Drei Lektionen für Schwule (die keiner hören möchte)

Also nun, wie lebt es sich für Schwule im Jahre 2017 in der westlichen Welt, in Deutschland? Fühlen wir uns gut aufgehoben, behütet, akzeptiert, toleriert? Oder verzweifeln wir, weil die Welt da draußen immer noch so furchtbar heteronormativ ist und alle, die einem begegnen, erst mal glauben man sei hetero?

Im Laufe meines (noch relativ) jungen schwulen Lebens, habe ich mich mit einer ganzen Reihen von Strategien beschäftigt, wie man es als Homo schafft, in einer Welt voller Heteros nicht den Verstand zu verlieren. Mittlerweile bin ich zu dem Schluss gekommen, dass die Anerkennung einiger harter Realitäten der beste Weg ist, sich nicht in träumerischen Fantasien zu verlieren. Denn wer eine Utopie als Ziel formuliert, wird in den meisten Fällen enttäuscht werden und alsdann verbittert durchs Leben gehen.

Hier also eine paar Lektionen, die meines Erachtens jeder Schwule verinnerlichen und in sein Leben einplanen sollte:

1. Als Schwuler bist Du eine kleine Minderheit

Die überwältigende Mehrheit Deiner Mitmenschen sind heterosexuell und sie haben weder Interesse noch Neugier irgendwann einmal schwul zu werden. Und weil das so ist, musst Du Dich auch nicht wundern, dass nahezu alles in Deinem Umfeld sich an  Heteros richtet: Gespräche, Medien, Bücher, Filme, Theater. Außerhalb Deines schwulen Freundeskreises bist Du der Außenseiter. Das ist keine böse Verschwörung, die man mit Hilfe der Werke Judith Butlers besiegen könnte, sondern Teil biologischer Realität. Die Heteros können nichts dafür, dass sie so sind. Sie sind es gewohnt, dass fast alle hetero sind. Also behandeln sie Dich zunächst auch so. Und sie wollen Dir damit zumeist auch nichts böses. Aber sie haben halt kein gesteigertes Interesse Deine explizit schwule Perspektive zu hören. Weil sie nicht schwul sind.

2. Die meisten würden es bevorzugen, wenn Du hetero wärst

Das mag hart klingen, aber es stimmt. Trotz allem Gerede von Pluralismus und Diversität mögen die meisten Menschen klare, übersichtliche Verhältnisse. Und sie mögen es besonders gerne, wenn ihr Umfeld möglichst homogen ist. Und da die meisten Menschen hetero sind, wären sie zufrieden damit, wenn Du es auch wärst. Das würde ihren Umgang mit Dir ungemein erleichtern.

Das gilt im Übrigen auch für Deine Eltern. Klar, sie mögen Dich „akzeptieren“ und Dich und Deinen Freund zu Familienfeiern einladen und Deinen Partner gegenüber Bekannten ganz selbstverständlich als Deinen Partner vorstellen. Aber überleg mal: Wenn Du eines Tages mit einer Frau als Partnerin vorbeikommst, glaubst Du Deine Eltern wären enttäuscht und würden Dir vorhalten, dass der Rafael viel besser zu Dir gepasst habe? Glaubst Du sie würden Dich davon überzeugen wollen, dass Du in Wirklichkeit schwul wärest und dass das mit der Frau nur eine Phase sei, die vorübergeht? Nein, denn Deine Eltern sind Hetero. Und sie wünschen sich für ihre Kinder ein ganz normales heterosexuelles Leben. Mit Freundin, Heirat und Enkelkindern.

3. Du bist abhängig von der Gnade der Mehrheitsgesellschaft

Du kannst Dir Toleranz erkämpfen wollen soviel Du willst, Du kannst Auf Deine Rechte pochen wann immer Dir danach ist, Du kommst um einen Fakt nicht herum: Deine Rechte sind immer abhängig von der Gnade und dem Konsens der Mehrheitsgesellschaft. Wenn die Gesellschaft wollte, könnte sie Dich bereits morgen zerquetschen, sie könnte Dich bereits morgen wegen Deiner Homosexualität ins Gefängnis stecken. Und nichts und niemand wird Dir helfen, weder das Grundgesetz, noch die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte. Denn das sind alles menschliche Konstruktionen, die immer nur im Lichte gesellschaftlicher Meinungen interpretiert werden. Kaum jemanden würde es kümmern, wenn eine Handvoll Homos im Gefängnis sitzt oder gesellschaftlich verachtet und marginalisiert ist. Denn für die überwältigende Mehrheit der Gesellschaft würde sich dadurch nichts, aber auch gar nichts, in ihrem Leben ändern.

Übertreib es also nicht. Versuche nicht mit brachialer Gewalt oder intolerantem Moralismus Deine schwulen Vorstellungen durchzusetzen. Und gib der heterosexuellen Gesellschat vor allem niemals das Gefühl, Du wolltest ihr persönliches Leben umstürzen. Das würden sie Dir nicht verzeihen.

 

Überraschungsei des Tages: Nicht alle Kulturen sind gleich

Die Berliner Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft (HMKW) hat eine Studie zur politischen und gesellschaftlichen Werten von Flüchtlingen (aka Migranten, aka Moslems) veröffentlicht, die für die hiesigen Forscher überraschenderweise überraschende Ergebnisse zutage treten ließ:

Die in Deutschland gelandeten Flüchtlinge bekennen sich mehrheitlich zur Demokratie, offenbaren aber „erhebliche politische Verständnisdefizite“

Einerseits haben die Forscher eine hohe Integrationsbereitschaft der Befragten ermittelt: „Die meisten Flüchtlinge möchten Deutschland als neue Heimat annehmen. Sie sind bereit, dafür ernsthaft in Sprache und Bildung zu investieren.“ Andererseits seien auch viele Einstellungen festgestellt worden, die „stark von dem in Deutschland vorherrschenden Meinungsbild abweichen“, wie es in einer am Freitag verbreiteten Zusammenfassung heißt: „In anti-liberalen Einstellungen zu (Homo-)Sexualität, Ehe und Partnerschaft, ja selbst zu Wohn- oder Lebensformen wie einer WG zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Flüchtlingen und der deutschen Mehrheitsgesellschaft.“ Manche Ansichten der Flüchtlinge erinnerten „stark an die muffigen 50er Jahre in Deutschland“. Die komplette Studie will die 2008 gegründete private Hochschule am Montag vorstellen.

Zu den von der Universität als „völlig überraschend“ bezeichneten Erkenntnissen der Studie gehört auch, dass Flüchtlinge sich die politischen Verhältnisse in Deutschland und das soziale Zusammenleben „zum Teil ganz anders vorstellen, als es von den meisten Deutschen vermutet wird“.

Zunächst einmal sei gesagt, dass selbst diese pessimistische Ergebnisse zeigende Studie, in meinen Augen noch zuviel Optimismus ausstrahlt, indem sie nämlich behauptet, Migranten aus islamischen Gesellschaften würden sich mehrheitlich zur Demokratie bekennen, und seien bereit, „dafür ernsthaft in Sprache und Bildung zu investieren.“ Hier möchte ich kurz anmerken, dass die in Deutschland größte Gruppe von Migranten – Menschen aus der Türkei – auch in der dritten Generation noch erhebliche Defizite sowohl in Sprache als auch Bildungsanstrengungen aufweisen, und auch deren Bild von Demokratie – nimmt man die Begeisterung für den Halbdiktator Erdogan als Maßstab – nicht besonders stark ausgeprägt ist. Es kommt halt immer darauf an, was man unter „Demokratie“ und „Bildung“ versteht.

Dass nun Migranten aus islamischen Ländern nicht die Werte vertreten, die im Allgemeinen in westlichen Ländern vertreten werden, kann eigentlich niemanden überraschen, der auch nur einen Hauch Ahnung hat von Soziologie, Geschichte, Religion, Politologie oder Gesellschaftsstrukturen überhaupt. Der Glaube, aus islamischen Ländern würde überwiegend linksliberale Intellektuell anreisen, die für eine offene, säkulare Gesellschaft mit individueller Freiheit eintreten, ist dermaßen naiv – ja, ich möchte bereits sagen „dumm“ – dass es mir schwer fällt, angesichts einer derartigen Torheit nicht mit dem Kopf auf meine Schreibtischplatte zu schlagen.

Ein Leserkommentar im „Tagesspiegel“ bringt dies sehr gut auf den Punkt:

Wen kann so etwas überraschen? Glauben die Leute ernsthaft, islamische Gesellschaften sind deshalb so repressiv, weil alle, die von dort herkommen, grüne Hippies sind?

Glauben die Leute ernsthaft, Gesellschaften, in denen Schwule mit Gefängnis oder Tod bestraft werden, seien in Wirklichkeit schwulenfreundlich?

Glauben die Leute ernsthaft, Gesellschaften, in denen Frauen weniger Rechte haben, seien in Wirklichkeit Paradiese der Gleichberechtigung?

Glauben die Leute ernsthaft, islamische Gesellschaften seien so gut wie unsere?

Ich denke, es ist nicht allzuweit hergeholt zu sagen, dass wir mit den nach Deutschland kommenden Migranten aus dem Nahen Osten und dem Maghreb erhebliche Schwierigkeiten haben werden, was Integration in unsere Gesellschaft angeht. Es kann mit ihnen, meiner Meinung nach, überhaupt nicht leichter sein, als mit Menschen aus der Türkei, da die Türkei bereits die modernste aller islamischen Gesellschaften ist (und allein das sollte einen beunruhigen).

Nach dem jetzigen Stand sind das Anwachsen von Parallelgesellschaften und Zustände wir in Frankreichs Banlieus kein übertreibenees Zukunftsszenario für Deutschland.

Ich sehe jedenfalls kein Argument, warum es anders sein sollte.

Die Kriminalisierung des (heterosexuellen) Mannes

Nottinghamshire scheint auf den ersten Blick eine beschauliche englische Grafschaft zu sein. Doch der Schein trügt, denn in Wirklichkeit gibt es dort ein Riesenproblem mit alltäglichem Hass. Hass gegen Frauen. Doch die hiesige Polizei hat sich jetzt endlich dieses gravierenden Problemes angenommen und sich vorgenommen diesem brutalen Hass entgegenzutreten.

Doch wie sieht er aus dieser Hass gegen Frauen?

Misogyny hate crime is classed under the new policy as „incidents against women that are motivated by an attitude of a man towards a woman, and includes behaviour targeted towards a woman by men simply because they are a woman„.

[Frauenfeindlichkeit als Hassverbrechen wird gemäß den neuen Richtlinien definiert als „Vorfälle gegen Frauen, motiviert von einer Haltung eines Mannes gegenüber einer Frau, sowie Verhaltensweisen die gezielt von Männern gegenüber einer Frau ausgeübt werden, nur weil es sich um Frauen handelt“.]

Da kann man die Polizei von Nottinghamshire nur beglückwünschen, sich endlich entschlossen diesen Abscheulichkeiten entgegenzustellen:

  • unwanted or uninvited sexual advances
  • physical or verbal assault
  • unwanted or uninvited physical or verbal contact or engagement
  • use of mobile phones to send unwanted or uninvited messages
  • or take photographs without consent.

[Beispiele derartiger Vorfälle sind:

  • unerwünschte oder ungebetene sexuelle Annäherungsversuche
  • körperliche oder verbale Übergriffe
  • unerwünschte oder ungebetene körperliche oder verbale Kontaktaufnahme
  • Nutzung von Mobiltelefonen um unerwünschte oder ungebetenen Nachrichten zu senden
  • das Fotografieren ohne Zustimmung]

Es sei hier zunächst betont, dass dies alles natürlich nur dann strafbar ist, wenn es Frauen betrifft. Denn eine gesonderte Kategorie „Hassverbrechen gegen Männer“ wird es auch in Nottinghamshire nicht geben, und das obwohl auch (und gerade) Männer attaktiert, angesprochen oder angerufen werden, ohne das sie vorher ihre Zustimmung hierzu erteilt haben.

Der eigentliche Skandal liegt jedoch in der Skandalisierung normaler sozialer Interaktionen. Wir reden hier schließlich nicht mehr nur von einer potentiellen Strafbarkeit unerwünschter sexueller Handlungen. Nein, nach der Maßgabe dieser Richtlinien kann jeder Versuch, mit einer Frau ins Gespräch zu kommen oder mit ihr zu flirten, kriminalisiert werden. Ja, selbst das Senden einer SMS – zum Beispiel an die Freundin, wenn diese gerade auf Shoppingtour ist, und keinen Bock auf  ein Gespräch mit ihrem Freund hat – könnte unter dieser Maßgabe als Hassverbrechen eingestuft werden.

Jeder Mann, erst recht der heterosexuelle, wird künftig mit einem Bein im Gefängnis stehen. Und warum?

Na, weil Feminsimus Gleichberechtigung bedeutet und für alle 75 plus x Geschlechter gut ist. Diese Prämisse  anzuzweifeln könnte – wenn sich der gegenwärtige Trend fortsetzt – in einigen Jahren mit der Todesstrafe geahndet werden. Natürlich nur gegen Männer. Aber die haben es eh nicht besser verdient.

Equal Pay Day

Am Equal Pay Day wollen uns Feministen einreden, dass Unternehmer freiwillig mehr Lohnkosten an Männer zahlen, obwohl Frauen die gleiche Arbeit für weniger Geld verrichten.

Am Equal Pay Day wollen uns Feministen einreden, dass Menschen, denen es Spaß macht, sich zu schminken und tonnenweise nach Schuhen und Handtaschen zu shoppen, die gleichen Lebens- und Berufsentscheidungen treffen, wie Menschen, die im Stehen pinkeln und denen es Spaß macht, zuzuschauen wie sich 20 Feldspieler um einen Ball streiten. 

Am Equal Pay Day wollen uns Feministen einreden, dass sie für Gleichberechtigung und Gleichheit vor dem Gesetz eintreten, wenn sie doch nichts anderes wollen, als mehr Geld für weniger und gleiches Geld für ungleiche Arbeit.

Und die Schildkröte kotzte, und erbrach die Welt

„DschinDschin“ vom Blog „Mann und Welt“ hat als Reaktion auf meine Frage, welche Beweise er für sein Gottes- und spitituelles Weltbild vorlegen kann, in einem Beitrag geantwortet, den ich gerne kommentieren möchte.

Gegenfrage: Wo sind die Belege für die Aussagen, die diverse Religionen machen? Und unter Belegen verstehe ich verifizierbare Daten und Fakten und nicht Aussagen noch älterer Texte.

Nun ja, es gibt keine Belege dafür.

Wir sind uns einig, dass es keinen Gottesbeweis gibt und auch keinen geben kann. Was aber nichts bedeutet, denn niemand von uns ist in der Lage zu beweisen, dass er beseelt und nicht nur eine intelligente Maschine ist. 

Nicht in dem Sinne, dass etwas überhaupt hundertprozentig bewiesen werden kann. Das ist wissenschaftlich nicht möglich. Nicht mal die Theorie der Gravitation lässt sich hundertprozentig und zweifelsfrei beweisen. Dennoch lassen sich genügend Belege sammeln um mit ziemlicher Sicherheit davon auszugehen, dass die Theorie der Gravitation als „bewiesen“ gilt. Zur Vereinfachung der Diskussion möchte ich mich auf folgende Definition von „Beweis“ bzw. „Beleg“ stützen: die als fehlerfrei anerkannte Herleitung der Richtigkeit bzw. der Unrichtigkeit einer Aussage aus einer Menge von Axiomen, die als wahr vorausgesetzt werden, und anderen Aussagen, die bereits bewiesen sind – unter Vorbehalt möglicher Widerlegungen.

Insofern kann Gott durchaus bewiesen werden, vorausgesetzt man einigt sich darauf, was mit „Gott“ überhaupt gemeint ist. Geht man von einer Entität aus, die das Universum erschaffen hat und Prozesse des Universums, der Erde, des Lebens und der Menschen steuert ist ein Gottesbeweis sogar relativ simpel, weil Gott unter diesen Umständen mathematisch und physikalisch messbar wäre.

Was uns selbst so klar vor Augen steht, unser Innenleben, das ist dem Mitgeschöpf völlig verborgen.

Das kommt darauf an, was mit „Innenleben“ gemeint ist. Unsere Organe sind dem Mitgeschöpf nicht verborgen, im Gegenteil haben wir ein ziemlich genaues Bild von den Vorgängen in unserem Organismus. Auch wenn mit „Innenleben“ unsere Gefühle gemeint sind, gibt es Disziplinen, wie zum Beispiel die Psychologie, die uns ein recht genaues Bild davon geben, was in menschlichen Mitgeschöpfen vor sicht geht.

Es sieht nur die Hülle und deren Reaktionen und glaubt, dass eine Seele darin wohnt.

Ich glaube das nicht, denn es gibt keinen Beleg für eine Seele.

Wissen können wir es nicht.

Korrekt, allerdings gibt es keinerlei Grund anzunehmen, dass es eine Seele gibt, solange deren Existenz nicht bewiesen ist.

Auch die Mathematatik ruht auf Axiomen, auf als wahr empfundenen Annahmen. Und so treffe ich für mein Weltbild als Axiom folgende Annahme: Es gibt einen Gott.

Auf der Grundlage eines subjektiven Weltbildes kann man für sich allerdings auch die Annahme treffen, dass unser Universum von einer gigantischen unsichtbaren Schildkröte ausgespien wurde, die Magenschmerzen bekam, nachdem sie ein anderes größeres Universum gegessen hat.

Dann definiere ich: Gott ist mindestens eine Person, so wie ich eine menschliche Person verstehe, aber darüber hinaus noch viel mehr. Er ist totaliter aliter also total anders, von mir nicht zu verstehen, da er in Dimensionen hineinreicht, die mir als vierdimensionalen Weisen (drei Dimensionen der Raum plus die Zeit) nicht zugänglich sind.

Ebenso wie die Schildkröte.

Definition: Diese von der Schöpfung getrennte Personalität nenne ich einen Geist.

Und ich nenne die von der Scildkröte ausgehenden Verdauungsgase Geist.

Definition: Eine Schöpfung = Werk entsteht durch die Handlung eines Handelnden, der nicht Teil der Schöpfung ist, von ihr unabhängig und frei, bei seinem Werk nur beschränkt, durch die der Schöpfung innewohnenden Regeln.

Beleg bitte.

Definition: Eine bewußte Schöpfung = bewußtes Werk ist eine Handlung, bei welcher der Handelnde seines Tuns bewußt ist und ein Ziel verfolgt, ein definiertes Ergebnis erwartet, oder sein Handeln approximativ anpasst, um eine Entwicklung zu ermöglichen.

Beleg bitte.

Annahme: Die Welt, das Universum ist eine bewußte Schöpfung.

Oder die Welt, das Universum ist das Produkt eines unglücklichen Verdauungsvorgangs der Schildkröte. Diese Annahme ist ebenso plausibel, wie jede andere, wenn man eine Annahme auf der Grundlage einer Annahme trifft, und einen Beweis präventiv damit ausschließt, dass der Schöpfer (Gott, die Schildkröte) dem Menschen nicht zugänglich ist, da er in einer Dimension hineinreicht, die der Mensch nicht erkennen kann.

Begleitaussagen: Der Schöpfungsbericht der Bibel schließt mit den Worten: Und er sah, dass es gut war!

Zusammenhang?

Daraus lässt sich die Übereinstimmung des Willens des Schöpfers mit seinem Werk schließen.

Nein, denn aus einer nicht belegbaren Annahme lässt sich keine belegbare Schlussfolgerung ziehen. Es bleibt eine pure Annahme.

Daraus ist zu folgern, das alles was ist, nach dem Willen des Schöpfers gut ist.

Eine mit einem subjektiven Werturteil versehene Folgerung, basierend auf einer Schlussfolgerung, die auf einer Anahme beruht.

Die Tatsache, dass der Mensch den Regeln dieser Welt unterworfen ist, was sich daran zeigt, dass seine Existenz an die gleichen Bedingungen geknüpft ist, wie alle anderen Lebewesen, die Tatsache, dass der Mensch Opfer von Fressfeinden werden kann, man denke an die Pestepidemien, an die hohe natürliche Kindersterblichkeit, die nur durch Kulturleistungen reduziert werden kann, nicht durch Beten oder religiöse Rituale, beweist, dass Gott keine Unterschiede macht.

Bestimmte Arten von Bakterien können in siedendheißen Wasser oder in eisiger Kälte überleben. Menschen nicht. Es gibt Krankheiten, die Menshen befallen, andere Lebewesen aber nicht. Das sind beobachtbare Tatsache. Wie kann man daraus schließen, dass Gott keine Unterschiede machen würde?

Natur- und Sozialwissenschaften zeigen, dass die Welt Regeln gehorcht. Auch künstliche Systeme, wie Unternehmen oder die Volkswirtschaft gehorcht Regeln, Regeln die sich aus dem einem System innewohnenden Eigenschaften ergeben.
Der Versicherungsgedanke ist genial, weil er Risikosteuung erlaubt. Unser Sozialsystem ist letztlich ein Versicherungssystem auf Gegenseitigkeit.

Relevanz?

Ein „Paradies“ ist nur möglich, wenn ich die Individualität der Biomasse abschaffe. Ansonsten beruht das Leben darauf, dass Einer den Anderen frisst. Es ist ein System des Wettbewerbs, das Konkurrenz und Entwicklung ermöglicht. Das grazile Wesen der Gazellen und die Geschwindigkeit des Geparden bedingen einander.

Relevanz?

Der Mensch als kleiner Gott: Die Fähigkeit des Menschen, losgelöst von einem festen Reiz-Reaktions-Handeln (Instinkthandeln) Konzepte zu entwickeln, in einen virtuellen Raum aufzubauen, zu planen und zu phantasieren, die Handlung vor deren Durchführung zu simulieren, geistig zu sein, macht den Mensche zu einem kleinen Abbild Gottes, gibt ihm eine Ahnung göttlicher Freiheit.
Er löst sich damit aus der göttlichen Schöpfung und wird selbst zu einem Schöpfer.

Dass ist eine mögliche Interpretation, wenn man der Folgerung der Schlussfolgerung der Annahme folgt, dass Gott existiert, wofür es aber keinen Beleg gibt.

Da er damit aber ein unvollkommenes und fehlbares Geschöpf ist, kann diese Freiheit zum Bösen führen, und der Mensch braucht Regeln, die nun aber kulturell vermittelt werden, d.h. durch Lernen = Erziehung.

Doch was ist das Böse?

Die Vertreibung aus dem Paradies ist die Metapher für dieses Problem. Durch die Erkenntnisfähigkeit wird der Mensch in ganz kleinem Rahmen gottgleich und ist damit aber auch von Gott getrennt. Die kindliche Unschuld, sofern es so was überhaupt gibt, ist verloren. Vielleicht sollten wir eher von der  tierischen Naivität sprechen.

Aber wo ist der Beleg dass es Gott gibt, und dass all diese Annahmen und Interpretationen überhaupt zutreffen?

Annahme: Gott und Jahwe sind verschiedene Personen.

Annahme: Die Schildkröte und der Frosch sind verschiedene Personen.

Während Gott, der Schöpfer, an seiner Schöpfung zu erkennen ist, an der Harmonie der Regeln und der Abläufe in der Welt,

Beleg bitte.

ist Jahwe der Gott der Menschen, der Gott der Gebote und der Strafen, der sich dann bei Hiob selber ad absurdum führt, als er sich über die von ihm erlassenen Gebote erhebt, der König, der die von ihm erlassenen Gebote nicht erfüllt.

Die Schildkröte ist der Schöpfer, der Frosch der Gott der Menschen.

Hypothese: Jahwe ist ein kulturelles Konstrukt, der von Menschen kodifizierte Regeln des Zusammenlebens und des Überlebens durch Bezug aufs Göttliche legitimiert. Regeln können funktional sein, sofern sie die dem System immanenten Gesetzmäßigkeiten abbilden und helfen, sinnvoll Ziele zu erreichen. Regeln können aber auch disfunktional sein, wenn sie der Schöpfung entgegenstehen und dadurch unnötig Leid erzeugen.

Okay.

Wäre Homosexualität eine Kulturfolge, das heißt eine Folge von Lernen, wäre eine Regel sinnvoll, welche dieses Lernen verbietet, wenn das Ziel ist, Fortpflanzung zu sichern.

Wenn…

Da Homosexualität aber aus dem Wesen des Menschen selbst erwächst, es Teil der Natur=Schöpfung ist, sind Regeln, welche Homosexualität verdammen disfunktional, als wolle man einem Fisch verbieten, im Wasser zu leben.

Okay.

Wer Gottes Wille begreifen will, muss ernsthafte Wissenschaft betreiben, welche die Regeln des Kosmos zur Basis macht, wozu auch Mathematik insbesondere auch Logik gehören. Vor allem aber die Beobachtung des Lebens und der Natur selber.

Okay.

Wie sich ein Künster in seinen Werken offenbart, so auch Gott in seiner Schöpfung.

 

Oder die Schildkröte.

Jesus steht Gott näher, als Jahwe.

Wer ist Jesus und inwiefern ist er relevant?

Durch seinen Opfertod erlöst Jesus den Menschen vom Urteil durch das Gesetz (Jahwe) und macht ihn frei für die Begegnung mit Gott.

Beleg bitte.

Indem Jesus die Gesetze nicht auflöst, erhält er dem Menschen das geistige Korsett, das dieser für ein für sich und die Umwelt verträgliches Leben benötigt, nimmt ihm aber durch die Möglichkeit der Gnade die unerbittliche Schärfe, wodurch es dem Menschen möglich wird, disfunktionale Regeln zu brechen, z.B. restriktive Ernährungsregeln.

Beleg bittte.

Dass Paulus hier neue Regeln einführt beweist nichts, denn die Texte firmieren ja unter Paulus, und Paulus ist kein Prophet und nicht Wesensgleich mit Jesus. Er legt seine Schlussfolgerungen, seine Meinungen dar, Menschenwerk eben. Und selbst Paulus sagt, dass das Gesetz (Jahwe) für den Menschen gemacht sei und nicht der Mensch für das Gesetz.

Wer ist Paulus und inwiefern ist er relevant??

Der Kern christlichen Denkens ist die Nächstenliebe, welche in dem Satz kulminiert: Liebe Deinen Nächsten, wie Dich selbst. Dabei geht es nicht nur darum, keinen unnötigen Schaden zu erzeugen, sondern vielmehr darum, wo möglich, Nutzen zu stiften.

Was hat das Christentum mit einem Gott zu tun, der von Menschen nicht zu verstehen, da er in Dimensionen hineinreicht, die einem als vierdimensionalen Weisen (drei Dimensionen der Raum plus die Zeit) nicht zugänglich sind.

Also kommen wir zu Jesus’s Rezor bezüglich Homosexualität:

Okay.

Wem schadet es, wenn zwei Menschen in Liebe und gegenseitigem Einvernehmen ihre sexuelle Neigung ausleben? – Niemand! –  Also, erledigt! – Ach, es entstehen keine Kinder? Nun, dann ist auch das Leben der Mönche und Nonnen sündig! Denn wenn Gott gewollt hätte, dass wir keusch leben, hätte er uns keine Sexualorgane wachsen lassen und keine Libido geschenkt! – Nicht wahr?

Nicht unbedingt. Es könnte auch sein, dass Gott manche Menschen mit Homosexualität strafen wollte, oder Menschen testen wollte, ob sie ihre Homosexualität ausleben. Es könnte sein, dass Homosexualität die Folge des menschlichen Abkehr von Gott ist.

Es könnte aber auch sein, dass Homosexualität in Wirklichkeit ein unverdautes Reststück aus dem Erbrochenen der Schildkröte ist.

Oder es könnte sein, dass Homosexualität ein Phänomen ist, das noch nicht hinreichend geklärt wurde.

Wenn Du, „DschinDschin“, aber eine Schlussfolgerung auf der Annahme aufbaust, dass Gott existiert, dann bringe bitte Belege für Gott. Andernfalls sind Deine Ausführungen nichts weiter als eine bloße Geschichte, kurzwilig zwar, aber als Erklärung für die Welt ebenso relevant wie mein Märchen von der Schildkröte.

Jeder kann sich Geschichten ausdenken. Dazu gehört nur ein wenig Phantasie.

Es braucht schon mehr, um mich zu überzeugen.

Die Welt ist im Klimawandel

The world is changed.

I feel it in the water.

I feel it in the earth.

I smell it in the air.

Much that once was is lost;

for none now live who remember it.

(Galadriel, Lord of the Rings)

Die „Zeit“ bringt einen reißerischen Aufmacher zum Klimawandel, dazu dienend, der Leserschaft Angst um die Zukunft zu machen. Der Tenor des Artikels ist eindeutig: Es wird furchtbar! Leid, Elend und Verderben werden uns in den nächsten Jahrzehnten erwarten, und nichts wird mehr so sein wie es war.

Beängstigend? Nicht für mich. Denn der Klimawandel lässt mich völlig kalt. Ich bin da sorgenlos und kann vor Entspanntheit ein Gähnen kaum unterdrücken. Und ehe man mich bezichtigt ein hartherziger Zyniker zu sein, dem das Wohl der Welt am Hintern vorbeigeht, lasse man mich die Gründe für diese Entspanntheit erklären.

Die Welt ist im Wandel. Wer sich die Erdgeschichte und die Geschichte der Menschheit ansieht, der wird bemerken, dass es kein statisches Klima gibt. Lebewesen passen sich an, oder sterben aus. Und wer hätte größeres Potential, als sich veränderten Umweltbedingungen anzupassen, als der Mensch?

Es gibt nichts, was wir gegen das Klima tun können. Selbst wenn die Horrorszenarien und die Ursachen des Klimawandels zutreffen, ist es aussichtslos, diese Ursachen zu bekämpfen. Gut zwei Milliarden Inder und Chinesen werden nicht ihre Fabriken schließen und zur Subsistenzwirtschaft zurückkehren. Die Umstellung auf umweltfreundliche Technologien ist ein kostspieliger Vorgang, den keine Volkswirtschaft leisten kann, ohne zunächst den wachsenen Hunger nach Wohlstand zu befriedigen. Erst kommt das Fressen, dann die Moral. Und glaubt wirklich jemand, unserer Politiker, die nicht mal Flughäfen bauen oder die Rente sicher machen können, könnten die Erde retten?

Es gibt jetzt Probleme auf dieser Welt. Probleme die jetzt sofort unsere Aufmerksamkeit bedürfen: Hunger, Kriege und Krankheiten sind Geißeln die in der Gegenwart konkret und real sind, und deren schlimme Auswirkungen wir im hier und heute erleben. Die Zukunft kennt keiner.

Klimawandel birgt Potential. Wer weiß denn konkret was der Klimawandel eigentlich bringt? Sicher, es wird Veränderungen geben und einiges wird schlechter werden. Aber ist der jetzige Zustand der Erde das Optimum? Sibirien, die Sahara, die Antarktis, sind momentan alles nahezu unbewohnbare Gebiete. Vielleicht kann man dank Klimawandel ja bald am Südpol leben. Oder in Grönland.

Extreme Klimabedingungen sind an und für sich kein Problem. Der Mensch ist anpassungsfähig. Leben ist sowohl in den Wüsten Saudi-Arabiens als auch in der Kälte Alaskas möglich. Wir haben bereits heute die Technologie und die Möglichkeiten, die Auswirkungen des Klimawandels abzumildern oder uns von diesen zu isolieren. Dereinst könnten Menschen sogar andere Planeten besiedeln. Die einzigste Gefahr besteht darin, dass Feministen alle Männer aus den Wissenschaften mobben, weil sie sich von sexistischen Shirts unterdrückt fühlen. In dem Fall könnte es in der Tat problematisch werden mit der Zukunft der Menschheit.

Payne – in the Ass

Liam Payne, der Sänger der britisch-irischen Boyband „One Direction“ ist auf einer blühende Blumenwiese auf einen Marienkäfer getreten, was ihm einige kritische Stimmen der allzeit wachen Twitter-Gemeinde eingetragen hat. „Homophob“ lautet die Anklage. Die Beweisführung gestaltet sich dabei als recht dürftig:

Während einem Konzert von One Direction kündigte er den Song „Girl Almighty“ an und irgendwie wurden seine Worte falsch interpretiert.

„Das ist mein Lieblingssong vom letzten Album und es geht darum, die Frau deines Lebens zu finden. Doch keiner von euch kann das nachvollziehen, da die meisten von euch Mädels sind. Abgesehen von den Jungs hier, die wissen, von was ich rede“.

Zur Verteidigung Paynes möchte ich anführen, dass diese Aussage selbstverständlich nicht homophob ist, weil sie überhaupt keine negative Aussage über Lesben oder Schwule beinhaltet, ja sie überhaupt in gar keiner Weise erwähnt.

Nichtsdestotrotz ist dieser Aussage als öffentliches Statement ziemlich unglücklich. Und das aus drei Gründen:

Erstens ist es albern zu postulieren, Mädchen könnten es nicht nachvollziehen, wie es für einen Jungen sei, auf der Suche nach der Frau des Lebens zu sein. Denn bei der Suche eines Jungen nach der Frau des Lebens sind Mädels selbstredend involviert. Hinzu kommt, dass es gelegentlich Fälle gibt, in der auch Mädels sich auf die Suche nach dem Mann ihres Lebens begeben. Der Unterschied ist marginal und es ist eine Absurdität zu implizieren, die Geschlechter wären emotional so sehr getrennt, dass sie die Empfindunegn des anderen Geschlechts bei der Partnersuche nicht nachvollziehen könnten.

Zweitens hat sich Payne nicht als homophob aber doch als heteronormativ geoutet. In seinem Bewusstsein gibt es offenbar nur heterosexuelle Frauen und Männer. Dass lesbische Mädels sich mit seiner Suche nach der Frau des Lebens identifzieren können, kommt ihm offenbar nicht in den Sinn. Das ist im Jahre 2015 für einen jungen Sänger einer Boyband, der also im künstlerischen Bereich tätig ist, durchaus ungewöhnlich. Er muss wissen, dass es homosexuelle Menschen gibt, und diese so explizit auszuschließen, ist mehr als merkwürdig.

Der dritte Grund schließt an den zweiten an: Payne sollte dringend den Marketingbeauftragten seiner Band aufsuchen. Der könnte ihm erklären, dass „One Direction“ viel schwule Fans hat und dass die Handvoll Jungs, die sich auf deren Konzerten rumtreiben, entweder arme Opfer ihr Freundinnen sind, die zu dem Konzert genötigt worden, weil sie ansonsten für den Rest des Monats keinen Sex bekommen; oder mit hoher Wahrscheinlichkeit sich nicht die Bohne dafür interessieren, wie man die Frau seines Lebens findet. Das Interesse der meisten Jungs auf dem Konzert dürfte eher darin bestehen, Payne zu zeigen, dass man mit seinem Mund auch noch mehr tun kann, als nur zu singen.