Kinder kriegen leicht gemacht (?)

Die Junge Union hat eine Idee vorgeschlagen, die dazu beitragen soll, der Welt wieder mehr deutsche Staatsbürger zu verschaffen (und wer würde sich das nicht wünschen?):

Kinderlose sollen ein Prozent ihres Bruttoeinkommens als Sonderabgabe bezahlen, Eltern mit einem Kind immer noch ein halbes Prozent. Nur wer zwei oder mehr Kinder hat, soll von der Sonderabgabe verschont bleiben.

Das durch die Sonderabgabe eingenommene Geld will die Jungen Union zum Teil für ein „Starterpaket“ für Eltern verwenden. Konkret sollen sie für jedes geborene Kind 1000 Euro für die Erstausstattung erhalten.

Die Idee, Eltern mit einem Starterpaket zu unterstützen halte ich für gar nicht so dumm, könnte mir aber durchaus andere Wege der Finanzierung vorstellen, als eine offensichtliche volkserzieherische Bestrafung kinderloser Menschen. Wie wäre es zum Beispiel mit einem zinslosen Kredit, deren Rückzahlungsbetrag pro Kind verringert wird? Oder eine Abschaffung der Mehrwertsteuer für Baby- und Kinderwaren? Denkbar wäre auch eine Flattax für Eltern hinsichtlich der Einkommenssteuer.

Wie ich bereits bei „Alles Evolution“ schrieb, gibt es meines Erachtens folgende drei Wege um die Geburtenrate zu erhöhen:

1. Entweder man setzt auf einen massiven Ausbau von kostengünstigen Ganztagsbetreuungseinrichtungen, um die Vereinbarkeit von Mutter und Beruf zu gewährleisten, oder

2. man fördert das Studium, die Berufstätigkeit und die soziale Perspektive von Männern, um der weiblichen Hypergamie einerseits und andererseits der Versorgerolle der Männer für Frau und Kindern andererseits gerecht zu werden. Dies müsste mit einer konsequenten Streichung der Frauenförderung einhergehen.

3. man fördert Ehe und Monogamie und die Mutterrolle. Dies müsste mit einer gesellschaftlichen Intoleranz gegenüber sexueller Libertinage und Bindunglosigkeit einhergehen.

Selbstredend bleibt immer noch die Frage, warum man überhaupt Kinder bekommen sollte. Diese Frage stellt sich insbesondere für Männer, welche ich im Übrigen für den Schlüssel zur Demografie halte. Umso erstaunlicher, dass sie bei der ganzen Debatte um die Geburtenrate kaum je erwähnt werden.

Werbeanzeigen