Gott als Arbeitgeber

In den USA spielt sich momentan eine Posse ab, die ich mit einer Mischung aus Ärger und Amüsement zur Kenntnis nehme. Im Bundesstaat Kentucky weigert sich eine Angestellte des öffentlichen Dienstes, Kim Davis, seit mehreren Wochen, Ehelizenzen auszustellen, obwohl genau dies Teil ihres Jobs ist. Sie tut dies auf der Basis ihres religiösen Anschauung, welche es nicht erlaube, eine Ehe zwischen Personen gleichen Geschlechts gutzuheißen. Mittlerweile hat das Oberste Gericht der Vereinigten Staaten bestimmt, dass Davis Ehelizenzen ausstellen muss. Sie weigert sich dennoch standhaft und beruft sich weiterhin auf die Autorität von Gott, der sie unterstellt sei.

Nun mag man sich wundern, warum man die Dame nicht einfach entlässt. Immerhin weigert sie sich nicht nur, ihren Beruf nachzugehen, nein sie stellt sich sogar explizit gegen ihren Arbeitgeber und gegen die Gesetze des Landes für das sie tätig ist, sondern auch gegen die Bürger der USA. Sie scheint offenbar nicht zu begreifen, dass sie nicht für Gott arbeitet, sondern für die Regierung Kentuckys und der Vereinigten Staaten von Amerika. Gott zahlt ihr kein Gehalt, es sind die Steuer zahlenden Bürger. Und genau diesen verweigert sie Ehelizenzen. Im Grunde genommen ein ungeheuerlicher Vorgang.

Dummerweise werden Angestellte des öffentlichen Dienstes in Kentucky gewählt, so dass man Davis nicht einfach entlassen kann. Man muss sie entweder abwählen oder sie durch ein Verfahren wegen Amtsmissbrauch aus ihrer Position entfernen. Letzteres ist allerdings ein langwieriger, mühevoller Prozess, zu dem sich der konservative Südstaat Kentucky bislang nicht durchringen konnte. 

Diese Geschichte macht einmal mehr deutlich, wie absurd das Konzept der Religionsfreiheit als Philosophie ist; absurd in dem Sinne, dass der eigene Glaube wichtiger als alles andere sei, solange man nur Gott als Autorität zitieren kann. Man stelle sich vor, ein Jude würde in einer Metzgerei arbeiten und sich auf der Basis seiner Religion weigern, Schweinefleisch zu verarbeiten. Oder man denke sich eine Muslima in einem Bekleidungsgeschäft, die Gotts Autorität anruft um ihr „Recht“ durchzusetzen, keine Dessous zu verkaufen.

Wenn das alles akzeptabel sein soll, erfinde ich demnächst meine eigene Religion. Und diese wird besagen, dass mein Gott es mir während meiner Arbeitszeit vorschreibt, jede Stunde eine Pause von 45 Minuten einzulegen.

Kim Davis ist übrigens bereits zum vierten Mal verheiratet. Dagegen hatte Gott offensichtlich nichts zu sagen.

Lachen über Lachmann

Sollten Homosexuelle heiraten und Kinder adoptieren dürfen? Der Journalist Günther Lachmann ist strikt dagegen. Denn zur Ehe gehöre schon seit Jahrtausenden die Fortpflanzung von Mann und Frau.

Aber diese Jahrtausende sind spätestens mit der Einführung der Antibabypille und weiterer zuverlässiger Verhütungsmethoden passé. Die  Argumentation ist daher obsolet, weil Ehe und Fortpflanzung nichts mehr miteinander zu tun haben. Der gesamte gesellschaftliche Kontext, der dieses Argument stützen könnte, ist weggebrochen. Semantische Spitzfindigkeiten und linguistische Rekurse auf historische Zusammenhänge werden diesen Fakt nicht aushebeln können.

Die Gegner der Eheöffnung machen sich nur noch lächerlich. Honorieren wir ihre Bemühungen zur Hebung der Stimmung!

Und lachen sie aus!

Torte, es gibt Torte!

Ein schwules Paar geht in eine Konditorei und möchte eine Hochzeitstorte. Der Konditor weigert sich, weil seine religiöse Anschauung das Konzept der gleichgeschlechtlichen Ehe für sündhaft hält. Das Paar verklagt daraufhin den Konditor auf Schadenersatz…

Ich kann mir nicht helfen, es fällt mir schwer zu entscheiden, welche von beiden Parteien ich alberner finde.

Wenn mir und meinem Freund eine Hochzeitstorte verweigert würde, weil wir schwul sind, was würde ich tun? (Sehen wir mal davon ab, dass mir das nicht passieren würde, weil ich in Berlin lebe und daher weiß, welche Konditorei ich aufsuchen müsste, um garantiert nicht abgewiesen zu werden).

Aber nehmen wir mal an, mir würde so etwas geschehen. In meinem Kopf spielt sich das Szenario  – dramaturgisch verfeinert – in etwa so ab:

Adrian: „Guten Tag, verehrter Konditormeister, ich hätte gerne eine Hochzeitstorte.“

Konditor: „Vortrefflich! Soll die Torte denn für Sie bestimmt sein?“

Adrian: „Durchaus!“

Konditor: „Meine herzlichsten Glückwünsche! Wann ist es denn soweit?

Adrian: „An den Iden des September.“

Konditor: „Vortrefflich! Aber wieso haben Sie Ihre Zukünftige nicht mitgebracht?“

Adrian: „Weil es, mit Verlaub, keine Zukünftige gibt. Und wenngleich ich beabsichtigte eine Torte zu bestellen und keine Konversation über mein Privatleben zu führen gedachte, werde ich Ihnen meinen Zukünftigen dennoch vorstellen. Sag ‚Guten Tag‘, Rafael!“

Rafael: „Guten Tag!“

Konditor: „Einen Moment, bitte, verstehe ich recht, Sie sind homophil und gedenken zu heiraten?“

Adrian: „Eiderdaus, nicht wahr? Und ein solch Arrangement im Jahre 2020 in Berlin, der Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland!“

Konditor: „Es tut mir leid, aber so etwas kann ich nicht unterstützen. Denn die Ehe, das  ist für mich etwas zwischen Mann und Frau.

Adrian: „Das ist wahrlich interessant, allerdings kann dies von mir aus gerne so bleiben. Denn ich gedenke, nicht Sie, sondern meinen geliebten Rafael zu ehelichen. Nicht wahr, Rafael?“

Rafael: „Fürwahr!“

Konditor: „Ich glaube, Sie missverstehen mich. Ich kann unter diesen Umständen keine Torte backen. Nicht für ein homophiles Paar, wie Sie beide eines sind.“

Adrian: „Ich verstehe durchaus, allerdings bin ich im Besitz der nötigen finanziellen Mittel. Gedenken Sie nicht, an diesen zu partizipieren? Ich war der Ansicht, eine derartige Übereinkunft läge im Interesse eines Konditors. Meine Finanzmittel im Tausch gegen ihre konditorischen Fähigkeiten. Es müsste auch keiner erfahren, dass Sie eine Torte für ein homophiles  Paar kredenzt haben. Sie können Ihrer Gattin ja berichten, Sie hätten heute eine Torte für ein reizendes junges heterophiles Paar gezaubert, welches den Bund der Ehe zu schließen beabsichtigt, damit die Frucht ihrer Leidenschaft nicht in Sünde auf die Welt kommt.“

Konditor: „Ich schätze es nicht, wenn man sich über mich lustig macht.“

Adrian: „Das bedaure ich zutiefst, allerdings diktiert mir meine Weltanschauung, mich über Menschen wie Sie zu mokieren.“

Konditor: „Bitte gehen Sie!“

Adrian: „Nur zu gerne. Zuvor aber noch einige Worte des Abschieds. Ihnen ist doch wohl bewusst, dass ich Sie auf der Grundlage des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes für Gericht zitieren und Sie dort Ihrer Unterleibsbekleidung entledigen könnte? Ihnen ist doch ebenfalls bewusst, dass ich über die sozialen Netzwerke jeden homophil Veranlagten Deutschlands auf Ihr Etablissment aufmerksam könnte?“

Konditor: „Sie sind ja ein übler Mensch, ein ganz Übler!“

Adrian: „Au contraire, guter Mann! Weil ich nämlich beabsichtige, all dies nicht zu tun. Trotz Ihres flegelhaften Verhaltens halte ich Ihr Recht auf Meinungs-, Gewissens- und Vertragsfreiheit hoch, wenngleich Ihre Ansichten fürwahr abscheulich sind. Denn Toleranz, das ist meine Natur. Nicht wahr, Rafael“?

Rafael: „Fürwahr, das ist die Natur meines geliebten Adrian. Und eine der Gründe, weshalb ich gedenke, ihn zu ehelichen.“

Adrian: „Fürwahr! Und nun lass uns gehen, Rafael, um auf unserem Canapé die süßen Früchte der griechischen Liebe zu kosten. Eine Hochzeitstorte erhalten wir auch in einer anderen Lokalität.“

Rafael: „Fürwahr. Aber bitte bedenke, eine Torte mit Sahne.“

Adrian: „Sahne bekommst Du freilich, mein Lieber. Soviel Sahne wie es Dir beliebt.“

Und selbstverständlich haben wir die Torte woanders bekommen. Mit soviel Sahne, wie es uns beliebt.

Närrisch feministisch

Einer der Gründe für die wachsende gesellschaftliche  Kritik am Feminismus – neben der immer offensichtlicheren Antipathie gegenüber Männern und allem als „männlich“ deklarierten – ist das beständige Jammern und Klagen, welche die Ziellosigkeit, den Egozentrismus und Überflüssigkeit des westlichen Feminismus nur mühevoll kaschieren kann.

Ein wunderbares Beispiel bietet uns ein bereits etwas älterer Beitrag einer gewissen Meghan Murphy über das Referendum zur Öfnnung der Ehe in Irland:

To be clear, of course I believe that so long as heterosexual couples are permitted to marry, gay and lesbian couples should also be allowed access to the same rights and privileges they have access to. What I oppose is not gay marriage, rather I oppose marriage as a whole and, more generally, I don’t believe that allowing same-sex couples to wed signals a move towards “equality.”

Zunächst einmal könnte man Murphy darauf hinweisen, dass die Ehe nicht verpflichtend ist, dass sie also, wenn sie nicht heiraten möchte und gegen die Ehe ist, nicht heiraten muss. Damit könnte man den Beitrag eigentlich bereits beenden, doch Murphy hat, wie so viele Frauen, noch mehr zu erzählen:

While support for LGBT rights is growing worldwide, women’s actual human rights remain unaddressed.

Das ist absolut korrekt. Weder bei Amnesty International, noch bei Human Rights Watch, weder in der Politik, noch im gesellschaftlichen Diskurs spielen die Rechte von Frauen irgendeine Rolle. Zumindest muss man diesen Eindruck haben, wenn man auf dem Mond lebt.

Liberating women from male oppression, on the other hand, means those in power have to give up a lot. As Katha Pollitt wrote, in The Nation, “Marriage equality costs society nothing and takes no power away from anyone.”

Denn darum geht es dem Feminismus ja in Wirklichkeit. Nicht um Gleichheit vor dem Gesetz (welche Frauen in der westlichen Welt ja längst haben), sondern um „Macht“, eine Umverteilung von Macht weg von Männern hin zu den Frauen. Inwiefern die Männer Macht haben, die ihnen nicht zusteht, bleibt dabei natürlich ungesagt.

In fact, gay marriage allows progressive heterosexuals feel much more at ease about their choice to join the church of wedded bliss as they can tell themselves it is no longer the old-fashioned, conservative institution of yesteryear — it’s now hip and open-minded and “inclusive.” We are all now able to forget about critiquing the institution, asking why we continue to marry at all, and why we continue to allow marriage to define our relationships and lives in such an overbearing way because we’ve so generously let the gays in.

Das ist natürlich alles Unsinn, denn wer die Ehe für eine altmodisch Institution hält, die nicht zu einem passe, der braucht – tada! – auch weiterhin nicht zu heiraten. Auch ist Kritik an der Institution der Ehe weiterhin erlaubt. Ach, und übrigens: Inwiefern definiert die Ehe „unser“ Leben und „unsere“ Beziehungen? Doch wohl nur dann, wenn „wir“ selbst verheiratet sind, oder nicht?

In April, Pollitt asked why reproductive rights were “losing” while gay rights were “winning.”

Tun sie das? Sind Verhütungsmittel mittlerweile verboten? Gibt es Initiativen, die den Zugang zu Verhütungsmitteln erschweren sollen?

She pointed out that “Indiana’s attempt to enshrine opposition to gay marriage under the guise of religious freedom provoked an immediate nationwide backlash.” Meanwhile, in many states, women still don’t have access to abortions and women are even being charged with feticide for miscarrying or trying to terminate pregnancies themselves.

Ah, natürlich, Abtreibung, das feministische Heiligtum schlechthin, unantastbar und abgeschirmt von jedweder Kritik.

Last month in Indiana, Purvi Patel was given a 20-year sentence for miscarrying, accused of using abortion drugs to terminate her pregnancy. In Mississippi, Rennie Gibbs, who was 16-years-old at the time, faced life in prison after she delivered a stillborn baby. Jessica Mason Pieklo wrote, for RH Reality Check that after the medical examiner decided the cause of death was “cocaine toxicity,” the grand jury concluded that Gibbs had “caused the death of the baby by smoking crack cocaine during her pregnancy.” That is to say she was facing murder charges. The charge was dismissed, but both cases represent a growing effort to criminalize pregnant women in the U.S. and a prioritization of the lives of fetuses over the lives of women.

Selbstverständlich muss jede Frau das unangetastete Recht haben, ein ungeborenes Kind abzutöten, und sie sollte auch jederzeit das Recht haben, während der Schwangerschaft zu koksen! Alles andere wäre patriarchale Unterdrückung!

Das eine Abtreibung nicht nur die Frau betrifft, sondern auch einen anderne Menschen, der zwar ungeboren ist, aber trotzdem aller Wahrscheinlichkeit nach lebend auf die Welt käme, wenn man ihn nicht abtreiben würde, das spielt alles keine Rolle. „Mein Bauch gehört mir“, und das selbstredend auch dann, wenn er gar nicht mehr nur mir gehört, sondern darin ein neuer Mensch heranwächst – der übrigens auch noch unter Beteiligung eines dritten Menschen zustande gekommen ist, des Vaters, der in dieser Debatte aber überhaupt niemals eine Rolle spielt.

Ending a pregnancy is still technically a criminal offence in British law (though The Abortion Act, passed in 1967, means that most women’s abortions can take place legally if certain conditions are met). Women still cannot get legal abortions in Malta, El Salvador, Chile, and The Dominican Republic. In Nicaragua the penal code criminalizes both the practitioner and the woman who gets the abortion, which has made unsafe abortion the leading cause of maternal deaths in the country.

Man sollte Feministen immer wieder aufs Brot schmieren, dass es gute Gründe gibt, dass Abtreibung einen schweren legalistischen Stand hat – eben weil eine Abtreibung nicht nur die Frau, sondern auch den Vater und insbesondere einen Fötus betrifft, der zu diese Zeitpunkt zwar noch kein Mensch ist, sich aller Wahrscheinlicheit nach aber zu einem lebenden, atmenden Menschen entwickeln, wenn man ihn nicht abtreiben würde.

Abortion is illegal in Ireland in all cases (including incest and rape) unless the woman’s life is in danger. Ireland’s Constitution states, in its Eighth Amendment, that “the State acknowledges the right to life of the unborn and, with due regard to the equal right to life of the mother, guarantees in its laws to respect, and, as far as practicable, by its laws to defend and vindicate that right.”

But we are to believe that marriage will create a free and equal society?

Eine Ehe wird von zwei gleichberechtigten Partnern im gegenseitigen Einverständnis geschlossen. Eine Abtreibung dagegen ist die bewusst herbeigeführte Abtötung eines potentiellen Menschen. Letzteres als ein Recht zu bezeichnen und als Ausdruck von Freiheit und Gleichheit zu betrachten, ist eine Pervertierung ethischen Denkens und eine Beleg für die intellektuelle Verkommenheit des Feminismus.

Reproductive rights allow women control over their lives.

Ja, und deshalb gibt es die Pille, Kondom, die Spirale, das Diaphragma, etc. pp.

Abortion access is both a health issue and a human rights issue. We have a right not to give birth and raise children.

Ja, dieses Recht habt ihr Frauen! Deshalb gibt es ja auch Verhütungsmittel. Und die Möglichkeit, nicht zu ficken, wenn man gerade keine Verhütungsmittel zur Hand oder seinen Eisprung hat.

We have the right to not put our lives at risk through pregnancy.

Ja, auch dieses Recht habt ihr! Selbst in Irland, wie weiter oben selbst aufgeführt. Denn auch in Irland ist Abteibung erlaubt, wenn das Leben der Mutter in Gefahr ist. Ihr habt allerdings nicht das Recht, Eurem ungeborenen Kind ohne Not Schaden zuzufügen. Dass man Frauen in westlichen Ländern erlaubt, unter bestimmten Umständen abzutreiben, ist ein riesiges Zugeständnis angesichts der schwerwiegenden ethischen Probleme, die eine Abtreibung aufwirft. 

Aber das ist Murphy natürlich nicht genug. Die will, dass Frauen ficken können, wie sie lustig sind, ohne die Verantwortung für die Folgen zu tragen. Und wenn frau dann schwanger wird, egal, weg damit! Ist ja eh nur ein Zellhaufen.

Marriage is not a progressive institution. It is an institution founded on the idea of women as property, traded among men, and it continues to be a site of oppression for women today.

Dann heirate halt nicht, wenn Dir die Ehe zu unterdrückerisch ist!

More than a third of women murdered around the world are killed by their partner. Domestic abuse kills more people than wars.

Dann heirate halt nicht, wenn Dir die Ehe zu gefährlich ist!

The most progressive thing we could do would be to abolish the institution once and for all.

Oder man heiratet einfach nicht.

To refuse to let our wedding day be the most important day of our lives.

Wenn frau einfach nicht heiratet, könnte sie nicht in die „Gefahr“ geraten, dass der Hochzeitstag der wichtigste Tag in ihrem Leben wird.

To push back against the idea that the correct way to live and love and have families is within this these very restrictive parameters that devalue all relationships that are not of the “husband and wife” variety.

Deshalb gibt es ja jetzt die Ehe auch für gleichgeschlechtliche Paare. Nicht mehr nur Braut und Bräutigam, sondern auch Braut und Braut, sowie Bräutigam und Bräutigam.

To reject the idea that those who choose to marry should have access to rights and privileges that those who aren’t married don’t have access to.

Wenn man unbedingt die Rechte und Privilegien der Ehe haben will, könnte man einfach heiraten. In Irland nun sogar auch dann, wenn man eine radikale Lesbo-Feminstin ist.

We know that motherhood and marriage are not universally “good” for women.

Ja, und deshalb gibt es Verhütungsmittel. Habe ich das schon mal erwähnt?

Pregnancy is dangerous, childcare and housework — which women continue to do the bulk of — are undervalued and unpaid, women continue to take their male partners’ names in marriage, signalling subservience and patriarchal ideals, and, of course, violence continues to be central to many women’s experiences of “wedded bliss.”

Man muss allerdings nicht heiraten. Und es gibt Verhütungsmittel. Unter gewissen Umständen darf man sogar abtreiben. Das nur so nebenbei, weil es gewisse Frauen offensichtlich noch nicht mitbekommen haben.

Often when women leave these abusive relationships they continue to be financially, psychologically, and emotionally abused by their ex-husbands, who torture them in court by trying to take their children away from them.

Das geht natürlich gar nicht! Wie können sich Ehemänner und Väter erlauben Ehefrauen und Mütter bei einer Trennung vor ein Gericht zu zerren? Denn die Perspektive der Frau hat gefälligst das einzig entscheidende Kriterium zu sein! Und nur ihr gehört das Kind! So wie ihr Bauch ihr gehört! Immer!

The fact that lesbian and gay relationships are being acknowledged as legitimate is a good thing, no doubt. But the fact that it is marriage that defines what is and is not a legitimate relationship remains a problem. Beyond that, weddings will not lead to equality or human rights for women. They can be fun and lovely (they can also be boring, offensively lavish, and extremely sexist), but they will not end oppression.

Wichtige Neuigkeit an Frau Murphy: Die gleichgeschlechtliche Ehe wurde nicht eingeführt, um weibliche Unterdrückung zu beenden, sondern um Gleichheit vor dem Gesetz herzustellen. Im Übrigen kann man weibliche Unterdrückung gar nicht beenden. Denn wie wir gesehen haben, kann  weibliche Unterdrückung nur dann beendet werden, wenn Frau ungestraft ihr ungeborenes Kind abtöten und zukoksen darf und wenn sie ihr Leben  leben darf, ohne Verantwortung und Konsequenzen für dieses Leben tragen. Weibliche Unterdrückung kann also nur dann beendet werden, wenn man Frauen absolute Narrenfreiheit in allen Belangen des Lebens gewährt.

Und das passt ja zu einer Narrenideologie, wie sie der Feminismus ist.

Blau wie Russland

In Russland bestehen echte Familien offenbar aus Frau, Mann, zwei Söhnen und einer Tochter. Zumindest impliziert das eine Fahne, welche die russische Regierungspartei „Einiges Russland“ anlässlich der Eheöffnung in den USA kreiert hat.

Das uninspirierende, langweilige Design der Fahne bürgt dabei für ihre Authentizität, denn so schlecht können in der Tat nur Heteros designen.

Anti-Homo-Flagge Russland

Dass Russland darüber hinaus nichts selber auf die Reihe bekommt, und selbst eine derart simple Fahne vom Westen klauen muss, sollte dabei auch nicht überraschen:

Die neue Fahne orientiert sich am Logo der „Manif pour tous“-Bewegung aus Frankreich, die 2013 mit teils gewalttätigen Protesten gegen die Öffnung der Ehe gekämpft hatte. Ähnliche Fahnen werden auch bei der homophoben „Demo für alle“ in Stuttgart verwendet. Die russische Version unterscheidet sich lediglich dadurch, dass ein Kind mehr abgebildet ist.

Im Einklang mit dem russischen Anti-Homo-Gesetzt, bewies Russland dann auch einmal mehr, dass es ein repressiver Versagerstaat ist, der andere Meinungen und Lebensweisen nicht zu tolerieren bereit ist:

[VizeParteichef] Lisowenko hatte bereits Ende Juni ein Verbot der Regenbogenflagge in Russland gefordert; dieses sollte auch die Nutzung auf allen in Russland abrufbaren Webseiten umfassen. Grund für den Vorstoß gegen das siebenfarbige Symbol war, dass die Flagge nach der amerikanischen Ehe-Öffnung in vielen Facebook-Profilen aufgetaucht ist. Lisowenko warf Washington vor, damit eine neue Art von Kriegsführung gegen das moralische Russland begonnen zu haben: „Die Vereinigten Staaten müssen völlig verrückt geworden sein und nun bedroht dieser Homo-Wahn die ganze zivilisierte Welt.“

Wenn dem so ist, muss Russland sich allerdings keine Sorgen machen, denn zivilisiert ist dieses Land ganz sicher nicht, wenn es so simpel Konzepte wie Gleichheit vor dem Gesetz und Toleranz gegenüber Menschen, die anders sind als man selbst, nicht versteht.

Die staatliche Medienaufsicht Roskomnadsor hatte bereits letzten Monat damit gedroht, amerikanische Webdienste wie Facebook, Twitter und Google in Russland zu verbieten, sollten sie weiterhin „illegale“ Seiten ausliefern.

Das würde ich zu gerne sehen. Vielleicht erhebt sich dann endlich wenigstens die russische Jugend gegen diesen faschistoiden Irrsinn, der ihr Land zur Warze am Arsch der entwickelten Welt macht.

Auch andere mögen Homos nicht. – Du bist nicht allein!

Folgendes Video finde ich gut. Katholiken erklären da, dass sie gegen die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare sind. Dabei mögen sie Homos gar nicht nicht, nein, sie haben sogar homosexuelle Freunde. Sie wollen nur nicht, dass ihre Feunde die gleichen Rechte haben wie sie. Aber die Homos akzeptieren diese Ansicht der Katholiken nicht. Obwohl die Katholiken doch gar nichts getan haben. Obwohl sie doch die Guten sind, die an Gott glauben, der nun mal sagt, dass Homos nicht die gleichen Rechte haben sollten wie Heteros. Aber die Homos sind sowas von  intolerant und tolerieren nicht, dass Katholiken Homos nicht mögen. Obwohl die Katholiken sogar Homos als Freunde haben, die nur halt gottgegeben minderwertiger sind als die heterosexuellen Katholiken. Warum akzeptieren die Homos einfach nicht, dass sie minderwertiger sind? Das ist so herzzerreißend, da müssen die Katholiken sogar weinen! Tragisch! Ich jedenfalls lache sie immer noch aus.

Gottes Wort, das ist Gesetz (aber nur dann, wenn es mir genehm ist)

Nach der Öffnung der Ehe in den USA wiederholt sich in den Südstaaten die Geschichte. So wie nicht wenige Teile der Bevölkerung damals gegen die Aufhebung der Rassentrennung und die Legalisierung gemischtrassiger Ehen protestierten, entdecken Fundamentalisten jetzt wieder ihr „christliches Gewissen“ und schwören, die neue Rechtslage zur Ehe nicht zu akzeptieren.

Beispielhaft für diese Bigotterie sei hier Linda Barnette genannt, Sachbearbeiterin aus Mississippi, und unter anderem zuständig für die Ausstellung von Ehedokumenten. Als Angestellte des Staates hat sie lieber gekündigt, als homosexuellen Paaren die erforderlichen Lizenzen zu übergeben:

“My final authority is the Bible. I cannot in all good conscience issue marriage licenses to same-sex couples under my name because the Bible clearly teaches that homosexuality is contrary to God’s plan and purpose for marriage and family. I choose to obey God rather than man.”

Zunächst einmal ist zu betonen, dass Barnette in einem Regierungsjob nichts, aber auch gar nichts zu suchen hat, wenn sie „Gottes Gesetze“ für legitimer hält, als die der Vereinigten Staaten von Amerika. Die USA sind keine Theokratie, kein Land das auf der Basis des Christentums oder Gottes Wort gegründet wurde – im Gegenteil diktiert die Verfassung eine strikte Tennung von Staat und Religion und das Wort „Gott“ findet sich dort nicht ein einziges Mal. Selbstredend gibt es Religionsfreiheit, aber Religionsfreiheit heißt eben nicht, dass der eigene Glauben darüber zu bestimmen hat, wie andere Menschen zu leben haben. Wenn Barnette etwas gegen Homsexualität hat, soll sie halt keine Mösen lecken und keine Frau heiraten. Niemand zwingt sie dazu.

“I would be the one issuing the licence so it would be like I would be approving of this lifestyle and I do not.

Nein, Linda, Du bist Angestellte in einem Regierungsjob als Sachbearbeiterin. Als solche hast Du die Gesetze und Verordnungen des Bezirkes, des Bundesstaates Mississippi und der Vereinigten Staaten auszuführen. Das war der Deal, als man Dich eingestellt hat.

“I just believe that the Bible teaches that marriage is between a man and a woman, and I stand on that.

Wie so viele christlichen Fundamentalisten ist Barnett nichts anderes Heuchlerin, die ihre Bibel nie richtig gelesen hat. Selbstredend hat sie recht, dass in der Bibel – gelinde gesagt – nicht allzu vorteilhaft über Homosexualität gesprochen wurde. Aber das die Bibel lehrt, dass die Ehe etwas zwischen einem Mann und einer Frau sei ist – vorsichtig  ausgedrückt – fragwürdig. Denn welches ist die am meisten erwähnte Beziehungsform in der Bibel? Richtig! Die Polygamie. Ein Mann, mehrere Frauen.

Die Bigotterie und Heuchlerei wird auch durch die Worte eines Einwohners der Ortschaft deutliche, in der Barnette residiert:

“She’s given marriage licenses to people who have committed adultery and stolen and lied, and when their parents haven’t approved… it’s just crazy the way she’s thinking. That’s her job and she’s not there to judge people.”

Ehebruch, Diebstahl, Lügen, Ehe ohne Einverständnis der Eltern, alles gegen das „Wort Gottes“ in der Bibel. Und hat sich Barnette bislang daran gestört? Natürlich nicht! Sie hat brav ihre Ehelizenzen verteilt. Aber sie mag nun mal Homos nicht und nutzt ihren Glauben, um diese Antipathie zu rechtfertigen.

Gut, dass sie gekündigt hat. Kündigt ihnen allen! Mal schauen, ob Gott ihnen ein Gehalt zahlt.