Ein Abtreibungsrecht für Männer?

„onyx“ vom Blog „Gedankensalat“ hält nicht viel von der Idee eines Rechtes auf Abtreibung für Männer:

Es gibt für Männer derzeit genau 3 legale Möglichkeiten, eine ungewollte Vaterschaft zu vermeiden. Kondom, Vasektomie und Enthaltsamkeit. (Das “aufpassen” lassen wir mal beiseite.) Mag alles nicht besonders cool sein, und die Vasektomie ist ein relativ (nicht komplett!) endgültiger Schritt, aber es ist immer noch weit entfernt von “Fremdbestimmtheit”. Wobei ich auch verstehe, wenn ein junger Mann diesen Schritt nicht gehen will, weil sich die Einstellung zum Kinderwunsch schließlich noch ändern kann.
Aber wer erwachsen genug zum vögeln sein will, sollte es auch bei der damit verbundenen Verantwortung sein. Dazu gehört dann halt auch der verantwortliche Umgang mit ungewollten Folgen. Ein Kind aus Egoismus und Geiz im Stich zu lassen, ist das Gegenteil von Verantwortlichkeit.

Und obwohl diese Argumentation in sich durchaus korrekt ist, scheint „onyx“ nicht aufzufallen, dass man mit der gleichen Begründung ebenso gut das Recht auf  Abtreibung für Frauen verneinen könnte. Denn immerhin: Ein Kind aus Egoismus und Geiz abzutreiben, ist das Gegenteil von Verantwortlichkeit. Dennoch steht Frau diese Möglichkeit offen. Warum also nicht Männern?

Es muß einfach mal in die Köpfe gehen, dass Sexualität zu leben nicht nur bedeutet, geilen Sex zu haben, sondern dass auch Verantwortung damit einhergeht. Wer darauf keine Lust hat, muß es eben bleiben lassen, Herrgott noch mal.

Eben. Wäre schön, wenn Feministen das irgendwann mal einsehen würden, anstatt immer wieder für das exklusiv weibliche Recht auf Abtreibung zu streiten. Herrgott noch mal.

Närrisch feministisch

Einer der Gründe für die wachsende gesellschaftliche  Kritik am Feminismus – neben der immer offensichtlicheren Antipathie gegenüber Männern und allem als „männlich“ deklarierten – ist das beständige Jammern und Klagen, welche die Ziellosigkeit, den Egozentrismus und Überflüssigkeit des westlichen Feminismus nur mühevoll kaschieren kann.

Ein wunderbares Beispiel bietet uns ein bereits etwas älterer Beitrag einer gewissen Meghan Murphy über das Referendum zur Öfnnung der Ehe in Irland:

To be clear, of course I believe that so long as heterosexual couples are permitted to marry, gay and lesbian couples should also be allowed access to the same rights and privileges they have access to. What I oppose is not gay marriage, rather I oppose marriage as a whole and, more generally, I don’t believe that allowing same-sex couples to wed signals a move towards “equality.”

Zunächst einmal könnte man Murphy darauf hinweisen, dass die Ehe nicht verpflichtend ist, dass sie also, wenn sie nicht heiraten möchte und gegen die Ehe ist, nicht heiraten muss. Damit könnte man den Beitrag eigentlich bereits beenden, doch Murphy hat, wie so viele Frauen, noch mehr zu erzählen:

While support for LGBT rights is growing worldwide, women’s actual human rights remain unaddressed.

Das ist absolut korrekt. Weder bei Amnesty International, noch bei Human Rights Watch, weder in der Politik, noch im gesellschaftlichen Diskurs spielen die Rechte von Frauen irgendeine Rolle. Zumindest muss man diesen Eindruck haben, wenn man auf dem Mond lebt.

Liberating women from male oppression, on the other hand, means those in power have to give up a lot. As Katha Pollitt wrote, in The Nation, “Marriage equality costs society nothing and takes no power away from anyone.”

Denn darum geht es dem Feminismus ja in Wirklichkeit. Nicht um Gleichheit vor dem Gesetz (welche Frauen in der westlichen Welt ja längst haben), sondern um „Macht“, eine Umverteilung von Macht weg von Männern hin zu den Frauen. Inwiefern die Männer Macht haben, die ihnen nicht zusteht, bleibt dabei natürlich ungesagt.

In fact, gay marriage allows progressive heterosexuals feel much more at ease about their choice to join the church of wedded bliss as they can tell themselves it is no longer the old-fashioned, conservative institution of yesteryear — it’s now hip and open-minded and “inclusive.” We are all now able to forget about critiquing the institution, asking why we continue to marry at all, and why we continue to allow marriage to define our relationships and lives in such an overbearing way because we’ve so generously let the gays in.

Das ist natürlich alles Unsinn, denn wer die Ehe für eine altmodisch Institution hält, die nicht zu einem passe, der braucht – tada! – auch weiterhin nicht zu heiraten. Auch ist Kritik an der Institution der Ehe weiterhin erlaubt. Ach, und übrigens: Inwiefern definiert die Ehe „unser“ Leben und „unsere“ Beziehungen? Doch wohl nur dann, wenn „wir“ selbst verheiratet sind, oder nicht?

In April, Pollitt asked why reproductive rights were “losing” while gay rights were “winning.”

Tun sie das? Sind Verhütungsmittel mittlerweile verboten? Gibt es Initiativen, die den Zugang zu Verhütungsmitteln erschweren sollen?

She pointed out that “Indiana’s attempt to enshrine opposition to gay marriage under the guise of religious freedom provoked an immediate nationwide backlash.” Meanwhile, in many states, women still don’t have access to abortions and women are even being charged with feticide for miscarrying or trying to terminate pregnancies themselves.

Ah, natürlich, Abtreibung, das feministische Heiligtum schlechthin, unantastbar und abgeschirmt von jedweder Kritik.

Last month in Indiana, Purvi Patel was given a 20-year sentence for miscarrying, accused of using abortion drugs to terminate her pregnancy. In Mississippi, Rennie Gibbs, who was 16-years-old at the time, faced life in prison after she delivered a stillborn baby. Jessica Mason Pieklo wrote, for RH Reality Check that after the medical examiner decided the cause of death was “cocaine toxicity,” the grand jury concluded that Gibbs had “caused the death of the baby by smoking crack cocaine during her pregnancy.” That is to say she was facing murder charges. The charge was dismissed, but both cases represent a growing effort to criminalize pregnant women in the U.S. and a prioritization of the lives of fetuses over the lives of women.

Selbstverständlich muss jede Frau das unangetastete Recht haben, ein ungeborenes Kind abzutöten, und sie sollte auch jederzeit das Recht haben, während der Schwangerschaft zu koksen! Alles andere wäre patriarchale Unterdrückung!

Das eine Abtreibung nicht nur die Frau betrifft, sondern auch einen anderne Menschen, der zwar ungeboren ist, aber trotzdem aller Wahrscheinlichkeit nach lebend auf die Welt käme, wenn man ihn nicht abtreiben würde, das spielt alles keine Rolle. „Mein Bauch gehört mir“, und das selbstredend auch dann, wenn er gar nicht mehr nur mir gehört, sondern darin ein neuer Mensch heranwächst – der übrigens auch noch unter Beteiligung eines dritten Menschen zustande gekommen ist, des Vaters, der in dieser Debatte aber überhaupt niemals eine Rolle spielt.

Ending a pregnancy is still technically a criminal offence in British law (though The Abortion Act, passed in 1967, means that most women’s abortions can take place legally if certain conditions are met). Women still cannot get legal abortions in Malta, El Salvador, Chile, and The Dominican Republic. In Nicaragua the penal code criminalizes both the practitioner and the woman who gets the abortion, which has made unsafe abortion the leading cause of maternal deaths in the country.

Man sollte Feministen immer wieder aufs Brot schmieren, dass es gute Gründe gibt, dass Abtreibung einen schweren legalistischen Stand hat – eben weil eine Abtreibung nicht nur die Frau, sondern auch den Vater und insbesondere einen Fötus betrifft, der zu diese Zeitpunkt zwar noch kein Mensch ist, sich aller Wahrscheinlicheit nach aber zu einem lebenden, atmenden Menschen entwickeln, wenn man ihn nicht abtreiben würde.

Abortion is illegal in Ireland in all cases (including incest and rape) unless the woman’s life is in danger. Ireland’s Constitution states, in its Eighth Amendment, that “the State acknowledges the right to life of the unborn and, with due regard to the equal right to life of the mother, guarantees in its laws to respect, and, as far as practicable, by its laws to defend and vindicate that right.”

But we are to believe that marriage will create a free and equal society?

Eine Ehe wird von zwei gleichberechtigten Partnern im gegenseitigen Einverständnis geschlossen. Eine Abtreibung dagegen ist die bewusst herbeigeführte Abtötung eines potentiellen Menschen. Letzteres als ein Recht zu bezeichnen und als Ausdruck von Freiheit und Gleichheit zu betrachten, ist eine Pervertierung ethischen Denkens und eine Beleg für die intellektuelle Verkommenheit des Feminismus.

Reproductive rights allow women control over their lives.

Ja, und deshalb gibt es die Pille, Kondom, die Spirale, das Diaphragma, etc. pp.

Abortion access is both a health issue and a human rights issue. We have a right not to give birth and raise children.

Ja, dieses Recht habt ihr Frauen! Deshalb gibt es ja auch Verhütungsmittel. Und die Möglichkeit, nicht zu ficken, wenn man gerade keine Verhütungsmittel zur Hand oder seinen Eisprung hat.

We have the right to not put our lives at risk through pregnancy.

Ja, auch dieses Recht habt ihr! Selbst in Irland, wie weiter oben selbst aufgeführt. Denn auch in Irland ist Abteibung erlaubt, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist. Ihr habt allerdings nicht das Recht, Eurem ungeborenen Kind ohne Not Schaden zuzufügen. Dass man Frauen in westlichen Ländern erlaubt, unter bestimmten Umständen abzutreiben, ist ein riesiges Zugeständnis angesichts der schwerwiegenden ethischen Probleme, die eine Abtreibung aufwirft. 

Aber das ist Murphy natürlich nicht genug. Die will, dass Frauen ficken können, wie sie lustig sind, ohne die Verantwortung für die Folgen zu tragen. Und wenn frau dann schwanger wird, egal, weg damit! Ist ja eh nur ein Zellhaufen.

Marriage is not a progressive institution. It is an institution founded on the idea of women as property, traded among men, and it continues to be a site of oppression for women today.

Dann heirate halt nicht, wenn Dir die Ehe zu unterdrückerisch ist!

More than a third of women murdered around the world are killed by their partner. Domestic abuse kills more people than wars.

Dann heirate halt nicht, wenn Dir die Ehe zu gefährlich ist!

The most progressive thing we could do would be to abolish the institution once and for all.

Oder man heiratet einfach nicht.

To refuse to let our wedding day be the most important day of our lives.

Wenn frau einfach nicht heiratet, könnte sie nicht in die „Gefahr“ geraten, dass der Hochzeitstag der wichtigste Tag in ihrem Leben wird.

To push back against the idea that the correct way to live and love and have families is within this these very restrictive parameters that devalue all relationships that are not of the “husband and wife” variety.

Deshalb gibt es ja jetzt die Ehe auch für gleichgeschlechtliche Paare. Nicht mehr nur Braut und Bräutigam, sondern auch Braut und Braut, sowie Bräutigam und Bräutigam.

To reject the idea that those who choose to marry should have access to rights and privileges that those who aren’t married don’t have access to.

Wenn man unbedingt die Rechte und Privilegien der Ehe haben will, könnte man einfach heiraten. In Irland nun sogar auch dann, wenn man eine radikale Lesbo-Feminstin ist.

We know that motherhood and marriage are not universally “good” for women.

Ja, und deshalb gibt es Verhütungsmittel. Habe ich das schon mal erwähnt?

Pregnancy is dangerous, childcare and housework — which women continue to do the bulk of — are undervalued and unpaid, women continue to take their male partners’ names in marriage, signalling subservience and patriarchal ideals, and, of course, violence continues to be central to many women’s experiences of “wedded bliss.”

Man muss allerdings nicht heiraten. Und es gibt Verhütungsmittel. Unter gewissen Umständen darf man sogar abtreiben. Das nur so nebenbei, weil es gewisse Frauen offensichtlich noch nicht mitbekommen haben.

Often when women leave these abusive relationships they continue to be financially, psychologically, and emotionally abused by their ex-husbands, who torture them in court by trying to take their children away from them.

Das geht natürlich gar nicht! Wie können sich Ehemänner und Väter erlauben Ehefrauen und Mütter bei einer Trennung vor ein Gericht zu zerren? Denn die Perspektive der Frau hat gefälligst das einzig entscheidende Kriterium zu sein! Und nur ihr gehört das Kind! So wie ihr Bauch ihr gehört! Immer!

The fact that lesbian and gay relationships are being acknowledged as legitimate is a good thing, no doubt. But the fact that it is marriage that defines what is and is not a legitimate relationship remains a problem. Beyond that, weddings will not lead to equality or human rights for women. They can be fun and lovely (they can also be boring, offensively lavish, and extremely sexist), but they will not end oppression.

Wichtige Neuigkeit an Frau Murphy: Die gleichgeschlechtliche Ehe wurde nicht eingeführt, um weibliche Unterdrückung zu beenden, sondern um Gleichheit vor dem Gesetz herzustellen. Im Übrigen kann man weibliche Unterdrückung gar nicht beenden. Denn wie wir gesehen haben, kann  weibliche Unterdrückung nur dann beendet werden, wenn Frau ungestraft ihr ungeborenes Kind abtöten und zukoksen darf und wenn sie ihr Leben  leben darf, ohne Verantwortung und Konsequenzen für dieses Leben tragen. Weibliche Unterdrückung kann also nur dann beendet werden, wenn man Frauen absolute Narrenfreiheit in allen Belangen des Lebens gewährt.

Und das passt ja zu einer Narrenideologie, wie sie der Feminismus ist.