Warum sind Frauen so unzufrieden?

Wir erleben in der westlichen  Welt ein merkwürdiges Phänomen. Obwohl der Grad der Emanzipation von und der Möglichkeiten für Frauen immer weiter ansteigt, und Frauen mehr Alternativen zur Lebensführung offen stehen als jemals zuvor in der Geschichte der Menschheit, kommen diverse Umfragen und Untersuchungen zu dem Ergebnis, dass Frauen weder besondrs glücklich sind, noch dass sie zufriedenenr durchs Leben gehen als ihre Geschlechtsgenossen der Zeit vor den gesellschaftlichen Umwälzungen in den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Und gerade erklärte Feministen machen nicht gerade den Eindruck entspannter, selbstbewusster und zufriedener Persönlichkeiten, sondern erinnern vermehrt an hysterische Medusen, deren einziger Lebensinhalt das Beschämen und Anprangern von Männern und männlichem Verhalten ist, und die an jeder Ecke Benachteiligung und Diskriminierung von Frauen wittern. Woran liegt das?

Um dieses Rätsel näher zu beleuchten möchte ich an dieser Stelle eine zutiefst „reaktionäre“ Spekulation in den Raum werfen:

Könnte es sein, dass die Unzufriedenheit junger, vorgeblich emanzipierter Frauen darin besteht, dass sie in ihrer fruchtbarsten Phase (etwa 18 bis 25 Jahre) keine Kinder haben? Ist das denkbar? Eine innere Leere durch Negierung der weiblichen Biologie? 

Immerhin, so etwas gab es noch niemals in der Evolutionsgeschichte irgendwelcher Lebewesen: Massenhaft fruchtbare Weibchen, die keinen Nachwuchs haben. Ist es absurd zu spekulieren, dass dies Folgen für die weibliche Psyche hat, dass sich dies negativ auf die allgemeine Zufriedenheit junger Frauen auswirkt?

Dekadenz – Die Freiheit nehm ich mir!

Prof. Dr. Günter Buchholz vom Blog „Frankfurter Erklärung“ ist sprachlos. Das ist schon mal eine gute Nachricht, an der man sich erfreuen sollte, solange dieser Zustand anhält. Doch worauf beruht diese Sprachlosigkeit? Auf zwei Vorkommnisse, die Buchholz als weitere Beispiele von „Dekadenz“ interpretiert (man mag darüber spekulieren, was die vorherigen Beispiele von Dekadenz gewesen seien mögen).

Nun ist das Wort „Dekadenz“ aus dem Munde eines Konservativen nicht viel mehr als eine abwertene Bezeichnung für individuelle Freiheit. Dies wird einmal mehr deutlich, schaut man sich an, welche Dekadenz Bucholz so sprachlos macht.

Der erste Fall von „Dekadenz“ bezieht sich auf eine Diskussion des Deutschen Ethikrates über die Legalisierung von Inzest. Buchholz merkt hierzu an:

Der hier geschilderte tragische Einzelfall ist mit Sicherheit nicht verallgemeinungsfähig. Er rechtfertigt aus moralischer Sicht wohl ein gewisses rechtliches Entgegenkommen, sofern das irgendwie möglich ist. Aber er kann doch nicht das Prinzip in Frage stellen!

Und warum, kann das Prinzip der Strafbarkeit von Inzest nicht in Frage gestellt werden? Wir wissen es nicht, denn Buchholz hält es nicht für nötig, diese Frage zu beantworten.

Der zweite Fall von „Dekadenz“ bezeiht sich auf einen Artikel über Dänemark und die dortigen Debatten hinsichtlich der Zulässigkeit von Zoophilie – also dem Sex mit Tieren. Hierzu fällt Buchholz gar kein Kommentar mehr ein:

Ich hätte so etwas nicht für möglich gehalten. Das muß ich einräumen. Und dazu fällt mir auch nichts ein. Hier bin ich nur noch sprachlos.

Und warum? Weil Buchholz das Thema nicht behagt? Weil er nicht darüber nachdenken will? Legitim sicherlich, aber kein hinreichender Grund für ein moralisches Werturteil.

Es ist bedauerlich, dass die Sprachlosigkeit von Buchholz nicht soweit ging, zu beiden Themen gleich ganz zu schweigen, denn mehr als ein entrüstetes „Wie kann man nur?“ hat er ja offensichtlich nicht zu bieten. Um der lautstarken Stille des Herrn Buchhlz etwas entgegenzusetzen, möchte ich hier erneut meine Ansichten zu den Themen Inzest und Zoophilie kund tun, und berufe mich dabei auf zwei ältere Texte von mir, die ich hier, leicht gekürzt, wiedergebe:

Inzest ist kein Verbrechen

Der Staat kann es einfach nicht lassen, sich in private Lebensverhältnisse einzumischen, selbst wenn es um die privateste alle Privatsphären geht. Dass der Beischlaf unter Geschwistern freiwillig erfolgte, spielt hierbei keine Rolle, denn Freiwilligkeit war für die Staatsgewalt noch niemals ein Kriterium für Erlaubtes […]

Abgesehen davon, dass Deutschland nicht nur am Inzestverbot festhält, legt es dieses Verbot auch noch sexistisch aus. Denn der Einzige, der eine Strafe wegen Beischlaf zwischen Verwandten befürchten muss, ist natürlich der Mann.

[…] Der Staat will seine Bürger mit der Strafnorm vor drei konkreten Gefahren schützen:

1. Schutz vor familiärer Zerrüttung in Folge inzestuöser Liebe, da sich auch Ehepartner an Kindern vergehen.“

Versteht jemand dieses Argument? Ich nicht. Was hat jetzt das Vergehen an Kindern durch den Ehepartner konkret mit Inzest zu tun?

„2. Schutz vor Übergriffen eines überlegenen Partners – der Gesetzgeber geht davon aus, dass bei Inzest die Partner oft nicht gleichberechtigt seien, wie etwa beim Missbrauch der eigenen Kinder.“

Mit diesem Argument könnte man Sex ganz im Allgemeinen verbieten – weil es schließlich auch Vergewaltigungen gibt. Wenn ein Missbrauch stattgefunden hat, ist der auch ohne ein Inzestverbot strafbar. Dafür braucht man nicht jedweden Beischlaf unter Verwandten zu kriminalisieren.

„3. Schutz vor Erbkrankheiten, die bei großer genetischer Übereinstimmung der Eltern leichter ausbrechen.“

Nun ja, dass der deutsche Staat sich immer noch für die Erbgesundheit seiner Untertanen zuständig hält, mag wie ein Treppenwitz der Geschichte anmuten. Wenn man dieses Argument ernst nimmt, müsste man eigentlich vor jeder Absicht zur Fortpflanzung die Erlaubnis staatlicher Stellen einholen. Ganz abgesehen davon, dass auch Beischlaf unter gleichgeschlechtlichen Verwandten strafbar ist. Schutz vor Erbkrankheiten?

Berücksichtigt man das alles, muss man bei den Argumenten für ein Inzestverbot von Ausreden ausgehen, die lediglich den moralisierenden Zweck des Verbotes kaschieren sollen.

***

Die Erotik des Schweinischen

[…] was soll denn bitte schön an […] Zoophilie, also Sex mit Tieren – schlimm sein, sofern es im gegenseitigen Einvernehmen geschieht? Und sage mir jetzt bitte keiner, es sei unmöglich mit einem Tier einvernehmlichen Geschlechtsverkehr zu haben. Den Beweis für das Gegenteil liefert uns die durchaus nicht unerotische Beschreibung eines jungen Mannes, der – übrigens rein heterosexuellen – Geschlechtsverkehr mit einer brünstigen Sau pflegte und seinen guten Freund in die Geheimnisse der Zoophilie einweihte:

“Kaum hatten wir die Stallungen betreten, kamen die beide Säue [sic] uns in ihren Koben entgegen und gaben jenes kehlige, rauhe [sic] Geräusch von sich, dass ich den ‘Brunstschrei’ nennen möchte. Immer wenn ich nun die Absicht habe, mit einer Sau oder einem Jungschwein in sodomitische Beziehungen zu treten, ahme ich nach bestem Vermögen diesen Schrei nach und ‘antworte’ dem Tier. Das tat ich auch diesmal, wodurch die Leidenschaft sich sichtlich steigerte. […]  Ich ging also zu einer der Säue [sic] in den Koben und begann, ihren Körper und ihre Genitalien zu streicheln. Sie nahm augenblicklich eine erwartungsvolle, passive Position ein und verhielt sich absolut regungslos, solange ich mich mit ihr beschäftigte. […] In der Regel ergibt sich keine Notwendigkeit, den Penis mit der Hand zu führen, da die Vulvae der Säue  [sic] – als Ergebnis von Niederkünften und der Brunst – mit ausreichend Sekretion versorgt sind.” [Quelle: “Sex-driven People” von R.E.L. Masters, hier zitiert nach: Midas Dekkers, Geliebtes Tier, Seite 98 ff., Carl Hanser Verlag München Wien, 1994] 

Was auch immer man von solcher “Triebbefriedigung” auch halten mag, schaden sie doch weder anderen Menschen, noch dem Tier. Wozu also die Aufregung?

Soweit also meine aus der Vergangenheit stammenden nichtsprachlosen Anmerkungen dazu.

Selbstverständlich bietet das Thema Stoff für lebhafte Debatten, im Kern jedoch muss ich darauf bestehen, dass wenn klargestellt ist, dass Inzest oder Zoophilie im freiwilligen Einvernehmen erfolgen, ich selbstredend für eine Legalisierung bin, denn Freiwilligkeit und Einvernehmlichkeit, darauf beruht meine Ethik (dabei ist mir ist durchaus bewusst, dass die Frage der freiwilligen Einvernehmlichkeit beim Sex mit Tieren nicht abschließend geklärt ist).

Was aber ist ethische Basis von Buchholz? Das ist schwer zu sagen, da er ja überhaupt keine Argumentation vorbringt. Soweit ich seinen Beitrag verstanden habe, läuft es wohl darauf hinaus, dass ihm weder Inzest noch Zoophilie persönlich behagen. Nun gut, dass ist nachvollziehbar, ist aber als Argument ebenso gehaltvoll wie das gute alte „Mein Gott mag das nicht“. Denn was man selbst mag oder nicht, ist für die Beurteilung ethischer und gesellschaftlicher Normen reichlich irrelevant. 

Ach, hätte er doch geschwiegen!

Akzoleranz – oder so

Der „pelzblog“ hat mir in seiner Antwort auf meine Frage bestätigt, dass er Homosexuelle nicht akzeptieren könne. Das hat mich nicht sonderlich überrascht. Überrascht hat mich dann allerdings doch, dass „pelz“ offenbar eine sehr eigentümliche Definiton des Begriffes „Akzeptanz“ pflegt, die möglicherweise ursächlich verantwortlich für unseren Disput ist.

Zunächst zitiert „pelz“ die Wikipedia

Akzeptanz (von lat. „accipere“ für gutheißen, annehmen, billigen) ist eine Substantivierung des Verbes akzeptieren, welches verstanden wird als annehmen, anerkennen, einwilligen, hinnehmen, billigen, mit jemandem oder etwas einverstanden sein.

Es wird deutlich, dass Akzeptanz auf Freiwilligkeit beruht. Darüber hinaus besteht eine aktive Komponente, im Gegensatz zur passiven, durch das Wort Toleranz beschriebenen Duldung. Akzeptanz drückt ein zustimmendes Werturteil aus und bildet demnach den Gegensatz zur Ablehnung (Aversion).

Daraus schließt „pelz“ messerscharf:

Homosexualität zu akzeptieren, heißt in der letzendlichen Schlussfolgerung eben nichts anderes als homosexuell zu werden. Wenn jetzt Homosexuelle Heterosexualität akzeptieren, ist das dann wohl ein neues Spiel: Der heitere Sexualitätentausch!

Eine meisterhafte argumentative Vernichtung meinerseits. Denn gebraucht man das Wort „Akzeptanz“ tatsächlich in diesem Sinne, wäre es in der Tat unsinnig, sich Akzeptanz für Homosexualität zu wünschen, da dies eine implizite Bitte an Heteros um Änderung ihrer sexuellen Orientierung implizieren würde.

Das Problem ist allerdings, dass niemand im öffentlichen Diskurs den Begriff „Akzeptanz“ in diesem Sinne verwendet. Denn wenn man dies täte, könnte man in letzter Konsequenz nur das akzeptieren, was man selbst entweder selbst tut oder selbst ist.

Stellen wir uns das anhand einiger anderer Beispiele vor:

  • Als Weißer kann ich Schwarze lediglich tolerieren, aber nicht akzeptieren, denn Schwarze zu akzeptieren, heißt in der letzendlichen Schlussfolgerung eben nichts anderes, als selbst schwarz zu sein.
  • Als jemand der Käse nicht mag, kann ich Menschen, die Käse gerne essen, lediglich tolerieren, aber nicht akzeptieren, denn Menschen, die Käse gerne essen, zu akzeptieren, heißt in der letzendlichen Schlussfolgerung eben nichts anderes, als selbst zum begeisterten Käseesser zu werden.
  • Als Mann kann ich Weiblichkeit und/oder Frauen lediglich tolerieren, aber nicht akzeptieren, denn Weiblichkeit und/oder Frauen zu akzeptieren, heißt in der letzendlichen Schlussfolgerung eben nichts anderes, als selbst weiblich zu werden bzw. Frau zu sein.
  • Als Kinderloser kann ich die Tatsache, dass meine Schwester Kinder hat, lediglich tolerieren, aber nicht akzeptieren, denn ihre Eigenschaft als Elternteil zu akzeptieren, heißt in der letzendlichen Schlussfolgerung eben nichts anderes, als selbst Vater zu werden.

Ich bin sicher, man findet noch tausende weitere Beispiele, welche die Absurdität dieser Definition mehr als ausreichend verdeutlichen (Beispiele dürfen gerne in den Kommentaren dargelegt werden).

„pelz“ widemet sich nun dem Begriff der Toleranz, wiederum aus der Wikipedia

Toleranz, auch Duldsamkeit, ist allgemein ein Geltenlassen und Gewährenlassen fremder Überzeugungen, Handlungsweisen und Sitten. Umgangssprachlich ist damit heute häufig auch die Anerkennung einer Gleichberechtigung gemeint, die jedoch über den eigentlichen Begriff („Duldung“) hinausgeht.

und fragt darauf aufbauend:

Warum also werden Homosexuelle aggressiv, wenn man ihnen Toleranz aber keine Akzeptanz gewährt?

Hier könnte man z. B. schlussfolgern, dass die extreme Ablehnung einer gegenteiligen Sexualität auf homosexueller Seite viel ausgeprägter ist als auf heterosexueller Seite. Die Personen, die als Homosexuelle andere – Normalsexuelle – ständig mit Vokabeln wie „homophob“ usw. beschimpfen müssen, erwecken in mir den Verdacht der Heterophobie allein aufgrund ihrer Aggressivität.

Zunächst einmal bezeichnen die meisten Homosexuellen die Normalsexuellen nur dann als homophob, wenn es Gründe gibt anzunehmen, dass hinter ihren Ansichten und Taten Homophobie steckt, wenn die Normalsexuellen also erkennen lassen, dass sie nicht bereit sind, Homosexuellen so zu behandeln, wie sie Normalsexuelle behandeln bzw. als Normalsexuelle selbst behandelt werden möchten.

Anschließend komme ich zu der großen Ehre, im „pelzblog“ zitiert zu werden:

In einem Blogbeitrag des Schwulemikers Adrian sind die folgenden Worte zu lesen:

„So wie ich jeden Tag Euch Heteros sehen muss. Eure Händchenhalterei. Eure Küsserei. Eure Beziehungen. Eure Konflikte. Tag für Tag. Auf der Straße, bei der Arbeit, in den Medien. Kein Entrinnen, kein Entkommen – Heterosexualität allerorten. Immer! Überall!

Aber ich bezeichne es nicht als Belästigung. Denn ich respektiere Euch Heteros. Akzeptiere Euch. Euer Leben. Eure Liebe. Eure Menschlichkeit.“

Es folgt die bereist bekannte messerscharfe Analyse, in diesem Fall meiner Psyche:

Anhand dieser Worte werden mehrere Dinge deutlich:

Er hat sehr wohl eine tief innewohnende Ablehnung gegenüber der Heterosexualität. Worte, die auf -erei enden, werden durch diese Wortendung grundsätzlich negativiert oder sind von Anfang an negativ belegt: Herumzickerei, Spinnerei, Faulenzerei usw. Dieses sprachliche Konstrukt negativiert Wörter.

Kein Entrinnen, kein Entkommen – Heterosexualität allerorten. Immer! Überall!

Stellt für mich die Beschreibung von etwas Bedrohlichem dar: Man will normalerweise etwas entkommen, das man als Bedrohung ansieht. So heilig, wie er tut, ist es um seine Wahrnehmung der Heterosexualität also nicht bestellt. Es wirkt eher wie gelebter Verfolgungswahn, da er es sogar in Worte fasst.

Man erinnere sich an den Kontext dieses Zitats, welches im Zusammenhang einer Äußerung von „pelz“ gefallen ist, der sich von Werbeplakaten zum Stuttgarter CSD belästigt fühlte:

Ich weiß, es ist gemein und bösartig von mir. Ich belästige aber niemanden mit solcher Werbung. Man will nicht alles sehen.
Bald müssen wir aber alles sehen.
Die Bildungspläne werden schon dafür sorgen.

Meine Antwort darauf war demnach eine polemische Reaktion, in der Hoffnung, „pelz“ darzulegen, dass wenn er sich schon von Plakten mit Homos belästigt fühlt, ich mich doch erst Recht von der allgegenwärtigen Normalsexualität belästigt fühlen könne. Was ich, um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, anschließend aber verneint habe:

Aber ich bezeichne es nicht als Belästigung. Denn ich respektiere Euch Heteros. Akzeptiere Euch. Euer Leben. Eure Liebe. Eure Menschlichkeit.

Was „pelz“ aber nicht gelten lässt:

Daher steht die Aussage „Aber ich bezeichne es nicht als Belästigung.“ im diametralen Gegensatz zu seiner vorherigen Auslassung über die Küsserei und der Wahrnehmung, er müsse der Heterosexualität entkommen. Ich glaube allerdings tatsächlich, dass die erste Aussage seine Meinung eher trifft, als die politisch korrekte Aussage am Ende. Er hat sich schon zuvor über „heterosexuelle Belästigung“ in Kommentaren geäußert.

Ich habe allerdings gezeigt, dass er Heterosexualität gar nicht akzeptieren kann, weil es eben nicht seiner Sexualität entspricht.

Und ich habe oben dargelegt, dass eine derartige Auslegung des Begriffs „Akzeptanz“ absurd ist, und auch nirgendwo im gesellschaftlichen Diskurs so verwendet wird.

Nun stellt sich aber eine weitere Frage: Ist Homosexualität angeboren oder  nicht? Ist sie es nicht, könnte er problemlos akzeptieren. Er wird allerdings keinen Bedarf darin sehen, da er sich mit seiner Sexualität wohlfühlt. Genau so ergeht es mir auch. Daher müssen wir beide die Sexualität des anderen nicht akzeptieren, wir sollten sie tolerieren.

Es tut mir leid, „pelzblog“ kann sich auf den Kopf stellen, ich werde die Normalsexualität auch weiterhin akzeptieren. Selbst gemäß seiner Definition. denn ich hätte – jenseits meiner polemischen, zuweilen zynischen, zumeist aber scherzhaften Sticheleien – keinerlei ethischen oder moralischen Bedenken, Normalsexualität für mich selbst anzunehmen. Ich sehe bloß keinen Grund dazu, eben weil ich mich mit meiner Homsoexualität wohlfühle –

und Männer einfach zu wunderbar sind, um auf sie zu verzichten.

P1131

Ampelpampel

Nachdem Wien vorgeprescht ist, fühlen sich immer mehr deutschsprachige Städte bemüßigt, sogenante „Homo-Ampeln“ aufzustellen. Was zunächst als temporärer Marketingag im Zuge des Eurovision Song Contest begann, hat das Potential, zum neuen Gradmesser für „Toleranz“ zu werden, und es ist nicht auszuschließen, dass es den Ampeln an Straßen dereinst wie der Regenbogenfahne vor Rathäusern ergeht: Wer sie nicht präsentiert, wird sich dem Verdacht aussetzen, homophob zu sein.

Es ist erstaunlich, wie derartige Trivialitäten gehyped und ohne Diskussion mit fadenscheinigen Argumenten gepusht werden. Welche Art von Toleranz soll dadurch bei wem befördert werden? Jemand, der Lesben und Schwule bereits jetzt nicht leiden kann, wird sich bestätigt werden, dass diese „perverse Minderheit“ nun auch noch auf Kosten der Allgemeinheit die Straßenlandschaft „verschwult“.

Ein Gutes hat diese ganze Posse allerdings. Sie zeigt auf, dass die Homobewegung an ihr Ende gekommen ist. Man braucht sie nicht mehr. Nach der Öffnung der Ehe – die so oder so kommen wird – ist Schluss. Alles was danach kommt, wird nicht mehr sein als das selbstrefentielle Kreisen um das eigene Ego, die Imaginierung der eigenen subjektiven Befindlichkeiten als höchstwichtige gesellschaftliche Anliegen. Und es gibt Gründe anzunehmen, dass bereits der Kampf um die Eheöffnung nicht mehr ist als das.

Hallo Annegret…

…mit Bewunderung im Herzen habe ich Dein Interview in der „Welt“ gelesen, in der Du ebenjener mitgeteilt hast, dass Du auch „liebevolle homosexuelle Menschen“ kennst. Das finde ich total mutig von Dir, und ist für das Jahr 2015 ein wahrhaft eloquentes Bekenntnis. Es bedarf einer gehörigen Portion Schneid, dazu beizutragen, das Bild der Homosexuellen in der Gesellschaft zu nuancieren. Schließlich weiß jeder, dass Homosexuelle im Allgemeinen nicht liebevoll, sondern eher unsympathische Kotzbrocken sind. So wie ich halt.

Danke für Deinen Einsatz, Annegret!

Ich liebe Dich!

Adrian

Die Frauen und Ich – Eine Geschichte voller Missverständnisse

Wer mich kennt, dem wird es nicht entgangen sein, dass ich nicht gerade ein Freund des modernen Feminismus bin. Selbstverständlich befürworte ich ohne Umschweife die Gleichstellung von Frau und Mann, in dem Sinne nämlich, dass beide gleich an Rechten, Pflichten und Chancen sind. Aber eben genau deshalb kann ich mit dem real existierenden Feminismus, wie er sich in der westlichen Welt präsentiert, überhaupt nichts anfangen, besteht doch dessen Annahme darin, dass Frauen politisch, rechtlich und gesellschaftlich benachteiligt würden.

Als jemand, der neun Monate in den mecklenburgischen Wäldern seine Zeit verbringen musste, um gegen “Rotland” zu kämpfen, während die gleichaltrigen weiblichen Kollegen zu Hause vor dem Spiegel saßen, um sich für die nächste Party zu schminken, kann ich über ein solche These nur müde lächeln. Nein, Frauen werden in unserer Gesellschaft nicht benachteiligt, sie leben das bessere, gesündere, erfülltere Leben, ja ich gehe sogar so weit zu behaupten, das Leben der westlichen Frau gleicht dem Paradies, und wer mir mit Gegenargumenten hinsichtlich mangelnder politisch-gesellschaftlicher Teilhabe von Frauen kommt, den verweise ich auf den nächstbesten Zeitungsladen, wo man in aller Ruhe anhand von “Vogue”, “Glamour”, “Brigitte” und “Echo der Frau” studieren kann, warum Frauen seltener Karriere machen als Männer – eben weil sie andere Prioritäten setzen.

Egal…

Outet man sich in öffentlicher Runde mit derartigen Einlassungen, wird man sich recht schnell sehr einsam fühlen, denn prinzipiell ist die These, dass die Frau in unserer Gesellschaft benachteiligt sei, und damit eines umfassenden Schutzes bedürfe, unangefochten. Interessant an Diskussionen über dieses Thema ist übrigens die Überraschung, die jedes Mal offenbar wird, wenn bekannt wird, dass jemand als Schwuler derartige Meinungen vertritt. Offenbar glaubt man, nur prügelnde Machos mit ungestilltem Sexhunger auf weibliche Verlockungen könnten sich derartig “frauenfeindlich” äußern. Dass ein Schwuler solche Ergüsse zum Besten gibt, sprengt für viele die über lange Jahre fein säuberlich katalogisierten Schubladen, nach denen der schwule Mann im Geiste des Feminismus erzogen wurde und doch schon vom Grundsatz her, als ebensolches “Opfer” patriarchaler, heteronormativer Verhältnisse, Seite an Seite mit den Frauen kämpfen müsse. Doch da haben wir ja den Dissens: Ich sehe nicht, wofür Frauen hierzulande kämpfen müssten und bislang hat mich noch niemand eines anderen belehren können. Die Gegenargumente überzeugen mich schlicht und einfach nicht.

Als ich vor einiger Zeit in eine lebhafte Debatte mit einer jungen Frau über die Notwendigkeit von “Girl Power” geriet, schleuderte man mir einen sehr interessanten Kontrapunkt entgegen. Mir seien, so die junge Dame aufgebracht, Frauen einfach “scheißegal”, ich sei selbstbezogen, durch meine Homosexualität alleine auf Männer fixiert und würde deshalb das “Leiden” (so wörtlich!) von Frauen nicht zur Kenntnis nehmen. Ich antwortete darauf, dass sie in gewisser Weise Recht hätte, Frauen seien mir irgendwie tatsächlich weniger wichtig als Männer, was allerdings nichts damit zu tun hätte, weil sie mir “scheißegal” wären, sondern ob des Umstandes, dass sie einem entscheidenden Teil meines Lebens, nämlich dem Liebes- und Sexleben, eben keine Rolle spielen.

Mir persönlich erschien dieser Einwand völlig logisch, für die junge Dame war dies allerdings die Bestätigung ihrer Ansicht, dass mich Frauen und die Belange von Frauen absolut nicht interessieren würden. Und ehe ich noch fragen konnte, von welchen “Belangen” denn eigentlich ständig die Rede war, und was denn Frauen heutzutage entbehren würde, da ward ich auch schon wieder alleine gelassen.

Offensichtlich habe ich mit dem Eingeständnis, dass mir Frauen in der Tat nicht so wichtig sind wie Männer, ein Tabu gebrochen, wobei ich bislang noch nicht verstehe, worin denn dieses Tabu eigentlich besteht. Denn sehen wir es doch mal ganz sachlich:

Auf der Welt gibt es Männer und Frauen, beide haben, meiner Meinung nach, das gleiche Recht auf Leben, Freiheit und Streben nach Glück, beide sollten alle Möglichkeiten haben, ihr Leben nach ihren Maßstäben und ihren individuellen Vorlieben und Interessen zu gestalten, ohne freilich anderen zu schaden oder zu Handlungen zu zwingen. Ich beurteile Menschen nicht nach Geschlecht, glaube aber, dass man bei den beiden Geschlechtern unterschiedliche Prioritäten setzt – die natürlich, von Mensch zu Mensch verschieden, und demnach rein subjektiv sind. Es gibt nun mal Dinge, die kann man mit Frauen besser als mit Männern, und umgekehrt.

Nicht egal…

Mit Frauen z. B. kann man toll shoppen gehen, man kann wunderbar im Café sitzen um beim Latte Macchiatto über Männer und Mode zu tratschen, ja es macht sogar Spaß, sich über den unmöglich designten Schuhmodellen der diesjährigen Saison auszulassen. Das mag alles reichlich klischeehaft klingen, aber ich komme nicht drumherum mir einzugestehen, dass sich meine Kontaktebenen mit Frauen – im Großen und Ganzen – eben auf diese Dinge reduzieren lassen. Will ich über Politik reden, über Wissenschaft, über Wirtschaft, unterhalte ich mich eher mit Männern, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass viel Frauen solche Themen – von Ausnahmen abgesehen – schlicht und einfach weniger interessieren. Und wenn man dann noch berücksichtigt, dass ich Frauen weder für die Liebe noch für den Sex brauche – wie kann man mir dann vorwerfen, dass mir Frauen weniger wichtig sind als Männer?

Doch wie wäre es, die gesamte Sachlage einmal umgekehrt zu betrachten. Vielleicht ist es gar nicht so, dass ich mich weniger für Frauen interessiere, sondern im Gegenteil, dass sich alle anderen eben mehr für Frauen interessieren. Bei Heteromännern ist das klar. Diese brauchen Frauen, brauchen ihre Liebe und ihren Körper, ganz logisch also, dass sie irgendwann auf jeden Zug springen, den Frauen steuern. Mir ist noch sehr genau eine Episode aus meiner Studienzeit in Erinnerung, wo ein junger Mann in einer Runde mit ebenso jungen Frauen leidenschaftlich für die Frauenquote eintrat; wobei ihm anzusehen war, dass er sich als Belohnung dafür nicht weniger als je einen zünftigen Blowjob versprach…

Man könnte also sagen, dass es mitnichten so ist, dass ich mich nicht für die Belange von Frauen interessiere (was auch immer diese “Belange” sein sollen), sondern dass ich Frauen weitaus nüchterner betrachte, eben weil mich ihre Reize nun mal nicht reizen. Eine Frau weckt bei mir weder Beschützerinstinkte, noch das Verlangen, ihr den Stuhl hinzurücken, ihr die Tür aufzuhalten oder ihr die Rechnung  zu bezahlen – was ich allerdings dennoch gelegentlich tue, weil mich eben auch meine Mutter in dem Bewusstsein erzogen hat, dass sich das gegenüber Frauen nun mal so gehört – wobei allerdings auch sie mir nicht sagen kann, warum eigentlich.

Das Klischee jedenfalls, Schwule würden gegenüber Frauen besonders charmant und rücksichtsvoll auftreten, trifft auf mich nicht zu, ganz einfach deshalb, weil ich keinerlei Veranlassung sehe, eine Frau eben als Frau zu behandeln. Genau das ist es aber vermutlich, was mir von Seiten besagter jungen Dame den Vorwurf eingebracht hat, mir seien Frauen “scheißegal”.