Ampelpampel

Nachdem Wien vorgeprescht ist, fühlen sich immer mehr deutschsprachige Städte bemüßigt, sogenante „Homo-Ampeln“ aufzustellen. Was zunächst als temporärer Marketingag im Zuge des Eurovision Song Contest begann, hat das Potential, zum neuen Gradmesser für „Toleranz“ zu werden, und es ist nicht auszuschließen, dass es den Ampeln an Straßen dereinst wie der Regenbogenfahne vor Rathäusern ergeht: Wer sie nicht präsentiert, wird sich dem Verdacht aussetzen, homophob zu sein.

Es ist erstaunlich, wie derartige Trivialitäten gehyped und ohne Diskussion mit fadenscheinigen Argumenten gepusht werden. Welche Art von Toleranz soll dadurch bei wem befördert werden? Jemand, der Lesben und Schwule bereits jetzt nicht leiden kann, wird sich bestätigt werden, dass diese „perverse Minderheit“ nun auch noch auf Kosten der Allgemeinheit die Straßenlandschaft „verschwult“.

Ein Gutes hat diese ganze Posse allerdings. Sie zeigt auf, dass die Homobewegung an ihr Ende gekommen ist. Man braucht sie nicht mehr. Nach der Öffnung der Ehe – die so oder so kommen wird – ist Schluss. Alles was danach kommt, wird nicht mehr sein als das selbstrefentielle Kreisen um das eigene Ego, die Imaginierung der eigenen subjektiven Befindlichkeiten als höchstwichtige gesellschaftliche Anliegen. Und es gibt Gründe anzunehmen, dass bereits der Kampf um die Eheöffnung nicht mehr ist als das.

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