Von der Wölfin im Schafspelz

Nanu, so denkt man sich, was ist denn jetzt los? Liest man da tatsächlich einen Artikel der sich kritisch mit dem Feminismus auseinandersetzt und das auch noch in der „Zeit“? Steht eine Zeitenwende bevor, in der Feminismus nicht mehr wie eine geheiligte Religion behandelt wird, die man nicht kritisieren darf?

Gemach, gemach. Ganz so revolutionär ist der Artikel von Meike Lobo nicht. Denn die klassisch-feministische Prämisse von der armen unterdrückten Frau und der bösen Männerwelt bleiben selbstverständlich unangetastet. Sonst wäre es kein Feminismus.

Spätestens die Ereignisse von Köln haben mit schonungsloser Deutlichkeit gezeigt, dass die Gesellschaft einen Feminismus braucht.

Man kann die Ereignisse von Köln aus verschiedenen Blickwinkeln lesen:

Erstens aus dem Blickwinkel, dass Männer aus dem islamisch-nordafrikanischen Kulturraum eine andere Einstellung zu Frauen haben, als der westlich-europäische Mann.

Zweitens, dass wir in Deutschland ein Integrationsproblem mit Männern aus dem islamisch-nordafrikanischen Kulturraum haben, bzw. bekommen werden.

Drittens, dass Frauen in Köln Gewalt erlebt haben, die für Männer seit Jahrtausenden normal ist (die meisten Gewaltopfer weltweit sind Männer).

Viertens, dass Männer eine Gefahr für Frauen sind.

Es sollte nicht überraschen, dass Lobo, als Feministin, sich für die vierte Perspektive entscheidet:

Der selbsternannte Postfeminismus, die Müdigkeit, sich mit feministischen Themen zu befassen, weil wir dieses ganze Geschlechterdings angeblich längst hinter uns haben, wurde durch die sexuellen Massenübergriffe gegen Frauen in der Silvesternacht als bequeme Selbsttäuschung entlarvt. Frauen werden immer noch durch Männer in ihrer Freiheit eingeschränkt, in einigen Situationen sicher stärker als in anderen, aber von einem allgemeinen Respekt vor der Unantastbarkeit der sexuellen Selbstbestimmung der Frau kann keine Rede sein.

Eben. Denn auch im liberalen Deutschland ist das Leben für Frauen eine einzige Zumutung, weil Männer ihnen weder Freiheit noch sexuelle Selbstbestimmung gönnen.

Man darf bezweifeln, dass der moderne Feminismus in seiner derzeitigen Form diesem Anspruch gerecht wird oder überhaupt gerecht werden kann. Sucht man nach einem Beispiel für die sprichwörtliche verbrannte Erde, dann ist die Frauenbewegung ein ziemlich geeignetes Terrain. Feministische Themen lassen die Kommentarspalten von Medien und Blogs zuverlässig mit Beschimpfungen überquellen. Diese offenbaren eine ungeheure Wut gegen die Bewegung, gegen ihre Positionen und die Menschen, die in ihrem Namen sprechen. Die Anfeindungen reichen dabei von harmlosen Beleidigungen bis hin zu Vergewaltigungs- und Todesdrohungen. Einhundert Jahre nach den ersten Protesten englischer Suffragetten, die für das Wahlrecht der Frauen eintraten, ist das eine erschütternde Bilanz.

Eigentlich nicht, denn immerhin besitzen Frauen einhundert Jahre nach den ersten Protesten englischer Suffragetten das Wahlrecht. Was nun die Anfeindungen angeht, die von harmlosen Beleidigungen bis hin zu Vergewaltigungs- und Todesdrohungen reichen, darf man Frau Lobo daran erinnern, dass dies zwar bedauerlich sein mag, aber keineswegs auf feministische Themen beschränkt ist. Für jedes kontroverses Thema werden sich asoziale Hohlköpfe finden, deren Argumentationsstil nicht über das Beschimpfen und Bedrohen hinausgeht. Auch Männer, die über kontroverse Themen schreiben, müssen das im Zeitalter des Internets erdulden. Mit Frauen und Feminismus hat das primär erst einmal nichts zu tun.

Die leichte Entflammbarkeit feministischer Diskussionen ist jedoch nicht allein das Resultat männlicher Angst vor dem Machtverlust.

Lobo outet sich hier erneut als lupenreine, klasssiche Feminstin, die die Welt in zwei Sphären einteilt: Hier die Männer mit der Macht und dort die armen, machtlosen Frauen. Und einen anderen Grund gegen Feminismus zu sein, als die „Angst vor dem Machtverlust“, kann es für Männer ja nicht geben, nicht wahr?

In Blogs und Medien findet sich neben den obligatorisch beleidigten Männerrechtlern immer öfter auch berechtigte, sachliche Feminismuskritik von Autoren und Autorinnen, die sich durchaus mit den Zielen der Frauenbewegung identifizieren können.

Was auch immer diese Ziele, in einem Zeitalter, in dem Frauen alle Rechte haben, sein sollen.

Der Grund für diesen scheinbaren Widerspruch liegt unter anderem darin, dass der Feminismus selbst allzu oft Ressentiments schürt, auch unter potenziellen Unterstützern. […]

Die Mitglieder der Frauenbewegung sägen mit dieser abschottenden Haltung an dem Ast, auf dem sie sitzen. Denn der Erfolg einer Gesellschaftsbewegung hängt nicht nur von ihrem Selbstverständnis, sondern in besonderem Maße auch von ihrer Außenwirkung ab. Feministinnen müssen deshalb lernen, Kritik ernst zu nehmen.

Und es ist eigenlich erstaunlich, dass man Feministen auf diese Umstand hinweisen muss.

Die grellen Stimmen des Feminismus finden nichts dabei, den wütenden Mob zu geben. In ihrer Empörung ist jemand, der vor Kameras ein Shirt mit Pin-up-Motiven trägt, praktisch das Gleiche wie jemand, der eine Frau vergewaltigt.

Und für die gemäßigte Feminstin Lobo sind die Ereignisse von Köln praktisch das Gleiche wie eine Verschwörung der Männerwelt  gegen die Freiheit und sexuelle Selbstbestimmung der Frau.

Die moderne Frauenbewegung gefährdet aktiv die Unterstützung für die Opfer männlicher Gewalt, indem sie immer nichtigere Anlässe zu gewaltsamen Akten erklärt, etwa verbal violence nach verunglückten Dates. Der gefährliche Missbrauch des Themas Gewalt führt nicht etwa zu mehr Solidarität mit Opfern, sondern ganz im Gegenteil zu mehr Skepsis gegenüber Berichten über Gewalterfahrungen. Der Feminismus arbeitet damit der rape culture zu, die Opfern zu wenig Glauben schenkt und die Verletzung der sexuellen Selbstbestimmung allzu oft als Lappalie abtut.

Und auch eine gemäßigte Feminstin wie Lobo impliziert nicht nur, dass Frauen exorbitant unter der Gewalt von Männern zu leiden haben (dabei sind die meisten Gewaltopfer von Männern andere Männer, und im Bereich häusliche Gewalt sind beide Geschlchter gleichermaßen Opfer), nein sie legitimiert gar die radikalfeministische These der Existenz einer „Rape Culture“, also einer Kultur, in der Frauen systematisch vergewaltigt werden und in der Vergewaltigung nicht oder nur sehr milde bestraft wird, weil die Opfer halt nur Frauen seien und damit als minderwertig gelten würden.

Gut möglich, dass sich hier, nach Jahrtausenden der Unterdrückung, eine Wuteruption Bahn bricht.

Jahrtausendelange Unterdrückung aller Frauen durch alle Männer in allen Gesellschaften. Wobei zu berücksichtigen ist, dass die Unterdrückung aller Frauen durch alle Männer so grausam und allumfassend gewesen ist, dass Frauen, obwohl sie die Hälfte der Bevölkerung in allen Gesellschaften stellen, erst in den letzten Jahrzehnten Anlass gesehen haben, etwas dagegen zu unternehmen…

Doch das lautstarke Zetern über die Zumutungen der Männerwelt scheint eher Programm als Ausrutscher zu sein. Was fehlt, sind Analysen, Ursachenforschung und die für alle verständliche Vermittlung der Mechanismen der Ungerechtigkeit.       

Wobei sich diese Analysen, Ursachenforschungen und die für alle verständliche Vermittlung der Mechanismen der Ungerechtigkeit, natürlich nur auf die Ungerechtigkeiten gegen Frauen zu beziehen haben, denn erstens haben Männer die Macht und zweitens sind sie eine Zumutung für Frauen.

Beobachtbar war das gerade auch nach den Übergriffen von Köln, als sich innerhalb kurzer Zeit das feministische Bündnis #ausnahmslos bildete, das nicht nur pauschal die Abschaffung von sexueller Gewalt, sondern auch – da die Täter überwiegend dem muslimisch geprägten Kulturraum entstammten – von Rassismus forderte. Eine Analyse sowohl der Auslöser als auch der strukturellen und kulturellen Ursachen der Übergriffe unterblieb auch hier, während paradoxerweise gleichzeitig die Wichtigkeit einer differenzierten Debatte betont wurde.

Und auch Lobo springt auf diesen Zug auf, indem sie Übergriffe von überwiegend dem muslimisch geprägten Kulturraum entstammenden Tätern zum Ausgangspunkt macht für die Wichtigkeit des Feminismus gegen die Zumutungen der Männerwelt.

Der Feminismus ist heute kaum mehr als die ständige Neuformulierung der immer gleichen Haltung: „Männer, Ihr macht die Welt schlecht für Frauen, hört auf damit.“ Mit seiner anklagenden, passiven Erwartungshaltung redet der Feminismus den Frauen ständig ein, dass sie kaum Einfluss auf den Verlauf ihres Lebens und die Erfahrungen, die sie in dieser Welt machen, nehmen können. Das ist das Gegenteil von empowerment. Vermutlich ohne es zu wollen, beschwört er immer wieder das Narrativ vom schwachen Geschlecht, das nur durch das gute Verhalten ehrbarer Männer frei sein kann, ein Prinzessinnen-Mythos in Reinkultur. 

Man mag mir verzeihen, aber hat Lobo nicht erst vor ein paar Zeilen diesem Mythos gefrönt? Und tut sie das nicht auch weiterhin?

Die Frauenbewegung lehnt jede Verantwortung der Frau für eine Verbesserung der Verhältnisse ab und verstärkt dadurch die weibliche Passivität. Er ist zu einer niemals endenden Arbeitsbeschaffungsmaßnahme geworden, die ihm selbst und den unterdrückten Frauen die Illusion vermittelt, es täte sich etwas, obwohl die Ursachen der Unterdrückung und Gefährdung von Frauen seit Jahrtausenden unangetastet bestehen bleiben.

Erste feministische Prämisse: Frauen werden auch heute, in Deutschland, unterdrückt.

Zweite feministische Prämisse: Die Ursachen der Unterdrückung und Gefährdung von Frauen liegen in dem, was radikale Feministen „Patriarchat“ nennen. Lobo verwendet dieses Wort hier nicht, teilt aber dessen grundlegenden Inhalt: Männer haben die Macht, die Männerwelt ist eine Zumutung, seit Jahrtausenden unterdrücken Männer Frauen.

Vielleicht ist das auch dem feministischen Selbsterhaltungstrieb geschuldet, denn eine unabhängige, selbstbestimmte Frau hat die Bewegung nicht mehr nötig. Doch so oder so: Eine Frau in einer ausbeuterischen Anstellung braucht nicht die Bestätigung ihrer Ohnmacht, sondern eine Ermutigung darin, diese Ohnmacht zu überwinden und selbst etwas zu tun, um die Welt mitzugestalten.

Und niemand hindert Frauen daran, ihre Ohnmacht zu überwinden und selbst etwas zu tun, um die Welt mitzugestalten. So ist es zum Beispiel kaum anzunehmen, dass irgendein Mann Frau Lobo daran gehindert hat, einen Artikel für die „Zeit“ zu schreiben (und damit Einfluss auf die gesellschaftliche Meinungsbildung zu nehmen) nur weil sie eine Frau sei, und sich gefälligt der Macht des Mannes unterzuordnen habe.

Doch nicht nur klagt der moderne Feminismus zu symptombezogen über die Benachteiligung der Frauen, er tut dies zu allem Überfluss auch noch auf sehr hohem Niveau. Natürlich gibt es Folgen der Geschlechterungerechtigkeit, die für die betreffenden Frauen so dramatische Auswirkungen haben, dass man ihre Behebung nicht aufschieben kann, bis das Problem an der Ursache beseitigt ist.

Und welche Folgen wären das?

Aber anstatt etwa häuslicher Gewalt oder der überwiegend schlechten Situation alleinerziehender Mütter den Kampf anzusagen, verbringt der moderne Feminismus viel Zeit damit, über social freezing, geschlechtergerechte Sprache und Vorstandsposten zu diskutieren. Es ist der gelangweilte, übersättigte Selbstverwirklichungsfeminismus privilegierter Frauen, die kaum noch echten Grund zum Klagen haben.

Das ist soweit korrekt, mit zwei Ausnahmen: häusliche Gewalt ist nicht geschlechterspezifisch und natürlich haben es alleinerziehende Mütter schlechter als nicht alleinerziehende Mütter. Allerdings sei daran erinnert, dass niemand Mutter werden muss, wenn die Situation erkennen lässt, dass derjenige, mit dem man ins Bett geht, (momentan) nicht an einem Leben als Vater mit Frau und Kind in einem Reihenhaus mit Labrador interessiert ist. Und ich betone das nur deshalb, um eine Lanze für die Selbstbestimmung und Selbstverantwortung der Frau zu brechen.

Magazine wie Edition F unterfüttern die „Ich will alles!“-Haltung mit einer mitunter befremdlichen Mischung aus Karriere- und Shopping-Tipps. Feminismus zwischen Business und Business-Mode. Die Prioritäten weiter Teile der Frauenbewegung sind derart befremdlich, dass sich schließlich eine ihrer bekanntesten Vertreterinnen, die englische Feministin Laurie Penny, von diesem Lager distanzierte. Zu wenig würde sich um die echten Probleme normaler Durchschnittsfrauen – Frauen also, die nicht übermäßig hübsch, schlank und gebildet sind – gekümmert und stattdessen zu sehr versucht, die kapitalistischen Ziele privilegierter Alphamänner zu kopieren.

Bezeichnend, dass Lobo hier keine Beispiele echter Probleme normaler Durchschnittsfrauen benennt; was andererseits aber auch gut für sie ist, denn ich bin relativ sicher, dass ich ihr bei Benennung dieser Probleme gleichermaßen würde darlegen können, dass Männer die gleichen oder ähnliche Probleme haben.

Die Imitation männlicher Lebensmodelle ist möglicherweise auch ein Grund dafür, dass sich auch immer mehr Frauen von der Bewegung abwenden. Der Feminismus hat jahrzehntelang versucht, ihnen einzureden, sie seien wie Männer und lediglich soziale Prägung hindere sie daran, auch so zu leben. Obwohl es zahlreiche Hinweise darauf gibt, dass die Geschlechter nicht gleich sind, lässt die Frauenbewegung angeborene Faktoren, die über reine Körperanatomie hinausgehen, bis heute kaum gelten. Der große Einfluss etwa der Geschlechtshormone, der unter anderem dazu führt, dass Wortfindungstests und Experimente zu räumlichem Denken bei Männern und Frauen unterschiedlich verlaufen, ist dem Feminismus nicht mehr als eine ärgerliche Marginalie, auf die er mit einem infantilen „Aber trotzdem!“ reagiert.

Wenn Lobo diese Analyse jetzt weiterführen würde, könnte sie möglicherweise auf die Idee kommen, dass eben diese angeborenen Faktoren ein Grund sein könnten, warum die Rollenverteilung der Geschlechter in den Jahrtausenden zuvor eben so gewesen ist, wie sie gewesen ist.

Aber Lobo wäre nicht Feminstin, wenn man stattdessen nicht lieber eine weitere Verschwörungstheorie über das Patriarchat erfindet:

Grund für diese Verleugnung ist die hartnäckige Abwertung des Weiblichen durch das Patriarchat. In unserer kapitalistischen Leistungsgesellschaft war lange kein Platz für ein Geschlecht, das zumindest ursprünglich sehr viel stärker in die Fortpflanzung eingespannt war als das andere. Frauen wurden über Jahrhunderte von Männern weggetätschelt, wenn es um gesellschaftliche Gestaltung, intellektuelle Zeitfragen und logische Probleme ging, weil man ihnen nicht zutraute, Teil der Lösung zu sein. Mehr als eine Milchbar auf zwei Beinen und die Verheißung sexueller Erleichterung hat man lange nicht in ihnen gesehen. 

Und ebenso polemisch könnte man behaupten, dass Frauen in Männern über die Jahrtausende nicht mehr als Arbeitssklaven gesehen haben, die sich für Frau und Kind zu opfern hätten.

Die Realität ist natürlich viel subtiler: Denn weder Frauen noch Männer können etwas dafür, dass es nun mal Frauen sind, die Kinder gebären können, sie stillen können, ein weitaus höheres Interesse am Aufwachsen und der Erziehung von Kindern zeigen, und dass sie körperlich schwächer sind als Männer. Dass dies möglicherweise der Grund ist, warum Männer und Frauen in Zeiten, in denen der Zugang zu Ressourcen gering, der Wohlstand niedrig, die Sterblichkeit hoch war und in der jeder Fick ein Baby bedeuten konnte, unterschiedliche gesellschaftliche Rollen auszufüllen hatten, weil dies für Gesellschaften so einfach effezienter gewesen ist, darauf sind Feministen bis heute noch nicht gekommen. Böse Männer die Frauen unterdrücken, klingt als Erklärung da irgendwie sexier.

Statt aber an einer Welt zu arbeiten, in der diese konstante Abwertung des Weiblichen aufhört, erklärt es der Feminismus kurzerhand für nichtexistent. Unter dem Deckmäntelchen der Chancengleichheit wird weiblicher Identität und Individualität ein männliches Lebensmodell übergestülpt.

Sol heißen? Männer können sich  in der kapitalistischen Ttetmühle des Patriarchats verwirklichen und Frauen tun derweil – was?

Es ist die ultimative Assimilation des Weiblichen: Willst du frei sein, lebe wie ein Mann. Doch trotz dieses feministischen Mantras nutzt ein Großteil der Frauen die Möglichkeiten, die sich durch die Öffnung der Arbeitswelt ergeben, nicht im selben Maße wie die männlichen Kollegen.

Denn Frau will lieber was anderes:

Der Erzfeind der Frauenbewegung ist heute nicht das Patriarchat, sondern die Frau, die ihr Leben der Kindererziehung widmet und sich mit einer Halbtagsstelle zufrieden gibt. Es ist die Frau, die durch ihr ganzes Sein zeigt, dass sie andere Interessenschwerpunkte, andere Lebensprioritäten, eine andere Weltsicht als die meisten Männer hat, kurz: dass die Geschlechter aufgrund ihrer unterschiedlichen biologischen Anlagen unterschiedlich funktionieren, also nicht gleich sind. Sie stellt den feministischen Makel dar, sie ist die Verräterin, die die Forderungen der Bewegung, die auf den behaupteten Nicht-Unterschieden der Geschlechter basieren, ins Wanken bringt. Diese Frau kann, ungeachtet ihrer gesellschaftlichen Leistungen, nicht auf feministische Unterstützung hoffen.

Kurz gesagt: Erzfeind der Frauenbewegung ist bis heute die Frau, die genau das tut, was Frauen jahrtausendelang getan haben, als sie noch von Männern unterdrückt wurden. Ist das nicht putzig?

Der Feminismus möchte normative Signale vermeiden, die Frauen dazu bringen könnten, auf Beruf und Karriere zu verzichten, und verweigert der beruflich unehrgeizigen Mutter, die Kind und Haushalt mindestens ebenso viel Zeit widmet wie dem Beruf, daher jede Form von Anerkennung. Von der Ermutigung, eigene Wege zu gehen, bleibt letztlich nur die Abwertung des traditionell weiblichen Weges, weil die Frauenbewegung ausschließt, dass auch der traditionelle Weg ein selbstbestimmter sein kann.

Der traditionelle Weg, durch den Frauen seit Jahrtausenden von Männern unterdrückt worden, wohlgemerkt. Milchbar auf zwei Beinen und die Verheißung sexueller Erleichterung – war da nicht eben was?

Dass typische Frauentätigkeiten mitunter gar nicht als Arbeit, sondern als Selbstverständlichkeit gelten, etwa die Pflege alter und kranker Angehöriger in der Familie, oder aber schlecht bezahlt werden und kaum eine Lobby haben, ist daher auch die Schuld der Frauenbewegung.

Entschudigung, Frau Lobo, ich weiß, es macht Spaß sich in der weibliche Opferrolle zu suhlen, aber ist es nicht so, dass auch typische Männertätigkeiten nicht als Arbeit, sondern als Selbstverständlichkeit gelten? Die Straßenreinigung- und Müllbeseitigung? Die Klempnerei? Elektroinstallation? Der Güterverkehr? Die Energiewirtschaft? Und überhaupt die gesamte Aufrechterhaltung von Infrastruktur, Sicherheit und Ökonomie? Nahezu alles also, was die Gesellschaft zusammenhält und von der auch Frau profitiert, wenn sie sich Cappuchino schlürfend und Kinderwagen wiegend im Cafè Einstein darüber klagt, wie schwer es Frauen doch in unserer Gesellschaft hätten?

Während der wirtschaftlich relevante Lokführerstreik im Frühjahr 2015 über die gesamte Dauer flächendeckend medial begleitet wurde, fand der Streik der Kindergärtnerinnen (es sind bisher mehr als 95 Prozent Frauen, die diesen Beruf ausüben) im Vergleich fast im Verborgenen statt.

Das mag unter anderem daran liegen, dass der Ausfall von Zügen eben wirtschaftlich relevanter ist als der Ausfall von Kindergärtnerinnen. Letzterer lässt sich von Teilzeit arbeitenden Mamas und Großeltern nämlich einfacher kompensieren als der Komplettausfall von Zugverbindungen zwischen Wirtschaftszentren. Ist halt so.

Ähnlich erging es einem Streik der überwiegend weiblichen Pflegebranche, von dem nur erfuhr, wer gezielt danach suchte. Der Feminismus hat kaum etwas dafür getan, dass diese erzieherischen und pflegerischen Tätigkeiten mehr Wertschätzung erfahren, denn Wertschätzung hätte Frauen dazu ermutigen können, diese niederen Arbeiten auch weiter zu verrichten. Die Folge ist nicht etwa eine Welt, in der Frauen mehr Respekt für die überwiegend von ihnen geleistete Arbeit bekommen, sondern eine, in der diese Arbeit, ungeachtet ihrer gesellschaftlichen Relevanz, im allgemeinen Ansehen ganz unten steht.

Und selbst wenn das so sein sollte, bleibt die Tatsache bestehen, dass niemand Frauen dazu zwingt, in die schlecht bezahlte und nicht gewertschätzte Pflegebranche zu gehen.

Solange die destruktiven Teile des Feminismus auch die lautesten sind, erzeugt ihr Schreien nach außen den Eindruck einer überwiegend undifferenzierten, aggressiven und bevormundenden Bewegung. Sie machen den Feminismus damit zu einem leichten Ziel für Feinde und zu einer unzitierbaren Quelle für Freunde. Diese Pseudofeministinnen bezeichnen zwar jede Kritik als antifeministisch, tatsächlich aber ist das Gegenteil der Fall. Viele Menschen, die die Ziele der Frauenbewegung grundsätzlich bejahen, möchten lieber nicht „offiziell“ als Unterstützer auftreten, um nicht mit der kreischenden Masse in einem Topf zu landen.

Wobei wir noch definieren müssten, was die Ziele der Frauenbewegung sein sollen. Aus Lobos Artikel geht bislang hervor, dass Frauen gerne gewertschätzt werden möchten, wenn sie als Mamas in der Pflegebranche arbeiten, und auf dem Weg von der Teilzeitarbeit nach Hause nichts von der „Rape Culture“ mitbekommen.

Echt mal Männer, das müsste doch zu schaffen sein, oder?

Millionen von Frauen weltweit leben in katastrophalen Verhältnissen, in denen sie ohne Aussicht auf Bildung in Abhängigkeiten leben und täglich Übergriffen wie denen von Köln ausgesetzt sind.

Für Männer ist dagegen alles paletti.

Diese Frauen brauchen den Feminismus und jeder feministisch interessierte Mensch sollte sich fragen, welchen sie bekommen sollen: einen lösungsorientierten, die Geschlechter versöhnenden oder einen unreifen, paranoiden, der die Frauen letztlich zusätzlicher männlicher Wut aussetzt.

Ich hätte dagegen eine dritte Alternative anzubieten: Das Einsetzen für das Recht auf Freiheit und Selbstbestimmung aller Menschen, gemeinhin auch „Liberalismus“ oder „Humanismus“ genannt.

Eiderdaus, wäre das nicht toll?

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Nicht jeder will einen Berg besteigen – Was Geografie mit Feminismus zu tun hat

In der Bundesrepublik Deutschland sind – wie in der gesamten westlichen Welt – Männer und Frauen gleichberechtigt, haben Frauen gar mehr Rechte als Männer. Da Frauen aber so furchtbar niedlich sind, diese hübschen Schmollmünder haben, diese anmutig ausladenden Hinterteile und den an die schöne Berglandschaft im Tessin erinnernden Vorbau, ist es einfach notwendig, noch viel mehr für die Gleichberechtigung von Frauen zu tun. Erst recht, wenn man ein Mann ist. Alles andere wäre sexistisch, und das kann ja nun wirklich niemand wollen, nicht wahr?

Also Männer, wie wäre es mit einem Übertritt in die Kirche des Feminismus? Genau, Feminismus, jener Weltanschauung, welche den Fokus auf das Weibliche bereits im Namen trägt, aber dennoch für sich in Anspruch nimmt, für alle Geschlechter da zu sein.

und wagen in der „Zeit“ den Sprung auf die von uns wüsten Männerhorden bevölkerte Insel, um als Missionare den dort hausenden Barbaren das Licht des Feminismus nahezubringen. Und wir Barbaren haben selbstverständlich nur darauf gewartet, endlich Erlösung zu erfahren.

Kommt also alle her, meine Kumpels, lasst Eure Frauen in der Höhle das Mammut entweiden, setzt Euch und lauschet den Worten der Weisen aus dem Morgenland.

Deutschland braucht mehr Feministen! Ja, Männer, die für Frauenrechte kämpfen. Nach den Übergriffen in Köln gab es zwar viele, die das für sich reklamierten. Doch dahinter steckten oft ganz eigene politische Ziele: Schnellere Abschiebungen von straffällig gewordenen Flüchtlingen durchsetzen etwa, oder es diente sogar als Legitimation für rechte Gewalt.

Es mag zunächst berechtigt klingen, die Vorfälle in Köln als einen Ausgangspunkt für das Kämpfen für Frauenrechte zu nehmen, faktisch hat sich an der Rechtslage für Frauen durch Köln aber nichts geändert: Diebstahl ist weiterhin strafbar, sexuelle Gewalt ist weiterhin strafbar, und auch Vergewaltigung ist weiterhin strafbar. Es ist ja nicht so, als hätte die deutsche Gesellschaft nach Köln auf einmal mitbekommen, dass es da eine riesige Gesetzeslücke gibt, die Frauen der Willkür sexueller Gewalt ausliefert.

Nein, Köln war deshalb so schockierend, weil Frauen in Deutschland üblicherweise eben nicht befürchten müssen, von Männerhorden überrumpelt, sexuell erniedrigt und abgezogen zu werden. Köln war der Einbruch unbekannter kultureller Muster in ein Land, das für seine Friedfertigkeit und seinen Humanismus bekannt ist. Dass eine Zäsur wie in Köln politische Debatten anfacht und „instrumentailisiert“ wird, ist da kaum  verwunderlich. Und auch wenn es den Missionaren Herr und Speer schwer fällt, das zu akzeptieren: Ja, es gibt Menschen, die der Meinung sind, dass diejenigen, die das deutsche Gastrecht missbrauchen und straffällig werden, schnellstmöglich des Landes verwiesen werden sollten. Das ist ein legitimer politischer Standpunkt, den manche gar den Status des „gesunden Menschenverstandes“ einräumen würden.

Dabei gibt es gute Gründe, als Mann ein Feminist zu sein und sich auch so zu bezeichnen. Wer möchte nicht in einer ausgeglicheneren Beziehung leben, ein besseres höheres Selbstwertgefühl und besseren Sex haben?

Also, ich schon. Allerdings würde mir da eher ein „Maskulismus“ helfen, weil ich mit Frauen weder im Bett noch am Küchentisch was anfangen kann. Aber ja, ich weiß, der Text richtet sich nicht an irgendwelche Homos, sondern an die Neanderthaler vom heterosexuellen Ufer. Schon klar.

Wie jetzt? Ich sollte dennoch hierbleiben und mir das anhören, weil es hier um ein Thema geht, welches alle etwas angeht?

Hmmm, na gut. Mal schauen was noch kommt.

Nicht nur amerikanische Soziologen, auch norwegische Forscher attestieren Männern in gerechteren Gesellschaften eine rundum höhere Lebensqualität: Eine Studie aus Norwegen widerlegt das beliebte Vorurteil, Frauen würden mehr Freiheiten nur durch Einbußen der Männer erreichen. Tatsächlich aber profitieren beide Geschlechter von mehr Gleichberechtigung.

Es überrascht jetzt nicht wirklich, dass Gesellschaften, in denen Gleichberechtigung vorherrscht, lebenswerter sind. Glücklicherweise leben wir in einer solchen.

Aber, was hat das mit Feminismus zu tun?

Die Vorteile beschränken sich nicht nur auf Individuen, sondern wirken sich auf ganze Gesellschaften aus: Länder mit einem gerechteren Geschlechterverhältnis sind ökonomisch erfolgreicher, sozial balancierter und kulturell innovativer. Oder andersherum: Wer eine Gesellschaft insgesamt verbessern, die Wirtschaft stärken und Politik zukunftssicher machen will, der tut gut daran, bei Geschlechtergerechtigkeit zu beginnen – so legt es ein Bericht der Weltbank nahe.

Okay. Fein, schön, toll, super! Gleichberechtigung und Geschlechtergerechtigkeit sind wunderbar, wir stimmen alle zu. Jeder soll gleiche Rechte haben, jeder soll sein Leben so leben, wie er möchte. Das ist nicht nur gut für mich, sondern gut für alle. Klingt logisch.

Aber, was hat das mit Feminismus zu tun?

Doch Männer sollten nicht nur Feministen sein, weil sie selbst Vorteile davon haben. Ein echter Feminist glaubt daran, dass Frauen und Männer gleich viel wert sind und gleich viel zu sagen haben. Er schätzt vollkommene Gleichberechtigung und möchte eine Gesellschaft, in der weder Männer noch Frauen ein Übergewicht an Einfluss, Macht oder Deutungshoheit genießen. Nicht aus eigenem Vorteil, sondern ganz einfach, weil es gerecht ist.

Man könnte jetzt über Details und semantische Spitzfindigkeiten debattieren, aber gut, ich bin heute gnädig und lass das mal so durchgehen.

Nach diesen bisherigen Einschätzungen bin ich demnach Feminist. Cool! Hätten wir das also geklärt. Kann ich jetzt wieder gehen? Ich hab da noch ein Date mit nem süßen Schnuckel, der unbedingt wissen wollte, wie toll ich Flöte spielen kann. – Nicht? Ihr seid noch nicht fertig? Okay, ist ja gut, setzt ich mich halt wieder hin…

Sie wollen loslegen, wissen aber nicht wie? Mit diesen fünf Schritten ist es ganz einfach:

Ich würde gerne richtig loslegen (ich liebe Flötenspiel) aber ja, ja, bitte, fangt an, ich kann es kaum erwarten zu hören, was Ihr noch zu sagen habt!

1.    Informieren Sie sich. Theoretisches Wissen ist gut, praktisches noch viel besser. Wo könnte man das besser finden, als im Gespräch mit Frauen? Fragen Sie nach, welche Erfahrungen Frauen in Ihrem Bekanntenkreis mit Sexismus, Diskriminierung oder sogar Gewalt gemacht haben. Oftmals werden Sie überrascht sein, was Sie hören. Haarsträubendste Geschichten sind alltäglicher, als viele Männer glauben. Schauen Sie sich Statistiken zum Thema Gleichberechtigung an. Sie brauchen dafür keine Bände zu lesen, eine kurze Onlinesuche reicht, z.B. zu den Themen Gender Gap, Gewalt gegen Frauen oder Männer, die sich für Frauen einsetzen. 

Die Herren Herr und Speer werden glücklich sein zu hören, dass ich mich bereits informiert habe. Wir hier auf unserer Insel mögen zwar Barbaren sein, aber nicht dumm. Der Gender (Pay) Gap erklärt sich zum Beispiel ganz einfach dadurch, dass Frauen Fächer studieren und in Berufe einsteigen, die niedrigere Gehälter auf dem Markt erzielen, obendrein arbeiten sie weniger, öfter in Teilzeit und setzen irgendwann aus, wenn sie ihre 1,4 Kinder bekommen.

Diskriminierung ist auch nicht schön, aber wussen Sie beide schon, dass der Staat Männer auf die Schlachtfelder zwangsverpflichten kann; dass man Säuglingspenisse verstümmeln darf, Säuglingsvaginen aber nicht; dass Männer sich häufiger das Leben nehmen, öfter obdachlos sind und oftmals ihrer Rechte als Väter beraubt werden?

Was nun die Gewalt angeht, ja, Gewalt ist immer schlimm und möglichst zu reduzieren, allerdings sagt jede Kriminalstatistik, dass Männer weitaus häufiger Opfer von Gewalt werden als Frauen.

Ich weiß, ich bin nur ein kleiner barbarischer Homo, aber mein moralisches Empfinden sagt mir, dass wenn man in einer Gesellschaft etwas verbessern will, man sich doch nicht allein auf die Gruppe konzentrieren sollte, die im Schnitt weniger Probleme hat.

Bitte? Was? Das mag alles stimmen, aber es zählt nicht, weil Frauen so furchtbar niedlich sind, diese hübschen Schmollmünder habe, diese anmutig ausladenden Hinterteile und den an die schöne Berglandschaft im Tessin erinnernden Vorbau? Ja, schon, das mag sein, aber Männer haben tolle Flöten, auf denen man super spielen kann. Zählt das gar nicht ?

Nein? Okay, dann setz ich mich wieder hin. Tut mir leid, ich wollte Euch nicht unterbrechen.

2.    Schritt zwei erfolgt dann meist von selbst, denn Ihr neues Wissen führt zu gesteigerter Sensibilität gegenüber Sexismus. Sie werden sehen, plötzlich fällt es Ihnen als besonders merkwürdig auf, dass es in Werbung, in Medien und in Filmen immer wieder Frauen sind, die als Sexobjekte herhalten müssen. Warum sitzen in den meisten Talkshows oder bei Podiumsdiskussionen mehr Männer als Frauen? Wo sind eigentlich die Männer, die sich leicht bekleidet auf Neuwagen rekeln, um deren Attraktivität zu erhöhen? Und weshalb geht sexuelle Gewalt fast ausschließlich von Männern aus? Wenn Sie sich ganz automatisch diese Fragen stellen, sind die Grundlagen für Sie als Feminist gelegt.

Entschudligen Sie, dass ich noch mal störe, aber ich kenne sogar die Antworten auf diese Fragen. In den meisten Talkshows oder bei Podiumsdiskussionen sitzen mehr Männer als Frauen, weil Männer viel häufiger in der Politik involviert sind und sich mehr für gesellschaftliche Themen interessieren. Männer lesen Polit- und Wissenschaftsmagazine, Frauen Zeitschriften, in denen ihnen erklärt wird, wie sie sich noch besser schminken und noch schlanker werden können, und was man noch so alles anziehen kann.

Dass sexuelle Gewalt fast ausschließlich von Männern ausgeht, ist ganz einfach die tragische Folge de Umstandes, dass Männer einen höheren Sexualtrieb haben. Glücklicherweise ist sexuelle Gewalt ein recht seltenes Verbrechen. Zumindest in zivilisierten Kulturkreisen, zu denen auch unsere barbarische Insel gehört.

Was nun die Sexobjekte angeht, stimme ich Ihnen zu, dass weniger Frauen und mehr Männer als Sexobjekte, ein Segen für die Welt wäre. Dummerweise bin ich nur ein kleiner barbarischer Homo, denn weder Frauen, noch meine barbarischen heterosexuellen Geschlechtsgenossen teilen meine Vorliebe für scharfe Männer in knappen Unterhosen. Wenn Frauen Interesse an nackten Männern hätten, gäbe es sie an jeder Bushaltestelle.

Aber tut mir leid, reden Sie weiter!

3.    Jetzt ist es Zeit, Ihre eigenen Gewohnheiten zu hinterfragen. Zuerst in Ihrem privaten, ganz alltäglichen Leben. Beispiel: sexistische Witze. Und auch wenn es banal klingt, so ist es doch immer noch nicht Selbstverständlichkeit: Als Feminist behandeln Sie eine Ärztin, Kassiererin, Anwältin oder Polizistin genauso wie ihre männlichen Kollegen – mit Respekt. Werfen Sie also ein paar alte Gewohnheiten über Bord. Gleichzeitig können Sie die Vorzüge der Gleichberechtigung erleben. Freuen Sie sich darüber, dass Sie bei der Arbeit und zu Hause auf Frauen als gleichwertige Gesprächspartnerinnen, Beraterinnen und Freundinnen treffen. Das erweitert Ihren Horizont und führt zu einer neuen Qualität in Beziehungen und Freundschaften.

Äh, Entschuldigung wenn ich noch mal störe, aber selbst wir hier auf unserer Insel behandeln Frauen mit Respekt. Zumindest dann, wenn sie es verdienen. Wir freuen uns auch über gleichwertige Gesprächspartnerinnen. Wenn „gleichwertig“ nicht bedeutet, lediglich als Blitzableiter für weibliche Wehwehchen herhalten zu müssen (obwohl mir meine heterosexuellen Kumpel erzählt haben, dass sie auch das gelegentlich tun, damit sie hinterher fummeln dürfen).

Alles in allem behandeln wir Frauen ziemlich gleichwertig. Und meine heterosexuellen Kumpel behandeln sie in vielerlei Hinsicht sogar besser. Weil sie nun mal hübsche Schmollmünder, anmutig ausladende Hinterteile und an die schöne Berglandschaft im Tessin erinnernde Vorbauten mögen.

Ja, ich weiß, ich bin ein Störfaktor, aber wir Homos quatschen nun mal gerne. Sorry! Fahren Sie fort!

4.    Nun geht es an Ihr Umfeld. Werden Sie aktiv. Sexistische Kommentare und Übergriffe sind in Deutschland Alltag für Frauen. Als Feminist schreiten Sie ein, wenn Sie etwas mitbekommen: Fragen Sie die betroffene Frau, ob Sie Unterstützung möchte. Ob es sich um sexistische Kommentare unter Freunden handelt, ein Übergehen einer Frau bei anstehender Beförderung oder sexuelle Gewalt: Wegschauen ist für Sie nicht mehr drin.

Eigentlich mag ich es nicht, mich ungefragt in Dinge einzumischen, deren Tragweite und Hintergrund ich nicht vollumfänglich abschätzen kann. Im Übrigen betrachte ich Frauen als gleichberechtigt und gehe daher davon aus, dass wenn sie Hilfe benötigen, sie dies selbstbewusst und emanzipiert selbst artikulieren können. Wenn ich nun in die Situation kommen sollte, Gewalt mitzuerleben, hoffe ich allerdings, dass ich das richtige tun werde: Einschreiten und/oder die Polizei verständigen. Glücklicherweise ist Gewalt aber selten, und Frauen sind noch seltener davon betroffen. Ist das nicht eine gute Nachricht?

Nein? Darum geht es nicht? Ich rede am Thema vorbei? Ähm, okay. Mein großes Mundwerk wieder mal…

5.    Der letzte Schritt ist der größte und schwierigste. Haben Sie die ersten vier gut im Griff, können Sie sich mit Recht Feminist nennen. Wollen Sie aber noch einen draufsetzen, so ist es hier Zeit, gesellschaftlich und organisiert aktiv zu werden. Unterstützen Sie globale Kampagnen gegen Sexismus und ermutigen Ihre Freunde, es Ihnen gleich zu tun. HeForShe ist hier erste Anlaufstation. Auch in Deutschland gibt es verschiedene Initiativen, so z.B. StopBildSexism oder PinkStinks, die sich immer über neue Mitstreiter freuen. Nicht jede Organisation ist für jeden, aber wer sucht, findet, was zu einem passt. Am Ende ist es der öffentliche Einsatz, der Frauen am meisten hilft und andere Männer motiviert, es Ihnen gleich zu tun, wenn sie sehen: Feministen sind cool.

Aber Feministen sind nicht cool! Sie sind das Gegenteil von cool! Es sind zumeist rumzickende, jammernde, sexfeindliche, männerfeindliche, die Gleichberechtigung und die Gleichheit vor dem Gesetz aushebeln wollende, nie zufriedene, verwöhnte, unsympathische Tussen, die ihr Weltbild auf verzerrte Statistiken, einseitige Untersuchungen, Verschwörunsgtheorien und schlichten Lügen aufbauen…

Wollen wir Gewalt an Frauen in Zukunft wirklich verhindern und in einer Gesellschaft leben, die ihre Potenziale voll ausschöpft und in denen es allen gutgeht, gibt es nichts Besseres, als Feminist zu werden. Schließen Sie sich uns an und leben Sie die Gleichberechtigung! Sie werden sehen, es lohnt sich.

Niemand hier hat etwas gegen Gleichberechtigung! Aber ich persönlich sehe es nicht ein, dem faktisch privilegierten Geschlecht noch mehr Privilegien zuzugestehen, und deren Probleme als den Nabel der Welt zu betrachten, nur weil sie so furchtbar niedlich sind, diese hübschen Schmollmünder haben, diese anmutig ausladenden Hinterteile und den an die schöne Berglandschaft im Tessin erinnernden Vorbau.

Wenn Ihr Feminist sein wollt, weil Ihr glaubt, dann auf eine Bergwanderung mitgenommen zu werden, dann werdet halt Feminist!

Aber ohne mich! Ich bin ein Kind des Flachlandes. Mir ist die glaziale Serie, mit ihren welligen Kuppen und Moränen, die sich in strömende Urstromtäler ergießen, lieber.

Und jetzt geh ich Flöte spielen. Endlich!

36 Fragen an Männer – Teil 3

Irgendwelche Frauen haben auf YouTube 36 Fragen an die Männerwelt gerichtet. Als Gentleman der alten Schule ist es mir selbstredend eine Ehre, die Kommunikation zwischen den Geschlechtern nicht abbrechen zu lassen. Man erlaube mir daher, wenn ich die 36 Fragen (etwas holprig aus dem Englischen übersetzt – ich entschuldige mich vorsorglich) so gut es mir möglich ist, beantworte.

Bringen wir die Sache hinter uns:

Gleichberechtigung

27) Warum habt Ihr solche Angst vor der Gleichberechtigung der Geschlechter?

Haben wir nicht. Was uns sauer aufstößt ist die gesellschaftliche und gesetzliche Privilegierung von Frauen bei gleichzeitiger Missachtung sämtlicher Probleme, die Männer betreffen.

28) Womit habe ich es verdient, ein geringeres Gehalt als Du zu bekommen?

Weil Du weniger arbeitest und nicht das gleiche wie ich.

29) In welcher Welt sind 77 Cent das gleiche wie ein Dollar? In welcher Welt sind 68 Cent das gleiche wie ein Dollar?

In keiner Welt.

29a) Inwiefern ist das fair?

Wer Halbtagsjobs bevorzugt und lieber Gender-Studies als Ingenieurswissenschaften studiert, muss sich nicht wundern, wenn er weniger verdient. Weil Ihr Frauen weniger arbeitet, weniger in Euren Beruf investiert und weniger in Berufen arbeitet, die am Markt mit einem höheren Gehalt vergütet werden, habt Ihr weniger Gehalt in Eurer Lohntüte. Wenn Frauen die gleiche Berufs- und Lebensplanung wie Männer anstreben und durchziehen würden, gäbe es keinen PayGap. Insofern ist es fair, dass Frauen weniger verdienen als Männer.

30) Warum schüchtern Dich Frauen ein, die mehr verdienen als Du? Das ist doch großartig! Mehr Geld!

Ich bin nicht eingeschüchtert, höchstens neidisch. Dass heterosexuelle Männer davon eingeschüchtert sind, könnte allerdings daran liegen, dass Frauen hypergam sind und sich stets nach oben vögeln und verpartnern. Ein Mann der weniger verdient als sie, fällt gnadenlos durch ihr Beuteraster.

31a) Warum werden Frauen mit einem Standpunkt als Zicken betrachtet…

Weil viele Frauen Zickigkeit und emotionale Labilität mit einem Standpunkt verwechseln.

31b) … wenn Männer mit einem Standpunkt als „Chefs“ betrachtet werden.

Werden sie nicht. Ein Mann erwirbt sich nicht automatisch dadurch Respekt, nur weil er seine Meinung zum Besten gibt.

32) Warum gehst Du nicht dazwischen, wenn Deine Kumpels hinter verschlossenen Türen ausfällige Witze über Frauen machen?

Weil es meine Kumpels sind. Weil ich demnach weiß, wie diese Witze gemeint sind. Weil diese Witze witzig sind. – Aber woher willst Du überhaupt wissen, was wir Männer hinter verschlossenen Türen treiben?

33) Warum hast Du solche Angst davor, Deine eigenen Privilegien anzuerkennen?

Habe ich doch gar nicht! Ich habe einen Penis und bin Euch Mösen-Menschen damit in jeder Hinsicht meilenweit überlegen!

33a) Es bedeutet ja nicht, dass Du ein schlechter Mensch bist. Du solltest die Privilegien lediglich anerkennen, und etwas dagegen tun.

Warum sollte ich etwas gegen meine privilegierte Stellung als Penis-Mensch tun wollen? Das würde ja bedeuten, mich freiwillig auf die Stufe von Mösen-Menschen herabsenken zu lassen. Ich habe immerhin hart für meine Privilegien gearbeitet! Penishart!

Damit wären die Fragen abgeschlossen und es liegt an meiner Zählweise und Aufsplittung, dass ich nummerisch lediglich auf 33 statt 36 Fragen komme. Okay, einige Fragen waren keine Fragen. Eigentlich war nicht eine einzige Frage tatsächlich als Frage impliziert. Die Frage mit der Nummer 0) gleich zu Beginn formuliert, aber meinerseits bis zum Schluss aufgehoben, macht das mehr als deutlich:

0) Wie fühlt es sich an, dasselbe Geschlecht wie Donald Trump zu haben?

Ebenso wie es sich anfühlt, dasselbe Geschlecht wie Albert Einstein zu haben: Gar nicht.

Machen wir uns nichts vor: Hier ging es nicht darum, einen Austausch zu führen, um etwas über die männliche Lebens- und Gedankenwelt zu erfahren. Es ging darum, Vorwürfe an Männer zu formulieren, sie zu beschämen und sich über sie lustig zu machen.

Macht nur weiter so! Denn wer zuletzt lacht, der lacht am Besten. Ich jedenfalls bin bereits mittendrin. Und lache Euch nur noch aus!

36 Fragen an Männer – Teil 2

Irgendwelche Frauen haben auf YouTube 36 Fragen an die Männerwelt gerichtet. Als Gentleman der alten Schule ist es mir selbstredend eine Ehre, die Kommunikation zwischen den Geschlechtern nicht abbrechen zu lassen. Man erlaube mir daher, wenn ich die 36 Fragen (etwas holprig aus dem Englischen übersetzt – ich entschuldige mich vorsorglich) so gut es mir möglich ist, beantworte.

Machen wir weiter mit den Fragen 16 bis 26:

Neugier

16) Warum haben Frauen den Ruf des schwächeren Geschlechts. Wir bringen Euch auf die Welt – Wassermelonen, [gequetscht durch eine Zitrone].

Weil Frauen im Schnitt eine geringere Körperkraft haben. Das wird schon deutlich, wenn man den Körperbau von Mann und Frau vergleicht. Der Mann ist sehnig, drahtig und attraktiv, die Frau rund, weich und alltäglich. Die geringere körperliche Leistungsfähigkeit des weiblichen Körpers kommt auch in Sportwettkämpfen, bei der Armee oder der Feuerwehr zum Ausdruck. Oder wenn man Frauen mal wieder helfen muss, eine Gurkenglas zu öffnen. Oder beim Umzug. Oder…

17) Warum empfindest Du es als so albern, Deine Emotionen zu zeigen? – Emotionen zu zeigen heißt, ein Mensch zu sein.

Männer zeigen Gefühle. Aber anders als Frauen. Zunächst einmal machen wir nicht wegen jeder Kleinigkeit einen Aufstand. Wir haben kein Bedürfnis danach, auf jeden Furz der uns quer sitzt mit einem divenhaft emotionalen Ausbruch zu reagieren. Wir lamentieren und jammern nicht, sondern konzentrieren uns darauf, Problem zu lösen. Wir benutzen Gefühle nicht, um andere zu manipulieren. In Gegenwart von Frauen zeigen wir Emotionen selten, weil es nicht honoriert wird: es löst weder unser Problem, noch ernten wir damit Anerkennung. Männer sind nicht dumm. Sie erkennen, dass die Forderung der Frauen an Männer, Gefühle zu zeigen, nicht mehr ist als die Forderung, weibliche Gefühlswallungen wie ein Blitzableiter aufzufangen und abzuleiten. Bei der Forderung, Gefühle zu zeigen, geht es nur um Frauen. Ein wahrhaftes Interesse an der Gefühlswelt von Männern, haben die meisten Frauen nicht.

18) Warum willst Du mir gegenüber ständig Deine Männlichkeit unter Beweis stellen?

Ich will das nicht. Aber Männer werden das vermutlich tun, weil sie flirten wollen, weil der Mensch im Schnitt eine binär heterosexuelle Spezies ist und Männer wissen, dass Frauen „Männlichkeit“ attraktiv finden. Immerhin schminkt Ihr Frauen Euch doch auch ständig und versucht weiblich zu wirken.

19) Warum zur Hölle ist es nicht „ladylike“ zu fluchen? Seit wann gelten Wörter als gegendert?

Du gehst mir auf den Sack! Fluch doch wie Du willst, aber erwarte dann nicht, dass Männer Dich als Frau attraktiv finden.

20) Warum ist es Dein erster Eindruck, den Geschichten von Frauen, denen sexuelle Gewalt angetan, oder die vergewaltigt wurden, zu bezweifeln.

Zunächst einmal bezweifeln die meisten Männer das nicht. Sexuelle Gewalt und Vergewaltigung gelten mit als das schlimmste Verbrechen überhaupt, und ein Frau kann sich ziemlich sicher sein, dass ihr die Symapthien gewiss sind, sollte ihr das widerfahren. Allerdings leben wir in einem Rechtsstaat und auch sexuelle Gewalt und Vergewaltigungen müssen bewiesen werden. Bedenkt man überdies, was im Zuge des Feminsimsu mittlerweile alles als sexuelle Gewalt oder Vergewaltigung gilt (anstarren, widersprechen, flirten, catcallen, betrunken Sex haben), ist es kaum verwunderlich, dass die Glaubwürdigkeit von Frauen in dieser Hinsicht sinkt.

21) Warum glaubst Du, dass eine  Frau zornig ist, wenn sie ihre Periode hat?

Weil es Spaß macht. Und weil es stimmt.

22) Warum denkst Du, dass Frauen, die Make up tragen, Etikettenschwindel betreiben?

Weil Make Up dazu dienen soll, zu verschönern, etwas besser zu machen, als es ohne Make Up wäre. „Etikettenschwindel“ wäre hier die faktische Beschreibung eines Zustandes. Wäre. Glücklicherweise haben wir es hier aber mit einem feministischen Strohmann zu tun, den kaum ein Mann wird Make Up als Etikettenschwindel betrachten. Die meisten finden, dass es die Schönheit der Frau unterstreicht.

22a) Wir könnten dasselbe über Deine Penisgröße sagen.

Ja, könntet Ihr, wenn sich Männer Socken in die Hose stopfen würden, um ihren Schwanz größer erscheinen zu lassen. Da sie das aber nicht tun, ist das Argument Blödsinn.

23) Warum erscheint es Euch nicht merkwürdig, dass legislative Entscheidungen darüber, was ich mit meinem Körper tun darf, von einer Gruppe alter weißer Männer entschieden wird?

Tja, gute Frage. Vor allem wenn man bedenkt, dass Frauen die Bevölkerungsmehrheit stellen und bereits seit einigen Jahrzehnten wählen dürfen. Scheint so, als wären Frauen mitverantwortlich dafür, dass immer wieder alte weiße Männer gewählt werden.

Und überhaupt: Ihr dürft vögeln wen Ihr wollt, Ihr dürft verhüten, Ihr dürft abtreiben, Ihr dürft Alkohol trinken. Das einzige, was Ihr nicht dürft, dürfen auch Männer nicht: Marihuana und andere Drogen nehmen zum Beispiel. Genitalverstümmelung bei Frauen ist strafbar, bei Männern  aus religiösen Gründen erlaubt, in den USA gar verbreitet und akzeptiert. Man verlangt von Frauen auch nicht, das Vaterland zu verteidigen und auf den Schlachtfeldern zu verbluten. Welche körperliche Autonomie vermisst Ihr also?

23a) Habt Ihr etwa ’ne Möse?

Äh, nein, wir sind Männer. Und die Unversehrheit unseres Geschlechtsorganes wird, wie bereits erwähnt, rechtlich nicht so gut geschützt wie die des Eurigen.

24) Warum sind Heteros so verrückt nach Lesben?

Weil sie hetero sind, auf schöne Frauen stehen, und Lesben für sie die Fantasie von Sexualität ist, die sie erotisch finden. Wenn man Erdbeeren mag und Käse nicht, wird man es schließlich auch anregend finden, eine Schale Erdbeeren serviert zu bekommen, ohne dass diese mit Käse bestückt ist.

Alles in allem sind Lesben aber lediglich eine Fantasie. Die Realität hat vielen Männern klar gemacht, dass echte Lesben so scharf meist nicht sind. Was Lesben angeht, ist daher vielfach bereits Ernüchterung eingetreten.

25) Wie fühlt es sich an, eine Tritt in die Eier zu bekommen?

Es ist ein Gefühl, wie als wenn einem ein glühendes Messer in die Eingeweise gerammt wird. Man möchte sterben und sich das Leben aus dem Leib kotzen. Es ist die Hölle auf Erden.

26) Wirst es Dir jemals zu viel, ständig männlich erscheinen zu müssen?

Ich versuche es meistens nicht. Ich bin ich. Ein Mann. Und das gerne. Das was Du als männliches Imponieren interpretierst, ist in den meisten Fällen lediglich Ausdruck einer authentischen Persönlichkeit.

36 Fragen an Männer – Teil 1

Irgendwelche Frauen haben auf YouTube 36 Fragen an die Männerwelt gerichtet. Als Gentleman der alten Schule ist es mir selbstredend eine Ehre, die Kommunikation zwischen den Geschlechtern nicht abbrechen zu lassen. Man erlaube mir daher, wenn ich die 36 Fragen (etwas holprig aus dem Englischen übersetzt – ich entschuldige mich vorsorglich) so gut es mir möglich ist, beantworte.

Legen wir los mit den Fragen 1 bis 15:

Medien und Unterhaltung

1) Warum hasst Ihr romantische Komödien? Oder habt Ihr lediglich das Gefühl sie hassen zu müssen?

Ich hasse romantische Komödien nicht. Einige sind durchaus lustig und herzergreifend. Andere aber sind klar auf die Interessen von Frauen zugeschnitten und bedienen ihr Bedürfnis nach Selbstüberhöhung und Göttlichkeit gegenüber einem Mann. Diese sind unerträglich. Und manche sind einfach nur platt und langweilig. Nicht wenige Männer werden romantische Komödien auch deshalb mit Ressentiments betrachten, weil ihnen ihre Freundinnen Wochen lang die Ohren volljammern, warum er nicht so toll wie der Hauptdarsteller ist.

2) Jeder mag [mir akustisch unverständlich] Jeder mag Beyoncé. Das ist ein Fakt.

Zunächst mal: Das ist keine Frage. Eine Frage sieht so aus: Wer ist Beyoncé?

3) Warum lasst Ihr Frauen in Filmen über Männer reden, wenn Ihr Euch stundenlang über Titten unterhalten könnt?

Zunächst einmal sitzen Männer nicht stundenlang herum und reden über Titten, denn meistens ist man sich recht schnell darüber einig, ob eine Frau tolle Titten hat, oder nicht. Ich meinerseits rede kaum über Titten. Titten sind weitgehend uninteressant.

Abgesehen davon, versteh ich nicht, wieso hier eine Unlogik konstruiert wird. Wenn Männer stundenlang über Titten reden, ist es doch nur folgerichtig, dass Frauen stundenlang über Männer reden, oder?

Ach, und noch was: Nicht alle Männer drehen Filme.

4) Warum geht ihr automatisch davon aus, dass Ihr Serien oder Filme nicht mögen werdet, wenn es dort einen weiblichen Protagonisten gibt?

Für mich trifft das nicht zu. „Sex and the City“ hat weibliche Hauptcharaktere. „Elizabeth“ hat einen weiblichen Protagonisten. „Der Teufel trägt Prada“ hat weibliche Hauptcharaktere. Meine Lieblingsschauspielerinnen sind Meryl Streep und Cate Blanchett. Ich mag fast alle deren Filme.

5) Warum findet ihr es überraschend, wenn eine Frau lustig ist?

Weil viele Frauen nicht lustig sind. Schon gar nicht im Beisein mit Männern. Auch Comedy ist überwiegend eine männliche Domäne.

5 a) Ich bin vermutlich lustiger als Du.

Unwahrscheinlich.

Flirten und Daten

6) Warum glaubt Ihr, wir seien Euch verfallen, wenn wir Euch ranlassen?

Weil es üblicherweise ewig dauert bis Frauen einen ranlassen. Aus der Sicht eines Schwulen ist diese Zeitspanne schier endlos.

6 a) In 9 von 10 Fällen möchte auch ich, dass Du (nach dem Sex) endlich gehst. Ich bin beschäftigt, ich hab Zeug zu erledigen.

Du bist eine Frau. Du magst Zeug zu tun haben (schminken, tratschen, shoppen), aber beschäftigt bist Du in den seltensten Fällen.

Und wenn Du möchtest dass er geht, sag es einfach. Er wird es oftmals kaum erwarten können, gehen zu dürfen. Die meisten Männer gehen nur nicht  sofort, weil sie nett sein wollen. Weil viele Frauen das so erwarten. Weil sie einem verfallen sind (siehe Punkt 6).

7) Warum kann ich nicht mit so vielen Leuten Sex haben, wie ich will, ohne dass dies von anderen gewertet wird?

Fick doch mit wem Du willst! Jeder hat das Recht eine Schlampe zu sein. Auch ich bin eine.

7a) Wenn Männer das tun, werden sie beglückwünscht.

Vielleicht von ihren Kumpels, aber das auch nur in einem jungen Alter. Frauen finden es übrigens zumeist gar nicht toll, wenn Mann sich durch die Betten vögelt.

8) Warum hälst Du Frauen, die mit dir nach drei Tagen immer noch nicht im Bett waren, für eine Trockenpflaume, aber für eine Schlampe, wenn sie mit Dir sofort am ersten Tag ins Bett geht?

Weil es so ist. Erst lernt man sich kennen und dann geht man ins Bett. Tut Frau das am ersten Tag ist sie ne geile Schlampe. Und wenn man am dritten nach einem Date immer noch keinen Sex hat, dann ist das Zeitverschwendung. Ihr Frauen berücksichtigt einfach nicht den Zeitaufwand und die materiellen Resourcen, die Männer investieren um Frau flachzulegen. Und Investitionen sollen irgendwann halt Früchte tragen. Ist doch verständlich, oder nicht?

9) In welcher Welt bedeutet ein „Nein“ ein „Ja“?

In meiner. Zuweilen.

9 a) „Nein“ heißt „nein“!

Nein! Nicht immer.

10) Warum behauptet Ihr, dass Frauen zu emotional sind, um Führungsverantwortung zu übernehmen, um dann „Catcalling“ mit der Begründung zu rechtfertigen, dass Männer sich nun mal nicht beherrschen könnten?

Hier fehlt mir wieder der logische Zusammenhang. Selbst wenn Männer sich nicht beherrschen könnten, kann es dennoch stimmen, dass Frauen zu emotional sind, um Führungsverantwortung zu übernehmen. Ich behaupte weder das eine noch das andere. Was ich behaupte ist, dass Männer sexuell reagieren, wenn sie attraktive Frauen sehen, und dass viele Frauen weder den Ehrgeiz noch den Willen haben, um Führunsgverantwortung zu übernehmen.

11) Warum glaubst Du, dass nur weil Du nett zu mir bist, ich Dir meinen Körper schulde?

Nur weil Mann Deinen Körper möchte, heißt das nicht, dass Mann glaubt, darauf einen Anspruch zu haben. Du konstruierst eine Strohmann.

12) Wie kommst Du auf die Idee, ein ungefordertes Penis-Bild zuzusenden?

Weil Penisse geil sind. Weil wir Männer unsere Penisse lieben. Wenn aber Männer wüssten, dass Frauen auf Penisse nicht so scharf sind, wie Männer auf Mösen, würden sie stattdessen ein Foto vom Inhalt ihrer Brieftasche schicken.

Öffentlicher Raum

13) Warum glaubst Du, dass es okay ist, Frauen zu belästigen oder anstößige Kommentare über sie zu machen, wenn Du das nicht gut findest, wenn es Deiner Schwester passiert?

Weil meine Schwester mir näher steht als irgendeine Tussi, die möglichweise anstößige Kommenare verdient oder selbst provoziert hat. In den meisten Fällen finde ich aber weder das eine, noch das andere in Ordnung.

14) Wie fühlt es sich an, wenn Du mich in einem Meeting unterbrichst, während ich ein Argument vorbringe?

Ich tue das, weil Dein Arguemnt entweder unsinnig ist, oder einer Ergänzung bedarf. Das mache ich bei Männern genau so.

15) Warum müsst Ihr immer so breitbeinig dasitzen? Ich verstehe, Ihr habt Eier, aber ich breite meine Arme auch nicht aus, damit meine Möpse Platz haben.

Keine Ahnung von menschlicher Anatomie. Es ist kaum möglich und zudem unbequem, die eigenen Arme so sehr umeinander zu pressen, dass sie einen schmerzhaften Druck auf die Brust ausüben. Wenn Männer dagegen die Beine zusammennehmen, werden die Hoden fast  zwangsläufig in irgendeiner Weise geklemmt. Das ist fast immer unbequem, zuweilen unangenehm, machmal schmerzhaft. Es ist einfach bequemer für uns, die Beine breit zu machen.

Fragen 16-36 folgen

Haarscharf an der Freiheit vorbei

Kritische Texte über Gender lese ich teils zustimmend, teils kopfschüttelnd, teils mit einer Mischung aus Zorn und hemmungslosen Amüsement. Zu letzterer Kategorie gehört ein Beitrag von Prof. Dr. Ulrich Kutschera, seines Zeichens Biologe, der auf der Webseite des Deutschen Arbeitgeberverbandes ein Elaborat verfasst hat, mit dem er den Kritikern der Genderkritik einen Bärendienst erweist.

Warum sich der Deutschen Arbeitgeberverband („Markt & Freiheit“) bemüßigt fühlt, Kutschera eine Plattform zu bieten ist nicht ganz klar; offenbar hat man sich in den Chefetagen der Republik aber dazu entschlossen, Partei im gesellschaftlichen Kulturkampf zu ergreifen, anstatt seinen eigentlichen Job zu tun und Profit zu erwirtschaften.

Kutscheras Beitrag könnte man unter anderen Umstände ignorieren, es gelingt mir aber aus zwei Gründen nicht: Erstens wegen der abgrundtiefen Nichtigkeit, an der sich seine Kritik entzündet, und zweitens wegen eines gar lustiges Details, welches unabsichtlich seine Reputation als Biologe – zumindest in meinen Augen – schmälert.

Anlass der Kritik ist folgende Postkarte welche das Bundesministerium für alle außer Männer (Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend) anlässlich eines Festaktes zum 25. Jahrestag der Deutschen Einheit verteilt hat.

Gleich geht's weiter
Kutschera schreibt hierzu:

Auf einem professionell hergestellten Foto ist ein dämlich-besorgt dreinblickender junger deutscher Mann zu sehen, der in demütiger Körperhaltung einen Blumenstrauß in der linken Hand hat. Durch die langen Haare und eine Mütze auf dem Kopf versinnbildlicht dieser „Jüngling im optimalen Testosteron-Alter“ das derzeitige politische Ideal des mitteleuropäischen Schoßhundes der Biospezies Homo sapiens: Intelligent-weißhäutig, und somit mit dem Potential zum gutverdienenden beamteten Lehrer ausgestattet, aber gleichzeitig mit einem sensibel-weichgespülten Wesen. Die maskulinen Züge des Mit-Zwanzigers sind kaum noch erkennbar.

Nun sind Eindrücke naturgemäß subjektiv, es ist allerdings auffallend, wie abfällig Kutschera über das Antlitz eines jungen Mannes schreibt, das – welch Ironie! – dem Kutscheras nicht nur ähnlich ist, sondern das man überdies zuhauf in sämtlichen Städten dieser Republik und der westlichen Welt antreffen kann. Ein Mann, der sympathisch erscheint und durchaus attraktiv ist, sicher noch nicht mit beiden Beinen im Leben steht – aber wer erwartet das schon, wenn man gerade Mitte zwanzig ist?

Seine Partnerin, eine gleichaltrige, ebenfalls kaukasische junge Frau mit Hochzeits-Schleier, hält, liebevoll herabblickend, eine schwere Motor-Kettensäge in den Armen, als wäre dieses grobe Holzfäller-Werkzeug ihr leibliches Baby. Bedingt durch die vom weißen Schleier verborgenen Haare wirkt die Dame, verglichen mit dem langmähnigen Jüngling an ihrer Seite, eher maskulin, aber die Tatsache, dass ein heteronormales Mann-Frau-Paar dargestellt ist, muss im genderisierten Deutschland 2015 lobend hervorgehoben werden.

Dass sich beim Anblick des Bildes, und der dargestellten Protagonisten, bei mir so gar kein moralisierender Eifer einstellen mag, mag meinen Habitus als homounnormaler Warmduscher ohne stark ausgeprägte maskuline Züge geschuldet sein, jenen Exemplaren also, die Kutscheras Wunschtraum eines echten Mannes augenscheinlich nicht entsprechen.

Mit der auf unserer „Gleich geht’s weiter“-Postkarte abgebildete junge Braut wird sich wohl nur eine kleine Minderheit Gender-vernebelter „Kampf-Emanzen“ identifizieren können – die Mehrzahl der evolutionär/physiologisch normal entwickelten Frauen wird in diesem Foto im wahrsten Sinne des Wortes „auf den Arm genommen“ bzw. zur Lachnummer gemacht. Eine große, schwere Motorsäge als Baby-Ersatz abzubilden und den im besten Mannesalter stehenden Jüngling zu einem weichgespülten Volldeppen zu erniedrigen, ist für normale Menschen verachtend – es zeigt daher eindrucksvoll, was die GM-Religion aus den ehemals arbeitsteilig-gleichberechtigten Männern und Frauen der Wirtschaftswunder-Jahre gemacht hat: Widernatürliche „Mann-Frauen“ mit reduziertem Arbeitsleistungs- und Reproduktionspotential (Kreativitäts- und Geburtenrückgang der Ureinwohner Deutschlands).

Was mich an diesen Äußerungen gleichsam vor Zorn beben lässt ist, ist die absolute Negation jedweder individuellen Freiheit zugunsten eines uniformen Idealbildes von Frau und Mann, von Männlichkeit und Weiblichkeit, und die anmaßende Kategorisierung als unnormal und „widernatürlich“ all jener Menschen, die dem subjektiven Ideal Kutscheras nicht entsprechen. Das halte ich für weitaus menschenverachtender als eine harmlose Postkarte mit dem Abbild zweier alltäglich aussehender, stinknormaler junger Menschen, welche für Gleichstellung der Geschlechter wirbt. Jedwede berechtigte Kritik, die man am Gender Mainstreaming, dem Feminismus und dem Konzept der Gleichstellung anbringen kann, wird damit einer biologistischen, autoritären Sicht auf Menschen geopfert, die in meinen Augen ebenso verwerflich ist, wie sämtliche Versuche einen neuen gendergerechten Menschen zu formen.

Zumal Kutschera, womit wir wieder zum amüsanten Teil des Beitrages zurückkommen, durchaus unbiologisch argumentiert und, ohne es zu merken, knietief ins Fettnäpfchen des sozialen, gesellschaftlichen konstruierten, Geschlechts gegriffen hat.

Erinnern wir uns, was Kutschera über den jungen Mann auf dem Bild geschrieben hat:

Durch die langen Haare und eine Mütze auf dem Kopf versinnbildlicht dieser „Jüngling im optimalen Testosteron-Alter“ das derzeitige politische Ideal des mitteleuropäischen Schoßhundes der Biospezies Homo sapiens […]

Bedingt durch die vom weißen Schleier verborgenen Haare wirkt die Dame, verglichen mit dem langmähnigen Jüngling an ihrer Seite, eher maskulin […]

Offensichtlich ist bei Kutschera eine leichte Abneigung gegen Männer mit langen Haaren zu spüren; offenbar machen in seinen Augen eben diese langen Haare Männer weniger maskulin, sondern eher unnormal, ja „widernatürlich“ gar.

Doch wie erreicht man bei Männern das Ideal einer schneidigen Kurzhaarfrisur? Korrekt! Indem man der Natur ins Handwerk pfuscht, indem man das natürlich wachsende, lange Haupthaar auf dem Kopf des Mannes zurechtstutzt, indem man eine ewigen Kampf gegen die Biologie des Haarwuchses führt – im Übrigen auch dem des Bartwuchses, den der junge Mann auf dem Bild durchaus aufweist.

Ausgerechnet die Kurzhaarfrisur als Inbegriff der Männlichkeit in einem Artikel zu erwähnen, der mit der Natürlichkeit und biologischer Konformität der Geschlechter argumentiert, ist dermaßen erheiternd, dass man mein Lachen noch hören wird, wenn die Spezies Homos sapiens längst vom Angesichts der Erde verschwunden sein wird.

Pornos und #Gamergate – Ein kurzer (subjektiver) Einwand

Der Konsum von Pornografie und Videospielen – auch denjenigen die Gewalt beinhalten – hat im Großen und Ganzen einen stabilisierenden, zivilisierenden Einfluss auf das Verhalten, insbesondere junger Männer, im realen Leben, und dient männlichem Wohlbefinden und letztendlich dem gesellschaftlichen Frieden. Das Leben und die Existenz junger Männer wird in einem nicht unerheblichen Maße von dem Drang nach Anerkennung, dem Drang sich selbst zu beweisen und einem scharfen Wettbewerb um Ressourcen materieller und sexueller Art bestimmt. Das ist eine unausweichliche Folge männlicher Biologie sowie Psychologie einerseits, sowie eine zwangsläufige Folge weiblichen Selektionsverhaltens plus gesellschaftlicher Umstände andererseits. Pornos und Videospiele bieten insbesondere Männern mit geringem Status und Männern auf  einer niedrigen Stufe der allgemeinen gesellschaftlichen Hierarchie die Möglichkeit, aus der Tretmühle männlicher „Privilegien“ auszusteigen und zumindest virtuell Gewinner und Helden zu sein. Das Bemühen, Pornos und Videospiele einem feministischen, nicht-„sexistischen“ Gedankengut anzupassen, ist von Unkenntnis und Desinteresse an männlicher Biologie und Psychologie geprägt; negiert männliche Bedürfnisse und männliche gesellschaftliche Realität; ist geprägt vom Streben nach Dominanz und Macht über die Körper und die Psyche von Männern.