Überraschungsei des Tages: Nicht alle Kulturen sind gleich

Die Berliner Hochschule für Medien, Kommunikation und Wirtschaft (HMKW) hat eine Studie zur politischen und gesellschaftlichen Werten von Flüchtlingen (aka Migranten, aka Moslems) veröffentlicht, die für die hiesigen Forscher überraschenderweise überraschende Ergebnisse zutage treten ließ:

Die in Deutschland gelandeten Flüchtlinge bekennen sich mehrheitlich zur Demokratie, offenbaren aber „erhebliche politische Verständnisdefizite“

Einerseits haben die Forscher eine hohe Integrationsbereitschaft der Befragten ermittelt: „Die meisten Flüchtlinge möchten Deutschland als neue Heimat annehmen. Sie sind bereit, dafür ernsthaft in Sprache und Bildung zu investieren.“ Andererseits seien auch viele Einstellungen festgestellt worden, die „stark von dem in Deutschland vorherrschenden Meinungsbild abweichen“, wie es in einer am Freitag verbreiteten Zusammenfassung heißt: „In anti-liberalen Einstellungen zu (Homo-)Sexualität, Ehe und Partnerschaft, ja selbst zu Wohn- oder Lebensformen wie einer WG zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Flüchtlingen und der deutschen Mehrheitsgesellschaft.“ Manche Ansichten der Flüchtlinge erinnerten „stark an die muffigen 50er Jahre in Deutschland“. Die komplette Studie will die 2008 gegründete private Hochschule am Montag vorstellen.

Zu den von der Universität als „völlig überraschend“ bezeichneten Erkenntnissen der Studie gehört auch, dass Flüchtlinge sich die politischen Verhältnisse in Deutschland und das soziale Zusammenleben „zum Teil ganz anders vorstellen, als es von den meisten Deutschen vermutet wird“.

Zunächst einmal sei gesagt, dass selbst diese pessimistische Ergebnisse zeigende Studie, in meinen Augen noch zuviel Optimismus ausstrahlt, indem sie nämlich behauptet, Migranten aus islamischen Gesellschaften würden sich mehrheitlich zur Demokratie bekennen, und seien bereit, „dafür ernsthaft in Sprache und Bildung zu investieren.“ Hier möchte ich kurz anmerken, dass die in Deutschland größte Gruppe von Migranten – Menschen aus der Türkei – auch in der dritten Generation noch erhebliche Defizite sowohl in Sprache als auch Bildungsanstrengungen aufweisen, und auch deren Bild von Demokratie – nimmt man die Begeisterung für den Halbdiktator Erdogan als Maßstab – nicht besonders stark ausgeprägt ist. Es kommt halt immer darauf an, was man unter „Demokratie“ und „Bildung“ versteht.

Dass nun Migranten aus islamischen Ländern nicht die Werte vertreten, die im Allgemeinen in westlichen Ländern vertreten werden, kann eigentlich niemanden überraschen, der auch nur einen Hauch Ahnung hat von Soziologie, Geschichte, Religion, Politologie oder Gesellschaftsstrukturen überhaupt. Der Glaube, aus islamischen Ländern würde überwiegend linksliberale Intellektuell anreisen, die für eine offene, säkulare Gesellschaft mit individueller Freiheit eintreten, ist dermaßen naiv – ja, ich möchte bereits sagen „dumm“ – dass es mir schwer fällt, angesichts einer derartigen Torheit nicht mit dem Kopf auf meine Schreibtischplatte zu schlagen.

Ein Leserkommentar im „Tagesspiegel“ bringt dies sehr gut auf den Punkt:

Wen kann so etwas überraschen? Glauben die Leute ernsthaft, islamische Gesellschaften sind deshalb so repressiv, weil alle, die von dort herkommen, grüne Hippies sind?

Glauben die Leute ernsthaft, Gesellschaften, in denen Schwule mit Gefängnis oder Tod bestraft werden, seien in Wirklichkeit schwulenfreundlich?

Glauben die Leute ernsthaft, Gesellschaften, in denen Frauen weniger Rechte haben, seien in Wirklichkeit Paradiese der Gleichberechtigung?

Glauben die Leute ernsthaft, islamische Gesellschaften seien so gut wie unsere?

Ich denke, es ist nicht allzuweit hergeholt zu sagen, dass wir mit den nach Deutschland kommenden Migranten aus dem Nahen Osten und dem Maghreb erhebliche Schwierigkeiten haben werden, was Integration in unsere Gesellschaft angeht. Es kann mit ihnen, meiner Meinung nach, überhaupt nicht leichter sein, als mit Menschen aus der Türkei, da die Türkei bereits die modernste aller islamischen Gesellschaften ist (und allein das sollte einen beunruhigen).

Nach dem jetzigen Stand sind das Anwachsen von Parallelgesellschaften und Zustände wir in Frankreichs Banlieus kein übertreibenees Zukunftsszenario für Deutschland.

Ich sehe jedenfalls kein Argument, warum es anders sein sollte.

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