36 Fragen an Männer – Teil 3

Irgendwelche Frauen haben auf YouTube 36 Fragen an die Männerwelt gerichtet. Als Gentleman der alten Schule ist es mir selbstredend eine Ehre, die Kommunikation zwischen den Geschlechtern nicht abbrechen zu lassen. Man erlaube mir daher, wenn ich die 36 Fragen (etwas holprig aus dem Englischen übersetzt – ich entschuldige mich vorsorglich) so gut es mir möglich ist, beantworte.

Bringen wir die Sache hinter uns:

Gleichberechtigung

27) Warum habt Ihr solche Angst vor der Gleichberechtigung der Geschlechter?

Haben wir nicht. Was uns sauer aufstößt ist die gesellschaftliche und gesetzliche Privilegierung von Frauen bei gleichzeitiger Missachtung sämtlicher Probleme, die Männer betreffen.

28) Womit habe ich es verdient, ein geringeres Gehalt als Du zu bekommen?

Weil Du weniger arbeitest und nicht das gleiche wie ich.

29) In welcher Welt sind 77 Cent das gleiche wie ein Dollar? In welcher Welt sind 68 Cent das gleiche wie ein Dollar?

In keiner Welt.

29a) Inwiefern ist das fair?

Wer Halbtagsjobs bevorzugt und lieber Gender-Studies als Ingenieurswissenschaften studiert, muss sich nicht wundern, wenn er weniger verdient. Weil Ihr Frauen weniger arbeitet, weniger in Euren Beruf investiert und weniger in Berufen arbeitet, die am Markt mit einem höheren Gehalt vergütet werden, habt Ihr weniger Gehalt in Eurer Lohntüte. Wenn Frauen die gleiche Berufs- und Lebensplanung wie Männer anstreben und durchziehen würden, gäbe es keinen PayGap. Insofern ist es fair, dass Frauen weniger verdienen als Männer.

30) Warum schüchtern Dich Frauen ein, die mehr verdienen als Du? Das ist doch großartig! Mehr Geld!

Ich bin nicht eingeschüchtert, höchstens neidisch. Dass heterosexuelle Männer davon eingeschüchtert sind, könnte allerdings daran liegen, dass Frauen hypergam sind und sich stets nach oben vögeln und verpartnern. Ein Mann der weniger verdient als sie, fällt gnadenlos durch ihr Beuteraster.

31a) Warum werden Frauen mit einem Standpunkt als Zicken betrachtet…

Weil viele Frauen Zickigkeit und emotionale Labilität mit einem Standpunkt verwechseln.

31b) … wenn Männer mit einem Standpunkt als „Chefs“ betrachtet werden.

Werden sie nicht. Ein Mann erwirbt sich nicht automatisch dadurch Respekt, nur weil er seine Meinung zum Besten gibt.

32) Warum gehst Du nicht dazwischen, wenn Deine Kumpels hinter verschlossenen Türen ausfällige Witze über Frauen machen?

Weil es meine Kumpels sind. Weil ich demnach weiß, wie diese Witze gemeint sind. Weil diese Witze witzig sind. – Aber woher willst Du überhaupt wissen, was wir Männer hinter verschlossenen Türen treiben?

33) Warum hast Du solche Angst davor, Deine eigenen Privilegien anzuerkennen?

Habe ich doch gar nicht! Ich habe einen Penis und bin Euch Mösen-Menschen damit in jeder Hinsicht meilenweit überlegen!

33a) Es bedeutet ja nicht, dass Du ein schlechter Mensch bist. Du solltest die Privilegien lediglich anerkennen, und etwas dagegen tun.

Warum sollte ich etwas gegen meine privilegierte Stellung als Penis-Mensch tun wollen? Das würde ja bedeuten, mich freiwillig auf die Stufe von Mösen-Menschen herabsenken zu lassen. Ich habe immerhin hart für meine Privilegien gearbeitet! Penishart!

Damit wären die Fragen abgeschlossen und es liegt an meiner Zählweise und Aufsplittung, dass ich nummerisch lediglich auf 33 statt 36 Fragen komme. Okay, einige Fragen waren keine Fragen. Eigentlich war nicht eine einzige Frage tatsächlich als Frage impliziert. Die Frage mit der Nummer 0) gleich zu Beginn formuliert, aber meinerseits bis zum Schluss aufgehoben, macht das mehr als deutlich:

0) Wie fühlt es sich an, dasselbe Geschlecht wie Donald Trump zu haben?

Ebenso wie es sich anfühlt, dasselbe Geschlecht wie Albert Einstein zu haben: Gar nicht.

Machen wir uns nichts vor: Hier ging es nicht darum, einen Austausch zu führen, um etwas über die männliche Lebens- und Gedankenwelt zu erfahren. Es ging darum, Vorwürfe an Männer zu formulieren, sie zu beschämen und sich über sie lustig zu machen.

Macht nur weiter so! Denn wer zuletzt lacht, der lacht am Besten. Ich jedenfalls bin bereits mittendrin. Und lache Euch nur noch aus!

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36 Fragen an Männer – Teil 2

Irgendwelche Frauen haben auf YouTube 36 Fragen an die Männerwelt gerichtet. Als Gentleman der alten Schule ist es mir selbstredend eine Ehre, die Kommunikation zwischen den Geschlechtern nicht abbrechen zu lassen. Man erlaube mir daher, wenn ich die 36 Fragen (etwas holprig aus dem Englischen übersetzt – ich entschuldige mich vorsorglich) so gut es mir möglich ist, beantworte.

Machen wir weiter mit den Fragen 16 bis 26:

Neugier

16) Warum haben Frauen den Ruf des schwächeren Geschlechts. Wir bringen Euch auf die Welt – Wassermelonen, [gequetscht durch eine Zitrone].

Weil Frauen im Schnitt eine geringere Körperkraft haben. Das wird schon deutlich, wenn man den Körperbau von Mann und Frau vergleicht. Der Mann ist sehnig, drahtig und attraktiv, die Frau rund, weich und alltäglich. Die geringere körperliche Leistungsfähigkeit des weiblichen Körpers kommt auch in Sportwettkämpfen, bei der Armee oder der Feuerwehr zum Ausdruck. Oder wenn man Frauen mal wieder helfen muss, eine Gurkenglas zu öffnen. Oder beim Umzug. Oder…

17) Warum empfindest Du es als so albern, Deine Emotionen zu zeigen? – Emotionen zu zeigen heißt, ein Mensch zu sein.

Männer zeigen Gefühle. Aber anders als Frauen. Zunächst einmal machen wir nicht wegen jeder Kleinigkeit einen Aufstand. Wir haben kein Bedürfnis danach, auf jeden Furz der uns quer sitzt mit einem divenhaft emotionalen Ausbruch zu reagieren. Wir lamentieren und jammern nicht, sondern konzentrieren uns darauf, Problem zu lösen. Wir benutzen Gefühle nicht, um andere zu manipulieren. In Gegenwart von Frauen zeigen wir Emotionen selten, weil es nicht honoriert wird: es löst weder unser Problem, noch ernten wir damit Anerkennung. Männer sind nicht dumm. Sie erkennen, dass die Forderung der Frauen an Männer, Gefühle zu zeigen, nicht mehr ist als die Forderung, weibliche Gefühlswallungen wie ein Blitzableiter aufzufangen und abzuleiten. Bei der Forderung, Gefühle zu zeigen, geht es nur um Frauen. Ein wahrhaftes Interesse an der Gefühlswelt von Männern, haben die meisten Frauen nicht.

18) Warum willst Du mir gegenüber ständig Deine Männlichkeit unter Beweis stellen?

Ich will das nicht. Aber Männer werden das vermutlich tun, weil sie flirten wollen, weil der Mensch im Schnitt eine binär heterosexuelle Spezies ist und Männer wissen, dass Frauen „Männlichkeit“ attraktiv finden. Immerhin schminkt Ihr Frauen Euch doch auch ständig und versucht weiblich zu wirken.

19) Warum zur Hölle ist es nicht „ladylike“ zu fluchen? Seit wann gelten Wörter als gegendert?

Du gehst mir auf den Sack! Fluch doch wie Du willst, aber erwarte dann nicht, dass Männer Dich als Frau attraktiv finden.

20) Warum ist es Dein erster Eindruck, den Geschichten von Frauen, denen sexuelle Gewalt angetan, oder die vergewaltigt wurden, zu bezweifeln.

Zunächst einmal bezweifeln die meisten Männer das nicht. Sexuelle Gewalt und Vergewaltigung gelten mit als das schlimmste Verbrechen überhaupt, und ein Frau kann sich ziemlich sicher sein, dass ihr die Symapthien gewiss sind, sollte ihr das widerfahren. Allerdings leben wir in einem Rechtsstaat und auch sexuelle Gewalt und Vergewaltigungen müssen bewiesen werden. Bedenkt man überdies, was im Zuge des Feminsimsu mittlerweile alles als sexuelle Gewalt oder Vergewaltigung gilt (anstarren, widersprechen, flirten, catcallen, betrunken Sex haben), ist es kaum verwunderlich, dass die Glaubwürdigkeit von Frauen in dieser Hinsicht sinkt.

21) Warum glaubst Du, dass eine  Frau zornig ist, wenn sie ihre Periode hat?

Weil es Spaß macht. Und weil es stimmt.

22) Warum denkst Du, dass Frauen, die Make up tragen, Etikettenschwindel betreiben?

Weil Make Up dazu dienen soll, zu verschönern, etwas besser zu machen, als es ohne Make Up wäre. „Etikettenschwindel“ wäre hier die faktische Beschreibung eines Zustandes. Wäre. Glücklicherweise haben wir es hier aber mit einem feministischen Strohmann zu tun, den kaum ein Mann wird Make Up als Etikettenschwindel betrachten. Die meisten finden, dass es die Schönheit der Frau unterstreicht.

22a) Wir könnten dasselbe über Deine Penisgröße sagen.

Ja, könntet Ihr, wenn sich Männer Socken in die Hose stopfen würden, um ihren Schwanz größer erscheinen zu lassen. Da sie das aber nicht tun, ist das Argument Blödsinn.

23) Warum erscheint es Euch nicht merkwürdig, dass legislative Entscheidungen darüber, was ich mit meinem Körper tun darf, von einer Gruppe alter weißer Männer entschieden wird?

Tja, gute Frage. Vor allem wenn man bedenkt, dass Frauen die Bevölkerungsmehrheit stellen und bereits seit einigen Jahrzehnten wählen dürfen. Scheint so, als wären Frauen mitverantwortlich dafür, dass immer wieder alte weiße Männer gewählt werden.

Und überhaupt: Ihr dürft vögeln wen Ihr wollt, Ihr dürft verhüten, Ihr dürft abtreiben, Ihr dürft Alkohol trinken. Das einzige, was Ihr nicht dürft, dürfen auch Männer nicht: Marihuana und andere Drogen nehmen zum Beispiel. Genitalverstümmelung bei Frauen ist strafbar, bei Männern  aus religiösen Gründen erlaubt, in den USA gar verbreitet und akzeptiert. Man verlangt von Frauen auch nicht, das Vaterland zu verteidigen und auf den Schlachtfeldern zu verbluten. Welche körperliche Autonomie vermisst Ihr also?

23a) Habt Ihr etwa ’ne Möse?

Äh, nein, wir sind Männer. Und die Unversehrheit unseres Geschlechtsorganes wird, wie bereits erwähnt, rechtlich nicht so gut geschützt wie die des Eurigen.

24) Warum sind Heteros so verrückt nach Lesben?

Weil sie hetero sind, auf schöne Frauen stehen, und Lesben für sie die Fantasie von Sexualität ist, die sie erotisch finden. Wenn man Erdbeeren mag und Käse nicht, wird man es schließlich auch anregend finden, eine Schale Erdbeeren serviert zu bekommen, ohne dass diese mit Käse bestückt ist.

Alles in allem sind Lesben aber lediglich eine Fantasie. Die Realität hat vielen Männern klar gemacht, dass echte Lesben so scharf meist nicht sind. Was Lesben angeht, ist daher vielfach bereits Ernüchterung eingetreten.

25) Wie fühlt es sich an, eine Tritt in die Eier zu bekommen?

Es ist ein Gefühl, wie als wenn einem ein glühendes Messer in die Eingeweise gerammt wird. Man möchte sterben und sich das Leben aus dem Leib kotzen. Es ist die Hölle auf Erden.

26) Wirst es Dir jemals zu viel, ständig männlich erscheinen zu müssen?

Ich versuche es meistens nicht. Ich bin ich. Ein Mann. Und das gerne. Das was Du als männliches Imponieren interpretierst, ist in den meisten Fällen lediglich Ausdruck einer authentischen Persönlichkeit.

36 Fragen an Männer – Teil 1

Irgendwelche Frauen haben auf YouTube 36 Fragen an die Männerwelt gerichtet. Als Gentleman der alten Schule ist es mir selbstredend eine Ehre, die Kommunikation zwischen den Geschlechtern nicht abbrechen zu lassen. Man erlaube mir daher, wenn ich die 36 Fragen (etwas holprig aus dem Englischen übersetzt – ich entschuldige mich vorsorglich) so gut es mir möglich ist, beantworte.

Legen wir los mit den Fragen 1 bis 15:

Medien und Unterhaltung

1) Warum hasst Ihr romantische Komödien? Oder habt Ihr lediglich das Gefühl sie hassen zu müssen?

Ich hasse romantische Komödien nicht. Einige sind durchaus lustig und herzergreifend. Andere aber sind klar auf die Interessen von Frauen zugeschnitten und bedienen ihr Bedürfnis nach Selbstüberhöhung und Göttlichkeit gegenüber einem Mann. Diese sind unerträglich. Und manche sind einfach nur platt und langweilig. Nicht wenige Männer werden romantische Komödien auch deshalb mit Ressentiments betrachten, weil ihnen ihre Freundinnen Wochen lang die Ohren volljammern, warum er nicht so toll wie der Hauptdarsteller ist.

2) Jeder mag [mir akustisch unverständlich] Jeder mag Beyoncé. Das ist ein Fakt.

Zunächst mal: Das ist keine Frage. Eine Frage sieht so aus: Wer ist Beyoncé?

3) Warum lasst Ihr Frauen in Filmen über Männer reden, wenn Ihr Euch stundenlang über Titten unterhalten könnt?

Zunächst einmal sitzen Männer nicht stundenlang herum und reden über Titten, denn meistens ist man sich recht schnell darüber einig, ob eine Frau tolle Titten hat, oder nicht. Ich meinerseits rede kaum über Titten. Titten sind weitgehend uninteressant.

Abgesehen davon, versteh ich nicht, wieso hier eine Unlogik konstruiert wird. Wenn Männer stundenlang über Titten reden, ist es doch nur folgerichtig, dass Frauen stundenlang über Männer reden, oder?

Ach, und noch was: Nicht alle Männer drehen Filme.

4) Warum geht ihr automatisch davon aus, dass Ihr Serien oder Filme nicht mögen werdet, wenn es dort einen weiblichen Protagonisten gibt?

Für mich trifft das nicht zu. „Sex and the City“ hat weibliche Hauptcharaktere. „Elizabeth“ hat einen weiblichen Protagonisten. „Der Teufel trägt Prada“ hat weibliche Hauptcharaktere. Meine Lieblingsschauspielerinnen sind Meryl Streep und Cate Blanchett. Ich mag fast alle deren Filme.

5) Warum findet ihr es überraschend, wenn eine Frau lustig ist?

Weil viele Frauen nicht lustig sind. Schon gar nicht im Beisein mit Männern. Auch Comedy ist überwiegend eine männliche Domäne.

5 a) Ich bin vermutlich lustiger als Du.

Unwahrscheinlich.

Flirten und Daten

6) Warum glaubt Ihr, wir seien Euch verfallen, wenn wir Euch ranlassen?

Weil es üblicherweise ewig dauert bis Frauen einen ranlassen. Aus der Sicht eines Schwulen ist diese Zeitspanne schier endlos.

6 a) In 9 von 10 Fällen möchte auch ich, dass Du (nach dem Sex) endlich gehst. Ich bin beschäftigt, ich hab Zeug zu erledigen.

Du bist eine Frau. Du magst Zeug zu tun haben (schminken, tratschen, shoppen), aber beschäftigt bist Du in den seltensten Fällen.

Und wenn Du möchtest dass er geht, sag es einfach. Er wird es oftmals kaum erwarten können, gehen zu dürfen. Die meisten Männer gehen nur nicht  sofort, weil sie nett sein wollen. Weil viele Frauen das so erwarten. Weil sie einem verfallen sind (siehe Punkt 6).

7) Warum kann ich nicht mit so vielen Leuten Sex haben, wie ich will, ohne dass dies von anderen gewertet wird?

Fick doch mit wem Du willst! Jeder hat das Recht eine Schlampe zu sein. Auch ich bin eine.

7a) Wenn Männer das tun, werden sie beglückwünscht.

Vielleicht von ihren Kumpels, aber das auch nur in einem jungen Alter. Frauen finden es übrigens zumeist gar nicht toll, wenn Mann sich durch die Betten vögelt.

8) Warum hälst Du Frauen, die mit dir nach drei Tagen immer noch nicht im Bett waren, für eine Trockenpflaume, aber für eine Schlampe, wenn sie mit Dir sofort am ersten Tag ins Bett geht?

Weil es so ist. Erst lernt man sich kennen und dann geht man ins Bett. Tut Frau das am ersten Tag ist sie ne geile Schlampe. Und wenn man am dritten nach einem Date immer noch keinen Sex hat, dann ist das Zeitverschwendung. Ihr Frauen berücksichtigt einfach nicht den Zeitaufwand und die materiellen Resourcen, die Männer investieren um Frau flachzulegen. Und Investitionen sollen irgendwann halt Früchte tragen. Ist doch verständlich, oder nicht?

9) In welcher Welt bedeutet ein „Nein“ ein „Ja“?

In meiner. Zuweilen.

9 a) „Nein“ heißt „nein“!

Nein! Nicht immer.

10) Warum behauptet Ihr, dass Frauen zu emotional sind, um Führungsverantwortung zu übernehmen, um dann „Catcalling“ mit der Begründung zu rechtfertigen, dass Männer sich nun mal nicht beherrschen könnten?

Hier fehlt mir wieder der logische Zusammenhang. Selbst wenn Männer sich nicht beherrschen könnten, kann es dennoch stimmen, dass Frauen zu emotional sind, um Führungsverantwortung zu übernehmen. Ich behaupte weder das eine noch das andere. Was ich behaupte ist, dass Männer sexuell reagieren, wenn sie attraktive Frauen sehen, und dass viele Frauen weder den Ehrgeiz noch den Willen haben, um Führunsgverantwortung zu übernehmen.

11) Warum glaubst Du, dass nur weil Du nett zu mir bist, ich Dir meinen Körper schulde?

Nur weil Mann Deinen Körper möchte, heißt das nicht, dass Mann glaubt, darauf einen Anspruch zu haben. Du konstruierst eine Strohmann.

12) Wie kommst Du auf die Idee, ein ungefordertes Penis-Bild zuzusenden?

Weil Penisse geil sind. Weil wir Männer unsere Penisse lieben. Wenn aber Männer wüssten, dass Frauen auf Penisse nicht so scharf sind, wie Männer auf Mösen, würden sie stattdessen ein Foto vom Inhalt ihrer Brieftasche schicken.

Öffentlicher Raum

13) Warum glaubst Du, dass es okay ist, Frauen zu belästigen oder anstößige Kommentare über sie zu machen, wenn Du das nicht gut findest, wenn es Deiner Schwester passiert?

Weil meine Schwester mir näher steht als irgendeine Tussi, die möglichweise anstößige Kommenare verdient oder selbst provoziert hat. In den meisten Fällen finde ich aber weder das eine, noch das andere in Ordnung.

14) Wie fühlt es sich an, wenn Du mich in einem Meeting unterbrichst, während ich ein Argument vorbringe?

Ich tue das, weil Dein Arguemnt entweder unsinnig ist, oder einer Ergänzung bedarf. Das mache ich bei Männern genau so.

15) Warum müsst Ihr immer so breitbeinig dasitzen? Ich verstehe, Ihr habt Eier, aber ich breite meine Arme auch nicht aus, damit meine Möpse Platz haben.

Keine Ahnung von menschlicher Anatomie. Es ist kaum möglich und zudem unbequem, die eigenen Arme so sehr umeinander zu pressen, dass sie einen schmerzhaften Druck auf die Brust ausüben. Wenn Männer dagegen die Beine zusammennehmen, werden die Hoden fast  zwangsläufig in irgendeiner Weise geklemmt. Das ist fast immer unbequem, zuweilen unangenehm, machmal schmerzhaft. Es ist einfach bequemer für uns, die Beine breit zu machen.

Fragen 16-36 folgen

Die Frauen und Ich – Eine Geschichte voller Missverständnisse

Wer mich kennt, dem wird es nicht entgangen sein, dass ich nicht gerade ein Freund des modernen Feminismus bin. Selbstverständlich befürworte ich ohne Umschweife die Gleichstellung von Frau und Mann, in dem Sinne nämlich, dass beide gleich an Rechten, Pflichten und Chancen sind. Aber eben genau deshalb kann ich mit dem real existierenden Feminismus, wie er sich in der westlichen Welt präsentiert, überhaupt nichts anfangen, besteht doch dessen Annahme darin, dass Frauen politisch, rechtlich und gesellschaftlich benachteiligt würden.

Als jemand, der neun Monate in den mecklenburgischen Wäldern seine Zeit verbringen musste, um gegen “Rotland” zu kämpfen, während die gleichaltrigen weiblichen Kollegen zu Hause vor dem Spiegel saßen, um sich für die nächste Party zu schminken, kann ich über ein solche These nur müde lächeln. Nein, Frauen werden in unserer Gesellschaft nicht benachteiligt, sie leben das bessere, gesündere, erfülltere Leben, ja ich gehe sogar so weit zu behaupten, das Leben der westlichen Frau gleicht dem Paradies, und wer mir mit Gegenargumenten hinsichtlich mangelnder politisch-gesellschaftlicher Teilhabe von Frauen kommt, den verweise ich auf den nächstbesten Zeitungsladen, wo man in aller Ruhe anhand von “Vogue”, “Glamour”, “Brigitte” und “Echo der Frau” studieren kann, warum Frauen seltener Karriere machen als Männer – eben weil sie andere Prioritäten setzen.

Egal…

Outet man sich in öffentlicher Runde mit derartigen Einlassungen, wird man sich recht schnell sehr einsam fühlen, denn prinzipiell ist die These, dass die Frau in unserer Gesellschaft benachteiligt sei, und damit eines umfassenden Schutzes bedürfe, unangefochten. Interessant an Diskussionen über dieses Thema ist übrigens die Überraschung, die jedes Mal offenbar wird, wenn bekannt wird, dass jemand als Schwuler derartige Meinungen vertritt. Offenbar glaubt man, nur prügelnde Machos mit ungestilltem Sexhunger auf weibliche Verlockungen könnten sich derartig “frauenfeindlich” äußern. Dass ein Schwuler solche Ergüsse zum Besten gibt, sprengt für viele die über lange Jahre fein säuberlich katalogisierten Schubladen, nach denen der schwule Mann im Geiste des Feminismus erzogen wurde und doch schon vom Grundsatz her, als ebensolches “Opfer” patriarchaler, heteronormativer Verhältnisse, Seite an Seite mit den Frauen kämpfen müsse. Doch da haben wir ja den Dissens: Ich sehe nicht, wofür Frauen hierzulande kämpfen müssten und bislang hat mich noch niemand eines anderen belehren können. Die Gegenargumente überzeugen mich schlicht und einfach nicht.

Als ich vor einiger Zeit in eine lebhafte Debatte mit einer jungen Frau über die Notwendigkeit von “Girl Power” geriet, schleuderte man mir einen sehr interessanten Kontrapunkt entgegen. Mir seien, so die junge Dame aufgebracht, Frauen einfach “scheißegal”, ich sei selbstbezogen, durch meine Homosexualität alleine auf Männer fixiert und würde deshalb das “Leiden” (so wörtlich!) von Frauen nicht zur Kenntnis nehmen. Ich antwortete darauf, dass sie in gewisser Weise Recht hätte, Frauen seien mir irgendwie tatsächlich weniger wichtig als Männer, was allerdings nichts damit zu tun hätte, weil sie mir “scheißegal” wären, sondern ob des Umstandes, dass sie einem entscheidenden Teil meines Lebens, nämlich dem Liebes- und Sexleben, eben keine Rolle spielen.

Mir persönlich erschien dieser Einwand völlig logisch, für die junge Dame war dies allerdings die Bestätigung ihrer Ansicht, dass mich Frauen und die Belange von Frauen absolut nicht interessieren würden. Und ehe ich noch fragen konnte, von welchen “Belangen” denn eigentlich ständig die Rede war, und was denn Frauen heutzutage entbehren würde, da ward ich auch schon wieder alleine gelassen.

Offensichtlich habe ich mit dem Eingeständnis, dass mir Frauen in der Tat nicht so wichtig sind wie Männer, ein Tabu gebrochen, wobei ich bislang noch nicht verstehe, worin denn dieses Tabu eigentlich besteht. Denn sehen wir es doch mal ganz sachlich:

Auf der Welt gibt es Männer und Frauen, beide haben, meiner Meinung nach, das gleiche Recht auf Leben, Freiheit und Streben nach Glück, beide sollten alle Möglichkeiten haben, ihr Leben nach ihren Maßstäben und ihren individuellen Vorlieben und Interessen zu gestalten, ohne freilich anderen zu schaden oder zu Handlungen zu zwingen. Ich beurteile Menschen nicht nach Geschlecht, glaube aber, dass man bei den beiden Geschlechtern unterschiedliche Prioritäten setzt – die natürlich, von Mensch zu Mensch verschieden, und demnach rein subjektiv sind. Es gibt nun mal Dinge, die kann man mit Frauen besser als mit Männern, und umgekehrt.

Nicht egal…

Mit Frauen z. B. kann man toll shoppen gehen, man kann wunderbar im Café sitzen um beim Latte Macchiatto über Männer und Mode zu tratschen, ja es macht sogar Spaß, sich über den unmöglich designten Schuhmodellen der diesjährigen Saison auszulassen. Das mag alles reichlich klischeehaft klingen, aber ich komme nicht drumherum mir einzugestehen, dass sich meine Kontaktebenen mit Frauen – im Großen und Ganzen – eben auf diese Dinge reduzieren lassen. Will ich über Politik reden, über Wissenschaft, über Wirtschaft, unterhalte ich mich eher mit Männern, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass viel Frauen solche Themen – von Ausnahmen abgesehen – schlicht und einfach weniger interessieren. Und wenn man dann noch berücksichtigt, dass ich Frauen weder für die Liebe noch für den Sex brauche – wie kann man mir dann vorwerfen, dass mir Frauen weniger wichtig sind als Männer?

Doch wie wäre es, die gesamte Sachlage einmal umgekehrt zu betrachten. Vielleicht ist es gar nicht so, dass ich mich weniger für Frauen interessiere, sondern im Gegenteil, dass sich alle anderen eben mehr für Frauen interessieren. Bei Heteromännern ist das klar. Diese brauchen Frauen, brauchen ihre Liebe und ihren Körper, ganz logisch also, dass sie irgendwann auf jeden Zug springen, den Frauen steuern. Mir ist noch sehr genau eine Episode aus meiner Studienzeit in Erinnerung, wo ein junger Mann in einer Runde mit ebenso jungen Frauen leidenschaftlich für die Frauenquote eintrat; wobei ihm anzusehen war, dass er sich als Belohnung dafür nicht weniger als je einen zünftigen Blowjob versprach…

Man könnte also sagen, dass es mitnichten so ist, dass ich mich nicht für die Belange von Frauen interessiere (was auch immer diese “Belange” sein sollen), sondern dass ich Frauen weitaus nüchterner betrachte, eben weil mich ihre Reize nun mal nicht reizen. Eine Frau weckt bei mir weder Beschützerinstinkte, noch das Verlangen, ihr den Stuhl hinzurücken, ihr die Tür aufzuhalten oder ihr die Rechnung  zu bezahlen – was ich allerdings dennoch gelegentlich tue, weil mich eben auch meine Mutter in dem Bewusstsein erzogen hat, dass sich das gegenüber Frauen nun mal so gehört – wobei allerdings auch sie mir nicht sagen kann, warum eigentlich.

Das Klischee jedenfalls, Schwule würden gegenüber Frauen besonders charmant und rücksichtsvoll auftreten, trifft auf mich nicht zu, ganz einfach deshalb, weil ich keinerlei Veranlassung sehe, eine Frau eben als Frau zu behandeln. Genau das ist es aber vermutlich, was mir von Seiten besagter jungen Dame den Vorwurf eingebracht hat, mir seien Frauen “scheißegal”.