Wie Schwulemiker auszog der onyx das Gruseln zu lehren

Bekanntermaßen ist der moderne Feminismus des 21. Jahrhunderts innerhalb der westlichen Welt ein Kampf ohne Notwendigkeit. Frauen haben hier die gleichen, und im Grunde genommen sogar mehr Rechte, als Männer. So ist es auch kaum verwunderlich, dass die Anliegen des Feminismus lediglich  in einer endlosen Wiederholung immer gleicher gefühlter Benachteiligungen bestehen, hervorgetragen von gut situierten, meist jungen Frauen der Mittelschicht, die nichts im  Leben entbehren, außer einem Sinn für dieses.

Antifeminismus ist, angesichts der Dreistigkeit, mit der Feministen gefühlte Diskriminierungen zu  realen Privilegien vergolden möchten, eine zwangsläufige und nachvollziehbare Reaktion, zumal wenn man in Betracht zieht, dass die Forderung nach Privilegien mit einer oftmals beispiellosen Empathielosigkeit gegenüber Männern und ihrem Leben einhergeht. Feminismus ist das Nörgeln der  Prinzessin, die den ihr dienstbaren Frosch wie Dreck behandelt, und die sich dann noch darüber beschwert, dass sie – anders als im Märchen – keinen Prinzen erhält, nachdem sie den Frosch an die Wand geklatscht hat.

Um den Antifeminismus zu bekämpfen und zu diskreditieren, bedient sich die gewöhnliche Feministin verschiedener Methoden. Sie kann ihre Weiblichkeit benutzen, und darauf vertrauen, dass der maskuline Sexualtrieb die Erektion toxischer Männlichkeit in bedingungslose Zuneigung und Galanterie gegenüber jedwedem weiblichen Wesen verwandelt. Sie kann jeden Antifeministen als Extremisten und Nazi brandmarken. Oder sie kann versuchen, durch einen Debattenbeitrag den Antifeminismus argumentativ zu vernichten.

onyx versucht auf  ihrem Blog „Gedankensalat“ letztere Strategie und hofft, mit den von ihr entdeckten Widersprüchen, den Antifeminismus ad absurdum zu führen. Ihr Anliegen könnte dabei schon von vornherein von Erfolg gekrönt sein, denn natürlich wird sie Widersprüche bei Antifeministen finden. Und der Grund hierfür ist ganz einfach: Antifeminismus ist eine Ansicht, die keine Aussagen für etwas bringt, sondern alleine gegen den Feminismus in seiner derzeitigen Form gerichtet ist. Auf welcher Grundlage, mit welcher Argumentation, mit welcher Ethik dies getan wird, ist dabei völlig offen. Es macht schließlich einen Unterschied, ob man ein Antifeminist ist, weil die Frau gefälligst hinter den Herd gehört, oder weil einem die real existierende  Politik von Feministen des 21. Jahrhunderts ein Dorn im Auge ist.

Ich zum Beispiel bin Antifeminist, weil ich für die Gleichberechtigung von Mann und Frau bin, für die Gleichheit von Mann und Frau vor dem Gesetz, bei gleichzeitigem Respekt vor dem Individuum und seinem persönlichen Lebensentwurf. Ich bin Antifeminist, weil ich der Ansicht bin, dass der real existierende Feminismus diesen Werten diametral zuwiderläuft.

Doch möglicherweise werden mich die von onyx entdeckten Widersprüche des  Antifeminismus eines Besseren belehren. Da ich unmöglich für die vielfältige Gruppe der Antifeministen sprechen kann, möge man es mir nachsehen, wenn ich onyx Beispiele durch meine individuelle  Brille als selbsternannter Antifeminist kommentiere.

Schauen wir es uns doch einmal an:

-Männlichkeitsbild

Antifeministen beklagen seit Jahren (nicht zu Unrecht), dass der Gewaltopferschutz für Männer in Deutschland bisher eher ein stiefkindliches Dasein fristet und nicht wirklich beachtet wird. Was sie dabei natürlich nicht erkennen, ist die Tatsache, dass sie die Ursachen dafür meist gleich selbst mitliefern. Denn wie oft vernimmt man die Häme im Antifeminismus über den „neuen Mann“, der weichgepült, unmännlich, pudelig, devot und betamäßig den Hausmann spielt und nicht den Mumm hat, sich gegen seine schrecklich feministisch verseuchte Umwelt zur Wehr zu setzen. Womöglich ist er sogar noch ernsthaft in eine Frau verliebt, für die er alles tut. Auweia, dann gehts aber los. Dann wird ganz schnell der harte Steinzeitmann glorifiziert. Der keine Gefühle, keine Schwäche, keine Sorgen zeigen darf. Der über allem stehen muß und alles mannhaft zu ertragen hat. Der andere Menschen (bes. Frauen) scheiße behandeln darf (sogar muß). Es ist wahrlich kein Zufall, dass die menschenverachtende Pick up-Sekte, wo genau dieser Schwachsinn als Heilslehre verkauft wird, regen Zulauf aus antifeministischen Kreisen hat.
Und dann werden bittere Tränen geweint, wenn Männer als Opfer nicht ernstgenommen werden.

Ich bin mir nicht ganz sicher, was genau uns onyx hier sagen will. Will sie uns sagen, dass als Opfer nur ernst genommen werden kann, wer ihren Maßstäben eines Opfers genügt? Will sie uns sagen, dass ein Mann nur dann einen Anspruch auf Schutz vor Gewalt hat, wenn er als „neuer Mann“ durch die Welt geht? Will sie uns sagen, dass der „Steinzeitmann“ nicht Opfer von Gewalt sein kann? Oder will sie uns sagen, dass Männer, die nicht ihren Ansprüchen von adäquaten männlichen Verhalten genügen, selber schuld sind, wenn sie als Opfer nicht ernst genommen werden?

Laut offiziellen Kriminalstatistiken stellen Männer den Hauptteil der Opfer sämtlicher Gewaltverbrechen, mit Ausnahme der Sexualdelikte. onyx Einwand, dass Männer, die sich traditionell männlich verhalten, sich nicht wundern müssten, als Opfer nicht ernst genommen werden, erinnert fatal an den Topos der vergewaltigten Frau, der zur Last gelegt wird, dass sie zu aufreißend gekleidet durch die Straßen spaziert ist. Hey, der Typ hat immerhin mittels Pick up versucht, eine Frau kennen zu lernen oder sie – oh grausige Welt – ins Bett zu bekommen! Dann muss sich dieses Schwein auch nicht wundern, wenn es eines auf die Fresse bekommt!

-Familienbild

Während IN einer Ehe so getan wird, als würde man eine Hausfrau und Mutter besonders schätzen und nur Feministinnen diese heile Welt zerstören, kann man nicht bis 3 zählen, bis NACH einer Ehe genau die gleiche Tätigkeit als faules Schmarotzertum diffamiert wird. (siehe auch nächster Punkt)

In einer Ehe ist die Tätigkeit als Hausarbeit und Mutter eine private Entscheidung, für die die Frau im Gegenzug Kost, Logis und Taschengeld vom erwerbstätig arbeitenden Mann erhält. Es liegt also eine Arbeitsteilung vor, die, wenngleich finanziell und vom Arbeitsaufwand auch ungleichmäßig verteilt, dennoch auf freien Stücken zweier Individuen beruht. Wenn es onyx lieber ist, könnte  ich aber auch gerne gleich aufs Ganze gehen, und die Tätigkeit einer Hausfrau in einer Ehe als bequemes Leben auf Kosten eines anderen brandmarken.

-Wertschätzung von Arbeit

Hier gibt es mehrere in sich widersprüchliche Mythen, die im antifeministischen Weltbild unverrückbare Dogmen darstellen.

So sind es ja zB prinzipiell immer Männer, die schwere, anstrengende, unangenehme oder gefährliche Berufe und jede Menge Überstunden ausüben müssen, während Frauen den Luxus der Wahl genießen können, darüber zu entscheiden, ob sie als Hausfrau und Mutter gemütlich zu Hause bleiben, oder einer Erwerbsarbeit nachgehen wollen. Das wird selbstverständlich als Männerdiskriminierung interpretiert.

Mag sein, dass einige Antifeministen das genau so interpretieren. Ich sehe hier weder Männer- noch Frauendiskriminierung.

Reden wir dagegen zB über das 50/50-Modell, sind sie ganz schnell dabei, dass die Aufgabenverteilung jedes Paar für sich selbst vereinbaren muß und da hat sich doch bitteschön niemand einzumischen.

Richtig.

Männer werden hier also ganz klar aufgefordert, ihre Wahl selbstbestimmt, individuell und gemeinsam mit der Partnerin zu treffen. Wo ist dann also plötzlich das Problem, wenn sich Paare für ebendiese Aufgabenverteilung entscheiden?

Es gibt kein Problem. Was ich Feministen vorwerfe ist nicht, dass Frauen die Wahl genießen können, darüber zu entscheiden, ob sie als Hausfrau und Mutter zu Hause bleiben, oder einer Erwerbsarbeit nachgehen wollen. Sondern dass genau dieser Luxus der Wahl uminterpretiert wird als Diskriminierung der Frau durch Männer, so als würden Männer Frauen zwingen nur als Hausfrau zu arbeiten, nur Mutter zu sein und nur halbtags zu arbeiten. Frauen haben  die Wahl. Sie sollen es aber bitte schön unterlassen, die Verantwortung für ihre persönliche Entscheidung an Männer zu delegieren, wenn diese Wahl Konsequenzen hat, die ihnen nicht schmeckt.

Ein uralter hartnäckiger antifeministischer Mythos behauptet, dass es Feministinnen wären, die bestimmte Tätigkeiten geringschätzen. Klassischerweise Erziehungs- und Familienarbeit oder soziale Arbeit. Das ist eine der größten Lügen schlechthin. Es sind nicht Feministinnen, die Hausfrauen als Schmarotzerinnen oder Unterhaltsprostituierte bezeichnen. Es sind nicht Feministinnen, die behaupten, dass Kindererziehung keine richtige Arbeit wäre. Es sind nicht Feministinnen, die soziale Berufe als „nicht anspruchsvoll“ herabsetzen.

Es sind eine ganze Reihe von Feministen, die Frauen auf Teufel komm raus in die Erwerbsarbeit bringen wollen, sei es durch Frauenquoten, Vereinbarung von Familie und Beruf oder der Verunglimpfung der finanziellen Unterstützung von Müttern als „Herdprämie“.

Und es wird als große Unverschämtheit verstanden, wie Frauen in solchen Berufen zum Streik um bessere Bezahlung aufrufen. „Was machen die denn schon? Die verdienen doch besser als so manche Männer!!“

Ich habe keine Ahnung, wer es als Unverschämtheit empfindet, wenn Frauen für bessere Bezahlung streiken. Was man Feministen  vorwerfen kann ist allerdings, dass sie so tun, als wären Frauen die einzigen Menschen, die eine bessere Bezahlung verdienen. Gestützt wird dieser Topos zum Beispiel durch die Lüge des Gender Pay Gap, die besagt, dass Frauen bei gleicher Arbeit und gleicher Qualifikation schlechter verdienen würden als Männer.

Gleichzeitig aber wird es aber als große Diskriminierung verstanden, wenn am Boys Day Jungen dazu eingeladen werden, einen Einblick in ebensolche Berufsfelder zu bekommen. Dann kommt nämlich der spontane Reflex, wie diskriminierend es doch sei, Jungen gezielt in schlecht bezahlte und schlecht angesehene Frauenberufe „drängeln“ zu wollen. Dann wird plötzlich gesehen, dass Frauen sehr wohl harte und schlecht bezahlte Arbeit leisten. Und das will man den Jungs ja nicht zumuten.

Ich behaupte nicht, dass Frauen keine harte und schlecht bezahlte Arbeit leisten würden. Was ich Feministen vorwerfe ist, dass sie so tun, als wären Frauen durch ein von Männern entwickeltes System – welches sie „Patriarchat“ nennen – dazu gezwungen, harte und schlecht bezahlte Arbeit zu verrichten. Wobei gleichzeitig komplett ausgeblendet wird, dass der Großteil harter und schlecht bezahlter Arbeit von Männern verrichtet wird.

Was dem Boys Day – und dem Girls Day – vorzuwerfen ist, ist das Bestreben, Jungen und Mädchen durch geschlechtliche Segregation gezielt die Beruf schmackhaft machen zu wollen, von denen ein politisch elitärer Konsens der Ansicht ist, dass diese Berufe mit mehr Anhängern des jeweils anderen Geschlechts aufgefüllt werden müssten. Wobei im Hintergrund immer die Idee mitschwingt, dass Schule eine Diskriminierung ausgleichen müsste, die Männer (das „Patriarchat“) entwickelt haben, um Jungen und Mädchen gegen ihren Willen in bestimmte Berufe zu zwingen – und das nur um Frauen besser unterdrücken zu können.

-Quoten

Während Frauenquoten grundsätzlich als Diskriminierung verstanden werden, werden Männerquoten in Bildungseinrichtungen gefordert („liberale Männer der FDP“), oder wahlweise auch Frauenquoten in dreckigen Männerjobs.

Ich lehne Quoten, ob für Männer und Frauen grundsätzlich ab und empfinde auch die Idee der FDP als unsinnig. Was ich dagegen nicht als unsinnig empfinde ist, Feministen mit ihrer eigenen Waffen zu schlagen, indem man nämlich darauf hinweist, dass wenn Quoten doch ein Beitrag für Gleichberechtigung sein sollten, warum diese dann nicht in jedem Berufszweig gefordert werden, sondern wundersamer Weise nur für Frauen, und wundersamer Weise immer nur dort, wo es um vergleichsweise bequeme, gut bezahlte Bürojobs in Leitungsfunktion geht.

Die Idee der Frauenquoten ist gleich doppelt hanebüchen und eine maximale Pervertierung jedweden menschlichen Anstandes: Erstens wird von Feministen postuliert, dass es eine Diskriminierung von Frauen durch Männer (dem „Patriarchat“) sei, wenn Frauen in Leitungsfunktionen eines Dienstleistungsbetriebes unterrepräsentiert sind. Und zweitens wird über „Diskriminierung“ kein Wort verloren, wenn es Berufe betrifft, in denen Männer unterrepräsentiert sind, oder  – der Gipfel der Dreistigkeit – wenn es Berufe betrifft in denen Frauen zwar unterrepräsentiert sind, die für Feministen aber als zu „dreckig“ angesehen werden, um Frauen damit beglücken zu wollen.

Wenn Quoten ein Mittel gegen Diskriminierung sein sollen, dann bitte für alle Menschen und Berufe gleichzeitig! Ansonsten entlarven sich Feministen nämlich als das, was sie sind: Verwöhnte Prinzessinnen, die mit möglichst wenig Backaufwand möglichst viel vom Kuchen abbekommen wollen.

-sexuelle Selbstbestimmung

Die sexuelle Selbstbestimmung ist im Antifeminismus nur ein Wert, wenn sie entweder Männer selbst betrifft, oder wenn sie dem Vergnügen von Männern dient. Denn während das Rechtsgut der sexuellen Selbstbestimmung (also der Schutz vor Übergriffen und Gewaltdelikten) gern insofern polemisch diffamiert wird, indem gern behauptet wird, dass Feministinnen am liebsten alle Männer in den Knast bringen wollten, die Frauen auch nur angucken, ist die sexuelle Selbstbestimmung plötzlich dann ein ganz wichtiger Faktor, wenn es um das Recht geht, Männern Spaß zu bereiten oder sich ihnen unterzuordnen. Siehe Prostitution, BDSM.

Der polemische Vorwurf, dass Feministinnen am liebsten alle Männer in den Knast bringen wollten, die Frauen auch nur angucken, hat einen wahren Kern. Dieser wahre Kern schlägt sich nieder in monatelangen Vorwürfen des Sexismus, wenn ein Brüderle etwas zu ungeschickt das Himmelreich eines Dirndls lobt; wenn die Abschaffung der Unschuldsvermutung für Männer im Falle eines Vergewaltigungsvorwurfes gefordert wird („Listen and believe“); wenn nonverbales sexuelles Einverständnis unter das Stigma der sexuellen Gewalt gestellt wird („enthusiastic consent“); oder wenn einer Frau als Opfer gehuldigt wird, auch nachdem sie gerichtlich der Lüge einer Vergewaltigung überführt wurde (Gina-Lisa Lohfink). Sexuelle Selbstbestimmung heißt eben nicht, mit einem Mann Sex zu haben, sich danach zu überlegen, dass man doch nicht mit ihm Sex haben wollte, und dann die eigene Verantwortung auf den Mann abzuwälzen, indem man ihn der Vergewaltigung bezichtigt. Sexuelle Selbstbestimmung heißt, die Verantwortung für das eigene Sexualleben zu tragen.

Und solange Frauen und Männer nicht dazu gezwungen werden, sind Prostitution und BDSM Teil der individuellen, sexuellen Selbstbestimmung und demnach ein Menschenrecht. 

-Sexualerziehung

Die sexuelle Aufklärung an Schulen wird von vielen Antifeministen torpediert, seit der Bildungsplan 2015 in konservativen Kreisen für große Aufregung gesorgt hat. Mit Schlachtrufen wie „Frühsexualisierung! Umerziehung! Gender-Gehirnwäsche! Verschwulung! schützt unsere Kinder!“ versucht die homofeindliche und antifeministische „Demo für Alle“, Aufklärung um sexuelle Vielfalt sogar als „Kindesmißbrauch“ zu kriminialisieren.

Da ich Antifeminist, ein Fan der Verschwulung, nicht Mitglied bei der „Demo für alle“ bin und kein grundsätzliches Problem mit Sexualerziehung habe, trifft dieser Vorwurf, was mich angeht, ins Leere. Selbstredend bekenne ich mich zu dem Grundsatz, dass Sexualerziehung Fingerspitzengefühl und ein sensibles pädagogisches Verständnis erfordert. Inwiefern der Bildungsplan 2015 diese Kriterien erfüllt, kann – und sollte man – man skeptisch sein.

Gleichzeitig sieht man im Antifeminismus aber kein größeres Problem dabei, wenn Kinder ohne pädagogisch fachliche Unterstützung in eine völlig oversexte Gesellschaft hineinwachsen, ungefiltert mit Sexualisierungen jeglicher Coleur berieselt werden und problemlos Zugang zu Pornographie haben und bezeichnet Feministinnen, die Pornographie und Prostitution kritisch sehen, als „sexfeindlich“.

Problemlosen Zugang zu Pornografie haben Kinder nur dann, wenn die Eltern ihre Erziehungspflichten vernachlässigen. Die Medienkompetenz von Kindern, auch im Hinblick auf Pornografie, zu stärken, befürworte ich.

Und nein, Feministen sehen Pornographie und Prostitution nicht kritisch. Sie lehnen diese ab, weil sie es als Werkzeuge der Männer („Patriarchat“) zwecks  Unterdrückung von Frauen betrachten. Ich stelle mich dagegen auf den Standpunkt, dass beides ein Menschenrecht ist, durch die Freiheit des Individuums und der Berufswahl gedeckt. Feministen die das anders sehen, entmündigen uns alle auf den Status eines Kindes.

-Sexismus/Rassismus

Hier wurden Widersprüche ganz besonders nach den Silvestervorfällen in Köln deutlich. Während bis dato Antifeministen in schöner Regelmäßigkeit ihre hämischen Shitstorms über Feministinnen ausgossen, die über ihre Erfahrungen mit Sexismus und sexueller/sexualisierter Gewalt berichteten, war ihnen plötzlich der Schutz von Frauen und deren Rechten ein großes Anliegen. „Dann mach doch die Bluse zu!“- Kelle – ja genau, die, die meinte, dass sich Frauen doch einfach züchtiger kleiden sollten, wenn sie nicht belästigt werden wollen – fand plötzlich wenige Jahre nach Erscheinen ihres gleichnamigen Buches, dass Frauen gefälligst anziehen können was sie wollen, ohne dafür in Gefahr zu geraten.

Der „hämische Shitstorm“, der sich über Frauen ergoss, war der Tatsache geschuldet, dass Frauen über Dinge berichtet haben, die man nur unter schwersten ideologischen Einflüssen leidend, als „sexualisierte Gewalt“ bezeichnen kann. Die meisten dieser „Vorfälle“ lagen auf dem Niveau “Habe meine enge Bluse mit tiefem Ausschnitt getragen aber nicht der sexy Paul, sondern Pickelgesicht Thorsten haben drauf geschaut“ – Ihr wisst schon, das Niveau Brüderle im Himmelreich. Genau darauf bezog sich auch Birgit  Kelle, als sie völlig richtig konstatierte, dass, wenn Frauen nicht wollen, dass Männer ihnen auf die Brüste starren, sie doch gefälligst ihre Bluse zumachen sollen.

Ich bin schwul. Ich weiß wie (schwule)  Männer ticken. Ich weiß, dass wenn ich keinerlei Wert darauf lege, dass mir auf meinen Arsch gestarrt wird, ich enge Jeans und Chaps lieber zu Hause lasse. Dass heterosexuelle Frauen nicht in der Lage sind, die simple Gleichung „Titten = Blicke“ zu begreifen, ist mir rätselhaft. Mädels, ein Ausschnitt mit Brüsten wirkt auf heterosexuelle Männer wie das Schaufenster eines Schuhgeschäftes auf Euch: man muss einfach gucken. Noch absurder wird es selbstredend, wenn Frauen sich darüber beschweren, dass ihnen die falschen Männer auf die Titten starren.

Björn Höcke (AfD) verlangte konkret den „Schutz blonder deutscher Frauen“ vor übergriffigen Gewalttätern. Und diese beiden reihen sich nahtlos in de antifeministischen Chor derer, die allesamt plötzlich sexuelle Übergriffe ganz schlimm fanden und jegliche Versuche der Relativierung aufs schärfste verurteilten.
Weil ihnen ein feministisches Licht aufgegangen war? Nein, weil die Täter Migranten waren.
Wo war die Empörung VOR den Kölner Vorkommnissen? Den #Aufschrei haben sie lächerlich gemacht, getrollt, und als „männerfeindlich“ abgestempelt. Aber bei „fremden“ Tätern springt man gern auf den schon jahrzehntelang rollenden feministischen Zug.

Ich weiß nicht ob man besonders dreist oder besonders dumm oder besonders feministisch sein muss, um fehlgeleitete sexuelle Anmachen und Blicke auf halb freigelegte Brüste auf dieselbe Stufe zu stellen, wie in Deutschland noch nie zuvor dagewesene sexuelle Gewalt* gegen mehrere hundert Frauen mitten in der Öffentlichkeit.  Es ist geradezu atemberaubend pervers, dies miteinander in Äquivalenz bringen zu wollen und zeigt nur, wer hier sexuelle Gewalt relativiert.

Vielleicht  kann sich onyx noch an die Debatte in feministischeren Kreisen nach Köln erinnern? Es waren Feministen die postuliert haben, dass man zwar nicht alle Migranten für Köln verantwortlich machen dürfe, dafür aber alle Männer. Es waren Feministen, die ihr Feindbild des weißen heterosexuellen Mannes hervorgeholt haben, angesichts massenhaft verübter sexueller Gewalt* in für Deutschland bislang unbekanntem Ausmaß, an der kein einziger weißer heterosexueller Mann beteiligt war (und zu der sich ein Jahr später kein einziger weißer heterosexueller Mann aufgemacht hat, um es noch einmal zu probieren). Und es waren Feministen, die die Lüge verbreitet haben, dass Köln alljährlich auf dem Oktoberfest passiert.

allgemeines Diskussionsverhalten

Während im Antifeminismus selbst unterirdischste frauen- und männerfeindliche Anfeindungen als Meinungsfreiheit oder schlimmstenfalls als „unglückliche Formulierungen“ schöngeredet werden, ist bereits jede weit harmlosere feministische Äußerung, der kleinste Widerspruch, die kleinste Abweichung ihres Weltbildes ein „Beweis“ für üblen Männerhass. Eigene Verhaltensweisen werden auf das Gegenüber projeziert, und die eigene feindselige Filterbubble wird alle Ernstes als „sachlicher Austausch“ wahrgenommen.

Der Vorwurf in einer Filterbubble zu leben passt zu einer Frau, die mich sowohl in ihrem Blog als auch auf Twitter geblockt hat. Aber sei es drum, ich hoffe dass ich als Antifeminist mit dieser Gegenrede einen Beitrag zum sachlichen Austausch außerhalb der antifeministischen Filterbubble beigetragen habe.

Wenn Du, onyx, einen sachlichen Austausch haben möchtest stelle Dich mir, stelle Dich der Diskussion hier oder auf „Alles Evolution“, wo Du mich und meine antifeministischen Mitstreiter jeden Tag antreffen kannst. Du kannst in einer Debatte alles von mir erwarten. Heterosexuelle Galanterie wird jedoch nicht darunter sein.


* Ich hatte zunächst „Massenvergewaltigung“ geschrieben was nicht zutreffend ist. Es handelte sich in Köln um massenhafte sexuelle Belästigungen und sexuelle Nötigungen bzw. um massenhafte sexuelle Übergriffe, nicht um Massenvergewaltigungen.

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Die Kriminalisierung des (heterosexuellen) Mannes

Nottinghamshire scheint auf den ersten Blick eine beschauliche englische Grafschaft zu sein. Doch der Schein trügt, denn in Wirklichkeit gibt es dort ein Riesenproblem mit alltäglichem Hass. Hass gegen Frauen. Doch die hiesige Polizei hat sich jetzt endlich dieses gravierenden Problemes angenommen und sich vorgenommen diesem brutalen Hass entgegenzutreten.

Doch wie sieht er aus dieser Hass gegen Frauen?

Misogyny hate crime is classed under the new policy as „incidents against women that are motivated by an attitude of a man towards a woman, and includes behaviour targeted towards a woman by men simply because they are a woman„.

[Frauenfeindlichkeit als Hassverbrechen wird gemäß den neuen Richtlinien definiert als „Vorfälle gegen Frauen, motiviert von einer Haltung eines Mannes gegenüber einer Frau, sowie Verhaltensweisen die gezielt von Männern gegenüber einer Frau ausgeübt werden, nur weil es sich um Frauen handelt“.]

Da kann man die Polizei von Nottinghamshire nur beglückwünschen, sich endlich entschlossen diesen Abscheulichkeiten entgegenzustellen:

  • unwanted or uninvited sexual advances
  • physical or verbal assault
  • unwanted or uninvited physical or verbal contact or engagement
  • use of mobile phones to send unwanted or uninvited messages
  • or take photographs without consent.

[Beispiele derartiger Vorfälle sind:

  • unerwünschte oder ungebetene sexuelle Annäherungsversuche
  • körperliche oder verbale Übergriffe
  • unerwünschte oder ungebetene körperliche oder verbale Kontaktaufnahme
  • Nutzung von Mobiltelefonen um unerwünschte oder ungebetenen Nachrichten zu senden
  • das Fotografieren ohne Zustimmung]

Es sei hier zunächst betont, dass dies alles natürlich nur dann strafbar ist, wenn es Frauen betrifft. Denn eine gesonderte Kategorie „Hassverbrechen gegen Männer“ wird es auch in Nottinghamshire nicht geben, und das obwohl auch (und gerade) Männer attaktiert, angesprochen oder angerufen werden, ohne das sie vorher ihre Zustimmung hierzu erteilt haben.

Der eigentliche Skandal liegt jedoch in der Skandalisierung normaler sozialer Interaktionen. Wir reden hier schließlich nicht mehr nur von einer potentiellen Strafbarkeit unerwünschter sexueller Handlungen. Nein, nach der Maßgabe dieser Richtlinien kann jeder Versuch, mit einer Frau ins Gespräch zu kommen oder mit ihr zu flirten, kriminalisiert werden. Ja, selbst das Senden einer SMS – zum Beispiel an die Freundin, wenn diese gerade auf Shoppingtour ist, und keinen Bock auf  ein Gespräch mit ihrem Freund hat – könnte unter dieser Maßgabe als Hassverbrechen eingestuft werden.

Jeder Mann, erst recht der heterosexuelle, wird künftig mit einem Bein im Gefängnis stehen. Und warum?

Na, weil Feminsimus Gleichberechtigung bedeutet und für alle 75 plus x Geschlechter gut ist. Diese Prämisse  anzuzweifeln könnte – wenn sich der gegenwärtige Trend fortsetzt – in einigen Jahren mit der Todesstrafe geahndet werden. Natürlich nur gegen Männer. Aber die haben es eh nicht besser verdient.

Sexualität ist sexistisch – Merkt Euch das!

Sexy Ad 1Sexualität ist böse. Sexualität ist Unterdrückung der Frau. Sexualität führt zu sexueller Belästigung und Vergewaltigung. Sagen Feministen. Und weil Feministen immer recht haben, dürfen sie auch die SPD beraten, die dann auch prompt über das ihr hingehaltene Stöckchen springt:

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) will mit einer Gesetzesänderung geschlechterdiskriminierende Werbung verbieten. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Der Entwurf von Maas sieht vor, dass künftig Plakate oder Anzeigen unzulässig sein könnten, die Frauen oder Männer auf Sexualobjekte reduzieren. Im Streitfall würde ein Gericht die Entscheidung treffen.

Denn sich zum Sexualobjekt reduzieren zu lassen, ist furchtbar, weil Sex zu mögen und Sex haben zu wollen, voll böse ist, weil Feministen das halt so behaupten.

Das Nachrichtenmagazin berichtet, die Änderung des Gesetzes entspräche der Umsetzung eines Beschlusses der SPD-Parteispitze nach den sexuellen Übergriffen an Silvester in Köln. Die Partei will demnach ein „modernes Geschlechterbild“ in der Gesellschaft formen.

Und weil es die Aufgabe der Regierung ist, dem Volk vorzuschreiben, was für ein Geschlechterbild es gut zu finden hat, ist es zwingend notwendig, Sexy Ad 2halbnackte Weiber auf Werbeplakaten zu verbannen, weil sonst Menschen aus sexualrepressiven Staaten auf die Idee kommen könnten, Sexyness lädt zur sexuellen Belästigung ein, während man vor dem Kölner Hauptbahnhof auf eine Gelegenheit zum Taschendiebstahl wartet.

Damit also die hiesige Bevölkerung und die Neubürger lernen, dass man gefälligst keine Menschen vergewaltigt, muss in Deutschland die Sexualität aus der Öffentlichkeit getilgt werden. Denn wie jeder weiß, wird das Selbstbestimmungsrecht über sich, seine Körper und seine Sexualität vor allem in den Gesellschaften besonders hoch geachtet, in denen es keine sexualisiserte Werbung gibt. In Saudi-Arabien oder dem Iran beispielsweise, Ländern, an denen wir uns dringend ein Beispiel nehmen sollten.

Maas hat sich für den Entwurf von der Organisation Pinkstinks beraten lassen. Die Aktivisten fordern seit langer Zeit ein Verbot von sexistischen Inhalten in der Werbung.

Sexy Ad 3Und man kann davon ausgehen, dass in wenigen Jahren, Pinkstinks und andere Radikal-Feministen die Einführung der Scharia und der Burka fordern werden. Ganz im Sinne der Frau, um sie vor dem schrecklichsten Wesen dieses Planeten zu beschützen: dem Mann.

Equal Pay Day

Am Equal Pay Day wollen uns Feministen einreden, dass Unternehmer freiwillig mehr Lohnkosten an Männer zahlen, obwohl Frauen die gleiche Arbeit für weniger Geld verrichten.

Am Equal Pay Day wollen uns Feministen einreden, dass Menschen, denen es Spaß macht, sich zu schminken und tonnenweise nach Schuhen und Handtaschen zu shoppen, die gleichen Lebens- und Berufsentscheidungen treffen, wie Menschen, die im Stehen pinkeln und denen es Spaß macht, zuzuschauen wie sich 20 Feldspieler um einen Ball streiten. 

Am Equal Pay Day wollen uns Feministen einreden, dass sie für Gleichberechtigung und Gleichheit vor dem Gesetz eintreten, wenn sie doch nichts anderes wollen, als mehr Geld für weniger und gleiches Geld für ungleiche Arbeit.

Von der Wölfin im Schafspelz

Nanu, so denkt man sich, was ist denn jetzt los? Liest man da tatsächlich einen Artikel der sich kritisch mit dem Feminismus auseinandersetzt und das auch noch in der „Zeit“? Steht eine Zeitenwende bevor, in der Feminismus nicht mehr wie eine geheiligte Religion behandelt wird, die man nicht kritisieren darf?

Gemach, gemach. Ganz so revolutionär ist der Artikel von Meike Lobo nicht. Denn die klassisch-feministische Prämisse von der armen unterdrückten Frau und der bösen Männerwelt bleiben selbstverständlich unangetastet. Sonst wäre es kein Feminismus.

Spätestens die Ereignisse von Köln haben mit schonungsloser Deutlichkeit gezeigt, dass die Gesellschaft einen Feminismus braucht.

Man kann die Ereignisse von Köln aus verschiedenen Blickwinkeln lesen:

Erstens aus dem Blickwinkel, dass Männer aus dem islamisch-nordafrikanischen Kulturraum eine andere Einstellung zu Frauen haben, als der westlich-europäische Mann.

Zweitens, dass wir in Deutschland ein Integrationsproblem mit Männern aus dem islamisch-nordafrikanischen Kulturraum haben, bzw. bekommen werden.

Drittens, dass Frauen in Köln Gewalt erlebt haben, die für Männer seit Jahrtausenden normal ist (die meisten Gewaltopfer weltweit sind Männer).

Viertens, dass Männer eine Gefahr für Frauen sind.

Es sollte nicht überraschen, dass Lobo, als Feministin, sich für die vierte Perspektive entscheidet:

Der selbsternannte Postfeminismus, die Müdigkeit, sich mit feministischen Themen zu befassen, weil wir dieses ganze Geschlechterdings angeblich längst hinter uns haben, wurde durch die sexuellen Massenübergriffe gegen Frauen in der Silvesternacht als bequeme Selbsttäuschung entlarvt. Frauen werden immer noch durch Männer in ihrer Freiheit eingeschränkt, in einigen Situationen sicher stärker als in anderen, aber von einem allgemeinen Respekt vor der Unantastbarkeit der sexuellen Selbstbestimmung der Frau kann keine Rede sein.

Eben. Denn auch im liberalen Deutschland ist das Leben für Frauen eine einzige Zumutung, weil Männer ihnen weder Freiheit noch sexuelle Selbstbestimmung gönnen.

Man darf bezweifeln, dass der moderne Feminismus in seiner derzeitigen Form diesem Anspruch gerecht wird oder überhaupt gerecht werden kann. Sucht man nach einem Beispiel für die sprichwörtliche verbrannte Erde, dann ist die Frauenbewegung ein ziemlich geeignetes Terrain. Feministische Themen lassen die Kommentarspalten von Medien und Blogs zuverlässig mit Beschimpfungen überquellen. Diese offenbaren eine ungeheure Wut gegen die Bewegung, gegen ihre Positionen und die Menschen, die in ihrem Namen sprechen. Die Anfeindungen reichen dabei von harmlosen Beleidigungen bis hin zu Vergewaltigungs- und Todesdrohungen. Einhundert Jahre nach den ersten Protesten englischer Suffragetten, die für das Wahlrecht der Frauen eintraten, ist das eine erschütternde Bilanz.

Eigentlich nicht, denn immerhin besitzen Frauen einhundert Jahre nach den ersten Protesten englischer Suffragetten das Wahlrecht. Was nun die Anfeindungen angeht, die von harmlosen Beleidigungen bis hin zu Vergewaltigungs- und Todesdrohungen reichen, darf man Frau Lobo daran erinnern, dass dies zwar bedauerlich sein mag, aber keineswegs auf feministische Themen beschränkt ist. Für jedes kontroverses Thema werden sich asoziale Hohlköpfe finden, deren Argumentationsstil nicht über das Beschimpfen und Bedrohen hinausgeht. Auch Männer, die über kontroverse Themen schreiben, müssen das im Zeitalter des Internets erdulden. Mit Frauen und Feminismus hat das primär erst einmal nichts zu tun.

Die leichte Entflammbarkeit feministischer Diskussionen ist jedoch nicht allein das Resultat männlicher Angst vor dem Machtverlust.

Lobo outet sich hier erneut als lupenreine, klasssiche Feminstin, die die Welt in zwei Sphären einteilt: Hier die Männer mit der Macht und dort die armen, machtlosen Frauen. Und einen anderen Grund gegen Feminismus zu sein, als die „Angst vor dem Machtverlust“, kann es für Männer ja nicht geben, nicht wahr?

In Blogs und Medien findet sich neben den obligatorisch beleidigten Männerrechtlern immer öfter auch berechtigte, sachliche Feminismuskritik von Autoren und Autorinnen, die sich durchaus mit den Zielen der Frauenbewegung identifizieren können.

Was auch immer diese Ziele, in einem Zeitalter, in dem Frauen alle Rechte haben, sein sollen.

Der Grund für diesen scheinbaren Widerspruch liegt unter anderem darin, dass der Feminismus selbst allzu oft Ressentiments schürt, auch unter potenziellen Unterstützern. […]

Die Mitglieder der Frauenbewegung sägen mit dieser abschottenden Haltung an dem Ast, auf dem sie sitzen. Denn der Erfolg einer Gesellschaftsbewegung hängt nicht nur von ihrem Selbstverständnis, sondern in besonderem Maße auch von ihrer Außenwirkung ab. Feministinnen müssen deshalb lernen, Kritik ernst zu nehmen.

Und es ist eigenlich erstaunlich, dass man Feministen auf diese Umstand hinweisen muss.

Die grellen Stimmen des Feminismus finden nichts dabei, den wütenden Mob zu geben. In ihrer Empörung ist jemand, der vor Kameras ein Shirt mit Pin-up-Motiven trägt, praktisch das Gleiche wie jemand, der eine Frau vergewaltigt.

Und für die gemäßigte Feminstin Lobo sind die Ereignisse von Köln praktisch das Gleiche wie eine Verschwörung der Männerwelt  gegen die Freiheit und sexuelle Selbstbestimmung der Frau.

Die moderne Frauenbewegung gefährdet aktiv die Unterstützung für die Opfer männlicher Gewalt, indem sie immer nichtigere Anlässe zu gewaltsamen Akten erklärt, etwa verbal violence nach verunglückten Dates. Der gefährliche Missbrauch des Themas Gewalt führt nicht etwa zu mehr Solidarität mit Opfern, sondern ganz im Gegenteil zu mehr Skepsis gegenüber Berichten über Gewalterfahrungen. Der Feminismus arbeitet damit der rape culture zu, die Opfern zu wenig Glauben schenkt und die Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung allzu oft als Lappalie abtut.

Und auch eine gemäßigte Feminstin wie Lobo impliziert nicht nur, dass Frauen exorbitant unter der Gewalt von Männern zu leiden haben (dabei sind die meisten Gewaltopfer von Männern andere Männer, und im Bereich häusliche Gewalt sind beide Geschlchter gleichermaßen Opfer), nein sie legitimiert gar die radikalfeministische These der Existenz einer „Rape Culture“, also einer Kultur, in der Frauen systematisch vergewaltigt werden und in der Vergewaltigung nicht oder nur sehr milde bestraft wird, weil die Opfer halt nur Frauen seien und damit als minderwertig gelten würden.

Gut möglich, dass sich hier, nach Jahrtausenden der Unterdrückung, eine Wuteruption Bahn bricht.

Jahrtausendelange Unterdrückung aller Frauen durch alle Männer in allen Gesellschaften. Wobei zu berücksichtigen ist, dass die Unterdrückung aller Frauen durch alle Männer so grausam und allumfassend gewesen ist, dass Frauen, obwohl sie die Hälfte der Bevölkerung in allen Gesellschaften stellen, erst in den letzten Jahrzehnten Anlass gesehen haben, etwas dagegen zu unternehmen…

Doch das lautstarke Zetern über die Zumutungen der Männerwelt scheint eher Programm als Ausrutscher zu sein. Was fehlt, sind Analysen, Ursachenforschung und die für alle verständliche Vermittlung der Mechanismen der Ungerechtigkeit.       

Wobei sich diese Analysen, Ursachenforschungen und die für alle verständliche Vermittlung der Mechanismen der Ungerechtigkeit, natürlich nur auf die Ungerechtigkeiten gegen Frauen zu beziehen haben, denn erstens haben Männer die Macht und zweitens sind sie eine Zumutung für Frauen.

Beobachtbar war das gerade auch nach den Übergriffen von Köln, als sich innerhalb kurzer Zeit das feministische Bündnis #ausnahmslos bildete, das nicht nur pauschal die Abschaffung von sexueller Gewalt, sondern auch – da die Täter überwiegend dem muslimisch geprägten Kulturraum entstammten – von Rassismus forderte. Eine Analyse sowohl der Auslöser als auch der strukturellen und kulturellen Ursachen der Übergriffe unterblieb auch hier, während paradoxerweise gleichzeitig die Wichtigkeit einer differenzierten Debatte betont wurde.

Und auch Lobo springt auf diesen Zug auf, indem sie Übergriffe von überwiegend dem muslimisch geprägten Kulturraum entstammenden Tätern zum Ausgangspunkt macht für die Wichtigkeit des Feminismus gegen die Zumutungen der Männerwelt.

Der Feminismus ist heute kaum mehr als die ständige Neuformulierung der immer gleichen Haltung: „Männer, Ihr macht die Welt schlecht für Frauen, hört auf damit.“ Mit seiner anklagenden, passiven Erwartungshaltung redet der Feminismus den Frauen ständig ein, dass sie kaum Einfluss auf den Verlauf ihres Lebens und die Erfahrungen, die sie in dieser Welt machen, nehmen können. Das ist das Gegenteil von empowerment. Vermutlich ohne es zu wollen, beschwört er immer wieder das Narrativ vom schwachen Geschlecht, das nur durch das gute Verhalten ehrbarer Männer frei sein kann, ein Prinzessinnen-Mythos in Reinkultur. 

Man mag mir verzeihen, aber hat Lobo nicht erst vor ein paar Zeilen diesem Mythos gefrönt? Und tut sie das nicht auch weiterhin?

Die Frauenbewegung lehnt jede Verantwortung der Frau für eine Verbesserung der Verhältnisse ab und verstärkt dadurch die weibliche Passivität. Er ist zu einer niemals endenden Arbeitsbeschaffungsmaßnahme geworden, die ihm selbst und den unterdrückten Frauen die Illusion vermittelt, es täte sich etwas, obwohl die Ursachen der Unterdrückung und Gefährdung von Frauen seit Jahrtausenden unangetastet bestehen bleiben.

Erste feministische Prämisse: Frauen werden auch heute, in Deutschland, unterdrückt.

Zweite feministische Prämisse: Die Ursachen der Unterdrückung und Gefährdung von Frauen liegen in dem, was radikale Feministen „Patriarchat“ nennen. Lobo verwendet dieses Wort hier nicht, teilt aber dessen grundlegenden Inhalt: Männer haben die Macht, die Männerwelt ist eine Zumutung, seit Jahrtausenden unterdrücken Männer Frauen.

Vielleicht ist das auch dem feministischen Selbsterhaltungstrieb geschuldet, denn eine unabhängige, selbstbestimmte Frau hat die Bewegung nicht mehr nötig. Doch so oder so: Eine Frau in einer ausbeuterischen Anstellung braucht nicht die Bestätigung ihrer Ohnmacht, sondern eine Ermutigung darin, diese Ohnmacht zu überwinden und selbst etwas zu tun, um die Welt mitzugestalten.

Und niemand hindert Frauen daran, ihre Ohnmacht zu überwinden und selbst etwas zu tun, um die Welt mitzugestalten. So ist es zum Beispiel kaum anzunehmen, dass irgendein Mann Frau Lobo daran gehindert hat, einen Artikel für die „Zeit“ zu schreiben (und damit Einfluss auf die gesellschaftliche Meinungsbildung zu nehmen) nur weil sie eine Frau sei, und sich gefälligt der Macht des Mannes unterzuordnen habe.

Doch nicht nur klagt der moderne Feminismus zu symptombezogen über die Benachteiligung der Frauen, er tut dies zu allem Überfluss auch noch auf sehr hohem Niveau. Natürlich gibt es Folgen der Geschlechterungerechtigkeit, die für die betreffenden Frauen so dramatische Auswirkungen haben, dass man ihre Behebung nicht aufschieben kann, bis das Problem an der Ursache beseitigt ist.

Und welche Folgen wären das?

Aber anstatt etwa häuslicher Gewalt oder der überwiegend schlechten Situation alleinerziehender Mütter den Kampf anzusagen, verbringt der moderne Feminismus viel Zeit damit, über social freezing, geschlechtergerechte Sprache und Vorstandsposten zu diskutieren. Es ist der gelangweilte, übersättigte Selbstverwirklichungsfeminismus privilegierter Frauen, die kaum noch echten Grund zum Klagen haben.

Das ist soweit korrekt, mit zwei Ausnahmen: häusliche Gewalt ist nicht geschlechterspezifisch und natürlich haben es alleinerziehende Mütter schlechter als nicht alleinerziehende Mütter. Allerdings sei daran erinnert, dass niemand Mutter werden muss, wenn die Situation erkennen lässt, dass derjenige, mit dem man ins Bett geht, (momentan) nicht an einem Leben als Vater mit Frau und Kind in einem Reihenhaus mit Labrador interessiert ist. Und ich betone das nur deshalb, um eine Lanze für die Selbstbestimmung und Selbstverantwortung der Frau zu brechen.

Magazine wie Edition F unterfüttern die „Ich will alles!“-Haltung mit einer mitunter befremdlichen Mischung aus Karriere- und Shopping-Tipps. Feminismus zwischen Business und Business-Mode. Die Prioritäten weiter Teile der Frauenbewegung sind derart befremdlich, dass sich schließlich eine ihrer bekanntesten Vertreterinnen, die englische Feministin Laurie Penny, von diesem Lager distanzierte. Zu wenig würde sich um die echten Probleme normaler Durchschnittsfrauen – Frauen also, die nicht übermäßig hübsch, schlank und gebildet sind – gekümmert und stattdessen zu sehr versucht, die kapitalistischen Ziele privilegierter Alphamänner zu kopieren.

Bezeichnend, dass Lobo hier keine Beispiele echter Probleme normaler Durchschnittsfrauen benennt; was andererseits aber auch gut für sie ist, denn ich bin relativ sicher, dass ich ihr bei Benennung dieser Probleme gleichermaßen würde darlegen können, dass Männer die gleichen oder ähnliche Probleme haben.

Die Imitation männlicher Lebensmodelle ist möglicherweise auch ein Grund dafür, dass sich auch immer mehr Frauen von der Bewegung abwenden. Der Feminismus hat jahrzehntelang versucht, ihnen einzureden, sie seien wie Männer und lediglich soziale Prägung hindere sie daran, auch so zu leben. Obwohl es zahlreiche Hinweise darauf gibt, dass die Geschlechter nicht gleich sind, lässt die Frauenbewegung angeborene Faktoren, die über reine Körperanatomie hinausgehen, bis heute kaum gelten. Der große Einfluss etwa der Geschlechtshormone, der unter anderem dazu führt, dass Wortfindungstests und Experimente zu räumlichem Denken bei Männern und Frauen unterschiedlich verlaufen, ist dem Feminismus nicht mehr als eine ärgerliche Marginalie, auf die er mit einem infantilen „Aber trotzdem!“ reagiert.

Wenn Lobo diese Analyse jetzt weiterführen würde, könnte sie möglicherweise auf die Idee kommen, dass eben diese angeborenen Faktoren ein Grund sein könnten, warum die Rollenverteilung der Geschlechter in den Jahrtausenden zuvor eben so gewesen ist, wie sie gewesen ist.

Aber Lobo wäre nicht Feminstin, wenn man stattdessen nicht lieber eine weitere Verschwörungstheorie über das Patriarchat erfindet:

Grund für diese Verleugnung ist die hartnäckige Abwertung des Weiblichen durch das Patriarchat. In unserer kapitalistischen Leistungsgesellschaft war lange kein Platz für ein Geschlecht, das zumindest ursprünglich sehr viel stärker in die Fortpflanzung eingespannt war als das andere. Frauen wurden über Jahrhunderte von Männern weggetätschelt, wenn es um gesellschaftliche Gestaltung, intellektuelle Zeitfragen und logische Probleme ging, weil man ihnen nicht zutraute, Teil der Lösung zu sein. Mehr als eine Milchbar auf zwei Beinen und die Verheißung sexueller Erleichterung hat man lange nicht in ihnen gesehen. 

Und ebenso polemisch könnte man behaupten, dass Frauen in Männern über die Jahrtausende nicht mehr als Arbeitssklaven gesehen haben, die sich für Frau und Kind zu opfern hätten.

Die Realität ist natürlich viel subtiler: Denn weder Frauen noch Männer können etwas dafür, dass es nun mal Frauen sind, die Kinder gebären können, sie stillen können, ein weitaus höheres Interesse am Aufwachsen und der Erziehung von Kindern zeigen, und dass sie körperlich schwächer sind als Männer. Dass dies möglicherweise der Grund ist, warum Männer und Frauen in Zeiten, in denen der Zugang zu Ressourcen gering, der Wohlstand niedrig, die Sterblichkeit hoch war und in der jeder Fick ein Baby bedeuten konnte, unterschiedliche gesellschaftliche Rollen auszufüllen hatten, weil dies für Gesellschaften so einfach effezienter gewesen ist, darauf sind Feministen bis heute noch nicht gekommen. Böse Männer die Frauen unterdrücken, klingt als Erklärung da irgendwie sexier.

Statt aber an einer Welt zu arbeiten, in der diese konstante Abwertung des Weiblichen aufhört, erklärt es der Feminismus kurzerhand für nichtexistent. Unter dem Deckmäntelchen der Chancengleichheit wird weiblicher Identität und Individualität ein männliches Lebensmodell übergestülpt.

Sol heißen? Männer können sich  in der kapitalistischen Ttetmühle des Patriarchats verwirklichen und Frauen tun derweil – was?

Es ist die ultimative Assimilation des Weiblichen: Willst du frei sein, lebe wie ein Mann. Doch trotz dieses feministischen Mantras nutzt ein Großteil der Frauen die Möglichkeiten, die sich durch die Öffnung der Arbeitswelt ergeben, nicht im selben Maße wie die männlichen Kollegen.

Denn Frau will lieber was anderes:

Der Erzfeind der Frauenbewegung ist heute nicht das Patriarchat, sondern die Frau, die ihr Leben der Kindererziehung widmet und sich mit einer Halbtagsstelle zufrieden gibt. Es ist die Frau, die durch ihr ganzes Sein zeigt, dass sie andere Interessenschwerpunkte, andere Lebensprioritäten, eine andere Weltsicht als die meisten Männer hat, kurz: dass die Geschlechter aufgrund ihrer unterschiedlichen biologischen Anlagen unterschiedlich funktionieren, also nicht gleich sind. Sie stellt den feministischen Makel dar, sie ist die Verräterin, die die Forderungen der Bewegung, die auf den behaupteten Nicht-Unterschieden der Geschlechter basieren, ins Wanken bringt. Diese Frau kann, ungeachtet ihrer gesellschaftlichen Leistungen, nicht auf feministische Unterstützung hoffen.

Kurz gesagt: Erzfeind der Frauenbewegung ist bis heute die Frau, die genau das tut, was Frauen jahrtausendelang getan haben, als sie noch von Männern unterdrückt wurden. Ist das nicht putzig?

Der Feminismus möchte normative Signale vermeiden, die Frauen dazu bringen könnten, auf Beruf und Karriere zu verzichten, und verweigert der beruflich unehrgeizigen Mutter, die Kind und Haushalt mindestens ebenso viel Zeit widmet wie dem Beruf, daher jede Form von Anerkennung. Von der Ermutigung, eigene Wege zu gehen, bleibt letztlich nur die Abwertung des traditionell weiblichen Weges, weil die Frauenbewegung ausschließt, dass auch der traditionelle Weg ein selbstbestimmter sein kann.

Der traditionelle Weg, durch den Frauen seit Jahrtausenden von Männern unterdrückt worden, wohlgemerkt. Milchbar auf zwei Beinen und die Verheißung sexueller Erleichterung – war da nicht eben was?

Dass typische Frauentätigkeiten mitunter gar nicht als Arbeit, sondern als Selbstverständlichkeit gelten, etwa die Pflege alter und kranker Angehöriger in der Familie, oder aber schlecht bezahlt werden und kaum eine Lobby haben, ist daher auch die Schuld der Frauenbewegung.

Entschudigung, Frau Lobo, ich weiß, es macht Spaß sich in der weibliche Opferrolle zu suhlen, aber ist es nicht so, dass auch typische Männertätigkeiten nicht als Arbeit, sondern als Selbstverständlichkeit gelten? Die Straßenreinigung- und Müllbeseitigung? Die Klempnerei? Elektroinstallation? Der Güterverkehr? Die Energiewirtschaft? Und überhaupt die gesamte Aufrechterhaltung von Infrastruktur, Sicherheit und Ökonomie? Nahezu alles also, was die Gesellschaft zusammenhält und von der auch Frau profitiert, wenn sie sich Cappuchino schlürfend und Kinderwagen wiegend im Cafè Einstein darüber klagt, wie schwer es Frauen doch in unserer Gesellschaft hätten?

Während der wirtschaftlich relevante Lokführerstreik im Frühjahr 2015 über die gesamte Dauer flächendeckend medial begleitet wurde, fand der Streik der Kindergärtnerinnen (es sind bisher mehr als 95 Prozent Frauen, die diesen Beruf ausüben) im Vergleich fast im Verborgenen statt.

Das mag unter anderem daran liegen, dass der Ausfall von Zügen eben wirtschaftlich relevanter ist als der Ausfall von Kindergärtnerinnen. Letzterer lässt sich von Teilzeit arbeitenden Mamas und Großeltern nämlich einfacher kompensieren als der Komplettausfall von Zugverbindungen zwischen Wirtschaftszentren. Ist halt so.

Ähnlich erging es einem Streik der überwiegend weiblichen Pflegebranche, von dem nur erfuhr, wer gezielt danach suchte. Der Feminismus hat kaum etwas dafür getan, dass diese erzieherischen und pflegerischen Tätigkeiten mehr Wertschätzung erfahren, denn Wertschätzung hätte Frauen dazu ermutigen können, diese niederen Arbeiten auch weiter zu verrichten. Die Folge ist nicht etwa eine Welt, in der Frauen mehr Respekt für die überwiegend von ihnen geleistete Arbeit bekommen, sondern eine, in der diese Arbeit, ungeachtet ihrer gesellschaftlichen Relevanz, im allgemeinen Ansehen ganz unten steht.

Und selbst wenn das so sein sollte, bleibt die Tatsache bestehen, dass niemand Frauen dazu zwingt, in die schlecht bezahlte und nicht gewertschätzte Pflegebranche zu gehen.

Solange die destruktiven Teile des Feminismus auch die lautesten sind, erzeugt ihr Schreien nach außen den Eindruck einer überwiegend undifferenzierten, aggressiven und bevormundenden Bewegung. Sie machen den Feminismus damit zu einem leichten Ziel für Feinde und zu einer unzitierbaren Quelle für Freunde. Diese Pseudofeministinnen bezeichnen zwar jede Kritik als antifeministisch, tatsächlich aber ist das Gegenteil der Fall. Viele Menschen, die die Ziele der Frauenbewegung grundsätzlich bejahen, möchten lieber nicht „offiziell“ als Unterstützer auftreten, um nicht mit der kreischenden Masse in einem Topf zu landen.

Wobei wir noch definieren müssten, was die Ziele der Frauenbewegung sein sollen. Aus Lobos Artikel geht bislang hervor, dass Frauen gerne gewertschätzt werden möchten, wenn sie als Mamas in der Pflegebranche arbeiten, und auf dem Weg von der Teilzeitarbeit nach Hause nichts von der „Rape Culture“ mitbekommen.

Echt mal Männer, das müsste doch zu schaffen sein, oder?

Millionen von Frauen weltweit leben in katastrophalen Verhältnissen, in denen sie ohne Aussicht auf Bildung in Abhängigkeiten leben und täglich Übergriffen wie denen von Köln ausgesetzt sind.

Für Männer ist dagegen alles paletti.

Diese Frauen brauchen den Feminismus und jeder feministisch interessierte Mensch sollte sich fragen, welchen sie bekommen sollen: einen lösungsorientierten, die Geschlechter versöhnenden oder einen unreifen, paranoiden, der die Frauen letztlich zusätzlicher männlicher Wut aussetzt.

Ich hätte dagegen eine dritte Alternative anzubieten: Das Einsetzen für das Recht auf Freiheit und Selbstbestimmung aller Menschen, gemeinhin auch „Liberalismus“ oder „Humanismus“ genannt.

Eiderdaus, wäre das nicht toll?

Nicht jeder will einen Berg besteigen – Was Geografie mit Feminismus zu tun hat

In der Bundesrepublik Deutschland sind – wie in der gesamten westlichen Welt – Männer und Frauen gleichberechtigt, haben Frauen gar mehr Rechte als Männer. Da Frauen aber so furchtbar niedlich sind, diese hübschen Schmollmünder haben, diese anmutig ausladenden Hinterteile und den an die schöne Berglandschaft im Tessin erinnernden Vorbau, ist es einfach notwendig, noch viel mehr für die Gleichberechtigung von Frauen zu tun. Erst recht, wenn man ein Mann ist. Alles andere wäre sexistisch, und das kann ja nun wirklich niemand wollen, nicht wahr?

Also Männer, wie wäre es mit einem Übertritt in die Kirche des Feminismus? Genau, Feminismus, jener Weltanschauung, welche den Fokus auf das Weibliche bereits im Namen trägt, aber dennoch für sich in Anspruch nimmt, für alle Geschlechter da zu sein.

und wagen in der „Zeit“ den Sprung auf die von uns wüsten Männerhorden bevölkerte Insel, um als Missionare den dort hausenden Barbaren das Licht des Feminismus nahezubringen. Und wir Barbaren haben selbstverständlich nur darauf gewartet, endlich Erlösung zu erfahren.

Kommt also alle her, meine Kumpels, lasst Eure Frauen in der Höhle das Mammut entweiden, setzt Euch und lauschet den Worten der Weisen aus dem Morgenland.

Deutschland braucht mehr Feministen! Ja, Männer, die für Frauenrechte kämpfen. Nach den Übergriffen in Köln gab es zwar viele, die das für sich reklamierten. Doch dahinter steckten oft ganz eigene politische Ziele: Schnellere Abschiebungen von straffällig gewordenen Flüchtlingen durchsetzen etwa, oder es diente sogar als Legitimation für rechte Gewalt.

Es mag zunächst berechtigt klingen, die Vorfälle in Köln als einen Ausgangspunkt für das Kämpfen für Frauenrechte zu nehmen, faktisch hat sich an der Rechtslage für Frauen durch Köln aber nichts geändert: Diebstahl ist weiterhin strafbar, sexuelle Gewalt ist weiterhin strafbar, und auch Vergewaltigung ist weiterhin strafbar. Es ist ja nicht so, als hätte die deutsche Gesellschaft nach Köln auf einmal mitbekommen, dass es da eine riesige Gesetzeslücke gibt, die Frauen der Willkür sexueller Gewalt ausliefert.

Nein, Köln war deshalb so schockierend, weil Frauen in Deutschland üblicherweise eben nicht befürchten müssen, von Männerhorden überrumpelt, sexuell erniedrigt und abgezogen zu werden. Köln war der Einbruch unbekannter kultureller Muster in ein Land, das für seine Friedfertigkeit und seinen Humanismus bekannt ist. Dass eine Zäsur wie in Köln politische Debatten anfacht und „instrumentailisiert“ wird, ist da kaum  verwunderlich. Und auch wenn es den Missionaren Herr und Speer schwer fällt, das zu akzeptieren: Ja, es gibt Menschen, die der Meinung sind, dass diejenigen, die das deutsche Gastrecht missbrauchen und straffällig werden, schnellstmöglich des Landes verwiesen werden sollten. Das ist ein legitimer politischer Standpunkt, den manche gar den Status des „gesunden Menschenverstandes“ einräumen würden.

Dabei gibt es gute Gründe, als Mann ein Feminist zu sein und sich auch so zu bezeichnen. Wer möchte nicht in einer ausgeglicheneren Beziehung leben, ein besseres höheres Selbstwertgefühl und besseren Sex haben?

Also, ich schon. Allerdings würde mir da eher ein „Maskulismus“ helfen, weil ich mit Frauen weder im Bett noch am Küchentisch was anfangen kann. Aber ja, ich weiß, der Text richtet sich nicht an irgendwelche Homos, sondern an die Neanderthaler vom heterosexuellen Ufer. Schon klar.

Wie jetzt? Ich sollte dennoch hierbleiben und mir das anhören, weil es hier um ein Thema geht, welches alle etwas angeht?

Hmmm, na gut. Mal schauen was noch kommt.

Nicht nur amerikanische Soziologen, auch norwegische Forscher attestieren Männern in gerechteren Gesellschaften eine rundum höhere Lebensqualität: Eine Studie aus Norwegen widerlegt das beliebte Vorurteil, Frauen würden mehr Freiheiten nur durch Einbußen der Männer erreichen. Tatsächlich aber profitieren beide Geschlechter von mehr Gleichberechtigung.

Es überrascht jetzt nicht wirklich, dass Gesellschaften, in denen Gleichberechtigung vorherrscht, lebenswerter sind. Glücklicherweise leben wir in einer solchen.

Aber, was hat das mit Feminismus zu tun?

Die Vorteile beschränken sich nicht nur auf Individuen, sondern wirken sich auf ganze Gesellschaften aus: Länder mit einem gerechteren Geschlechterverhältnis sind ökonomisch erfolgreicher, sozial balancierter und kulturell innovativer. Oder andersherum: Wer eine Gesellschaft insgesamt verbessern, die Wirtschaft stärken und Politik zukunftssicher machen will, der tut gut daran, bei Geschlechtergerechtigkeit zu beginnen – so legt es ein Bericht der Weltbank nahe.

Okay. Fein, schön, toll, super! Gleichberechtigung und Geschlechtergerechtigkeit sind wunderbar, wir stimmen alle zu. Jeder soll gleiche Rechte haben, jeder soll sein Leben so leben, wie er möchte. Das ist nicht nur gut für mich, sondern gut für alle. Klingt logisch.

Aber, was hat das mit Feminismus zu tun?

Doch Männer sollten nicht nur Feministen sein, weil sie selbst Vorteile davon haben. Ein echter Feminist glaubt daran, dass Frauen und Männer gleich viel wert sind und gleich viel zu sagen haben. Er schätzt vollkommene Gleichberechtigung und möchte eine Gesellschaft, in der weder Männer noch Frauen ein Übergewicht an Einfluss, Macht oder Deutungshoheit genießen. Nicht aus eigenem Vorteil, sondern ganz einfach, weil es gerecht ist.

Man könnte jetzt über Details und semantische Spitzfindigkeiten debattieren, aber gut, ich bin heute gnädig und lass das mal so durchgehen.

Nach diesen bisherigen Einschätzungen bin ich demnach Feminist. Cool! Hätten wir das also geklärt. Kann ich jetzt wieder gehen? Ich hab da noch ein Date mit nem süßen Schnuckel, der unbedingt wissen wollte, wie toll ich Flöte spielen kann. – Nicht? Ihr seid noch nicht fertig? Okay, ist ja gut, setzt ich mich halt wieder hin…

Sie wollen loslegen, wissen aber nicht wie? Mit diesen fünf Schritten ist es ganz einfach:

Ich würde gerne richtig loslegen (ich liebe Flötenspiel) aber ja, ja, bitte, fangt an, ich kann es kaum erwarten zu hören, was Ihr noch zu sagen habt!

1.    Informieren Sie sich. Theoretisches Wissen ist gut, praktisches noch viel besser. Wo könnte man das besser finden, als im Gespräch mit Frauen? Fragen Sie nach, welche Erfahrungen Frauen in Ihrem Bekanntenkreis mit Sexismus, Diskriminierung oder sogar Gewalt gemacht haben. Oftmals werden Sie überrascht sein, was Sie hören. Haarsträubendste Geschichten sind alltäglicher, als viele Männer glauben. Schauen Sie sich Statistiken zum Thema Gleichberechtigung an. Sie brauchen dafür keine Bände zu lesen, eine kurze Onlinesuche reicht, z.B. zu den Themen Gender Gap, Gewalt gegen Frauen oder Männer, die sich für Frauen einsetzen. 

Die Herren Herr und Speer werden glücklich sein zu hören, dass ich mich bereits informiert habe. Wir hier auf unserer Insel mögen zwar Barbaren sein, aber nicht dumm. Der Gender (Pay) Gap erklärt sich zum Beispiel ganz einfach dadurch, dass Frauen Fächer studieren und in Berufe einsteigen, die niedrigere Gehälter auf dem Markt erzielen, obendrein arbeiten sie weniger, öfter in Teilzeit und setzen irgendwann aus, wenn sie ihre 1,4 Kinder bekommen.

Diskriminierung ist auch nicht schön, aber wussen Sie beide schon, dass der Staat Männer auf die Schlachtfelder zwangsverpflichten kann; dass man Säuglingspenisse verstümmeln darf, Säuglingsvaginen aber nicht; dass Männer sich häufiger das Leben nehmen, öfter obdachlos sind und oftmals ihrer Rechte als Väter beraubt werden?

Was nun die Gewalt angeht, ja, Gewalt ist immer schlimm und möglichst zu reduzieren, allerdings sagt jede Kriminalstatistik, dass Männer weitaus häufiger Opfer von Gewalt werden als Frauen.

Ich weiß, ich bin nur ein kleiner barbarischer Homo, aber mein moralisches Empfinden sagt mir, dass wenn man in einer Gesellschaft etwas verbessern will, man sich doch nicht allein auf die Gruppe konzentrieren sollte, die im Schnitt weniger Probleme hat.

Bitte? Was? Das mag alles stimmen, aber es zählt nicht, weil Frauen so furchtbar niedlich sind, diese hübschen Schmollmünder habe, diese anmutig ausladenden Hinterteile und den an die schöne Berglandschaft im Tessin erinnernden Vorbau? Ja, schon, das mag sein, aber Männer haben tolle Flöten, auf denen man super spielen kann. Zählt das gar nicht ?

Nein? Okay, dann setz ich mich wieder hin. Tut mir leid, ich wollte Euch nicht unterbrechen.

2.    Schritt zwei erfolgt dann meist von selbst, denn Ihr neues Wissen führt zu gesteigerter Sensibilität gegenüber Sexismus. Sie werden sehen, plötzlich fällt es Ihnen als besonders merkwürdig auf, dass es in Werbung, in Medien und in Filmen immer wieder Frauen sind, die als Sexobjekte herhalten müssen. Warum sitzen in den meisten Talkshows oder bei Podiumsdiskussionen mehr Männer als Frauen? Wo sind eigentlich die Männer, die sich leicht bekleidet auf Neuwagen rekeln, um deren Attraktivität zu erhöhen? Und weshalb geht sexuelle Gewalt fast ausschließlich von Männern aus? Wenn Sie sich ganz automatisch diese Fragen stellen, sind die Grundlagen für Sie als Feminist gelegt.

Entschudligen Sie, dass ich noch mal störe, aber ich kenne sogar die Antworten auf diese Fragen. In den meisten Talkshows oder bei Podiumsdiskussionen sitzen mehr Männer als Frauen, weil Männer viel häufiger in der Politik involviert sind und sich mehr für gesellschaftliche Themen interessieren. Männer lesen Polit- und Wissenschaftsmagazine, Frauen Zeitschriften, in denen ihnen erklärt wird, wie sie sich noch besser schminken und noch schlanker werden können, und was man noch so alles anziehen kann.

Dass sexuelle Gewalt fast ausschließlich von Männern ausgeht, ist ganz einfach die tragische Folge de Umstandes, dass Männer einen höheren Sexualtrieb haben. Glücklicherweise ist sexuelle Gewalt ein recht seltenes Verbrechen. Zumindest in zivilisierten Kulturkreisen, zu denen auch unsere barbarische Insel gehört.

Was nun die Sexobjekte angeht, stimme ich Ihnen zu, dass weniger Frauen und mehr Männer als Sexobjekte, ein Segen für die Welt wäre. Dummerweise bin ich nur ein kleiner barbarischer Homo, denn weder Frauen, noch meine barbarischen heterosexuellen Geschlechtsgenossen teilen meine Vorliebe für scharfe Männer in knappen Unterhosen. Wenn Frauen Interesse an nackten Männern hätten, gäbe es sie an jeder Bushaltestelle.

Aber tut mir leid, reden Sie weiter!

3.    Jetzt ist es Zeit, Ihre eigenen Gewohnheiten zu hinterfragen. Zuerst in Ihrem privaten, ganz alltäglichen Leben. Beispiel: sexistische Witze. Und auch wenn es banal klingt, so ist es doch immer noch nicht Selbstverständlichkeit: Als Feminist behandeln Sie eine Ärztin, Kassiererin, Anwältin oder Polizistin genauso wie ihre männlichen Kollegen – mit Respekt. Werfen Sie also ein paar alte Gewohnheiten über Bord. Gleichzeitig können Sie die Vorzüge der Gleichberechtigung erleben. Freuen Sie sich darüber, dass Sie bei der Arbeit und zu Hause auf Frauen als gleichwertige Gesprächspartnerinnen, Beraterinnen und Freundinnen treffen. Das erweitert Ihren Horizont und führt zu einer neuen Qualität in Beziehungen und Freundschaften.

Äh, Entschuldigung wenn ich noch mal störe, aber selbst wir hier auf unserer Insel behandeln Frauen mit Respekt. Zumindest dann, wenn sie es verdienen. Wir freuen uns auch über gleichwertige Gesprächspartnerinnen. Wenn „gleichwertig“ nicht bedeutet, lediglich als Blitzableiter für weibliche Wehwehchen herhalten zu müssen (obwohl mir meine heterosexuellen Kumpel erzählt haben, dass sie auch das gelegentlich tun, damit sie hinterher fummeln dürfen).

Alles in allem behandeln wir Frauen ziemlich gleichwertig. Und meine heterosexuellen Kumpel behandeln sie in vielerlei Hinsicht sogar besser. Weil sie nun mal hübsche Schmollmünder, anmutig ausladende Hinterteile und an die schöne Berglandschaft im Tessin erinnernde Vorbauten mögen.

Ja, ich weiß, ich bin ein Störfaktor, aber wir Homos quatschen nun mal gerne. Sorry! Fahren Sie fort!

4.    Nun geht es an Ihr Umfeld. Werden Sie aktiv. Sexistische Kommentare und Übergriffe sind in Deutschland Alltag für Frauen. Als Feminist schreiten Sie ein, wenn Sie etwas mitbekommen: Fragen Sie die betroffene Frau, ob Sie Unterstützung möchte. Ob es sich um sexistische Kommentare unter Freunden handelt, ein Übergehen einer Frau bei anstehender Beförderung oder sexuelle Gewalt: Wegschauen ist für Sie nicht mehr drin.

Eigentlich mag ich es nicht, mich ungefragt in Dinge einzumischen, deren Tragweite und Hintergrund ich nicht vollumfänglich abschätzen kann. Im Übrigen betrachte ich Frauen als gleichberechtigt und gehe daher davon aus, dass wenn sie Hilfe benötigen, sie dies selbstbewusst und emanzipiert selbst artikulieren können. Wenn ich nun in die Situation kommen sollte, Gewalt mitzuerleben, hoffe ich allerdings, dass ich das richtige tun werde: Einschreiten und/oder die Polizei verständigen. Glücklicherweise ist Gewalt aber selten, und Frauen sind noch seltener davon betroffen. Ist das nicht eine gute Nachricht?

Nein? Darum geht es nicht? Ich rede am Thema vorbei? Ähm, okay. Mein großes Mundwerk wieder mal…

5.    Der letzte Schritt ist der größte und schwierigste. Haben Sie die ersten vier gut im Griff, können Sie sich mit Recht Feminist nennen. Wollen Sie aber noch einen draufsetzen, so ist es hier Zeit, gesellschaftlich und organisiert aktiv zu werden. Unterstützen Sie globale Kampagnen gegen Sexismus und ermutigen Ihre Freunde, es Ihnen gleich zu tun. HeForShe ist hier erste Anlaufstation. Auch in Deutschland gibt es verschiedene Initiativen, so z.B. StopBildSexism oder PinkStinks, die sich immer über neue Mitstreiter freuen. Nicht jede Organisation ist für jeden, aber wer sucht, findet, was zu einem passt. Am Ende ist es der öffentliche Einsatz, der Frauen am meisten hilft und andere Männer motiviert, es Ihnen gleich zu tun, wenn sie sehen: Feministen sind cool.

Aber Feministen sind nicht cool! Sie sind das Gegenteil von cool! Es sind zumeist rumzickende, jammernde, sexfeindliche, männerfeindliche, die Gleichberechtigung und die Gleichheit vor dem Gesetz aushebeln wollende, nie zufriedene, verwöhnte, unsympathische Tussen, die ihr Weltbild auf verzerrte Statistiken, einseitige Untersuchungen, Verschwörunsgtheorien und schlichten Lügen aufbauen…

Wollen wir Gewalt an Frauen in Zukunft wirklich verhindern und in einer Gesellschaft leben, die ihre Potenziale voll ausschöpft und in denen es allen gutgeht, gibt es nichts Besseres, als Feminist zu werden. Schließen Sie sich uns an und leben Sie die Gleichberechtigung! Sie werden sehen, es lohnt sich.

Niemand hier hat etwas gegen Gleichberechtigung! Aber ich persönlich sehe es nicht ein, dem faktisch privilegierten Geschlecht noch mehr Privilegien zuzugestehen, und deren Probleme als den Nabel der Welt zu betrachten, nur weil sie so furchtbar niedlich sind, diese hübschen Schmollmünder haben, diese anmutig ausladenden Hinterteile und den an die schöne Berglandschaft im Tessin erinnernden Vorbau.

Wenn Ihr Feminist sein wollt, weil Ihr glaubt, dann auf eine Bergwanderung mitgenommen zu werden, dann werdet halt Feminist!

Aber ohne mich! Ich bin ein Kind des Flachlandes. Mir ist die glaziale Serie, mit ihren welligen Kuppen und Moränen, die sich in strömende Urstromtäler ergießen, lieber.

Und jetzt geh ich Flöte spielen. Endlich!

Pornos und #Gamergate – Ein kurzer (subjektiver) Einwand

Der Konsum von Pornografie und Videospielen – auch denjenigen die Gewalt beinhalten – hat im Großen und Ganzen einen stabilisierenden, zivilisierenden Einfluss auf das Verhalten, insbesondere junger Männer, im realen Leben, und dient männlichem Wohlbefinden und letztendlich dem gesellschaftlichen Frieden. Das Leben und die Existenz junger Männer wird in einem nicht unerheblichen Maße von dem Drang nach Anerkennung, dem Drang sich selbst zu beweisen und einem scharfen Wettbewerb um Ressourcen materieller und sexueller Art bestimmt. Das ist eine unausweichliche Folge männlicher Biologie sowie Psychologie einerseits, sowie eine zwangsläufige Folge weiblichen Selektionsverhaltens plus gesellschaftlicher Umstände andererseits. Pornos und Videospiele bieten insbesondere Männern mit geringem Status und Männern auf  einer niedrigen Stufe der allgemeinen gesellschaftlichen Hierarchie die Möglichkeit, aus der Tretmühle männlicher „Privilegien“ auszusteigen und zumindest virtuell Gewinner und Helden zu sein. Das Bemühen, Pornos und Videospiele einem feministischen, nicht-„sexistischen“ Gedankengut anzupassen, ist von Unkenntnis und Desinteresse an männlicher Biologie und Psychologie geprägt; negiert männliche Bedürfnisse und männliche gesellschaftliche Realität; ist geprägt vom Streben nach Dominanz und Macht über die Körper und die Psyche von Männern.