Kritische Kritik der Kritik

Sie haben ja durchaus recht, Bischof Voderholzer, Homosexualität darf kritisiert werden und die Kritik an der Homosexualität ist noch keine Diskriminierung. Die Frage ist doch vielmehr, warum es einen Grund geben sollte, Homosexualität zu kritiseren; warum man überhaupt irgendetwas kritisieren sollte, was Menschen im gegenseitigen Einvernehmen miteinander tun, zumal, wenn Homosexualität für einige Menschen die einzig stimmige Form von Sexualität und Liebe ist.

Sie können natürlich gerne der Meinung sein, Sexualität sei auf die Weitergabe des Lebens angelegt, und ich stimme durchaus zu, dass dies ein gewichtiger Aspekt der Sexualität ist. Allerdings habe ich bereits den Standpunkt vernommen, welcher der Homosexualität abspricht, überhaupt Sexualität zu sein. Ausgehend von dieser Prämisse würde die Kritik ins Leere gehen, denn wenn Homosexualität gar keine Sexualität ist, kann man sie auch nicht dafür kritisieren, dass sie die Aufgabe der Sexualität nicht erfüllt.

Und selbst wenn man man Homosexualität als Form der Sexualität betrachtet, bemühen wir Homos uns sehr, Leben weiterzugeben, indem wir kräftig unsere Sexualität praktizieren. Es ist schließlich nicht unsere Schuld, dass ein allmächtiger Gott zwar in der Lage ist, in einem Mann das Verlangen nach einem anderen Mann zu entfachen, sich aber außerstande sieht, einen Mann zu schwängern.