Die Kriminalisierung des (heterosexuellen) Mannes

Nottinghamshire scheint auf den ersten Blick eine beschauliche englische Grafschaft zu sein. Doch der Schein trügt, denn in Wirklichkeit gibt es dort ein Riesenproblem mit alltäglichem Hass. Hass gegen Frauen. Doch die hiesige Polizei hat sich jetzt endlich dieses gravierenden Problemes angenommen und sich vorgenommen diesem brutalen Hass entgegenzutreten.

Doch wie sieht er aus dieser Hass gegen Frauen?

Misogyny hate crime is classed under the new policy as „incidents against women that are motivated by an attitude of a man towards a woman, and includes behaviour targeted towards a woman by men simply because they are a woman„.

[Frauenfeindlichkeit als Hassverbrechen wird gemäß den neuen Richtlinien definiert als „Vorfälle gegen Frauen, motiviert von einer Haltung eines Mannes gegenüber einer Frau, sowie Verhaltensweisen die gezielt von Männern gegenüber einer Frau ausgeübt werden, nur weil es sich um Frauen handelt“.]

Da kann man die Polizei von Nottinghamshire nur beglückwünschen, sich endlich entschlossen diesen Abscheulichkeiten entgegenzustellen:

  • unwanted or uninvited sexual advances
  • physical or verbal assault
  • unwanted or uninvited physical or verbal contact or engagement
  • use of mobile phones to send unwanted or uninvited messages
  • or take photographs without consent.

[Beispiele derartiger Vorfälle sind:

  • unerwünschte oder ungebetene sexuelle Annäherungsversuche
  • körperliche oder verbale Übergriffe
  • unerwünschte oder ungebetene körperliche oder verbale Kontaktaufnahme
  • Nutzung von Mobiltelefonen um unerwünschte oder ungebetenen Nachrichten zu senden
  • das Fotografieren ohne Zustimmung]

Es sei hier zunächst betont, dass dies alles natürlich nur dann strafbar ist, wenn es Frauen betrifft. Denn eine gesonderte Kategorie „Hassverbrechen gegen Männer“ wird es auch in Nottinghamshire nicht geben, und das obwohl auch (und gerade) Männer attaktiert, angesprochen oder angerufen werden, ohne das sie vorher ihre Zustimmung hierzu erteilt haben.

Der eigentliche Skandal liegt jedoch in der Skandalisierung normaler sozialer Interaktionen. Wir reden hier schließlich nicht mehr nur von einer potentiellen Strafbarkeit unerwünschter sexueller Handlungen. Nein, nach der Maßgabe dieser Richtlinien kann jeder Versuch, mit einer Frau ins Gespräch zu kommen oder mit ihr zu flirten, kriminalisiert werden. Ja, selbst das Senden einer SMS – zum Beispiel an die Freundin, wenn diese gerade auf Shoppingtour ist, und keinen Bock auf  ein Gespräch mit ihrem Freund hat – könnte unter dieser Maßgabe als Hassverbrechen eingestuft werden.

Jeder Mann, erst recht der heterosexuelle, wird künftig mit einem Bein im Gefängnis stehen. Und warum?

Na, weil Feminsimus Gleichberechtigung bedeutet und für alle 75 plus x Geschlechter gut ist. Diese Prämisse  anzuzweifeln könnte – wenn sich der gegenwärtige Trend fortsetzt – in einigen Jahren mit der Todesstrafe geahndet werden. Natürlich nur gegen Männer. Aber die haben es eh nicht besser verdient.

Von der Wölfin im Schafspelz

Nanu, so denkt man sich, was ist denn jetzt los? Liest man da tatsächlich einen Artikel der sich kritisch mit dem Feminismus auseinandersetzt und das auch noch in der „Zeit“? Steht eine Zeitenwende bevor, in der Feminismus nicht mehr wie eine geheiligte Religion behandelt wird, die man nicht kritisieren darf?

Gemach, gemach. Ganz so revolutionär ist der Artikel von Meike Lobo nicht. Denn die klassisch-feministische Prämisse von der armen unterdrückten Frau und der bösen Männerwelt bleiben selbstverständlich unangetastet. Sonst wäre es kein Feminismus.

Spätestens die Ereignisse von Köln haben mit schonungsloser Deutlichkeit gezeigt, dass die Gesellschaft einen Feminismus braucht.

Man kann die Ereignisse von Köln aus verschiedenen Blickwinkeln lesen:

Erstens aus dem Blickwinkel, dass Männer aus dem islamisch-nordafrikanischen Kulturraum eine andere Einstellung zu Frauen haben, als der westlich-europäische Mann.

Zweitens, dass wir in Deutschland ein Integrationsproblem mit Männern aus dem islamisch-nordafrikanischen Kulturraum haben, bzw. bekommen werden.

Drittens, dass Frauen in Köln Gewalt erlebt haben, die für Männer seit Jahrtausenden normal ist (die meisten Gewaltopfer weltweit sind Männer).

Viertens, dass Männer eine Gefahr für Frauen sind.

Es sollte nicht überraschen, dass Lobo, als Feministin, sich für die vierte Perspektive entscheidet:

Der selbsternannte Postfeminismus, die Müdigkeit, sich mit feministischen Themen zu befassen, weil wir dieses ganze Geschlechterdings angeblich längst hinter uns haben, wurde durch die sexuellen Massenübergriffe gegen Frauen in der Silvesternacht als bequeme Selbsttäuschung entlarvt. Frauen werden immer noch durch Männer in ihrer Freiheit eingeschränkt, in einigen Situationen sicher stärker als in anderen, aber von einem allgemeinen Respekt vor der Unantastbarkeit der sexuellen Selbstbestimmung der Frau kann keine Rede sein.

Eben. Denn auch im liberalen Deutschland ist das Leben für Frauen eine einzige Zumutung, weil Männer ihnen weder Freiheit noch sexuelle Selbstbestimmung gönnen.

Man darf bezweifeln, dass der moderne Feminismus in seiner derzeitigen Form diesem Anspruch gerecht wird oder überhaupt gerecht werden kann. Sucht man nach einem Beispiel für die sprichwörtliche verbrannte Erde, dann ist die Frauenbewegung ein ziemlich geeignetes Terrain. Feministische Themen lassen die Kommentarspalten von Medien und Blogs zuverlässig mit Beschimpfungen überquellen. Diese offenbaren eine ungeheure Wut gegen die Bewegung, gegen ihre Positionen und die Menschen, die in ihrem Namen sprechen. Die Anfeindungen reichen dabei von harmlosen Beleidigungen bis hin zu Vergewaltigungs- und Todesdrohungen. Einhundert Jahre nach den ersten Protesten englischer Suffragetten, die für das Wahlrecht der Frauen eintraten, ist das eine erschütternde Bilanz.

Eigentlich nicht, denn immerhin besitzen Frauen einhundert Jahre nach den ersten Protesten englischer Suffragetten das Wahlrecht. Was nun die Anfeindungen angeht, die von harmlosen Beleidigungen bis hin zu Vergewaltigungs- und Todesdrohungen reichen, darf man Frau Lobo daran erinnern, dass dies zwar bedauerlich sein mag, aber keineswegs auf feministische Themen beschränkt ist. Für jedes kontroverses Thema werden sich asoziale Hohlköpfe finden, deren Argumentationsstil nicht über das Beschimpfen und Bedrohen hinausgeht. Auch Männer, die über kontroverse Themen schreiben, müssen das im Zeitalter des Internets erdulden. Mit Frauen und Feminismus hat das primär erst einmal nichts zu tun.

Die leichte Entflammbarkeit feministischer Diskussionen ist jedoch nicht allein das Resultat männlicher Angst vor dem Machtverlust.

Lobo outet sich hier erneut als lupenreine, klasssiche Feminstin, die die Welt in zwei Sphären einteilt: Hier die Männer mit der Macht und dort die armen, machtlosen Frauen. Und einen anderen Grund gegen Feminismus zu sein, als die „Angst vor dem Machtverlust“, kann es für Männer ja nicht geben, nicht wahr?

In Blogs und Medien findet sich neben den obligatorisch beleidigten Männerrechtlern immer öfter auch berechtigte, sachliche Feminismuskritik von Autoren und Autorinnen, die sich durchaus mit den Zielen der Frauenbewegung identifizieren können.

Was auch immer diese Ziele, in einem Zeitalter, in dem Frauen alle Rechte haben, sein sollen.

Der Grund für diesen scheinbaren Widerspruch liegt unter anderem darin, dass der Feminismus selbst allzu oft Ressentiments schürt, auch unter potenziellen Unterstützern. […]

Die Mitglieder der Frauenbewegung sägen mit dieser abschottenden Haltung an dem Ast, auf dem sie sitzen. Denn der Erfolg einer Gesellschaftsbewegung hängt nicht nur von ihrem Selbstverständnis, sondern in besonderem Maße auch von ihrer Außenwirkung ab. Feministinnen müssen deshalb lernen, Kritik ernst zu nehmen.

Und es ist eigenlich erstaunlich, dass man Feministen auf diese Umstand hinweisen muss.

Die grellen Stimmen des Feminismus finden nichts dabei, den wütenden Mob zu geben. In ihrer Empörung ist jemand, der vor Kameras ein Shirt mit Pin-up-Motiven trägt, praktisch das Gleiche wie jemand, der eine Frau vergewaltigt.

Und für die gemäßigte Feminstin Lobo sind die Ereignisse von Köln praktisch das Gleiche wie eine Verschwörung der Männerwelt  gegen die Freiheit und sexuelle Selbstbestimmung der Frau.

Die moderne Frauenbewegung gefährdet aktiv die Unterstützung für die Opfer männlicher Gewalt, indem sie immer nichtigere Anlässe zu gewaltsamen Akten erklärt, etwa verbal violence nach verunglückten Dates. Der gefährliche Missbrauch des Themas Gewalt führt nicht etwa zu mehr Solidarität mit Opfern, sondern ganz im Gegenteil zu mehr Skepsis gegenüber Berichten über Gewalterfahrungen. Der Feminismus arbeitet damit der rape culture zu, die Opfern zu wenig Glauben schenkt und die Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung allzu oft als Lappalie abtut.

Und auch eine gemäßigte Feminstin wie Lobo impliziert nicht nur, dass Frauen exorbitant unter der Gewalt von Männern zu leiden haben (dabei sind die meisten Gewaltopfer von Männern andere Männer, und im Bereich häusliche Gewalt sind beide Geschlchter gleichermaßen Opfer), nein sie legitimiert gar die radikalfeministische These der Existenz einer „Rape Culture“, also einer Kultur, in der Frauen systematisch vergewaltigt werden und in der Vergewaltigung nicht oder nur sehr milde bestraft wird, weil die Opfer halt nur Frauen seien und damit als minderwertig gelten würden.

Gut möglich, dass sich hier, nach Jahrtausenden der Unterdrückung, eine Wuteruption Bahn bricht.

Jahrtausendelange Unterdrückung aller Frauen durch alle Männer in allen Gesellschaften. Wobei zu berücksichtigen ist, dass die Unterdrückung aller Frauen durch alle Männer so grausam und allumfassend gewesen ist, dass Frauen, obwohl sie die Hälfte der Bevölkerung in allen Gesellschaften stellen, erst in den letzten Jahrzehnten Anlass gesehen haben, etwas dagegen zu unternehmen…

Doch das lautstarke Zetern über die Zumutungen der Männerwelt scheint eher Programm als Ausrutscher zu sein. Was fehlt, sind Analysen, Ursachenforschung und die für alle verständliche Vermittlung der Mechanismen der Ungerechtigkeit.       

Wobei sich diese Analysen, Ursachenforschungen und die für alle verständliche Vermittlung der Mechanismen der Ungerechtigkeit, natürlich nur auf die Ungerechtigkeiten gegen Frauen zu beziehen haben, denn erstens haben Männer die Macht und zweitens sind sie eine Zumutung für Frauen.

Beobachtbar war das gerade auch nach den Übergriffen von Köln, als sich innerhalb kurzer Zeit das feministische Bündnis #ausnahmslos bildete, das nicht nur pauschal die Abschaffung von sexueller Gewalt, sondern auch – da die Täter überwiegend dem muslimisch geprägten Kulturraum entstammten – von Rassismus forderte. Eine Analyse sowohl der Auslöser als auch der strukturellen und kulturellen Ursachen der Übergriffe unterblieb auch hier, während paradoxerweise gleichzeitig die Wichtigkeit einer differenzierten Debatte betont wurde.

Und auch Lobo springt auf diesen Zug auf, indem sie Übergriffe von überwiegend dem muslimisch geprägten Kulturraum entstammenden Tätern zum Ausgangspunkt macht für die Wichtigkeit des Feminismus gegen die Zumutungen der Männerwelt.

Der Feminismus ist heute kaum mehr als die ständige Neuformulierung der immer gleichen Haltung: „Männer, Ihr macht die Welt schlecht für Frauen, hört auf damit.“ Mit seiner anklagenden, passiven Erwartungshaltung redet der Feminismus den Frauen ständig ein, dass sie kaum Einfluss auf den Verlauf ihres Lebens und die Erfahrungen, die sie in dieser Welt machen, nehmen können. Das ist das Gegenteil von empowerment. Vermutlich ohne es zu wollen, beschwört er immer wieder das Narrativ vom schwachen Geschlecht, das nur durch das gute Verhalten ehrbarer Männer frei sein kann, ein Prinzessinnen-Mythos in Reinkultur. 

Man mag mir verzeihen, aber hat Lobo nicht erst vor ein paar Zeilen diesem Mythos gefrönt? Und tut sie das nicht auch weiterhin?

Die Frauenbewegung lehnt jede Verantwortung der Frau für eine Verbesserung der Verhältnisse ab und verstärkt dadurch die weibliche Passivität. Er ist zu einer niemals endenden Arbeitsbeschaffungsmaßnahme geworden, die ihm selbst und den unterdrückten Frauen die Illusion vermittelt, es täte sich etwas, obwohl die Ursachen der Unterdrückung und Gefährdung von Frauen seit Jahrtausenden unangetastet bestehen bleiben.

Erste feministische Prämisse: Frauen werden auch heute, in Deutschland, unterdrückt.

Zweite feministische Prämisse: Die Ursachen der Unterdrückung und Gefährdung von Frauen liegen in dem, was radikale Feministen „Patriarchat“ nennen. Lobo verwendet dieses Wort hier nicht, teilt aber dessen grundlegenden Inhalt: Männer haben die Macht, die Männerwelt ist eine Zumutung, seit Jahrtausenden unterdrücken Männer Frauen.

Vielleicht ist das auch dem feministischen Selbsterhaltungstrieb geschuldet, denn eine unabhängige, selbstbestimmte Frau hat die Bewegung nicht mehr nötig. Doch so oder so: Eine Frau in einer ausbeuterischen Anstellung braucht nicht die Bestätigung ihrer Ohnmacht, sondern eine Ermutigung darin, diese Ohnmacht zu überwinden und selbst etwas zu tun, um die Welt mitzugestalten.

Und niemand hindert Frauen daran, ihre Ohnmacht zu überwinden und selbst etwas zu tun, um die Welt mitzugestalten. So ist es zum Beispiel kaum anzunehmen, dass irgendein Mann Frau Lobo daran gehindert hat, einen Artikel für die „Zeit“ zu schreiben (und damit Einfluss auf die gesellschaftliche Meinungsbildung zu nehmen) nur weil sie eine Frau sei, und sich gefälligt der Macht des Mannes unterzuordnen habe.

Doch nicht nur klagt der moderne Feminismus zu symptombezogen über die Benachteiligung der Frauen, er tut dies zu allem Überfluss auch noch auf sehr hohem Niveau. Natürlich gibt es Folgen der Geschlechterungerechtigkeit, die für die betreffenden Frauen so dramatische Auswirkungen haben, dass man ihre Behebung nicht aufschieben kann, bis das Problem an der Ursache beseitigt ist.

Und welche Folgen wären das?

Aber anstatt etwa häuslicher Gewalt oder der überwiegend schlechten Situation alleinerziehender Mütter den Kampf anzusagen, verbringt der moderne Feminismus viel Zeit damit, über social freezing, geschlechtergerechte Sprache und Vorstandsposten zu diskutieren. Es ist der gelangweilte, übersättigte Selbstverwirklichungsfeminismus privilegierter Frauen, die kaum noch echten Grund zum Klagen haben.

Das ist soweit korrekt, mit zwei Ausnahmen: häusliche Gewalt ist nicht geschlechterspezifisch und natürlich haben es alleinerziehende Mütter schlechter als nicht alleinerziehende Mütter. Allerdings sei daran erinnert, dass niemand Mutter werden muss, wenn die Situation erkennen lässt, dass derjenige, mit dem man ins Bett geht, (momentan) nicht an einem Leben als Vater mit Frau und Kind in einem Reihenhaus mit Labrador interessiert ist. Und ich betone das nur deshalb, um eine Lanze für die Selbstbestimmung und Selbstverantwortung der Frau zu brechen.

Magazine wie Edition F unterfüttern die „Ich will alles!“-Haltung mit einer mitunter befremdlichen Mischung aus Karriere- und Shopping-Tipps. Feminismus zwischen Business und Business-Mode. Die Prioritäten weiter Teile der Frauenbewegung sind derart befremdlich, dass sich schließlich eine ihrer bekanntesten Vertreterinnen, die englische Feministin Laurie Penny, von diesem Lager distanzierte. Zu wenig würde sich um die echten Probleme normaler Durchschnittsfrauen – Frauen also, die nicht übermäßig hübsch, schlank und gebildet sind – gekümmert und stattdessen zu sehr versucht, die kapitalistischen Ziele privilegierter Alphamänner zu kopieren.

Bezeichnend, dass Lobo hier keine Beispiele echter Probleme normaler Durchschnittsfrauen benennt; was andererseits aber auch gut für sie ist, denn ich bin relativ sicher, dass ich ihr bei Benennung dieser Probleme gleichermaßen würde darlegen können, dass Männer die gleichen oder ähnliche Probleme haben.

Die Imitation männlicher Lebensmodelle ist möglicherweise auch ein Grund dafür, dass sich auch immer mehr Frauen von der Bewegung abwenden. Der Feminismus hat jahrzehntelang versucht, ihnen einzureden, sie seien wie Männer und lediglich soziale Prägung hindere sie daran, auch so zu leben. Obwohl es zahlreiche Hinweise darauf gibt, dass die Geschlechter nicht gleich sind, lässt die Frauenbewegung angeborene Faktoren, die über reine Körperanatomie hinausgehen, bis heute kaum gelten. Der große Einfluss etwa der Geschlechtshormone, der unter anderem dazu führt, dass Wortfindungstests und Experimente zu räumlichem Denken bei Männern und Frauen unterschiedlich verlaufen, ist dem Feminismus nicht mehr als eine ärgerliche Marginalie, auf die er mit einem infantilen „Aber trotzdem!“ reagiert.

Wenn Lobo diese Analyse jetzt weiterführen würde, könnte sie möglicherweise auf die Idee kommen, dass eben diese angeborenen Faktoren ein Grund sein könnten, warum die Rollenverteilung der Geschlechter in den Jahrtausenden zuvor eben so gewesen ist, wie sie gewesen ist.

Aber Lobo wäre nicht Feminstin, wenn man stattdessen nicht lieber eine weitere Verschwörungstheorie über das Patriarchat erfindet:

Grund für diese Verleugnung ist die hartnäckige Abwertung des Weiblichen durch das Patriarchat. In unserer kapitalistischen Leistungsgesellschaft war lange kein Platz für ein Geschlecht, das zumindest ursprünglich sehr viel stärker in die Fortpflanzung eingespannt war als das andere. Frauen wurden über Jahrhunderte von Männern weggetätschelt, wenn es um gesellschaftliche Gestaltung, intellektuelle Zeitfragen und logische Probleme ging, weil man ihnen nicht zutraute, Teil der Lösung zu sein. Mehr als eine Milchbar auf zwei Beinen und die Verheißung sexueller Erleichterung hat man lange nicht in ihnen gesehen. 

Und ebenso polemisch könnte man behaupten, dass Frauen in Männern über die Jahrtausende nicht mehr als Arbeitssklaven gesehen haben, die sich für Frau und Kind zu opfern hätten.

Die Realität ist natürlich viel subtiler: Denn weder Frauen noch Männer können etwas dafür, dass es nun mal Frauen sind, die Kinder gebären können, sie stillen können, ein weitaus höheres Interesse am Aufwachsen und der Erziehung von Kindern zeigen, und dass sie körperlich schwächer sind als Männer. Dass dies möglicherweise der Grund ist, warum Männer und Frauen in Zeiten, in denen der Zugang zu Ressourcen gering, der Wohlstand niedrig, die Sterblichkeit hoch war und in der jeder Fick ein Baby bedeuten konnte, unterschiedliche gesellschaftliche Rollen auszufüllen hatten, weil dies für Gesellschaften so einfach effezienter gewesen ist, darauf sind Feministen bis heute noch nicht gekommen. Böse Männer die Frauen unterdrücken, klingt als Erklärung da irgendwie sexier.

Statt aber an einer Welt zu arbeiten, in der diese konstante Abwertung des Weiblichen aufhört, erklärt es der Feminismus kurzerhand für nichtexistent. Unter dem Deckmäntelchen der Chancengleichheit wird weiblicher Identität und Individualität ein männliches Lebensmodell übergestülpt.

Sol heißen? Männer können sich  in der kapitalistischen Ttetmühle des Patriarchats verwirklichen und Frauen tun derweil – was?

Es ist die ultimative Assimilation des Weiblichen: Willst du frei sein, lebe wie ein Mann. Doch trotz dieses feministischen Mantras nutzt ein Großteil der Frauen die Möglichkeiten, die sich durch die Öffnung der Arbeitswelt ergeben, nicht im selben Maße wie die männlichen Kollegen.

Denn Frau will lieber was anderes:

Der Erzfeind der Frauenbewegung ist heute nicht das Patriarchat, sondern die Frau, die ihr Leben der Kindererziehung widmet und sich mit einer Halbtagsstelle zufrieden gibt. Es ist die Frau, die durch ihr ganzes Sein zeigt, dass sie andere Interessenschwerpunkte, andere Lebensprioritäten, eine andere Weltsicht als die meisten Männer hat, kurz: dass die Geschlechter aufgrund ihrer unterschiedlichen biologischen Anlagen unterschiedlich funktionieren, also nicht gleich sind. Sie stellt den feministischen Makel dar, sie ist die Verräterin, die die Forderungen der Bewegung, die auf den behaupteten Nicht-Unterschieden der Geschlechter basieren, ins Wanken bringt. Diese Frau kann, ungeachtet ihrer gesellschaftlichen Leistungen, nicht auf feministische Unterstützung hoffen.

Kurz gesagt: Erzfeind der Frauenbewegung ist bis heute die Frau, die genau das tut, was Frauen jahrtausendelang getan haben, als sie noch von Männern unterdrückt wurden. Ist das nicht putzig?

Der Feminismus möchte normative Signale vermeiden, die Frauen dazu bringen könnten, auf Beruf und Karriere zu verzichten, und verweigert der beruflich unehrgeizigen Mutter, die Kind und Haushalt mindestens ebenso viel Zeit widmet wie dem Beruf, daher jede Form von Anerkennung. Von der Ermutigung, eigene Wege zu gehen, bleibt letztlich nur die Abwertung des traditionell weiblichen Weges, weil die Frauenbewegung ausschließt, dass auch der traditionelle Weg ein selbstbestimmter sein kann.

Der traditionelle Weg, durch den Frauen seit Jahrtausenden von Männern unterdrückt worden, wohlgemerkt. Milchbar auf zwei Beinen und die Verheißung sexueller Erleichterung – war da nicht eben was?

Dass typische Frauentätigkeiten mitunter gar nicht als Arbeit, sondern als Selbstverständlichkeit gelten, etwa die Pflege alter und kranker Angehöriger in der Familie, oder aber schlecht bezahlt werden und kaum eine Lobby haben, ist daher auch die Schuld der Frauenbewegung.

Entschudigung, Frau Lobo, ich weiß, es macht Spaß sich in der weibliche Opferrolle zu suhlen, aber ist es nicht so, dass auch typische Männertätigkeiten nicht als Arbeit, sondern als Selbstverständlichkeit gelten? Die Straßenreinigung- und Müllbeseitigung? Die Klempnerei? Elektroinstallation? Der Güterverkehr? Die Energiewirtschaft? Und überhaupt die gesamte Aufrechterhaltung von Infrastruktur, Sicherheit und Ökonomie? Nahezu alles also, was die Gesellschaft zusammenhält und von der auch Frau profitiert, wenn sie sich Cappuchino schlürfend und Kinderwagen wiegend im Cafè Einstein darüber klagt, wie schwer es Frauen doch in unserer Gesellschaft hätten?

Während der wirtschaftlich relevante Lokführerstreik im Frühjahr 2015 über die gesamte Dauer flächendeckend medial begleitet wurde, fand der Streik der Kindergärtnerinnen (es sind bisher mehr als 95 Prozent Frauen, die diesen Beruf ausüben) im Vergleich fast im Verborgenen statt.

Das mag unter anderem daran liegen, dass der Ausfall von Zügen eben wirtschaftlich relevanter ist als der Ausfall von Kindergärtnerinnen. Letzterer lässt sich von Teilzeit arbeitenden Mamas und Großeltern nämlich einfacher kompensieren als der Komplettausfall von Zugverbindungen zwischen Wirtschaftszentren. Ist halt so.

Ähnlich erging es einem Streik der überwiegend weiblichen Pflegebranche, von dem nur erfuhr, wer gezielt danach suchte. Der Feminismus hat kaum etwas dafür getan, dass diese erzieherischen und pflegerischen Tätigkeiten mehr Wertschätzung erfahren, denn Wertschätzung hätte Frauen dazu ermutigen können, diese niederen Arbeiten auch weiter zu verrichten. Die Folge ist nicht etwa eine Welt, in der Frauen mehr Respekt für die überwiegend von ihnen geleistete Arbeit bekommen, sondern eine, in der diese Arbeit, ungeachtet ihrer gesellschaftlichen Relevanz, im allgemeinen Ansehen ganz unten steht.

Und selbst wenn das so sein sollte, bleibt die Tatsache bestehen, dass niemand Frauen dazu zwingt, in die schlecht bezahlte und nicht gewertschätzte Pflegebranche zu gehen.

Solange die destruktiven Teile des Feminismus auch die lautesten sind, erzeugt ihr Schreien nach außen den Eindruck einer überwiegend undifferenzierten, aggressiven und bevormundenden Bewegung. Sie machen den Feminismus damit zu einem leichten Ziel für Feinde und zu einer unzitierbaren Quelle für Freunde. Diese Pseudofeministinnen bezeichnen zwar jede Kritik als antifeministisch, tatsächlich aber ist das Gegenteil der Fall. Viele Menschen, die die Ziele der Frauenbewegung grundsätzlich bejahen, möchten lieber nicht „offiziell“ als Unterstützer auftreten, um nicht mit der kreischenden Masse in einem Topf zu landen.

Wobei wir noch definieren müssten, was die Ziele der Frauenbewegung sein sollen. Aus Lobos Artikel geht bislang hervor, dass Frauen gerne gewertschätzt werden möchten, wenn sie als Mamas in der Pflegebranche arbeiten, und auf dem Weg von der Teilzeitarbeit nach Hause nichts von der „Rape Culture“ mitbekommen.

Echt mal Männer, das müsste doch zu schaffen sein, oder?

Millionen von Frauen weltweit leben in katastrophalen Verhältnissen, in denen sie ohne Aussicht auf Bildung in Abhängigkeiten leben und täglich Übergriffen wie denen von Köln ausgesetzt sind.

Für Männer ist dagegen alles paletti.

Diese Frauen brauchen den Feminismus und jeder feministisch interessierte Mensch sollte sich fragen, welchen sie bekommen sollen: einen lösungsorientierten, die Geschlechter versöhnenden oder einen unreifen, paranoiden, der die Frauen letztlich zusätzlicher männlicher Wut aussetzt.

Ich hätte dagegen eine dritte Alternative anzubieten: Das Einsetzen für das Recht auf Freiheit und Selbstbestimmung aller Menschen, gemeinhin auch „Liberalismus“ oder „Humanismus“ genannt.

Eiderdaus, wäre das nicht toll?

36 Fragen an Männer – Teil 3

Irgendwelche Frauen haben auf YouTube 36 Fragen an die Männerwelt gerichtet. Als Gentleman der alten Schule ist es mir selbstredend eine Ehre, die Kommunikation zwischen den Geschlechtern nicht abbrechen zu lassen. Man erlaube mir daher, wenn ich die 36 Fragen (etwas holprig aus dem Englischen übersetzt – ich entschuldige mich vorsorglich) so gut es mir möglich ist, beantworte.

Bringen wir die Sache hinter uns:

Gleichberechtigung

27) Warum habt Ihr solche Angst vor der Gleichberechtigung der Geschlechter?

Haben wir nicht. Was uns sauer aufstößt ist die gesellschaftliche und gesetzliche Privilegierung von Frauen bei gleichzeitiger Missachtung sämtlicher Probleme, die Männer betreffen.

28) Womit habe ich es verdient, ein geringeres Gehalt als Du zu bekommen?

Weil Du weniger arbeitest und nicht das gleiche wie ich.

29) In welcher Welt sind 77 Cent das gleiche wie ein Dollar? In welcher Welt sind 68 Cent das gleiche wie ein Dollar?

In keiner Welt.

29a) Inwiefern ist das fair?

Wer Halbtagsjobs bevorzugt und lieber Gender-Studies als Ingenieurswissenschaften studiert, muss sich nicht wundern, wenn er weniger verdient. Weil Ihr Frauen weniger arbeitet, weniger in Euren Beruf investiert und weniger in Berufen arbeitet, die am Markt mit einem höheren Gehalt vergütet werden, habt Ihr weniger Gehalt in Eurer Lohntüte. Wenn Frauen die gleiche Berufs- und Lebensplanung wie Männer anstreben und durchziehen würden, gäbe es keinen PayGap. Insofern ist es fair, dass Frauen weniger verdienen als Männer.

30) Warum schüchtern Dich Frauen ein, die mehr verdienen als Du? Das ist doch großartig! Mehr Geld!

Ich bin nicht eingeschüchtert, höchstens neidisch. Dass heterosexuelle Männer davon eingeschüchtert sind, könnte allerdings daran liegen, dass Frauen hypergam sind und sich stets nach oben vögeln und verpartnern. Ein Mann der weniger verdient als sie, fällt gnadenlos durch ihr Beuteraster.

31a) Warum werden Frauen mit einem Standpunkt als Zicken betrachtet…

Weil viele Frauen Zickigkeit und emotionale Labilität mit einem Standpunkt verwechseln.

31b) … wenn Männer mit einem Standpunkt als „Chefs“ betrachtet werden.

Werden sie nicht. Ein Mann erwirbt sich nicht automatisch dadurch Respekt, nur weil er seine Meinung zum Besten gibt.

32) Warum gehst Du nicht dazwischen, wenn Deine Kumpels hinter verschlossenen Türen ausfällige Witze über Frauen machen?

Weil es meine Kumpels sind. Weil ich demnach weiß, wie diese Witze gemeint sind. Weil diese Witze witzig sind. – Aber woher willst Du überhaupt wissen, was wir Männer hinter verschlossenen Türen treiben?

33) Warum hast Du solche Angst davor, Deine eigenen Privilegien anzuerkennen?

Habe ich doch gar nicht! Ich habe einen Penis und bin Euch Mösen-Menschen damit in jeder Hinsicht meilenweit überlegen!

33a) Es bedeutet ja nicht, dass Du ein schlechter Mensch bist. Du solltest die Privilegien lediglich anerkennen, und etwas dagegen tun.

Warum sollte ich etwas gegen meine privilegierte Stellung als Penis-Mensch tun wollen? Das würde ja bedeuten, mich freiwillig auf die Stufe von Mösen-Menschen herabsenken zu lassen. Ich habe immerhin hart für meine Privilegien gearbeitet! Penishart!

Damit wären die Fragen abgeschlossen und es liegt an meiner Zählweise und Aufsplittung, dass ich nummerisch lediglich auf 33 statt 36 Fragen komme. Okay, einige Fragen waren keine Fragen. Eigentlich war nicht eine einzige Frage tatsächlich als Frage impliziert. Die Frage mit der Nummer 0) gleich zu Beginn formuliert, aber meinerseits bis zum Schluss aufgehoben, macht das mehr als deutlich:

0) Wie fühlt es sich an, dasselbe Geschlecht wie Donald Trump zu haben?

Ebenso wie es sich anfühlt, dasselbe Geschlecht wie Albert Einstein zu haben: Gar nicht.

Machen wir uns nichts vor: Hier ging es nicht darum, einen Austausch zu führen, um etwas über die männliche Lebens- und Gedankenwelt zu erfahren. Es ging darum, Vorwürfe an Männer zu formulieren, sie zu beschämen und sich über sie lustig zu machen.

Macht nur weiter so! Denn wer zuletzt lacht, der lacht am Besten. Ich jedenfalls bin bereits mittendrin. Und lache Euch nur noch aus!

36 Fragen an Männer – Teil 2

Irgendwelche Frauen haben auf YouTube 36 Fragen an die Männerwelt gerichtet. Als Gentleman der alten Schule ist es mir selbstredend eine Ehre, die Kommunikation zwischen den Geschlechtern nicht abbrechen zu lassen. Man erlaube mir daher, wenn ich die 36 Fragen (etwas holprig aus dem Englischen übersetzt – ich entschuldige mich vorsorglich) so gut es mir möglich ist, beantworte.

Machen wir weiter mit den Fragen 16 bis 26:

Neugier

16) Warum haben Frauen den Ruf des schwächeren Geschlechts. Wir bringen Euch auf die Welt – Wassermelonen, [gequetscht durch eine Zitrone].

Weil Frauen im Schnitt eine geringere Körperkraft haben. Das wird schon deutlich, wenn man den Körperbau von Mann und Frau vergleicht. Der Mann ist sehnig, drahtig und attraktiv, die Frau rund, weich und alltäglich. Die geringere körperliche Leistungsfähigkeit des weiblichen Körpers kommt auch in Sportwettkämpfen, bei der Armee oder der Feuerwehr zum Ausdruck. Oder wenn man Frauen mal wieder helfen muss, eine Gurkenglas zu öffnen. Oder beim Umzug. Oder…

17) Warum empfindest Du es als so albern, Deine Emotionen zu zeigen? – Emotionen zu zeigen heißt, ein Mensch zu sein.

Männer zeigen Gefühle. Aber anders als Frauen. Zunächst einmal machen wir nicht wegen jeder Kleinigkeit einen Aufstand. Wir haben kein Bedürfnis danach, auf jeden Furz der uns quer sitzt mit einem divenhaft emotionalen Ausbruch zu reagieren. Wir lamentieren und jammern nicht, sondern konzentrieren uns darauf, Problem zu lösen. Wir benutzen Gefühle nicht, um andere zu manipulieren. In Gegenwart von Frauen zeigen wir Emotionen selten, weil es nicht honoriert wird: es löst weder unser Problem, noch ernten wir damit Anerkennung. Männer sind nicht dumm. Sie erkennen, dass die Forderung der Frauen an Männer, Gefühle zu zeigen, nicht mehr ist als die Forderung, weibliche Gefühlswallungen wie ein Blitzableiter aufzufangen und abzuleiten. Bei der Forderung, Gefühle zu zeigen, geht es nur um Frauen. Ein wahrhaftes Interesse an der Gefühlswelt von Männern, haben die meisten Frauen nicht.

18) Warum willst Du mir gegenüber ständig Deine Männlichkeit unter Beweis stellen?

Ich will das nicht. Aber Männer werden das vermutlich tun, weil sie flirten wollen, weil der Mensch im Schnitt eine binär heterosexuelle Spezies ist und Männer wissen, dass Frauen „Männlichkeit“ attraktiv finden. Immerhin schminkt Ihr Frauen Euch doch auch ständig und versucht weiblich zu wirken.

19) Warum zur Hölle ist es nicht „ladylike“ zu fluchen? Seit wann gelten Wörter als gegendert?

Du gehst mir auf den Sack! Fluch doch wie Du willst, aber erwarte dann nicht, dass Männer Dich als Frau attraktiv finden.

20) Warum ist es Dein erster Eindruck, den Geschichten von Frauen, denen sexuelle Gewalt angetan, oder die vergewaltigt wurden, zu bezweifeln.

Zunächst einmal bezweifeln die meisten Männer das nicht. Sexuelle Gewalt und Vergewaltigung gelten mit als das schlimmste Verbrechen überhaupt, und ein Frau kann sich ziemlich sicher sein, dass ihr die Symapthien gewiss sind, sollte ihr das widerfahren. Allerdings leben wir in einem Rechtsstaat und auch sexuelle Gewalt und Vergewaltigungen müssen bewiesen werden. Bedenkt man überdies, was im Zuge des Feminsimsu mittlerweile alles als sexuelle Gewalt oder Vergewaltigung gilt (anstarren, widersprechen, flirten, catcallen, betrunken Sex haben), ist es kaum verwunderlich, dass die Glaubwürdigkeit von Frauen in dieser Hinsicht sinkt.

21) Warum glaubst Du, dass eine  Frau zornig ist, wenn sie ihre Periode hat?

Weil es Spaß macht. Und weil es stimmt.

22) Warum denkst Du, dass Frauen, die Make up tragen, Etikettenschwindel betreiben?

Weil Make Up dazu dienen soll, zu verschönern, etwas besser zu machen, als es ohne Make Up wäre. „Etikettenschwindel“ wäre hier die faktische Beschreibung eines Zustandes. Wäre. Glücklicherweise haben wir es hier aber mit einem feministischen Strohmann zu tun, den kaum ein Mann wird Make Up als Etikettenschwindel betrachten. Die meisten finden, dass es die Schönheit der Frau unterstreicht.

22a) Wir könnten dasselbe über Deine Penisgröße sagen.

Ja, könntet Ihr, wenn sich Männer Socken in die Hose stopfen würden, um ihren Schwanz größer erscheinen zu lassen. Da sie das aber nicht tun, ist das Argument Blödsinn.

23) Warum erscheint es Euch nicht merkwürdig, dass legislative Entscheidungen darüber, was ich mit meinem Körper tun darf, von einer Gruppe alter weißer Männer entschieden wird?

Tja, gute Frage. Vor allem wenn man bedenkt, dass Frauen die Bevölkerungsmehrheit stellen und bereits seit einigen Jahrzehnten wählen dürfen. Scheint so, als wären Frauen mitverantwortlich dafür, dass immer wieder alte weiße Männer gewählt werden.

Und überhaupt: Ihr dürft vögeln wen Ihr wollt, Ihr dürft verhüten, Ihr dürft abtreiben, Ihr dürft Alkohol trinken. Das einzige, was Ihr nicht dürft, dürfen auch Männer nicht: Marihuana und andere Drogen nehmen zum Beispiel. Genitalverstümmelung bei Frauen ist strafbar, bei Männern  aus religiösen Gründen erlaubt, in den USA gar verbreitet und akzeptiert. Man verlangt von Frauen auch nicht, das Vaterland zu verteidigen und auf den Schlachtfeldern zu verbluten. Welche körperliche Autonomie vermisst Ihr also?

23a) Habt Ihr etwa ’ne Möse?

Äh, nein, wir sind Männer. Und die Unversehrheit unseres Geschlechtsorganes wird, wie bereits erwähnt, rechtlich nicht so gut geschützt wie die des Eurigen.

24) Warum sind Heteros so verrückt nach Lesben?

Weil sie hetero sind, auf schöne Frauen stehen, und Lesben für sie die Fantasie von Sexualität ist, die sie erotisch finden. Wenn man Erdbeeren mag und Käse nicht, wird man es schließlich auch anregend finden, eine Schale Erdbeeren serviert zu bekommen, ohne dass diese mit Käse bestückt ist.

Alles in allem sind Lesben aber lediglich eine Fantasie. Die Realität hat vielen Männern klar gemacht, dass echte Lesben so scharf meist nicht sind. Was Lesben angeht, ist daher vielfach bereits Ernüchterung eingetreten.

25) Wie fühlt es sich an, eine Tritt in die Eier zu bekommen?

Es ist ein Gefühl, wie als wenn einem ein glühendes Messer in die Eingeweise gerammt wird. Man möchte sterben und sich das Leben aus dem Leib kotzen. Es ist die Hölle auf Erden.

26) Wirst es Dir jemals zu viel, ständig männlich erscheinen zu müssen?

Ich versuche es meistens nicht. Ich bin ich. Ein Mann. Und das gerne. Das was Du als männliches Imponieren interpretierst, ist in den meisten Fällen lediglich Ausdruck einer authentischen Persönlichkeit.

36 Fragen an Männer – Teil 1

Irgendwelche Frauen haben auf YouTube 36 Fragen an die Männerwelt gerichtet. Als Gentleman der alten Schule ist es mir selbstredend eine Ehre, die Kommunikation zwischen den Geschlechtern nicht abbrechen zu lassen. Man erlaube mir daher, wenn ich die 36 Fragen (etwas holprig aus dem Englischen übersetzt – ich entschuldige mich vorsorglich) so gut es mir möglich ist, beantworte.

Legen wir los mit den Fragen 1 bis 15:

Medien und Unterhaltung

1) Warum hasst Ihr romantische Komödien? Oder habt Ihr lediglich das Gefühl sie hassen zu müssen?

Ich hasse romantische Komödien nicht. Einige sind durchaus lustig und herzergreifend. Andere aber sind klar auf die Interessen von Frauen zugeschnitten und bedienen ihr Bedürfnis nach Selbstüberhöhung und Göttlichkeit gegenüber einem Mann. Diese sind unerträglich. Und manche sind einfach nur platt und langweilig. Nicht wenige Männer werden romantische Komödien auch deshalb mit Ressentiments betrachten, weil ihnen ihre Freundinnen Wochen lang die Ohren volljammern, warum er nicht so toll wie der Hauptdarsteller ist.

2) Jeder mag [mir akustisch unverständlich] Jeder mag Beyoncé. Das ist ein Fakt.

Zunächst mal: Das ist keine Frage. Eine Frage sieht so aus: Wer ist Beyoncé?

3) Warum lasst Ihr Frauen in Filmen über Männer reden, wenn Ihr Euch stundenlang über Titten unterhalten könnt?

Zunächst einmal sitzen Männer nicht stundenlang herum und reden über Titten, denn meistens ist man sich recht schnell darüber einig, ob eine Frau tolle Titten hat, oder nicht. Ich meinerseits rede kaum über Titten. Titten sind weitgehend uninteressant.

Abgesehen davon, versteh ich nicht, wieso hier eine Unlogik konstruiert wird. Wenn Männer stundenlang über Titten reden, ist es doch nur folgerichtig, dass Frauen stundenlang über Männer reden, oder?

Ach, und noch was: Nicht alle Männer drehen Filme.

4) Warum geht ihr automatisch davon aus, dass Ihr Serien oder Filme nicht mögen werdet, wenn es dort einen weiblichen Protagonisten gibt?

Für mich trifft das nicht zu. „Sex and the City“ hat weibliche Hauptcharaktere. „Elizabeth“ hat einen weiblichen Protagonisten. „Der Teufel trägt Prada“ hat weibliche Hauptcharaktere. Meine Lieblingsschauspielerinnen sind Meryl Streep und Cate Blanchett. Ich mag fast alle deren Filme.

5) Warum findet ihr es überraschend, wenn eine Frau lustig ist?

Weil viele Frauen nicht lustig sind. Schon gar nicht im Beisein mit Männern. Auch Comedy ist überwiegend eine männliche Domäne.

5 a) Ich bin vermutlich lustiger als Du.

Unwahrscheinlich.

Flirten und Daten

6) Warum glaubt Ihr, wir seien Euch verfallen, wenn wir Euch ranlassen?

Weil es üblicherweise ewig dauert bis Frauen einen ranlassen. Aus der Sicht eines Schwulen ist diese Zeitspanne schier endlos.

6 a) In 9 von 10 Fällen möchte auch ich, dass Du (nach dem Sex) endlich gehst. Ich bin beschäftigt, ich hab Zeug zu erledigen.

Du bist eine Frau. Du magst Zeug zu tun haben (schminken, tratschen, shoppen), aber beschäftigt bist Du in den seltensten Fällen.

Und wenn Du möchtest dass er geht, sag es einfach. Er wird es oftmals kaum erwarten können, gehen zu dürfen. Die meisten Männer gehen nur nicht  sofort, weil sie nett sein wollen. Weil viele Frauen das so erwarten. Weil sie einem verfallen sind (siehe Punkt 6).

7) Warum kann ich nicht mit so vielen Leuten Sex haben, wie ich will, ohne dass dies von anderen gewertet wird?

Fick doch mit wem Du willst! Jeder hat das Recht eine Schlampe zu sein. Auch ich bin eine.

7a) Wenn Männer das tun, werden sie beglückwünscht.

Vielleicht von ihren Kumpels, aber das auch nur in einem jungen Alter. Frauen finden es übrigens zumeist gar nicht toll, wenn Mann sich durch die Betten vögelt.

8) Warum hälst Du Frauen, die mit dir nach drei Tagen immer noch nicht im Bett waren, für eine Trockenpflaume, aber für eine Schlampe, wenn sie mit Dir sofort am ersten Tag ins Bett geht?

Weil es so ist. Erst lernt man sich kennen und dann geht man ins Bett. Tut Frau das am ersten Tag ist sie ne geile Schlampe. Und wenn man am dritten nach einem Date immer noch keinen Sex hat, dann ist das Zeitverschwendung. Ihr Frauen berücksichtigt einfach nicht den Zeitaufwand und die materiellen Resourcen, die Männer investieren um Frau flachzulegen. Und Investitionen sollen irgendwann halt Früchte tragen. Ist doch verständlich, oder nicht?

9) In welcher Welt bedeutet ein „Nein“ ein „Ja“?

In meiner. Zuweilen.

9 a) „Nein“ heißt „nein“!

Nein! Nicht immer.

10) Warum behauptet Ihr, dass Frauen zu emotional sind, um Führungsverantwortung zu übernehmen, um dann „Catcalling“ mit der Begründung zu rechtfertigen, dass Männer sich nun mal nicht beherrschen könnten?

Hier fehlt mir wieder der logische Zusammenhang. Selbst wenn Männer sich nicht beherrschen könnten, kann es dennoch stimmen, dass Frauen zu emotional sind, um Führungsverantwortung zu übernehmen. Ich behaupte weder das eine noch das andere. Was ich behaupte ist, dass Männer sexuell reagieren, wenn sie attraktive Frauen sehen, und dass viele Frauen weder den Ehrgeiz noch den Willen haben, um Führunsgverantwortung zu übernehmen.

11) Warum glaubst Du, dass nur weil Du nett zu mir bist, ich Dir meinen Körper schulde?

Nur weil Mann Deinen Körper möchte, heißt das nicht, dass Mann glaubt, darauf einen Anspruch zu haben. Du konstruierst eine Strohmann.

12) Wie kommst Du auf die Idee, ein ungefordertes Penis-Bild zuzusenden?

Weil Penisse geil sind. Weil wir Männer unsere Penisse lieben. Wenn aber Männer wüssten, dass Frauen auf Penisse nicht so scharf sind, wie Männer auf Mösen, würden sie stattdessen ein Foto vom Inhalt ihrer Brieftasche schicken.

Öffentlicher Raum

13) Warum glaubst Du, dass es okay ist, Frauen zu belästigen oder anstößige Kommentare über sie zu machen, wenn Du das nicht gut findest, wenn es Deiner Schwester passiert?

Weil meine Schwester mir näher steht als irgendeine Tussi, die möglichweise anstößige Kommenare verdient oder selbst provoziert hat. In den meisten Fällen finde ich aber weder das eine, noch das andere in Ordnung.

14) Wie fühlt es sich an, wenn Du mich in einem Meeting unterbrichst, während ich ein Argument vorbringe?

Ich tue das, weil Dein Arguemnt entweder unsinnig ist, oder einer Ergänzung bedarf. Das mache ich bei Männern genau so.

15) Warum müsst Ihr immer so breitbeinig dasitzen? Ich verstehe, Ihr habt Eier, aber ich breite meine Arme auch nicht aus, damit meine Möpse Platz haben.

Keine Ahnung von menschlicher Anatomie. Es ist kaum möglich und zudem unbequem, die eigenen Arme so sehr umeinander zu pressen, dass sie einen schmerzhaften Druck auf die Brust ausüben. Wenn Männer dagegen die Beine zusammennehmen, werden die Hoden fast  zwangsläufig in irgendeiner Weise geklemmt. Das ist fast immer unbequem, zuweilen unangenehm, machmal schmerzhaft. Es ist einfach bequemer für uns, die Beine breit zu machen.

Fragen 16-36 folgen

Närrisch feministisch

Einer der Gründe für die wachsende gesellschaftliche  Kritik am Feminismus – neben der immer offensichtlicheren Antipathie gegenüber Männern und allem als „männlich“ deklarierten – ist das beständige Jammern und Klagen, welche die Ziellosigkeit, den Egozentrismus und Überflüssigkeit des westlichen Feminismus nur mühevoll kaschieren kann.

Ein wunderbares Beispiel bietet uns ein bereits etwas älterer Beitrag einer gewissen Meghan Murphy über das Referendum zur Öfnnung der Ehe in Irland:

To be clear, of course I believe that so long as heterosexual couples are permitted to marry, gay and lesbian couples should also be allowed access to the same rights and privileges they have access to. What I oppose is not gay marriage, rather I oppose marriage as a whole and, more generally, I don’t believe that allowing same-sex couples to wed signals a move towards “equality.”

Zunächst einmal könnte man Murphy darauf hinweisen, dass die Ehe nicht verpflichtend ist, dass sie also, wenn sie nicht heiraten möchte und gegen die Ehe ist, nicht heiraten muss. Damit könnte man den Beitrag eigentlich bereits beenden, doch Murphy hat, wie so viele Frauen, noch mehr zu erzählen:

While support for LGBT rights is growing worldwide, women’s actual human rights remain unaddressed.

Das ist absolut korrekt. Weder bei Amnesty International, noch bei Human Rights Watch, weder in der Politik, noch im gesellschaftlichen Diskurs spielen die Rechte von Frauen irgendeine Rolle. Zumindest muss man diesen Eindruck haben, wenn man auf dem Mond lebt.

Liberating women from male oppression, on the other hand, means those in power have to give up a lot. As Katha Pollitt wrote, in The Nation, “Marriage equality costs society nothing and takes no power away from anyone.”

Denn darum geht es dem Feminismus ja in Wirklichkeit. Nicht um Gleichheit vor dem Gesetz (welche Frauen in der westlichen Welt ja längst haben), sondern um „Macht“, eine Umverteilung von Macht weg von Männern hin zu den Frauen. Inwiefern die Männer Macht haben, die ihnen nicht zusteht, bleibt dabei natürlich ungesagt.

In fact, gay marriage allows progressive heterosexuals feel much more at ease about their choice to join the church of wedded bliss as they can tell themselves it is no longer the old-fashioned, conservative institution of yesteryear — it’s now hip and open-minded and “inclusive.” We are all now able to forget about critiquing the institution, asking why we continue to marry at all, and why we continue to allow marriage to define our relationships and lives in such an overbearing way because we’ve so generously let the gays in.

Das ist natürlich alles Unsinn, denn wer die Ehe für eine altmodisch Institution hält, die nicht zu einem passe, der braucht – tada! – auch weiterhin nicht zu heiraten. Auch ist Kritik an der Institution der Ehe weiterhin erlaubt. Ach, und übrigens: Inwiefern definiert die Ehe „unser“ Leben und „unsere“ Beziehungen? Doch wohl nur dann, wenn „wir“ selbst verheiratet sind, oder nicht?

In April, Pollitt asked why reproductive rights were “losing” while gay rights were “winning.”

Tun sie das? Sind Verhütungsmittel mittlerweile verboten? Gibt es Initiativen, die den Zugang zu Verhütungsmitteln erschweren sollen?

She pointed out that “Indiana’s attempt to enshrine opposition to gay marriage under the guise of religious freedom provoked an immediate nationwide backlash.” Meanwhile, in many states, women still don’t have access to abortions and women are even being charged with feticide for miscarrying or trying to terminate pregnancies themselves.

Ah, natürlich, Abtreibung, das feministische Heiligtum schlechthin, unantastbar und abgeschirmt von jedweder Kritik.

Last month in Indiana, Purvi Patel was given a 20-year sentence for miscarrying, accused of using abortion drugs to terminate her pregnancy. In Mississippi, Rennie Gibbs, who was 16-years-old at the time, faced life in prison after she delivered a stillborn baby. Jessica Mason Pieklo wrote, for RH Reality Check that after the medical examiner decided the cause of death was “cocaine toxicity,” the grand jury concluded that Gibbs had “caused the death of the baby by smoking crack cocaine during her pregnancy.” That is to say she was facing murder charges. The charge was dismissed, but both cases represent a growing effort to criminalize pregnant women in the U.S. and a prioritization of the lives of fetuses over the lives of women.

Selbstverständlich muss jede Frau das unangetastete Recht haben, ein ungeborenes Kind abzutöten, und sie sollte auch jederzeit das Recht haben, während der Schwangerschaft zu koksen! Alles andere wäre patriarchale Unterdrückung!

Das eine Abtreibung nicht nur die Frau betrifft, sondern auch einen anderne Menschen, der zwar ungeboren ist, aber trotzdem aller Wahrscheinlichkeit nach lebend auf die Welt käme, wenn man ihn nicht abtreiben würde, das spielt alles keine Rolle. „Mein Bauch gehört mir“, und das selbstredend auch dann, wenn er gar nicht mehr nur mir gehört, sondern darin ein neuer Mensch heranwächst – der übrigens auch noch unter Beteiligung eines dritten Menschen zustande gekommen ist, des Vaters, der in dieser Debatte aber überhaupt niemals eine Rolle spielt.

Ending a pregnancy is still technically a criminal offence in British law (though The Abortion Act, passed in 1967, means that most women’s abortions can take place legally if certain conditions are met). Women still cannot get legal abortions in Malta, El Salvador, Chile, and The Dominican Republic. In Nicaragua the penal code criminalizes both the practitioner and the woman who gets the abortion, which has made unsafe abortion the leading cause of maternal deaths in the country.

Man sollte Feministen immer wieder aufs Brot schmieren, dass es gute Gründe gibt, dass Abtreibung einen schweren legalistischen Stand hat – eben weil eine Abtreibung nicht nur die Frau, sondern auch den Vater und insbesondere einen Fötus betrifft, der zu diese Zeitpunkt zwar noch kein Mensch ist, sich aller Wahrscheinlicheit nach aber zu einem lebenden, atmenden Menschen entwickeln, wenn man ihn nicht abtreiben würde.

Abortion is illegal in Ireland in all cases (including incest and rape) unless the woman’s life is in danger. Ireland’s Constitution states, in its Eighth Amendment, that “the State acknowledges the right to life of the unborn and, with due regard to the equal right to life of the mother, guarantees in its laws to respect, and, as far as practicable, by its laws to defend and vindicate that right.”

But we are to believe that marriage will create a free and equal society?

Eine Ehe wird von zwei gleichberechtigten Partnern im gegenseitigen Einverständnis geschlossen. Eine Abtreibung dagegen ist die bewusst herbeigeführte Abtötung eines potentiellen Menschen. Letzteres als ein Recht zu bezeichnen und als Ausdruck von Freiheit und Gleichheit zu betrachten, ist eine Pervertierung ethischen Denkens und eine Beleg für die intellektuelle Verkommenheit des Feminismus.

Reproductive rights allow women control over their lives.

Ja, und deshalb gibt es die Pille, Kondom, die Spirale, das Diaphragma, etc. pp.

Abortion access is both a health issue and a human rights issue. We have a right not to give birth and raise children.

Ja, dieses Recht habt ihr Frauen! Deshalb gibt es ja auch Verhütungsmittel. Und die Möglichkeit, nicht zu ficken, wenn man gerade keine Verhütungsmittel zur Hand oder seinen Eisprung hat.

We have the right to not put our lives at risk through pregnancy.

Ja, auch dieses Recht habt ihr! Selbst in Irland, wie weiter oben selbst aufgeführt. Denn auch in Irland ist Abteibung erlaubt, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist. Ihr habt allerdings nicht das Recht, Eurem ungeborenen Kind ohne Not Schaden zuzufügen. Dass man Frauen in westlichen Ländern erlaubt, unter bestimmten Umständen abzutreiben, ist ein riesiges Zugeständnis angesichts der schwerwiegenden ethischen Probleme, die eine Abtreibung aufwirft. 

Aber das ist Murphy natürlich nicht genug. Die will, dass Frauen ficken können, wie sie lustig sind, ohne die Verantwortung für die Folgen zu tragen. Und wenn frau dann schwanger wird, egal, weg damit! Ist ja eh nur ein Zellhaufen.

Marriage is not a progressive institution. It is an institution founded on the idea of women as property, traded among men, and it continues to be a site of oppression for women today.

Dann heirate halt nicht, wenn Dir die Ehe zu unterdrückerisch ist!

More than a third of women murdered around the world are killed by their partner. Domestic abuse kills more people than wars.

Dann heirate halt nicht, wenn Dir die Ehe zu gefährlich ist!

The most progressive thing we could do would be to abolish the institution once and for all.

Oder man heiratet einfach nicht.

To refuse to let our wedding day be the most important day of our lives.

Wenn frau einfach nicht heiratet, könnte sie nicht in die „Gefahr“ geraten, dass der Hochzeitstag der wichtigste Tag in ihrem Leben wird.

To push back against the idea that the correct way to live and love and have families is within this these very restrictive parameters that devalue all relationships that are not of the “husband and wife” variety.

Deshalb gibt es ja jetzt die Ehe auch für gleichgeschlechtliche Paare. Nicht mehr nur Braut und Bräutigam, sondern auch Braut und Braut, sowie Bräutigam und Bräutigam.

To reject the idea that those who choose to marry should have access to rights and privileges that those who aren’t married don’t have access to.

Wenn man unbedingt die Rechte und Privilegien der Ehe haben will, könnte man einfach heiraten. In Irland nun sogar auch dann, wenn man eine radikale Lesbo-Feminstin ist.

We know that motherhood and marriage are not universally “good” for women.

Ja, und deshalb gibt es Verhütungsmittel. Habe ich das schon mal erwähnt?

Pregnancy is dangerous, childcare and housework — which women continue to do the bulk of — are undervalued and unpaid, women continue to take their male partners’ names in marriage, signalling subservience and patriarchal ideals, and, of course, violence continues to be central to many women’s experiences of “wedded bliss.”

Man muss allerdings nicht heiraten. Und es gibt Verhütungsmittel. Unter gewissen Umständen darf man sogar abtreiben. Das nur so nebenbei, weil es gewisse Frauen offensichtlich noch nicht mitbekommen haben.

Often when women leave these abusive relationships they continue to be financially, psychologically, and emotionally abused by their ex-husbands, who torture them in court by trying to take their children away from them.

Das geht natürlich gar nicht! Wie können sich Ehemänner und Väter erlauben Ehefrauen und Mütter bei einer Trennung vor ein Gericht zu zerren? Denn die Perspektive der Frau hat gefälligst das einzig entscheidende Kriterium zu sein! Und nur ihr gehört das Kind! So wie ihr Bauch ihr gehört! Immer!

The fact that lesbian and gay relationships are being acknowledged as legitimate is a good thing, no doubt. But the fact that it is marriage that defines what is and is not a legitimate relationship remains a problem. Beyond that, weddings will not lead to equality or human rights for women. They can be fun and lovely (they can also be boring, offensively lavish, and extremely sexist), but they will not end oppression.

Wichtige Neuigkeit an Frau Murphy: Die gleichgeschlechtliche Ehe wurde nicht eingeführt, um weibliche Unterdrückung zu beenden, sondern um Gleichheit vor dem Gesetz herzustellen. Im Übrigen kann man weibliche Unterdrückung gar nicht beenden. Denn wie wir gesehen haben, kann  weibliche Unterdrückung nur dann beendet werden, wenn Frau ungestraft ihr ungeborenes Kind abtöten und zukoksen darf und wenn sie ihr Leben  leben darf, ohne Verantwortung und Konsequenzen für dieses Leben tragen. Weibliche Unterdrückung kann also nur dann beendet werden, wenn man Frauen absolute Narrenfreiheit in allen Belangen des Lebens gewährt.

Und das passt ja zu einer Narrenideologie, wie sie der Feminismus ist.

Penny makes the World go nuts

Je mehr ich von Laurie Penny lese, umso bemerkenswerter finde ich, dass sie als Popstar eines neuen Feminismus herumgereicht wird. Muss man das verstehen?

Hat sich der Kampf um Gleichberechtigung nicht längst erledigt? Nein, hat er nicht! Arme Frauen, Frauen mit dunkler Hautfarbe, Menschen mit nicht-heterosexueller Orientierung sind immer noch stark benachteiligt.

Bevor wir uns die Frage stellen, wer stark benachteiligt wird, müssten wir zunächst einmal andere Fragen stellen: Benachteiligt gegenüber wem? In welchem Kontext? Unter welchen Umständen? Woran liegt das? Ist es veränderbar? Mit welchen Mitteln?

Und ich glaube, seit den Nullerjahren herrscht so eine merkwürdige Kultur, Betroffenen dafür ständig selbst die Schuld zu geben. Hey, du bist unglücklich? Dann musst du härter an dir arbeiten! Dann hast du es einfach noch nicht hart genug versucht!

Ich halte das für ein durchaus erfolgreiches Rezept, sein „Unglück“ zu analysieren und Fragen zu stellen, wie etwa: Unglücklich wegen was? Woran liegt das? Was kann ich daran ändern? Eine der interessantesten Fragen in diesem Zusammenhang finde ich übrigens folgende: Bin ich wirklich unglücklich oder vielleicht nur zu anspruchsvoll, selbstzentriert und verwöhnt? Hindere ich mich also selbst an meinem Glück?

Ich halte die Vorstellung des alten Feminismus von einer klaren Machtaufteilung zwischen den Geschlechtern für überholt. Also die Vorstellung, wonach Frauen machtlos sind, wenn Männer Macht haben – und umgekehrt, dass Männer automatisch an Macht verlieren, wenn Frauen mehr Macht haben. So funktioniert das nicht.

Nein, so funktioniert das in der Tat nicht. Liegt aber auch daran, dass die Analyse einer Gesellschaft alleine unter dem Gesichtspunkt von Machtverhältnissen ziemlich unterkomplex ist.

Nun, der Begriff Patriarchat meint wörtlich übersetzt ja nicht Herrschaft der Männer, sondern Herrschaft der Väter. Und die Reichen, die uns sozial kontrollieren, sind nicht per se alle Männer.

Schön, dass Penny das aufgefallen ist. Doch was meint sie damit, dass uns „die Reichen“ – Frauen und Männer – alle sozial kontrollieren? Ich fühle mich nicht sozial kontrolliert. Zumindest nicht von „Reichen“. Die sind mir ehrlich gesagt sogar ziemlich schnuppe, weil sie in meinem Leben keine Rolle spielen. Reich wäre ich natürlich gerne selber. Aber warum sollte ich dann jemanden sozial kontrollieren wollen? Im Gegenteil, einer meiner größten Antriebe für das Reichsein ist, dass wenn ich Geld wie Heu hätte, mich dann von der Gesellschaft soweit wie möglich isolieren könnte. Und meine Ruhe hätte.

Von daher haben es die meisten Männer oder Jungs nicht leichter als Frauen oder Mädchen. Sie haben nur andere geschlechtsspezifische Probleme. Ich glaube, der Feminismus wird immer besser darin, auch diese Probleme wahrzunehmen.

Eine wahrhaft bravouröse Leistung des Feminismus, mitzubekommen, dass auch Männer und Jungs Probleme haben, nach dem man sie jahrzehntelang als das Übel schlechthin dargestellt hat.

Gegen tolle Schuhe habe ich nichts einzuwenden!

Keine Überraschung, Penny, Du bist schließlich eine Frau!

Aber es gibt eine neue Art von Feminismus, der Leute zu besseren neoliberalen Subjekten machen und sie glauben machen will, Gleichberechtigung hieße, eine Karriere machen zu können, die Freiraum für Kinder lässt.

Wenn Frau eine Karriere machen und sich zum „neoliberalen Subjekt“ machen will, dann ist das ihr gutes Recht! Gleichberechtigung bedeutet nämlich gleiche Rechte und gleiche Chancen vor dem Gesetz. Gleichberechtigung bedeutet dagegen nicht, nur so zu leben, wie Laurie Penny das gefällt.

Das mag wichtig sein.

Ist es auch. Wenn man es selbst für wichtig hält.

Aber dieser Feminismus geht nicht an die Wurzel der Diskriminierung.

Welche Diskriminierung?

Er redet nicht über Verhütung, Abtreibungsrechte oder darüber, wie Arbeit verteilt ist. Er redet nicht über sexuellen Missbrauch, Rassen- und Klassenzugehörigkeit. Wenn wir alle wohlhabende weiße Frauen in Weltstädten sein könnten, wäre das okay. Aber so funktioniert keine echte Befreiung.

Nahezu alle Feministen sind wohlhabende weiße Frauen, die in Weltstädten leben. Und sie reden pausenlos über Verhütung, Abtreibungsrechte oder darüber, wie Arbeit verteilt ist. Sexueller Missbrauch und „Rape Culture“ ist auch immer wieder ein feministischer Klassiker. Und auch Rassen- und Klassenzugehörigkeit wird gerne als Gesprächsstoff genommen.

(…) das Interessante an Magersucht ist ja, dass – obwohl lange bekannt ist, dass Rollenerwartung und Essstörungen gerade bei jungen Frauen zusammenhängen – die Gesellschaft immer noch an einem krank machenden Frauenbild festhält. Als ich damals in der Klinik war, gab es dort viele Ärzte, die uns Patientinnen immer ermunterten, „gute Mädchen“ zu werden. Sie sagten, wir sollten uns hübscher anziehen, die Haare wachsen lassen, uns schminken und ein besseres Körpergefühl entwickeln. Dann würde alles besser werden. Wurde es bei mir aber nicht. Was mir half, war die Erkenntnis, dass es okay war, wütend zu sein. Dass nicht ich verrückt war, sondern dass die Gesellschaft es verbockt hatte.

Ich bin jetzt mal total unsensibel: Vorausgesetzt, man sieht Übergewicht nicht als Esstörung (aber wenn, dann wären Männer genau so betroffen) haben die meisten jungen Mädchen und Frauen keine Esstörung. Und noch weniger von ihnen muss man deswegen in eine Klinik einweisen. Ich weiß, ich weiß, seit den Nullerjahren herrscht so eine merkwürdige Kultur, Betroffenen ständig selbst die Schuld zu geben, aber das möchte ich auch gar nicht tun, sondern lediglich darauf hinweisen, dass die Magersucht von Penny möglicherweise nicht an „der Gesellschaft“ lag (denn wenn, wären ja viel mehr bis alle Frauen betroffen), sondern an ihrem persönlichen, familiären oder sozialen Umfeld.

(…) ich habe gerade wirklich das Gefühl, das so ungefähr jede Frau, die ich kenne, schwanger ist.

Das Gefühl haben viele junge Frauen, die ihre biologische Uhr immer lauter ticken hören…

Ein Baby zu haben, scheint heute eine Lifestyle-Wahl zu sein. Etwas, das man sich leisten können will wie eine neue Homme-Tasche oder Louis-Vuitton-Schuhe.

Und was ist daran falsch?

Ich glaube, es ist wichtig, Mutterschaft – wie einige Feministinnen in den Siebzigerjahren – wieder als Arbeit zu begreifen.

Okay. Und wer soll Frauen diese „Arbeit“ bezahlen? Man lasse mich raten: Männer vielleicht?

Ich höre die Leute so viel von Work-Life-Balance reden. Aber Freizeit für Frauen meint dann eben nicht: Einfach mal allein vor dem Fernseher abhängen und sich Fussel vom Bauchnabel puhlen. Freizeit für Frauen meint: Babys. Oder sich um den Ehemann kümmern.

Hindert irgendjemand Frauen daran, vor dem Fernseher abzuhängen oder sich Fussel vom Bauchnabel zu puhlen?

Die meisten Frauen leben eine Work-Work-Balance. Ihre Arbeit ist irgendwie nie zu Ende.

Ja, die armen Frauen. Immer am Arbeiten: Bücher schreiben, Vorträge halten, nach Schuhen shoppen. Und dann ist man auch noch ständig schwanger, was einem aber nicht mal als Arbeit anerkannt wird.

Warum gönnen wir uns nicht ein bisschen mehr Faulheit? Mehr Zeit für uns selbst?

Mach doch, Penny! Hör auf Bücher zu schreiben sowie Vorträge zu halten und Interviews zu geben und mach einfach mal nichts!

Ich denke, ich werde zu einer Revolution der faulen Frauen aufrufen!

Also, ich persönlich wäre dazu zu faul. Aber als Mann ohne Frau kann ich mir Faulheit auch leisten.