man gern auf den schon jahrzehntelang rollenden feministischen Zug.

Ich weiß nicht ob man besonders dreist oder besonders dumm oder besonders feministisch sein muss, um fehlgeleitete sexuelle Anmachen und Blicke auf halb freigelegte Brüste auf dieselbe Stufe zu stellen, wie in Deutschland noch nie zuvor dagewesene sexuelle Gewalt* gegen mehrere hundert Frauen mitten in der Öffentlichkeit.  Es ist geradezu atemberaubend pervers, dies miteinander in Äquivalenz bringen zu wollen und zeigt nur, wer hier sexuelle Gewalt relativiert.

Vielleicht  kann sich onyx noch an die Debatte in feministischeren Kreisen nach Köln erinnern? Es waren Feministen die postuliert haben, dass man zwar nicht alle Migranten für Köln verantwortlich machen dürfe, dafür aber alle Männer. Es waren Feministen, die ihr Feindbild des weißen heterosexuellen Mannes hervorgeholt haben, angesichts massenhaft verübter sexueller Gewalt* in für Deutschland bislang unbekanntem Ausmaß, an der kein einziger weißer heterosexueller Mann beteiligt war (und zu der sich ein Jahr später kein einziger weißer heterosexueller Mann aufgemacht hat, um es noch einmal zu probieren). Und es waren Feministen, die die Lüge verbreitet haben, dass Köln alljährlich auf dem Oktoberfest passiert.

allgemeines Diskussionsverhalten

Während im Antifeminismus selbst unterirdischste frauen- und männerfeindliche Anfeindungen als Meinungsfreiheit oder schlimmstenfalls als „unglückliche Formulierungen“ schöngeredet werden, ist bereits jede weit harmlosere feministische Äußerung, der kleinste Widerspruch, die kleinste Abweichung ihres Weltbildes ein „Beweis“ für üblen Männerhass. Eigene Verhaltensweisen werden auf das Gegenüber projeziert, und die eigene feindselige Filterbubble wird alle Ernstes als „sachlicher Austausch“ wahrgenommen.

Der Vorwurf in einer Filterbubble zu leben passt zu einer Frau, die mich sowohl in ihrem Blog als auch auf Twitter geblockt hat. Aber sei es drum, ich hoffe dass ich als Antifeminist mit dieser Gegenrede einen Beitrag zum sachlichen Austausch außerhalb der antifeministischen Filterbubble beigetragen habe.

Wenn Du, onyx, einen sachlichen Austausch haben möchtest stelle Dich mir, stelle Dich der Diskussion hier oder auf „Alles Evolution“, wo Du mich und meine antifeministischen Mitstreiter jeden Tag antreffen kannst. Du kannst in einer Debatte alles von mir erwarten. Heterosexuelle Galanterie wird jedoch nicht darunter sein.


* Ich hatte zunächst „Massenvergewaltigung“ geschrieben was nicht zutreffend ist. Es handelte sich in Köln um massenhafte sexuelle Belästigungen und sexuelle Nötigungen bzw. um massenhafte sexuelle Übergriffe, nicht um Massenvergewaltigungen.

Advertisements

Liebe Muslime, ich muss Euch mal was sagen

Liebe Muslime,

mich juckt es bereits seit längerer Zeit in den Fingern, Euch etwas mitzuteilen, was mir im Grunde genommen seit dem 11.  September 2001 auf der Seele brennt, als sich Eure Religion zum ersten mal mit voller Wucht in das Bewusstsein der westlichen Welt gebrannt hat.

Vor dem 11. September habe ich Euch nicht allzu ernst genommen, Ihr wart zu diesem Zeitpunkt nichts weiter als einer von vielen Religionsanhängern auf dieser Welt, verteilt hauptsächlich in Ländern und Gesellschaften, die es mit Menschenrechten, Demokratie und Wohlstand nicht allzu ernst nehmen. Weit weg, unbedeutend, Dritte Welt halt.

Selbstverständlich habe ich Euch diese Defizite nicht übel genommen, denn was soll schon aus Gesellschaften werden, deren Bewohner fünf Mal am Tag zu einem unsichtbaren Zauberer beten, auf dass der ihnen ihre menschlichen Taten vergibt und es möglichst gut mit ihnen meint? Wer derlei Bräuche pflegt, sollte sich nicht wundern, wenn Bildung und Wissenschaft vernachlässigt werden und die Gesellschaft alsdann im Sumpf von Degeneration und Stumpfsinn vor sich hin wabert.

Doch, wie gesagt, ich nehme Euch das nicht übel, denn Euren Glauben an den großen unsichtbaren Zauberer im Himmel, habt Ihr von Euren Eltern so wie die es von deren Eltern haben, die es widerum von deren Eltern haben, bis wir irgendwann bei Mohammed angelangt sind, der eines Tages in der Wüste Besuch von einem Engel bekommen hat, weil Allah, aus irgendwelchen Gründen der Meinung gewesen ist, dass zwei von ihm offenbarte Glaubenslehren noch nicht ausreichend sind und die Menschheit unbedingt noch ein drittes Mal hören müsse, wie spitze Allah doch ist und was er von uns Menschen so alles erwartet.

Es ist also eine Sache in Ländern aufzuwachsen, wo man die Lehren des Islam gleichsam mit der Muttermilch aufsaugt, zumal man dort, wo viele Muslime auf einem Haufen wohnen, ja nicht mal eben so dieser Religion abschwören darf, weil Allah das nicht gerne sieht und dessen Anhänger sich dann verpflichtet fühlen, dem Islam Abtrünnigen mittels Schwert oder Strick klar zu machen, dass man den Islam nur über die eigene Leiche verlassen darf. Wer kann Euch also übel nehmen, wenn Ihr in den Ländern des Nahen Ostens und Südostasiens zum Islam bekennt?

Nun aber seid Ihr hier in der westlichen Welt, in Europa, einem Kontinent geprägt und geplagt von Jahrhunderten religiöser Konflikte und weltanschaulicher Kriege. Wir Europäer haben uns nach den Erfahrungen von Tod Leid und Bergen von Leichen Gesellschaften aufgebaut, die zu den Besten gehören, was der Planet Erde zu bieten hat. Wir haben dies erreicht, indem wir Weltanschauungen hinterfragt, uns Wissen angeeignet und religiöse Dogmen konsequent gezähmt haben. Es gab auf diesem Weg viele Irrwege und Umwege, Tod und Verderben. Aber nun stehen wir heute auf dem Gipfel menschlichen Fortschritts und des Humanismus, ein Leuchtfeuer des Wohlstands und der Menschlichkeit.

Ja, Ihr möget bei diesen Sätzen die Augen verdrehen, doch tief in Eurem Inneren wisst Ihr, dass ich recht habe. Denn obwohl Ihr Euch stolz als Muslime bezeichnet, wandert Ihr nicht etwa in die Vereinigte Arabische Emirate oder Saudi-Arabien, ja nicht mal nach Indonesien oder die Türkei aus. Euch zieht es nicht etwa in Länder, wo man Euren geliebten Glauben rein und unverfälscht lebt, nein, Ihr kommt in die Länder der Ungläubigen und der Kreuzritter, in die Länder des seelenlosen Materialismus, des Alkohol, des Schweinefleisch der Pornographie und der hemmungslos gelebten Sexualität. Und selbstverständlich verstehe ich, dass Ihr hier herkommt. Hier gibt es Wohlstand, Freiheit, Bier, Schinken und Sex, ohne dass man sich vor Allah rechtfertigen muss oder die Polizei vor der Tür steht, weil man versehentlich sein Kopftuch nicht richtig aufgesetzt hat. Wer würde nicht lieber hier leben wollen?

Was ich nun überhaupt nicht verstehe ist, wenn Ihr Euch im Goldenen Westen immer noch stolz als Muslime bezeichnet, warum Ihr nicht mal hier, wenn Ihr die Möglichkeit dazu hättet, darauf verzichtet, diese einengende Identität abzuschütteln oder wenigstes zu versuchen, diese zu relativieren.

Aber auch damit könnte ich leben, wenn Ihr nicht beständig von mir verlangen würdet Eure Weltanschauung zu respektieren. Entschuldigt bitte, wir leben hier im Westen und ich muss gar nichts respektieren. Ich muss Dinge, die mir nicht gefallen, tolerieren, aber das war es dann auch schon.  Als schwuler Atheist wäre ich in keiner islamischen Gesellschaft meiner Freiheit oder meines Lebens sicher. Islamische Gesellschaften kommen nirgends auch nur annähernd dem Ideal einer freien Gesellschaft nahe. Islamische Gesellschaften sind intolerant gegenüber Ungläubigen, anderen Religionen, Schweinefleisch, Alkohol, Pornografie, Musik, Wissenschaft, Bildung, Kunst und Kultur, letzendlich gegen alles, was das Leben lebenswert macht. Und begründet wird das mit einem mittelalterlichen Buch, inspiriert von den Einfällen eines unsichtbaren Zampanos, der angeblich die Welt erschaffen hat und der jetzt meint, er müsst seiner Schöpfung Vorschriften machen, wie diese zu leben haben.

So einen Humbug, so einen Aberwitz respektiere ich nicht. Ich respektiere Euren Glauben nicht, und es ist mir egal, wenn Ihr mich deshalb als islamophob oder – hier kulminiert der Blödsinn – als Rassist bezeichnet. Ihr seid diejenigen, die an ein Märchenbuch glauben. Ihr seid diejenigen, die an einen unsichtbaren Zauberer im Himmel glauben. Im Namen Eurer Religion werden Ehebrecherinnen gesteinigt, Schwule aufgehängt und Ungläubige ins Gefängnis gesteckt, im Namen Eurer Religion wird die Welt mit Terror überzogen. Es ist mir egal, wenn Ihr behauptet, dies habe nichts mit Eurer Religion zu tun, denn erstens stimmt es nicht (lest doch einfach mal Euren Koran und die Hadithe von vorne bis hinten) und zweitens, selbst wenn Ihr von Euch behauptet, den Islam friedlich zu leben, heißt das immer noch, dass Ihr ein Weltbild lebt, das auf einem Märchenbuch und einer nicht beweisbaren Entität beruht, für deren Existenz es nicht den kleinsten Beleg gibt.

Lebt doch Euren Glauben. Niemanden wird es interessieren, solange Ihr keinem schadet oder anderen Menschen irgendwas aufzwingen wollt. Aber wundert Euch doch bitte nicht, dass Eure Weltanschauung kritisch unter die Lupe genommen, dass darüber debattiert und sich darüber lustig gemacht wird. Was für Euch heilig ist, ist für mich Blödsinn. Wenn Ihr Euch als Muslime identifiziert, müsst Ihr damit rechnen, dass ich Euch an der Praxis Euer Religion messe. Und wenn Ihr das nicht aushaltet, stehen Euch genügend Länder zur Verfügung, in denen Ihr die Zumutungen atheistischer Frechheiten nicht ertragen müsst.

Vielen Dank für Eure geschätzte Aufmerksamkeit.

Überraschungsei des Tages: Nicht alle Kulturen sind gleich

Die Berliner Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft (HMKW) hat eine Studie zur politischen und gesellschaftlichen Werten von Flüchtlingen (aka Migranten, aka Moslems) veröffentlicht, die für die hiesigen Forscher überraschenderweise überraschende Ergebnisse zutage treten ließ:

Die in Deutschland gelandeten Flüchtlinge bekennen sich mehrheitlich zur Demokratie, offenbaren aber „erhebliche politische Verständnisdefizite“

Einerseits haben die Forscher eine hohe Integrationsbereitschaft der Befragten ermittelt: „Die meisten Flüchtlinge möchten Deutschland als neue Heimat annehmen. Sie sind bereit, dafür ernsthaft in Sprache und Bildung zu investieren.“ Andererseits seien auch viele Einstellungen festgestellt worden, die „stark von dem in Deutschland vorherrschenden Meinungsbild abweichen“, wie es in einer am Freitag verbreiteten Zusammenfassung heißt: „In anti-liberalen Einstellungen zu (Homo-)Sexualität, Ehe und Partnerschaft, ja selbst zu Wohn- oder Lebensformen wie einer WG zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Flüchtlingen und der deutschen Mehrheitsgesellschaft.“ Manche Ansichten der Flüchtlinge erinnerten „stark an die muffigen 50er Jahre in Deutschland“. Die komplette Studie will die 2008 gegründete private Hochschule am Montag vorstellen.

Zu den von der Universität als „völlig überraschend“ bezeichneten Erkenntnissen der Studie gehört auch, dass Flüchtlinge sich die politischen Verhältnisse in Deutschland und das soziale Zusammenleben „zum Teil ganz anders vorstellen, als es von den meisten Deutschen vermutet wird“.

Zunächst einmal sei gesagt, dass selbst diese pessimistische Ergebnisse zeigende Studie, in meinen Augen noch zuviel Optimismus ausstrahlt, indem sie nämlich behauptet, Migranten aus islamischen Gesellschaften würden sich mehrheitlich zur Demokratie bekennen, und seien bereit, „dafür ernsthaft in Sprache und Bildung zu investieren.“ Hier möchte ich kurz anmerken, dass die in Deutschland größte Gruppe von Migranten – Menschen aus der Türkei – auch in der dritten Generation noch erhebliche Defizite sowohl in Sprache als auch Bildungsanstrengungen aufweisen, und auch deren Bild von Demokratie – nimmt man die Begeisterung für den Halbdiktator Erdogan als Maßstab – nicht besonders stark ausgeprägt ist. Es kommt halt immer darauf an, was man unter „Demokratie“ und „Bildung“ versteht.

Dass nun Migranten aus islamischen Ländern nicht die Werte vertreten, die im Allgemeinen in westlichen Ländern vertreten werden, kann eigentlich niemanden überraschen, der auch nur einen Hauch Ahnung hat von Soziologie, Geschichte, Religion, Politologie oder Gesellschaftsstrukturen überhaupt. Der Glaube, aus islamischen Ländern würde überwiegend linksliberale Intellektuell anreisen, die für eine offene, säkulare Gesellschaft mit individueller Freiheit eintreten, ist dermaßen naiv – ja, ich möchte bereits sagen „dumm“ – dass es mir schwer fällt, angesichts einer derartigen Torheit nicht mit dem Kopf auf meine Schreibtischplatte zu schlagen.

Ein Leserkommentar im „Tagesspiegel“ bringt dies sehr gut auf den Punkt:

Wen kann so etwas überraschen? Glauben die Leute ernsthaft, islamische Gesellschaften sind deshalb so repressiv, weil alle, die von dort herkommen, grüne Hippies sind?

Glauben die Leute ernsthaft, Gesellschaften, in denen Schwule mit Gefängnis oder Tod bestraft werden, seien in Wirklichkeit schwulenfreundlich?

Glauben die Leute ernsthaft, Gesellschaften, in denen Frauen weniger Rechte haben, seien in Wirklichkeit Paradiese der Gleichberechtigung?

Glauben die Leute ernsthaft, islamische Gesellschaften seien so gut wie unsere?

Ich denke, es ist nicht allzuweit hergeholt zu sagen, dass wir mit den nach Deutschland kommenden Migranten aus dem Nahen Osten und dem Maghreb erhebliche Schwierigkeiten haben werden, was Integration in unsere Gesellschaft angeht. Es kann mit ihnen, meiner Meinung nach, überhaupt nicht leichter sein, als mit Menschen aus der Türkei, da die Türkei bereits die modernste aller islamischen Gesellschaften ist (und allein das sollte einen beunruhigen).

Nach dem jetzigen Stand sind das Anwachsen von Parallelgesellschaften und Zustände wir in Frankreichs Banlieus kein übertreibenees Zukunftsszenario für Deutschland.

Ich sehe jedenfalls kein Argument, warum es anders sein sollte.

Vom Grünen der auszog, den Heten ihre Sünden zu predigen

Für Schwule, Lesben und Bisexuelle wird die Welt immer besser. Was aber für die meisten von uns Homos ein Grund zur Freude ist, stellt für eine Minderheit ein Gräuel dar. Denn mit steigender Akzeptanz der Homosexualität in der westlichen Welt, ergeben sich inbesondere für linkspolitische Berufshomos zwei spezifische Problemlagen.

Erstens verliert das den Homos zugewiesene revolutionäre Potential zum Umsturz der westlichen, liberal-kapitalistischen Ordnung an Zugkraft. Denn welchen Grund sollte es für Homos geben, die westliche Systeme zu stürzen, wenn es sich hier am Besten lebt?

Das zweite Problem ist pragmatischer aber nicht weniger relevant: Wie soll Homopolitik gerechtfertigt werden, wenn Homos immer weniger diskriminiert werden? Die Entpolitisierung von Schwulen und Lesben, die im Wesentlichen positiv ist, weil sie ein Ausdruck von Akzeptanz und Assimilation in die hiesige Gesellschaft darstellt, kann Berufshomos nicht zufriedenstellen, ja muss sie beunruhigen, weil dadurch die Rechtfertigung für Homopolitik verloren geht.

Die Gegenstrategie für diese Dilemma sieht denkbar simpel aus: Die Definition von Diskriminierung und Repression wird ins Absurde gesteigert und an die Gesellschaft werden unerfüllbare Anforderungen gestellt. Es soll ein Zustand herbeigeredete werden, der nicht zu verändern ist, mit dem Ziel, die permanente Repression und Unterdrückung auszurufen, an die man sich bis in alle Ewigkeit mästen kann.

Ein Beispiel für diese Strategie liefert Fabian Goldmann für die den Grünen nahestehende Heinrich-Böll-Stiftung:

Heterosexuelle sind homophob. Heterosexualität wird nicht von irgendeinem Gen an- und ausgeschaltet. Es ist ein kulturelles Konzept, das erst durch die Abwertung gleichgeschlechtlicher Liebe, Sex und Zuneigung entstanden ist. Ein feministischer Zwischenruf.

Dass Goldmann hier als Feminist angekündigt wird, ist kein Zufall. Denn die gesellschaftliche Analyse großer Teil  des Feminismus weist mit der  links-queeren Weltsicht einige Schnittmengen auf: Als Feindbild gilt für beide das liberal-kapitalistische westliche System, von weißen Männern erfunden und aufrechterhalten, um Frauen und Minderheiten zu unterdrücken.

In letzter Zeit hätte man die Welt für Homosexuellen-freundlich halten können. Politiker_innen setzen sich öffentlich für die Homo-Ehe ein. Regenbogen-Fahnen prangen von Facebook-Profilbildern und der Eiffel-Turm erstrahlt in ihnen. Auf den Straßen demonstrieren Tausende für mehr LGBTQI-Rechte. Und ständig versichert irgendein Kumpel, „selbstverständlich kein Problem mit Schwulen“ zu haben. Nur der Nachsatz, der dann meist folgt, zerstört dann doch ebenso selbstverständlich die Illusion einer schwulenfreundlichen Wert: „Ich bin aber Hetero.“

Wenn aber der Ausweis einer Heterosexualität das Gegenteil einer schwulenfreundlichen Welt ist, dann hätten wir genau den Zustand wie oben beschrieben: Die permanente, nie endende Schwulenfeindlichkeit, und damit eine kontinuierliche Rechtfertigung für die nie endende Revolution.

Heterosexuelle sind homophob. Nein, nicht nur jene 25 Prozent, die laut einer aktuellen repräsentativen Umfrage Homosexualität für „unmoralisch“ halten. Auch nicht nur die 40 Prozent, die es „ekelhaft“ finden, wenn sich Schwule und Lesben in der Öffentlichkeit küssen. Nein, alle Heteros sind homophob. Alle! Und das nicht nur, weil sie in einer homophoben Gesellschaft aufwachsen. Heteros sind homophob, weil sie Heteros sind. Oder besser: Weil sie zu Heteros gemacht wurden.

Heterosexualität ist demnach keine sexuelle Orientierung, sondern eine gesellschaftliche Konstruktion; erfunden, um Homosexuelle zu unterdrücken.

„Ich steh nun mal nur auf Frauen“, würde mein Kumpel jetzt erwidern. Daran ist nichts verkehrt. Die Frage ist nur: Warum tut er das? Ginge es nicht auch anders? Natürlich ginge es anders. Heterosexualität wird nicht von irgendeinem Gen an- und ausgeschaltet. Es ist ein kulturelles Konzept, das erst durch die Abwertung gleichgeschlechtlicher Liebe, Sex und Zuneigung entstanden ist.

Empathie ist die Fähigkeit und Bereitschaft, Gedanken, Emotionen, Motive und Persönlichkeitsmerkmale einer anderen Person zu erkennen und zu verstehen. Goldmann besitzt die Fähigkeit nicht. Denn wenn er sie besitzen würde, wäre ihm beim Niederschreibn seiner Zeilen folgender Dialog in die Sinn gekommen:

Schwuler: „Ich steh nun mal nur auf Männer“

Hetero: „Aber warum tust Du das? Ginge es nicht auch anders? Natürlich ginge es anders. Homosexualität wird nicht von irgendeinem Gen an- und ausgeschaltet. Es ist ein kulturelles Konzept, das erst durch die Abwertung gegengeschlechtlicher Liebe, Sex und Zuneigung entstanden ist.“

Rein logisch, kann es für Goldmanns These nur zwei Ausgangszustände geben. Entweder ist die Homosexualität das normale Sexualempfinden aller Menschen, oder jeder Mensch ist bei Geburt bisexuell. In beiden Fällen wären es alleine kulturelle und gesellschaftliche Faktoren, welche den Großteil der Menschen eine überwiegend bis ausschließlich heterosexuellen Lebensweise aufzwingen.

Doch welche Belege hat Goldmann für diese steile These?

Um das zu verstehen, hilft ein Blick in die Geschichte: Wann die Idee von einer „heterosexuellen“ Normalität in die Welt kam, ist schwer zu sagen.

Dabei ist die Antwort auf diese Frage so schwer nicht: Heterosexualität als Normalzustand entstand vor etwa 600 Millionen Jahren im Proterozoikum im Zuge der evolutionären Entwicklung der Sexualität. Da der Mensch ein sich sexuell fortpflanzendes Lebewesen dieses Planeten darstellt, liegt die Vermutung nahe, dass sein Normalzustand die Heterosexualität ist, da es andernfalls unnötig kompliziert wäre, sich fortzupflanzen. Das Schöne an dieser Hypothese ist überdies, dass sie sich wissenschaftlich und durch die Realität belegen lässt.

In Europa begann die katholische Kirche im 13. Jahrhundert massiv ihre Vorstellung von einer gottgewollten Sexualmoral zu propagieren. Diese orientierte sich damals zwar noch eher an den Praktiken (anal=schlecht, vaginal=gut), aber die Idee von einer „natürlichen“ und „widernatürlichen“ Sexualität war geboren. Sich neben der Ehefrau noch einen Liebhaber gönnen? Das endete im mittelalterlichen Europa oft mit dem Scheiterhaufen.

Hier übersieht Goldmann dreierlei: Erstens die Tatsache, dass nicht nur Homosexualität, sondern auch Heterosexualität außerhalb der monogamen Ehe von der Katholischen Kirche als sündhaft angesehen wurde (und wird); dass es also weniger um die Abwertung der Homosexualität an und für sich ging, sondern eher um die Aufrechterhaltung des katholische Dogmas von  der Sexualität zum alleinigen Zwecke der Fortpflanzung innerhalb einer stabile Ehe.

Daraus ergibt sich zweitens, dass innerhalb dieser katholischen Sichtweise Homosexualität zwangsläufig als widernatürlich angesehen werden muss, weil sie eben nicht der Fortpflanzung dienen kann.

Drittens ist auffällig, dass Goldmann nicht auf die Idee kommt, dass Homosexuelle deshalb verfogt wurden, weil sie die Abweichler von der Norm darstellten und eben nicht die Norm.

600 Jahre später waren es Psychiater, die im 19. Jahrhunderts aus der religiös legitimierten Zweiteilung der Sexualität eine medizinische machten. „Heterosexualität“ wurde zum Symptom einer gesunden Lebensweise, jede Abweichung zur Krankheit erklärt. Die psychiatrische Zwangseinweisung ersetzte die Verfolgung von Sodomiten, die medizinische Behandlung die Teufelsaustreibung. Aus der Ablehnung sexueller Praktiken wurde die Ablehnung einer „kranken“ sexuellen Identität. „Normal“ war nur der, der sich zur „gesunden“ Form von Liebe und Sex bekannte: der Heterosexuelle.

Aber auch hier lässt sich fragen, was wäre die einleuchtendere, sparsamere Erklärung? Dass alle Menschen homo- oder bisexuell sind und ihre Sexualität im Auftrag eines gesellschaftlichen Konstrukts unterdrücken und diejenigen verfolgen, die sich offensichtlich nicht an diese Spielregeln halten? Oder dass Homosexuelle die Abweichung sind, und es der Mehrheit der Heterosexuellen daher leicht fällt, die Minderheit der Homosexuellen zu pathologisieren?

Es war und ist das Verdienst der Lesben- und Schwulen-Bewegung diese Zuschreibungen verändert zu haben. Aus „pervers“ machten sie „anders“, aus „unnatürlich“ „gleichberechtigt“. Doch die Zweiteilung aufheben, konnten auch sie nicht.

Natürlich konnten sie die Zweiteilung nicht aufheben, weil das Bekenntnis zur Homosexualität diese Zweiteilung ja ebenfalls reproduziert: Hier wir Homos, dort Ihr Heteros.

Dass diese Zweiteilung eine kulturelle und soziale und keine biologische ist, zeigt auch der Blick auf Zeiten und Orte, in der sie keinen Bestand hatte: Über 1.000 Jahre lang überlieferten Dichter von Andalusien bis Persien eine homoerotische und homosexuelle Selbstverständlichkeit, die Europa völlig fremd ist und war. Von China bis Äthiopien konnten Männer bis ins 19. Jahrhundert andere Männer lieben, ohne von einer gesellschaftlichen Norm abzuweichen. Dass es weit mehr von ihnen als im heutigen Europa auch taten, lag nicht daran, dass in China mehr Schwule geboren werden. Es liegt daran, dass es die Stigmatisierung von Sexualpraktiken, die Idee einer heterosexuellen Normalität, die Vorstellung man könne nur das eine oder das andere sein, lange Zeit nicht gab.

Doch das beweist nicht mehr, als das andere Kulturen Wege gefunden haben, mit Abweichungen anders umzugehen. Aber Linkshänder als Menschen zu behandeln, belegt nicht, dass Linkshänder die Norm sind. 

„Männer lassen sich nicht in zwei voneinander getrennte Populationen teilen: heterosexuell und homosexuell. Nur der menschliche Verstand erfindet Kategorien…. Die echte Welt ist ein Kontinuum“, schrieb Alfred Charles Kinsey 1948. Seine Thesen lösten nicht nur in den 60er Jahren die sexuelle Revolution mit aus, sie wurden später auch von Neurobiologen bestätigt: Es gibt keinen hetero/homo-Schalter im Kopf.

Die Realität belegt aber weiterhin das Gegenteil: Dass sich nämlich die überwältigende Mehrheit der Männer sexell zu Frauen hingezogen fühlt. 

Dies dürften auch die meisten „Heter“o-Männer schon einmal gemerkt haben. Dann zum Beispiel, wenn sie im Suff ihren pubertierenden Kumpels gestanden, doch manchmal homoerotische Fantasien zu pflegen. Trotz Homo-Ehe und Regenbogenfahnen-Inflation: Der Anteil jener Männer, die diesen Fantasien auch nachgehen, ist historisch gering ist: Noch in den 70ern machte in Deutschland jeder fünfte männliche Pubertierende gleichgeschlechtliche Erfahrungen. Heute ist es nur noch jeder zwanzigste.

Und würde diese Erkenntis nicht belegen, dass Heterosexuelität der Normalzustand für die meisten Männer ist? Dass sie nämlich umso heterosexueller agieren, je leichter der Zugang zu Frauen ist?

Dies liegt nicht daran, dass heute mehr Heteros geboren werden, sondern daran, dass Heterosexualität heute den Charakter einer Bekenntnisreligion mit Ausschließlichkeitsanspruch angenommen hat. Das Bekenntnis „Hetereo“ spiegelt nicht die eigene sexuelle Identität wider. Stattdessen generiert sich die eigene sexuelle Identität zum großen Teil aus einem gesellschaftlichen Zwang zum Bekenntnis. Heterosexualität bedeutet, sich selbst zu vergewissern, nicht „pervers“, „krank“, „anders“, oder einfach nur „so“ zu sein. Sie ist die Eintrittskarte in den Club der Normalen. Und diese kann einem mit nur einem falschen Kuss, einer zu innigen Umarmung, einer Nacht jederzeit abgenommen werden.

Doch warum sollte das zwanghafte Bekenntnis zur Heterosexualität in einer Welt zunehmen, die Homosexualität immer mehr akzeptiert und in der Homosexuelle eben nicht mehr als „pervers“, „krank“, oder im schlechten Sinne „anders“ ansieht?

Die sparsamste Erklärung ist wiederum denkbar simpel und besteht aus zwei Teilen: Die Mehrheit der Männer ist heterosexuell, und sie bekennen sich zur Heterosexualität, weil es Homosexuelle gibt, und ein heterosexueller Mann keinen Vorteil davon hat, sich zur Homosexualität zu bekennen, wenn er es nicht ist. Genau so wenig, wie ein Homosexueller einen Vorteil davon hätte, sich zur Heterosexualität zu bekennen, wenn er es nicht ist.

Oder anders gesagt: Eben weil in unserer Zeit  heterosexuelle Männer immer häufiger mit Homosexuellen soziale Kontakte pflegen, ergibt sich das implizite oder explizite „Bekenntis“ zur Heterosexualität gleichsam von selbst. Denn was würde im Zuge der sozialen Dynamik geschehen, wenn sich Heteros und Homos nicht ihrer eigenen Sexualität versichern? Es würde sinnlose Avancen und sexuelle Enttäuschungen geben. Und da Männer  sparsam und effezient sind, lässt sich dem durch ein Bekenntis zur eigenen Sexualität leicht vorbeugen. Jeder weiß dann, woran er mit dem anderen ist.

Wie der Umgang mit dem gleichen Geschlecht zumindest etwas besser gelingen kann, kann der „heterosexuelle“ Mann übrigens von jenen Menschen lernen, zu denen er sich vermeintlich ausschließlich hingezogen fühlt: Frauen. Mit Absicht handelt dieser Text weder von Lesben noch von heterosexuellen Frauen. Denn auch wenn der gesellschaftliche Zwang zum Bekenntnis auch auf Frauen lastet: Frauen, die sich als Hetero bekennen, gehen oft unverkrampfter mit dem eigenen Geschlecht um, können sich umarmen, küssen, in einem Bett schlafen und zumindest während der Pubertät mit der besten Freundin knutschen, ohne sozial geächtet zu werden. Der Grund: Wie so vieles in patriarchalischen Gesellschaften wurde auch das Konzept der Hetereoesexualität um Männer herum konstruiert.

Oder es liegt einfach daran, dass sich  männliche und weibliche Sexualität und Intimität voneinander unterscheiden und Männer kein intrinsisches Interesse daran haben, miteinander zu knutschen, zu kuscheln, zu kichern, zu tratschen und sich gegenseitig die Haare schön zu machen. Ich kann verstehen, dass heterosexuelle Männer das nicht mit anderen Männern tun, weil ich als Schwuler auch kein Interesse daran habe, dies mit Frauen zu tun. Ich möchte keine „weiblichen“ Intimitäten mit Frauen pflegen. Warum sollten Hetero-Männer das mit anderen Männern tun? Warum sollten Frauen der Maßstab für das sein, was sich für Männer ziemt?

Noch bessere Rolemodel findet der Hetero-Mann allerdings dort, wo die meisten schon an der Türschwelle in Identitätskonflikte gestürzt werden: im nächsten Gay-Club. Denn Homosexualität ist in der Praxis nicht nur das Gegenstück zu Heterosexualität, Es ist dessen Aufhebung. Kaum ein Homosexueller dürfte ein schlechtes Gewissen wegen eines hetero-erotischen Traums haben. Kaum ein Schwuler dürfte auf die Idee kommen, sich vor seinen Eltern als „straight“ zu outen, weil er auf der letzten Party mit einer Frau rumgeschnutscht hat. Und kaum jemand, der „einfach mehr Lust auf Männer hat“ muss dies seinen „heterosexuellen“ Kumpels und sich selbst ständig versichern. Das soll nicht heißen, dass Mann schwul sein muss, um seiner Homophobie zu entkommen. Es reicht, sich von der Idee zu verabschieden, ein Hetero zu sein.

Goldmann hat Unrecht. Auch ich hatte bereits erotische Träume mit Frauen und ich hatte sehr wohl ein schlechtes Gewissen danach. Nicht weil ich Heterosexualität als schlecht oder minderwertig betrachte, sondern weil Homosexualität eben Teil meiner Identität ist und ein potentielles Abweichen von dieser Identität ein Eindringen in unbekannte, fremde Territorien bedeutet.

Ich habe am Anfnag dieses Beitrages die These fomuliert, der Zweck Goldmann sei es, die permanente Revolution führen zu wollen. Und auch wenn diese implizite  Zielführung viele Linken eigen ist, möchte ich abschließend eine alternative bzw. zusätzliche These in den Raum werfen. Nämlich die, das Goldmann einfach nur ein empathieloser, egozentrischer Narzisst ist.

Empathielos deshalb, weil er von Hetero die Aufgabe ihrer sexuellen Identität verlangt, etwas das, würde es Richung Homos gehen, zurecht als Homophobie bezeichnet werden würde.

Egozentrisch deshalb, weil er dies von Heteros verlangt, nur damit er sich nicht mehr als Minderheit fühlen muss.

Narzisstisch deshalb, weil er eine Gesellschaft anstrebt, in der Schwule nicht einfach mit Heteros in einer Gesellschaft zusammenleben, sondern in der sich Heteros seinen Maßstäben unterwerfen müssen, um nicht als schlechte Menschen zu gelten.

Ein Abtreibungsrecht für Männer?

„onyx“ vom Blog „Gedankensalat“ hält nicht viel von der Idee eines Rechtes auf Abtreibung für Männer:

Es gibt für Männer derzeit genau 3 legale Möglichkeiten, eine ungewollte Vaterschaft zu vermeiden. Kondom, Vasektomie und Enthaltsamkeit. (Das “aufpassen” lassen wir mal beiseite.) Mag alles nicht besonders cool sein, und die Vasektomie ist ein relativ (nicht komplett!) endgültiger Schritt, aber es ist immer noch weit entfernt von “Fremdbestimmtheit”. Wobei ich auch verstehe, wenn ein junger Mann diesen Schritt nicht gehen will, weil sich die Einstellung zum Kinderwunsch schließlich noch ändern kann.
Aber wer erwachsen genug zum vögeln sein will, sollte es auch bei der damit verbundenen Verantwortung sein. Dazu gehört dann halt auch der verantwortliche Umgang mit ungewollten Folgen. Ein Kind aus Egoismus und Geiz im Stich zu lassen, ist das Gegenteil von Verantwortlichkeit.

Und obwohl diese Argumentation in sich durchaus korrekt ist, scheint „onyx“ nicht aufzufallen, dass man mit der gleichen Begründung ebenso gut das Recht auf  Abtreibung für Frauen verneinen könnte. Denn immerhin: Ein Kind aus Egoismus und Geiz abzutreiben, ist das Gegenteil von Verantwortlichkeit. Dennoch steht Frau diese Möglichkeit offen. Warum also nicht Männern?

Es muß einfach mal in die Köpfe gehen, dass Sexualität zu leben nicht nur bedeutet, geilen Sex zu haben, sondern dass auch Verantwortung damit einhergeht. Wer darauf keine Lust hat, muß es eben bleiben lassen, Herrgott noch mal.

Eben. Wäre schön, wenn Feministen das irgendwann mal einsehen würden, anstatt immer wieder für das exklusiv weibliche Recht auf Abtreibung zu streiten. Herrgott noch mal.

Nicht jeder will einen Berg besteigen – Was Geografie mit Feminismus zu tun hat

In der Bundesrepublik Deutschland sind – wie in der gesamten westlichen Welt – Männer und Frauen gleichberechtigt, haben Frauen gar mehr Rechte als Männer. Da Frauen aber so furchtbar niedlich sind, diese hübschen Schmollmünder haben, diese anmutig ausladenden Hinterteile und den an die schöne Berglandschaft im Tessin erinnernden Vorbau, ist es einfach notwendig, noch viel mehr für die Gleichberechtigung von Frauen zu tun. Erst recht, wenn man ein Mann ist. Alles andere wäre sexistisch, und das kann ja nun wirklich niemand wollen, nicht wahr?

Also Männer, wie wäre es mit einem Übertritt in die Kirche des Feminismus? Genau, Feminismus, jener Weltanschauung, welche den Fokus auf das Weibliche bereits im Namen trägt, aber dennoch für sich in Anspruch nimmt, für alle Geschlechter da zu sein.

und wagen in der „Zeit“ den Sprung auf die von uns wüsten Männerhorden bevölkerte Insel, um als Missionare den dort hausenden Barbaren das Licht des Feminismus nahezubringen. Und wir Barbaren haben selbstverständlich nur darauf gewartet, endlich Erlösung zu erfahren.

Kommt also alle her, meine Kumpels, lasst Eure Frauen in der Höhle das Mammut entweiden, setzt Euch und lauschet den Worten der Weisen aus dem Morgenland.

Deutschland braucht mehr Feministen! Ja, Männer, die für Frauenrechte kämpfen. Nach den Übergriffen in Köln gab es zwar viele, die das für sich reklamierten. Doch dahinter steckten oft ganz eigene politische Ziele: Schnellere Abschiebungen von straffällig gewordenen Flüchtlingen durchsetzen etwa, oder es diente sogar als Legitimation für rechte Gewalt.

Es mag zunächst berechtigt klingen, die Vorfälle in Köln als einen Ausgangspunkt für das Kämpfen für Frauenrechte zu nehmen, faktisch hat sich an der Rechtslage für Frauen durch Köln aber nichts geändert: Diebstahl ist weiterhin strafbar, sexuelle Gewalt ist weiterhin strafbar, und auch Vergewaltigung ist weiterhin strafbar. Es ist ja nicht so, als hätte die deutsche Gesellschaft nach Köln auf einmal mitbekommen, dass es da eine riesige Gesetzeslücke gibt, die Frauen der Willkür sexueller Gewalt ausliefert.

Nein, Köln war deshalb so schockierend, weil Frauen in Deutschland üblicherweise eben nicht befürchten müssen, von Männerhorden überrumpelt, sexuell erniedrigt und abgezogen zu werden. Köln war der Einbruch unbekannter kultureller Muster in ein Land, das für seine Friedfertigkeit und seinen Humanismus bekannt ist. Dass eine Zäsur wie in Köln politische Debatten anfacht und „instrumentailisiert“ wird, ist da kaum  verwunderlich. Und auch wenn es den Missionaren Herr und Speer schwer fällt, das zu akzeptieren: Ja, es gibt Menschen, die der Meinung sind, dass diejenigen, die das deutsche Gastrecht missbrauchen und straffällig werden, schnellstmöglich des Landes verwiesen werden sollten. Das ist ein legitimer politischer Standpunkt, den manche gar den Status des „gesunden Menschenverstandes“ einräumen würden.

Dabei gibt es gute Gründe, als Mann ein Feminist zu sein und sich auch so zu bezeichnen. Wer möchte nicht in einer ausgeglicheneren Beziehung leben, ein besseres höheres Selbstwertgefühl und besseren Sex haben?

Also, ich schon. Allerdings würde mir da eher ein „Maskulismus“ helfen, weil ich mit Frauen weder im Bett noch am Küchentisch was anfangen kann. Aber ja, ich weiß, der Text richtet sich nicht an irgendwelche Homos, sondern an die Neanderthaler vom heterosexuellen Ufer. Schon klar.

Wie jetzt? Ich sollte dennoch hierbleiben und mir das anhören, weil es hier um ein Thema geht, welches alle etwas angeht?

Hmmm, na gut. Mal schauen was noch kommt.

Nicht nur amerikanische Soziologen, auch norwegische Forscher attestieren Männern in gerechteren Gesellschaften eine rundum höhere Lebensqualität: Eine Studie aus Norwegen widerlegt das beliebte Vorurteil, Frauen würden mehr Freiheiten nur durch Einbußen der Männer erreichen. Tatsächlich aber profitieren beide Geschlechter von mehr Gleichberechtigung.

Es überrascht jetzt nicht wirklich, dass Gesellschaften, in denen Gleichberechtigung vorherrscht, lebenswerter sind. Glücklicherweise leben wir in einer solchen.

Aber, was hat das mit Feminismus zu tun?

Die Vorteile beschränken sich nicht nur auf Individuen, sondern wirken sich auf ganze Gesellschaften aus: Länder mit einem gerechteren Geschlechterverhältnis sind ökonomisch erfolgreicher, sozial balancierter und kulturell innovativer. Oder andersherum: Wer eine Gesellschaft insgesamt verbessern, die Wirtschaft stärken und Politik zukunftssicher machen will, der tut gut daran, bei Geschlechtergerechtigkeit zu beginnen – so legt es ein Bericht der Weltbank nahe.

Okay. Fein, schön, toll, super! Gleichberechtigung und Geschlechtergerechtigkeit sind wunderbar, wir stimmen alle zu. Jeder soll gleiche Rechte haben, jeder soll sein Leben so leben, wie er möchte. Das ist nicht nur gut für mich, sondern gut für alle. Klingt logisch.

Aber, was hat das mit Feminismus zu tun?

Doch Männer sollten nicht nur Feministen sein, weil sie selbst Vorteile davon haben. Ein echter Feminist glaubt daran, dass Frauen und Männer gleich viel wert sind und gleich viel zu sagen haben. Er schätzt vollkommene Gleichberechtigung und möchte eine Gesellschaft, in der weder Männer noch Frauen ein Übergewicht an Einfluss, Macht oder Deutungshoheit genießen. Nicht aus eigenem Vorteil, sondern ganz einfach, weil es gerecht ist.

Man könnte jetzt über Details und semantische Spitzfindigkeiten debattieren, aber gut, ich bin heute gnädig und lass das mal so durchgehen.

Nach diesen bisherigen Einschätzungen bin ich demnach Feminist. Cool! Hätten wir das also geklärt. Kann ich jetzt wieder gehen? Ich hab da noch ein Date mit nem süßen Schnuckel, der unbedingt wissen wollte, wie toll ich Flöte spielen kann. – Nicht? Ihr seid noch nicht fertig? Okay, ist ja gut, setzt ich mich halt wieder hin…

Sie wollen loslegen, wissen aber nicht wie? Mit diesen fünf Schritten ist es ganz einfach:

Ich würde gerne richtig loslegen (ich liebe Flötenspiel) aber ja, ja, bitte, fangt an, ich kann es kaum erwarten zu hören, was Ihr noch zu sagen habt!

1.    Informieren Sie sich. Theoretisches Wissen ist gut, praktisches noch viel besser. Wo könnte man das besser finden, als im Gespräch mit Frauen? Fragen Sie nach, welche Erfahrungen Frauen in Ihrem Bekanntenkreis mit Sexismus, Diskriminierung oder sogar Gewalt gemacht haben. Oftmals werden Sie überrascht sein, was Sie hören. Haarsträubendste Geschichten sind alltäglicher, als viele Männer glauben. Schauen Sie sich Statistiken zum Thema Gleichberechtigung an. Sie brauchen dafür keine Bände zu lesen, eine kurze Onlinesuche reicht, z.B. zu den Themen Gender Gap, Gewalt gegen Frauen oder Männer, die sich für Frauen einsetzen. 

Die Herren Herr und Speer werden glücklich sein zu hören, dass ich mich bereits informiert habe. Wir hier auf unserer Insel mögen zwar Barbaren sein, aber nicht dumm. Der Gender (Pay) Gap erklärt sich zum Beispiel ganz einfach dadurch, dass Frauen Fächer studieren und in Berufe einsteigen, die niedrigere Gehälter auf dem Markt erzielen, obendrein arbeiten sie weniger, öfter in Teilzeit und setzen irgendwann aus, wenn sie ihre 1,4 Kinder bekommen.

Diskriminierung ist auch nicht schön, aber wussen Sie beide schon, dass der Staat Männer auf die Schlachtfelder zwangsverpflichten kann; dass man Säuglingspenisse verstümmeln darf, Säuglingsvaginen aber nicht; dass Männer sich häufiger das Leben nehmen, öfter obdachlos sind und oftmals ihrer Rechte als Väter beraubt werden?

Was nun die Gewalt angeht, ja, Gewalt ist immer schlimm und möglichst zu reduzieren, allerdings sagt jede Kriminalstatistik, dass Männer weitaus häufiger Opfer von Gewalt werden als Frauen.

Ich weiß, ich bin nur ein kleiner barbarischer Homo, aber mein moralisches Empfinden sagt mir, dass wenn man in einer Gesellschaft etwas verbessern will, man sich doch nicht allein auf die Gruppe konzentrieren sollte, die im Schnitt weniger Probleme hat.

Bitte? Was? Das mag alles stimmen, aber es zählt nicht, weil Frauen so furchtbar niedlich sind, diese hübschen Schmollmünder habe, diese anmutig ausladenden Hinterteile und den an die schöne Berglandschaft im Tessin erinnernden Vorbau? Ja, schon, das mag sein, aber Männer haben tolle Flöten, auf denen man super spielen kann. Zählt das gar nicht ?

Nein? Okay, dann setz ich mich wieder hin. Tut mir leid, ich wollte Euch nicht unterbrechen.

2.    Schritt zwei erfolgt dann meist von selbst, denn Ihr neues Wissen führt zu gesteigerter Sensibilität gegenüber Sexismus. Sie werden sehen, plötzlich fällt es Ihnen als besonders merkwürdig auf, dass es in Werbung, in Medien und in Filmen immer wieder Frauen sind, die als Sexobjekte herhalten müssen. Warum sitzen in den meisten Talkshows oder bei Podiumsdiskussionen mehr Männer als Frauen? Wo sind eigentlich die Männer, die sich leicht bekleidet auf Neuwagen rekeln, um deren Attraktivität zu erhöhen? Und weshalb geht sexuelle Gewalt fast ausschließlich von Männern aus? Wenn Sie sich ganz automatisch diese Fragen stellen, sind die Grundlagen für Sie als Feminist gelegt.

Entschudligen Sie, dass ich noch mal störe, aber ich kenne sogar die Antworten auf diese Fragen. In den meisten Talkshows oder bei Podiumsdiskussionen sitzen mehr Männer als Frauen, weil Männer viel häufiger in der Politik involviert sind und sich mehr für gesellschaftliche Themen interessieren. Männer lesen Polit- und Wissenschaftsmagazine, Frauen Zeitschriften, in denen ihnen erklärt wird, wie sie sich noch besser schminken und noch schlanker werden können, und was man noch so alles anziehen kann.

Dass sexuelle Gewalt fast ausschließlich von Männern ausgeht, ist ganz einfach die tragische Folge de Umstandes, dass Männer einen höheren Sexualtrieb haben. Glücklicherweise ist sexuelle Gewalt ein recht seltenes Verbrechen. Zumindest in zivilisierten Kulturkreisen, zu denen auch unsere barbarische Insel gehört.

Was nun die Sexobjekte angeht, stimme ich Ihnen zu, dass weniger Frauen und mehr Männer als Sexobjekte, ein Segen für die Welt wäre. Dummerweise bin ich nur ein kleiner barbarischer Homo, denn weder Frauen, noch meine barbarischen heterosexuellen Geschlechtsgenossen teilen meine Vorliebe für scharfe Männer in knappen Unterhosen. Wenn Frauen Interesse an nackten Männern hätten, gäbe es sie an jeder Bushaltestelle.

Aber tut mir leid, reden Sie weiter!

3.    Jetzt ist es Zeit, Ihre eigenen Gewohnheiten zu hinterfragen. Zuerst in Ihrem privaten, ganz alltäglichen Leben. Beispiel: sexistische Witze. Und auch wenn es banal klingt, so ist es doch immer noch nicht Selbstverständlichkeit: Als Feminist behandeln Sie eine Ärztin, Kassiererin, Anwältin oder Polizistin genauso wie ihre männlichen Kollegen – mit Respekt. Werfen Sie also ein paar alte Gewohnheiten über Bord. Gleichzeitig können Sie die Vorzüge der Gleichberechtigung erleben. Freuen Sie sich darüber, dass Sie bei der Arbeit und zu Hause auf Frauen als gleichwertige Gesprächspartnerinnen, Beraterinnen und Freundinnen treffen. Das erweitert Ihren Horizont und führt zu einer neuen Qualität in Beziehungen und Freundschaften.

Äh, Entschuldigung wenn ich noch mal störe, aber selbst wir hier auf unserer Insel behandeln Frauen mit Respekt. Zumindest dann, wenn sie es verdienen. Wir freuen uns auch über gleichwertige Gesprächspartnerinnen. Wenn „gleichwertig“ nicht bedeutet, lediglich als Blitzableiter für weibliche Wehwehchen herhalten zu müssen (obwohl mir meine heterosexuellen Kumpel erzählt haben, dass sie auch das gelegentlich tun, damit sie hinterher fummeln dürfen).

Alles in allem behandeln wir Frauen ziemlich gleichwertig. Und meine heterosexuellen Kumpel behandeln sie in vielerlei Hinsicht sogar besser. Weil sie nun mal hübsche Schmollmünder, anmutig ausladende Hinterteile und an die schöne Berglandschaft im Tessin erinnernde Vorbauten mögen.

Ja, ich weiß, ich bin ein Störfaktor, aber wir Homos quatschen nun mal gerne. Sorry! Fahren Sie fort!

4.    Nun geht es an Ihr Umfeld. Werden Sie aktiv. Sexistische Kommentare und Übergriffe sind in Deutschland Alltag für Frauen. Als Feminist schreiten Sie ein, wenn Sie etwas mitbekommen: Fragen Sie die betroffene Frau, ob Sie Unterstützung möchte. Ob es sich um sexistische Kommentare unter Freunden handelt, ein Übergehen einer Frau bei anstehender Beförderung oder sexuelle Gewalt: Wegschauen ist für Sie nicht mehr drin.

Eigentlich mag ich es nicht, mich ungefragt in Dinge einzumischen, deren Tragweite und Hintergrund ich nicht vollumfänglich abschätzen kann. Im Übrigen betrachte ich Frauen als gleichberechtigt und gehe daher davon aus, dass wenn sie Hilfe benötigen, sie dies selbstbewusst und emanzipiert selbst artikulieren können. Wenn ich nun in die Situation kommen sollte, Gewalt mitzuerleben, hoffe ich allerdings, dass ich das richtige tun werde: Einschreiten und/oder die Polizei verständigen. Glücklicherweise ist Gewalt aber selten, und Frauen sind noch seltener davon betroffen. Ist das nicht eine gute Nachricht?

Nein? Darum geht es nicht? Ich rede am Thema vorbei? Ähm, okay. Mein großes Mundwerk wieder mal…

5.    Der letzte Schritt ist der größte und schwierigste. Haben Sie die ersten vier gut im Griff, können Sie sich mit Recht Feminist nennen. Wollen Sie aber noch einen draufsetzen, so ist es hier Zeit, gesellschaftlich und organisiert aktiv zu werden. Unterstützen Sie globale Kampagnen gegen Sexismus und ermutigen Ihre Freunde, es Ihnen gleich zu tun. HeForShe ist hier erste Anlaufstation. Auch in Deutschland gibt es verschiedene Initiativen, so z.B. StopBildSexism oder PinkStinks, die sich immer über neue Mitstreiter freuen. Nicht jede Organisation ist für jeden, aber wer sucht, findet, was zu einem passt. Am Ende ist es der öffentliche Einsatz, der Frauen am meisten hilft und andere Männer motiviert, es Ihnen gleich zu tun, wenn sie sehen: Feministen sind cool.

Aber Feministen sind nicht cool! Sie sind das Gegenteil von cool! Es sind zumeist rumzickende, jammernde, sexfeindliche, männerfeindliche, die Gleichberechtigung und die Gleichheit vor dem Gesetz aushebeln wollende, nie zufriedene, verwöhnte, unsympathische Tussen, die ihr Weltbild auf verzerrte Statistiken, einseitige Untersuchungen, Verschwörunsgtheorien und schlichten Lügen aufbauen…

Wollen wir Gewalt an Frauen in Zukunft wirklich verhindern und in einer Gesellschaft leben, die ihre Potenziale voll ausschöpft und in denen es allen gutgeht, gibt es nichts Besseres, als Feminist zu werden. Schließen Sie sich uns an und leben Sie die Gleichberechtigung! Sie werden sehen, es lohnt sich.

Niemand hier hat etwas gegen Gleichberechtigung! Aber ich persönlich sehe es nicht ein, dem faktisch privilegierten Geschlecht noch mehr Privilegien zuzugestehen, und deren Probleme als den Nabel der Welt zu betrachten, nur weil sie so furchtbar niedlich sind, diese hübschen Schmollmünder haben, diese anmutig ausladenden Hinterteile und den an die schöne Berglandschaft im Tessin erinnernden Vorbau.

Wenn Ihr Feminist sein wollt, weil Ihr glaubt, dann auf eine Bergwanderung mitgenommen zu werden, dann werdet halt Feminist!

Aber ohne mich! Ich bin ein Kind des Flachlandes. Mir ist die glaziale Serie, mit ihren welligen Kuppen und Moränen, die sich in strömende Urstromtäler ergießen, lieber.

Und jetzt geh ich Flöte spielen. Endlich!

Von der Wahl zwischen Arschloch und Versager

Dass der Mann an und für sich ein Problem darstellt, wissen wir seit Aufkommen des postmodernen Feminismus: Gewaltbereit, unsozial, frauenfeindlich, sexistisch, übergriffig – ein Monster auf drei Beinen, eine Gefahr für Leib, Leben, Frauen und Planeten. Männlichkeit ist ein Problem das überwunden gehört, will man eine menschliche Gesellschaft erreichen.

Eckhard Fuhr fügt dem Problemfaktor Mann ein neue Facette hinzu, wobei er sich zunächst auf das altbewährte konzentriert:

Der Mann ist in seiner konventionellen wie in seiner postkonventionellen Version zum Problem unseres Zeitalters geworden. Welchen Ärger er konventionell, also testosterongesteuert, gewaltbereit, sexistisch machen kann, wissen wir seit der Silvesternacht von Köln alle.

Unter arabischen Migranten tritt dieser Typus häufiger auf als unter den Gemeinschaftskundelehrern eines Freiburger Gymnasiums oder in der Leserschaft des Familienmagazins „Nido“. Doch er ist natürlich nicht auf dieses Milieu beschränkt.

Doch die Gefahren des klassischen Mannes sind nur der Tropfen auf dem heißen Stein. Denn Mann wäre nicht Mann, wenn er irgendetwas richtig machen würde:

Köln steht aber auch für die Gefahr, die vom postkonventionellen Mann ausgeht, also von der Abwesenheit von Mut, Heldentum, Verteidigungsbereitschaft, Beschützerinstinkt, Fürsorglichkeit, Stolz und all diesen Dingen, deren Nichtvorhandensein der Grund dafür ist, dass keinem der Kölner Aggressoren auch nur ein Haar gekrümmt wurde.

Also echt mal, Mann, Du Versager! Es ist zwar richtig, dass Du ein gewaltbereites Arschloch bist, es stimmt zwar dass Deine Männlichkeit problematisch ist, und dass Deine ständiges Bedürfnis Frauen zu umwerben, zu beschützen und für das schwächere Geschlecht zu haltender Keim des patriarchalen Übels ist – aber das bedeutet doch noch lange nich , dass Du davon absehen sollst, Gewalt einzusetzen um arme, schwache Frauen zu beschützen!

Niemand redet gern offen über diese peinliche Erfahrung. Aber hinter vorgehaltener Hand ist sie längst zum Thema geworden, vor allem unter Frauen. Der postkonventionelle Mann hat seine Globalisierungs-Feuerprobe unter verschärften Migrationsbedingungen nicht bestanden. Er war gelähmt, überfordert, orientierungslos und ohne Polizeischutz auch nicht ansatzweise in der Lage, zivilgesellschaftliche Regeln des Zusammenlebens zu verteidigen.

Selbstjustiz ist einer zivilisierten Gesellschaft abträglich! Bürgerwehren sind des Teufels! Gewalt ist böse! Frauen sind auf Männer nicht angewiesen und können alles genau so gut wie Männer! Es dämmert das Jahrhundert der Frauen! – Aber warum sind diese männlichen Schlappschwänze nicht in der Lage, Frauen zu schützen und dafür im Notfall auch Gewalt einzusetzen? Wissen diese Weicheier denn nicht, dass es die Aufgabe des Mannes ist, sein Leben und seine Gesundheit in den Dienst von Frauen zu stellen?

Natürlich müssen diese Regeln von Männern und Frauen gemeinsam verteidigt werden. Aber wenn schon Männer die dafür im Krisenfall nötige Robustheit nicht aufbringen, wird das schwer.

Und der konventionelle Mann wird dann nie lernen, dass Gleichberechtigung keinesfalls bedeutet, dass man mit den Männern sowieso nicht zu rechnen braucht.

Denn Frauen können zwar alles genau so gut wie Männer und mindestes noch besser, aber das heißt ja nicht, dass Mann für sie nicht die Kastanien aus dem Feuer holen soll, wenn es für sie brenzlig wird.

Aber das kapieren die Männer einfach nicht. Verweichlicht, verweiblicht, dumm und nutzlos wie sie nun mal sind.