Narzisstische Heulsusen

Ich hatte bereits vor einiger Zeit spekuliert, dass im Zuge der fortschreitenden feministischen Sexpanik es irgendwann als Vergewaltigung gelten wird, wenn Frau der Sex nicht gefallen hat. In den USA steht die feministische Theorie mittlerweile kurz vor dieser bahnbrechenden Erkenntnis. Das Stichwort dafür heißt „Grey Rape„:

He slid inside me and I didn’t say a word. At the time, I didn’t know why. Maybe I didn’t want to feel like I’d led him on. Maybe I didn’t want to disappoint him. Maybe I just didn’t want to deal with the “let’s do it, but no, we shouldn’t” verbal tug-of-war that so often happens before sleeping with someone. It was easier to just do it. Besides, we were already in bed, and this is what people in bed do. I felt an obligation, a duty to go through with it. I felt guilty for not wanting to. I wasn’t a virgin. I’d done this before. It shouldn’t have been a big deal–it’s just sex–so I didn’t want to make it one.

Die Aussage ist eigentlich sehr simpel, Mädel: Du hattest mit ihm Sex. Freiwillig. Du hast nichts dagegen gesagt. Du hattest alle Chancen, „Nein“ zu sagen, davor und währenddessen. Du warst aber zu faul, zu bequem, zu erregt, zu unentschlossen. Du wolltest ihm vielleicht einen Gefallen tun, und Sex ist so schlimm nun auch nicht. Das ist uns allen schon passiert. Nicht nur beim Sex. Wir tun öfter mal Dinge, um anderen einen Gefallen zu tun, oder um weiteren Debatten aus dem Weg zu gehen, oder weil wir glauben, das gehört sich jetzt halt so. Kein Drama. So ist das Leben.

It happens to us with consistent hookups, first dates, boyfriends, and one-night stands alike. We have sex with guys, because sometimes it’s just easier to do it than to have the argument about not doing it.

Und wenn man es tut, weil es einfacher ist, als „Nein“ zu sagen, dann hat man zugestimmt. Ende! Aus! Fertig! Da gibt es nicht mehr zu sagen! Wenn ich einem Freund beim Umzug helfe – mit dem Schleppen von schweren Kisten und der Waschmaschine und allem Unbill der dazugehört – obwohl ich eigentlich nicht will (und natürlich würde ich lieber etwas anderes machen wollen), kann ich mich hinterher auch nicht hinstellen, und so tun, als wäre ich zu dieser Arbeit gezwungen worden. Und wenn ich mich hinterher an meinen Schreibtisch setze und Aufsätze darüber verfasse, dass unsere Freunde uns mit ihren Umzugsplänen und der Bitte um Hilfe in Situationen bringen, die an Sklaverei erinnert, dann mache ich mich lächerlich.

But no one talks about it. Talking about it makes it a big deal. It makes us feel like we’re whining.

Das tut Ihr ja auch. Beständig rumjammern, weil Ihr nicht mit Euren eigenen Entscheidungen klar kommt.

We don’t feel entirely violated. It doesn’t affect us forever. We just feel like we got the short end of the stick, and that sometimes, we have to do something we don’t want to do, out of politeness or social obligation.

Aber Ihr habt Euch entschieden, mit ihm zu schlafen! Niemand hat Euch gezwungen! Es war Eure Entscheidung! Kapiert Ihr das nicht? Ihr hättet „Nein“ sagen können. Ein einsilbiges Wort. Nicht schwer zu sagen. Ihr Frauen quatscht doch sonst so viel. Und auf einmal ist das so schwer?

So why bring it up? Why risk wrongfully tagging a guy with a serious, heavy label he doesn’t deserve? And more importantly, why risk being wrongfully tagged as “the girl who cried rape,” when we’re not trying to say it was rape at all? We’re saying we don’t know what it was. We just didn’t like it. But by refusing to acknowledge the existence of these rape-ish situations, we’re continuing to subject ourselves to them indefinitely.

Feminismus ist lächerlich. Feminismus ist gefährlich. Es ist die ultimative Verbindung aus Narzissmus und Verantwortungslosigkeit. Es erlaubt kindischen Heulsusen , die weder menschliche Integrität noch Verantwortungsgefühl kennen, sich mächtig und im Recht zu fühlen und die Regeln zwischenmenschlichen Verhaltens zu bestimmen.

Wie lange soll das noch so weitergehen?

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We cry for you, Argentina!

In Argentinien haben am vergangenen Mittwoch mehrere hundertausend Frauen gegen Gewalt gegen Frauen demonstriert:

Mehrere grausame Gewalttaten gegen Frauen hatten in Argentinien eine Debatte über die allgegenwärtige Gewalt entfacht. […] Angesichts einer Macho-Kultur seien Frauen in Argentinien bislang als „eine ‚Sache, die man beherrschen muss'“ betrachtet worden. Die Politik müsse daher endlich mit einem nationalen Aktionsplan gegen Gewalt gegen Frauen vorgehen.

In das berechtigte Anliegen mischen sich aber leider auch tendenziöse feministische Töne, die durch die einseitige Berichterstattung des „Tagesspiegel“ noch bedenklicher ausfallen:

Die Demonstrantin María Elena Cornide, eine 36-jährige Unternehmerin, sprach von einem „sozialen Erwachen gegen Ungerechtigkeit“. Häusliche Gewalt sei „nicht die einzige Geißel, unter der Frauen leiden“. So würden sie auch schlechter bezahlt als Männer. Die 86-jährige Ilse Fuscoba trug ein Schild mit der Aufschrift: „Die menschliche Gesellschaft kann sich nicht nur auf das männliche patriarchalische Modell gründen.“

Häusliche Gewalt ist in Argentinien, wie auch überall sonst, ein Problem, unter dem Frauen und Männer in annähernd gleichem Maße zu leiden haben. Die Studien, welche dies seit Jahren belegen, sind in ihrer Anzahl mittlerweile nahezu unüberschaubar geworden. Umso erstaunlicher, dass das feministische Narrativ von der Gewalt, die fast ausschließlich Frauen beträfe, immer noch derartig leichtfertig kolportiert wird. Aber dies ist eben die Kehrseite der sprichwörtlichen „Macho-Kultur“ in Argentinien einerseits und eines tradierten Bildes vom Manne als starkem Alpha überhaupt: als Opfer darf ein Mann nicht vorkommen; als Opfer verliert er seine Männlichkeit und damit seinen Status als menschliches Individuum.

Kaum der Rede wert, dass in Argentinien die klassische feministische These von der schlechteren Bezahlung von Frauen ebenfalls reinsten Gewissens verbreitet wird. Ja, Frauen verdienen als statistische Gruppe im Schnitt weniger als Männer. Aber nicht, weil sie für die gleiche Arbeit schlechter bezahlt werden, sondern weil sie nicht die gleiche Arbeit leisten. Wie oft muss man das eigentlich noch wiederholen?

Aber was ist nun mit der Mordrate? Wie der „Tagesspiegel“ schreibt, wird in Argentinien

alle 31 Stunden eine Frau getötet. Laut Casa del Encuentro gab es im vergangenen Jahr 277 Frauenmorde.

Das klingt schlimm und ist es auch. Um den Sachverhalt ins rechte Bild zu rücken, wäre es aber interessant gewesen, auch die allgemeine Mordrate zu erfahren. Laut „MercoPress“ gab es im Jahre 2012 in Argentinien 2888 offiziell erfasste Mordtaten. Das bedeutet, dass die überwältigende Zahl der Mordopfer männlichen Geschlechts ist – über 90 Prozent! Warum man angesichts dessen einen nationalen Aktionsplan ins Leben rufen will, der sich allein auf Gewalt gegen Frauen fokussiert, bleibt rätselhaft.

Man möchte sicher nicht so weit gehen, die kühne These auszusprechen, dass das Leben eines Mannes in Argentinien weniger wert ist, als das einer Frau. Wenn nicht selbst die argentinische Rechtssprechung diesen Verdacht nahe legen würde:

2012 wurde im argentinischen Strafrecht Frauenmord als verschärfter Tatbestand eingestuft. Während Mord mit zwölf bis 25 Jahren Gefängnis bestraft wird, ist für einen Frauenmord lebenslange Haft vorgesehen.

Wer in Argentinein morden will, sollte sich also besser an Männer halten. Gleichheit vor dem Gesetz passt halt nicht in die dortige, patriarchale Macho-Kultur.

Udn vielleicht ist es auch dieses merkwürdige Verständnis von Recht und Gesetz, welches zwei Richter dazu veranlasst hat, die Strafe eines Mannes, der einen sechsjährigen Jungen vergewaltigt hat, mit der Begründung zu verringern, dieser Junge sei Vergewaltigungen vom Vater gewöhnt und hätte homosexuelle Tendenzen gezeigt:

The court papers show that judges Horacio Piombo and Benjamin Ramon Sal Llargues reduced the sentence of Mario Tolosa, a soccer club coach, who was charged in 2010 with raping the unnamed boy. The pair decided to lower Tolosa’s jail time from six years to 38 months, saying that because the boy’s father may have already raped him, he was used to such abuse and had showed homosexual traits.

Und so wie der Mord an Männern nicht so schlimm ist, weil Männer fast alle Opfer stellen, ist auch die Vergewaltigung eines Jungen nicht so schlimm, wenn dieser bereits vergewaltigt wurde. Und obendrein auch noch irgendwie schwul ist.